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Bärenkonferenz in Freudenstadt

12.-14. Oktober- Bärenkonferenz

 

Heimisch! Wild! Real!

Wolf, Luchs und Bär sind Prädatoren, die in unseren Breitengraden einst heimisch waren. Sie stellten einen elementaren Bestandteil unseres Ökosystems dar. Über hundert Jahre lang galten sie als ausgerottet. Allmählich kehren Wolf und Luchs wieder zurück, auch in puncto Braunbär ist es nur eine Frage der Zeit. Obwohl sich die Population in der freien Wildbahn positiv entwickelt, werden Zuchtprogramme in zoologischen Einrichtungen und Tiergärten weiterhin fortgesetzt. Allerdings sind die Erfolge jener Programme in Bezug auf den Artenschutz der drei großen Beutegreifer in den letzten ... mehr gibt es auf der Detailseite.

Termin: 12. bis 14.10.2018 
Beginn: Freitag, 16.00 Uhr

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Tanzbär in Istanbul. Foto: Mark Rissi
Tanzbär in Istanbul. Foto: Mark Rissi
„Tanzende“ Bären: Es gibt sie noch immer, obwohl vielen Staaten es mittlerweile verbieten, Tanzbären zu halten. Solange Touristen Geld geben, und sei es nur aus  Mitleid, ist zu befürchten, dass es weiterhin Tanzbären geben wird.

Tanzbären haben eine lange traurige Tradition. Bereits im Altertum wurden sie abgerichtet. Auch die indische und türkische Folklore kennt sie. Die Tradition verbreitete sich über weite Teile Europas. Sie setzt in der Regel voraus, dass Bärenfänger Bärinnen in der Natur töten, um an Jungtiere zu kommen.

Bei der „Ausbildung“ der Tanzbären geht es nicht ohne gewaltsame Methoden. Denn nicht Lust und Talent bringen die Bären zum Tanzen, sondern Schmerz und Angst. Die Halter stechen entweder ein Loch durch die Oberlippe oder die Nase des Bären, um daran einen Strick oder eine Kette zu befestigen, oder sie durchbohren für diesen Zweck den Gaumenknochen. Indem man an Strick oder Kette zieht, lassen sich die Bären lenken.

Tanzbär im Stall. Foto: WSPA
Tanzbär im Stall. Foto: WSPA
Um dem Bären das „Tanzen“ beizubringen, werden verschiedene, grausame Methoden angewandt. Schriftlich überliefert ist, dass man den Bären heiße Scheite zwischen die Beine legt, während Musik läuft. Die Tiere versuchen auszuweichen, indem sie wechselweise ihre Tatzen heben. Indem man die Prozedur wiederholt, verbindet der Bär die Schmerzen mit der Musik. Irgendwann reicht es, die Musik abzuspielen, um beim Bären die Angstreaktion – sprich das „Tanzen“ – auszulösen.

In Smorgony in Litauen existierte sogar eine „Schule“, die Bären zum Tanzen abrichtete. Einer der Räume besaß einen Boden, der erhitzt wurde. Ein abgerichteter Bär, der dort hineingeführt wurde, richtete sich sofort auf und hob abwechselnd die Hinterfüße.

Nach den Auftritten eines Tages ist die Qual für die Tanzbären nicht zu Ende. An einen Baum oder eine Mauer angekettet, verbringen sie die Zeit bis zum nächsten schrecklichen Arbeitstag. Die Halter sind oft arm, entsprechend ist die Ernährung der Bären einseitig und schlecht.

Doch es gibt auch Lichtblicke: In Bulgarien beispielsweise konnten 2007 die drei letzten Tanzbären des Landes im Tanzbärenpark Belitsa untergebracht werden. Die Maßnahme ist ein beeindruckendes Beispiel dafür, was mit Spendengeldern erreicht werden kann.