Zoo, rück in die Zukunft

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Der Zoo - Begegnungsstätte zwischen Mensch & Natur oder Symbol für Kontrollzwang? Seit über 40 Jahren wächst die Kritik an der Institution Zoo. Seitdem wurden viele Neuerungen etabliert, besonders die großen zoologischen Gärten lassen sich Imagepflege in Millionenhöhe kosten. In der Werbung heißt es, Zoos sind Orte der Erholung, der Bildung, der Forschung und nicht zuletzt des Artenschutzes. Schließlich schützt man das, so heißt es, was man kennt. 

Dies versprechen moderne Zoos, doch was ist dran? Werfen wir einen Blick in das Gesetz über Naturschutz und Landschaftspflege (Bundesnaturschutzgesetz - BNatSchG):

§ 42 Zoos: Zoos sind dauerhafte Einrichtungen, in denen lebende Tiere wild lebender Arten zwecks Zurschaustellung während eines Zeitraumes von mindestens sieben Tagen im Jahr gehalten werden.

Und genau so ist es. Dieser Text beschreibt die Institution Zoo perfekt. Die Idee eines Zoos war und ist immer, Tiere aus der Wildnis auszustellen, um sie in Gefangenschaft anzusehen, ohne in die Natur gehen zu müssen. Punkt. Nun wuchs aber in den 80ern durch Philosophen wie Peter Singer die Kritik an der Haltung von Wildtieren, weil den Tieren zunehmende Fähigkeiten zugestanden wurden, Gefühle wie Angst, Trauer, Zuneigung, familiäre Bindung. In diesem Zusammenhang klinkt sich die Moral ein und wirft die Frage auf, wo fängt Tierleid an? Welche Rechte dürfen wir Menschen den Tieren zugestehen?

Mit wachsender Empathie gegenüber Tieren auf der einen und dem Washingtoner Artenschutzabkommen auf der anderen Seite kam die Institution Zoo in Handlungszwang. Das Image wurde poliert, die Wichtigkeit als kulturelle Begegnungsstätte gefestigt.

Doch die Kritik verstummt nicht. Im Gegenteil. Die Fakten, die nahelegen, das System Zoo grundlegend zu modernisieren oder auslaufen zu lassen überwiegen der Rechtfertigung, daran festzuhalten. Aber genau hier liegt der entscheidende Faktor: Zoos sind keine wissenschaftlichen Forschungseinrichtungen, sondern Wirtschaftsbetriebe, die mit einer sehr beliebten Ware handeln: Tieren. Die Debatte über das Modell Zoo kann nicht auf faktischer Ebene geführt werden, sondern auf einer soziokulturellen. Und um die Zukunft von Zoos und Tierparks zu retten, müssen die Einrichtungen im Grunde genau das werden, was sie eigentlich schon immer von sich behaupten: eine Begegnungsstätte zwischen Mensch und Natur.

Wie das gehen kann, warum das aktuell nicht der Fall ist und wie aus Alternativen zum Zoo Visionen für die Zukunft werden können, darum geht es in diesem Beitrag: 

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Spenden statt Böllern

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Der Himmel brennt. Explosionen hämmern auf deinen ganzen Körper. Es fühlt sich an, als würde die Erde auseinander brechen. Es gibt keinen Rückzugsort. Deine Sinne verlieren sich in Panik…
Und es will nicht enden. Wieder und wieder legt sich der unbarmherzige Atem der Hölle über dich.

Krieg? Nein, Silvester. Jedes Jahr leiden tausende Tiere unter dem egoistischen Akt der Böllerei zum Jahreswechsel. Schon Tage vorher geraten sie in Panik, weil Menschen ohne Sinn und Verstand mit Feuerwerkskörpern um sich werfen. Rücksichtslos versetzen sie für den eigenen Spaß alle anderen in ein Szenario des Schreckens, verpesten zudem die Umwelt. Wochenlang bleibt der Müll meist liegen, der Gestank von Schießpulver hängt in der Luft wie ein Virus. Sowohl Haus- als auch Wildtiere leiden unter dieser längst veralteten, stets fragwürdigen Tradition.

Besonders in Zeiten, da in Europa Krieg herrscht, die Umwelt unter der Belastung Mensch zu kollabieren droht, gleicht Geld für Böller und anderes, privates Feuerwerk zu verschwenden schon fast an einem Verbrechen gegenüber der Natur. Länder wie die Niederlanden sehen das tatsächlich ähnlich, dort wird es ab 2026 ein Verbot für privates Feuerwerk geben. Auch in Deutschland ist ein solcher Anstoß längst überfällig.

Doch ihr könnt schon ab diesem Jahr den Unterschied machen. Kauft kein Feuerwerk, sondern spendet das Geld lieber. Beispielsweise für unsere Tiere. Sie alle wurden durch den Egoismus der Menschen traumatisiert. Lasst uns gemeinsam ein Zeichen setzen.

Spenden statt Böllern - für die Tiere, für die Umwelt, für die Welt, in der wir leben.

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Rettungsaktion mit größter Geheimhaltungsstufe, Tierschutzpreis, aktive Wildtierhilfe und vieles mehr - DAS war 2025!

 

Die Arbeit hier im Bärenwald ist komplex, abwechslungsreich und oftmals unvorhersehbar. Jeder Tag bringt etwas Neues, allen voran jedoch die Gewissheit, etwas Sinnvolles für Tier, Mensch und Natur getan zu haben.
Raoul Schwarze | Leitung Alternativer Wolf- und Bärenpark Schwarzwald

Unser neuer Projektleiter im Schwarzwald, Raoul Schwarze, hat mit diesen Worten nicht nur seinen Arbeitsalltag, sondern eigentlich das gesamte Jahr 2025 ganz gut beschrieben. Der Blick auf die vergangenen 12 Monate ist geprägt von wunderschönen Tiermomenten, spannenden Rettungen, bärenstarker Unterstützung, aber auch traurigen Abschieden. Hier ist unser Jahresrückblick 2025:

Im Februar besuchte der Landtagspräsident Thüringen, Dr. Thadäus König, unser Thüringer Projekt, den Alternativen Bärenpark Worbis. Dabei stellte sich heraus, dass der engagierte Politiker nicht zum ersten Mal bei uns zu Gast ist:

"Mit meiner Familie besuche ich häufig den Bärenpark. Besonders meine Kinder sind fasziniert von den Bären und Wölfen. Im Park erleben sie sehr anschaulich, wie Tierschutz funktioniert und welche Bedeutung die dort lebenden Wildtiere für den Menschen und die Natur haben."

Auch im März finden wir ein weiteres Highlight in Worbis, und zwar erwachte Neuzugang MYKHAILO zum ersten Mal aus seiner Winterruhe bei uns. Zuvor war er jahrelang in einem kleinen Käfig misshandelt worden, wir retteten ihn 2024 aus der Ukraine, wo er vermutlich nie Winterruhe halten durfte. Einen weiteren Besuch mit politischer Tragweite durften wir ebenfalls in Worbis empfangen:
Der Bärenpark ist eine Erfolgsgeschichte – es braucht mehr davon. Höchste Zeit, dass diese Einrichtung bekommt, was sie verdient. Die ganze Region profitiert davon.- Steffen Schütz, Thüringer Minister für Digitales und Infrastruktur

Mit diesen Worten überreichte Steffen Schütz die Förderung an die Stadt Leinefelde-Worbis, in deren Kooperation ein neues Eingangsgebäude für unser Tierschutzprojekt entstehen wird.

Leider müssen wir im März auch eine traurige Begebenheit verarbeiten: wir verabschieden uns von unserer Luchsdame ELA. Einst in einem deutschen Zoo geboren, wurde sie an einen Freizeitpark nach Fuerteventura verkauft. Ihre Rettung war damals die erste Kooperation mit unseren Partnern des Tierschutznetzwerks EARS.

Im April sind wir im Außeneinsatz in Krumlov, der Tschechischen Republik. Dort leben noch immer Bären in einem mittelalterlichen Burggraben. Die UNESCO hält dort ihre schützende Hand darüber, es sei Teil der Tradition. Doch ist Tierquälerei wirklich ein Kulturgut, dass wir an kommende Generationen weiterreichen sollen? Wir sagen dazu NEIN und initiierten daher gemeinsam mit unseren Kolleginnen und Kollegen der niederländischen Organisation BEARS in MIND eine Konferenz zur modernen Haltung von Bären.

Auch im Mai bewegen wir uns auf internationalen Wegen. Konkret unterstützen wir ein Projekt in Rumänien, um Wildbären zu helfen. Dort ist eine neue Autobahn geplant, die mitten durch Bärengebiet führen soll. Um Konflikte im Vorfeld zu minimieren, sollen dort Wildbrücken entstehen.
Im Juni kommt es zum ersten Einsatz unserer Wildtierauffangstation. Seit einigen Jahren pflegen wir eine Kooperation mit dem Thüringer Umweltministerium in Sachen Wildtiermanagement. Nun ist es soweit: ein geschwächter Luchs aus der freien Wildbahn wird in unsere Obhut gegeben. In unserer Wildtierauffangstation soll er zu Kräften kommen und wieder zurück in die Natur entlassen werden. Zahlreiche ähnliche Anfragen zeigen, wie wichtig unsere Wildtierstation für das Wildtiermanagement in Thüringen ist.

Im Juli ereignet sich ein weiterer historischer Moment in Sachen Wildtiermanagement: mit LUNA trifft auch das erste Tier in unserer Wildtierauffangstation im Schwarzwald ein. Die Bärin mit der ehemals offiziellen Kennung JJ4 ist Tochter von JURKA und stammt auch aus der freien Wildbahn. Ihr Fall sorgte durch einen tödlichen Unfall für internationale Schlagzeilen. Aufgrund der hohen Symbolkraft LUNAs im Zusammenhang mit der aufgeheizten Stimmung in Italien bezüglich der Bären fürchten wir Sabotage. Daraufhin findet die Aktion unter größter Geheimhaltung statt. 

Im August besucht Ministerpräsident Thüringens, Mario Voigt, im Rahmen seiner On Tour - Unterweges im Grünen Herzen Deutschlands Kampagne unser Worbiser Wildtier- und Artenschutzprojekt. Nur knapp zwei Wochen später ist es soweit, der von uns aufgepäppelte Luchs BARON wird zurück in die Freiheit entlassen.

Im darauffolgenden September freuen wir uns auf einen ganz besonderen Tag, der nur alle zwei Jahre stattfindet: im Alternativen Bärenpark Worbis findet der Patentag statt. Hunderte von Unterstützern, Paten und Wegbegleitern verbringen mit uns einen Tag auf Augenhöhe. Doch leider folgt im selben Monat eine weitere, traurige Nachricht: Wolf KITO stirbt nach nur anderthalb Jahren in unserem Schwarzwälder Projekt aufgrund eines Tumors. Dieser ist vermutlich auf inzestuöse Zucht zurückzuführen.

Am 20.+21. September 2025 haben wir auf der internationalen Konferenz in den Niederlanden, REWILDING OUR WORLD, die Gelegenheit, über das Leid und die Probleme von Wildtieren in Gefangenschaft zu referieren. Unter dem Motto -Global Perspectives, Local Actions- werden Möglichkeiten und Herausforderungen skizziert, wie wir in Zukunft mit Natur und Wildtieren umgehen sollten.

Nur vier Tage später liefert der (wieder)ausgewilderte Luchs BARON ein tragisches Beispiel dafür, dass beim Wildtiermanagement in Deutschland dringender Handlungsbedarf besteht: BARON wird von einem Zug erfasst und stirbt noch vor Ort.

Im Oktober freut sich unser Schwarzwälder Team über den Tierschutzpreis des Landes Baden-Württemberg. Peter Haug, Minister für Ernährung, ländlichen Raum und Verbraucherschutz, formuliert es selbst sehr passend:
Tiere sind unsere Mitgeschöpfe und es ist unsere Verantwortung, ihren Schutz und einen artgerechten Umgang zu gewährleisten. Daher ist die Landesregierung bestrebt, die Lebensbedingungen aller Tiere im Land weiter zu verbessern.

Im November nehmen wir, dieses Mal in Italien, an dem Jahresmeeting des europäischen Netzwerks von Tierschutzeinrichtungen und Auffangstationen [EARS] teil. Das besonders schöne daran: wir treffen im dortigen Tierschutzprojekt auf eine Wölfin, die wir im vergangenen Jahr mit einem EARS Partner aus Eschede retteten.
Die Tiere wurden aus dem ehemaligen Filmtierpark Eschede geholt und sind Opfer von Ausbeutung und Missbrauch, was durch den Wildtierhandel in Deutschland erst ermöglicht wird. Noch im selben Monat findet in Berlin ein parlamentarischer Abend statt, der genau dies zum Thema hat: Deutschland als das europäische Zentrum des internationalen Wildtierhandels.

Im Dezember folgen leider zwei weitere, traurige Meldungen. Im Alternativen Bärenpark Worbis stirbt Luchs PRIMUS aufgrund von Altersschwäche, nur zwei Tage später müssen wir uns von Luchs CATRINA im Schwarzwald verabschieden. Auch sie hat ein sehr hohes Alter erreicht.

Zum Abschluss des Jahres haben wir die Wölfe KIRA und KLEO, die sich in ihrem neuen Areal einleben. Nachdem sie jahrelang im Kontaktzoo des Filmtierparks Eschede misshandelt wurden, kamen sie im April 2024 zu uns in den Schwarzwald, wo sie zunächst im Wolfrückzugsgebiet lebten. Seit Ende 2025 erfreuen sie sich nun in der neuen Anlage oberhalb des Besucherwegs daran, einfach nur Wolf sein zu dürfen. Und dies nutzen sie ausgiebig - denn in wölfischer Manier zeigen sich die scheuen Tiere nur selten.

2025 war ein Jahr der extremen Gegensätze, große Freude und traurige Momente lagen oft nur wenige Tage auseinander. Doch wir blicken auf ein erfolgreiches Jahr für den Wildtier- und Artenschutz zurück. Dies haben wir der bärenstarken Unterstützung aller Tierfreunde zu verdanken, die unseren Einsatz für die misshandelten und traumatisierten Tiere erst möglich machen.

Wir sagen daher von ganzen Herzen DANKE!

Euer Team von der
STIFTUNG für BÄREN -Wildtier- und Artenschutz

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