Die Bärenkalender 2022 sind da.

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Bärengedenktag 2020

JURKA
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Am 26.06.2020 ist Bärengedenktag. Heute vor genau 14 Jahren wurde Braunbär BRUNO in Bayern erschossen, im Auftrag der Landesregierung. Begründet wurde dies damit, dass er den Menschen zu nahekam, auffällig wenig Scheu vor ihnen zeigte. Er war der erste freilebende Bär in Deutschland seit 171 Jahren. Seine Geburt war ein Erfolg für den Artenschutz, sein Tod ein Resultat menschlichen Fehlverhaltens. Um zu verstehen wie es dazu kam und damit es in Zukunft vermieden werden kann, muss man einen Blick auf seine Geschichte werfen. Und die beginnt Mitte der Neunziger in der Wildnis Sloweniens mit der Geburt seiner Mutter JURKA.

Es ist das malerische Jurka Tal, in der die Bärin das Licht der Welt erblickt und dem JURKA ihren Namen zu verdanken hat. Während die junge Vierbeinerin in der freien Wildbahn Osteuropas zu einer Bärendame heranwächst, ist in Italien ein Artenschutzprojekt im vollen Gang. Das Ziel von Life Ursus ist es, die drastisch niedrige Braunbärenpopulation im norditalienischen Trentino zu stärken, auf ein gesundes Maß anzuheben. Wie soll das geschehen? Durch eine einfache Idee: einzelne Tiere aus Gebieten, in denen es sehr viele Bären gibt, werden „umgetopft“. Sie werden also in ihren Heimatländern eingefangen und in Italien wieder ausgewildert. Auch in Slowenien sucht man nach passenden Individuen. Auf diese Weise kommt JURKA nach Mitteleuropa.

Im Trentino fand sie nun, wie viele andere Braunbären auch, ein neues Zuhause. Hier konnte sie in den Wäldern alles anwenden, was sie in ihrer wilden Kinderstube erlernt hatte. Das Suchen nach Futter und wichtigen Heilkräutern, das Jagen, das Klettern auf Bäume, das Graben von Höhlen, das Durchsetzen gegenüber Artgenossen und vieles mehr was man braucht, um selbständig in der Natur zu überleben. Eines Tages traf sie auf JOSE, einem Bärenmann, der ebenfalls im Rahmen von Life Ursus nach Italien verbracht wurde. Die beiden verpaarten sich und im folgenden Jahr wurde ihr Sohn geboren. Aus den Anfangsbuchstaben der Eltern kombiniert mit der Zahl 1 als Erstgeborener ergab sich seine wissenschaftliche Bezeichnung JJ1. Auch ihrem Nachwuchs zeigte sie, wie man die Widrigkeiten überwindet, um als Wildbär in der Natur zu überleben. Und das wohl wichtigste dabei ist – wie komme ich an Futter?

Für Wildtiere ist die Beschaffung von Nahrung durchaus eine heikle Angelegenheit, die viel Zeit in Anspruch nimmt und mitunter gefährlich sein kann. Und genau diese Schwäche wurde von rücksichtlosen Menschen ausgenutzt, um Bären für Touristen anzulocken. Auch JURKA und JJ1 wurden auf diese Weise Opfer des Tourismus. Für eine kurze Gaudi, um zwischen Mittag und Abendessen mal eben Bären in freier Wildbahn zu sehen, wurden sie angefüttert. Was für Mutter und Sohn natürlich zunächst sehr angenehm war, denn so konnten sie Nahrung finden, ohne großen Aufwand zu betreiben.

Und genau das prägte sich in ihren Kopf, in ihr Verhalten ein: wo es Menschen gibt, gibt es auch einfache Nahrungsquellen.

Mit diesem Wissen machte sich der Jungbär im Frühling 2006 auf den eigenen Weg. Er verließ seine Mutter und wanderte über die Alpen, schaute abwechselnd in Österreich, Deutschland und Italien vorbei. Dabei setzte er die Taktiken um, die er gelernt hatte: der effektivste, einfachste Weg zu Futterbeschaffung ist in der Nähe von Menschen zu finden.

Bienenstöcke, Schafställe – hier beschaffte sich der junge Bärenmann seine Nahrung. Dieser augenscheinliche Mangel an Scheu vor Menschen brachte ihm den Ruf eines „Problembären“ ein und die Medien gaben ihm den Namen BRUNO. Die Gemüter kochten, Schlagzeilen von BRUNOs Plünderungen überschatteten die damalige Fußball Weltmeisterschaft in Deutschland. Am 26.06.2006 kam es schließlich zum Drama in Bayern: BRUNO wurde erschossen. Ein junger Bär, der zweieinhalb Jahre alt war, einen Widerristhöhe von weniger als einen Meter hatte und 2 Zentner auf die Waage brachte, versetzte eine ganze Region in Aufruhr.

Was geschah mit seiner Mutter JURKA, der durch das Anfüttern eine ähnlich geringe Scheu vor Menschen antrainiert wurde? Sie wurde eingefangen und mehrfach von einer Unterbringung in die nächste gebracht. Die einstige, freiheitsliebende Wildbärin musste zum Beispiel eine Zeit lang in einem Bärengraben im Kloster San Romedio, einem Orden der Franziskaner Mönche, leben. Glücklicherweise konnte sie von dort gerettet werden und kam schließlich am 26. August 2010 in unser Schwarzwälder Tierschutzprojekt, wo sie noch heute in den großen Freianlagen lebt.

Für uns ist sie ein Symbol dafür, welche Verantwortung der Mensch gegenüber den Wildtieren und welchen mitunter gravierenden Einfluss auf ihren Lebensraum hat. Sie zeigt wie kaum ein anderer Vierbeiner, dass Wildtiere nicht in Gefangenschaft, sondern in Freiheit gehören. Heute, am Bärengedenktag, möchten wir darauf aufmerksam machen und an die Menschen appellieren, sich den Folgen ihres Handelns bewusst zu werden. Es gilt den natürlichen Lebensraum zu schützen. Ein wichtiger Punkt dahingehen ist es, Fehlverhalten zu vermeiden. Allen voran das Anfüttern.

Für die Menschen im Industriestaat Deutschland ist es ungemein wichtig, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen, sich aufzuklären und richtiges Verhalten zu lernen. Denn aktuell ist wieder ein junger Bärenmann in Bayern unterwegs. Ob auch aus ihm ein Problembär wird oder nicht, liegt letzten Endes in menschlicher Hand.

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DARIA & DORO: 1 Jahr nach ihrer Rettung

DARIA & DORO
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4. Juni 2019: gegen 13 Uhr erreicht das Einsatzteam der STIFTUNG für BÄREN das Projekt WORBIS. Nachdem in den frühen Morgenstunden DARIA sicher im Projekt SCHWARZWALD angekommen ist, findet auch Braunbärin DORO nun ihr neues Zuhause. Und damit ist es geschafft – nach vier Tagen, vier Nächten und knapp 5000 Kilometern endet die wohl spektakulärste Rettungsaktion in der Geschichte unserer Tierschutzorganisation.

Heute laufen die beiden Braunbärdamen DARIA und DORO souverän durch unsere Freianlagen in Baden-Württemberg und Thüringen. Mittlerweile ist es selbstverständlich für sie, baden zu gehen, sich den Blicken der Besucher zu entziehen und auf Futtersuche zu gehen wann immer es ihnen beliebt. Auch mit den Artgenossen, die wie sie einst durch Menschenhand großes Leid erfahren haben, arrangieren sie sich sehr gut. Nach einem Jahr haben sie sich ausgezeichnet entwickelt und hervorragend eingelebt. Ein Schauer läuft uns über den Rücken, wenn wir uns daran erinnern, wie wir sie damals vorfanden: abgemagert, halb verhungert, fast kein Fell, gezeichnet von Ekzemen und Parasiten. Jetzt ist davon nichts mehr zu sehen. Ihr Fell hat sich fantastisch erholt, sie sind beide kaum wiederzuerkennen. Auch konnten sie bei uns zum ersten Mal in ihrem Leben in Winterruhe gehen – ein weiterer Beweis, dass die wilden Instinkte noch da sind und diese endlich ausgelebt werden können.
Kaum vorstellbar, dass sie den Großteil ihres Lebens ganz anders verbrachten:
Einst in einem portugiesischen Zoo „produziert“, wurden sie noch im Welpenalter über die Grenze hinweg ins Nachbarland Spanien verkauft. Dort wartete im Süden des Landes, ebenfalls in einem Zoo, ein Fleck trister Erde auf sie. Braune Steinmauern, Sandboden und ein großes Fenster, hinter dem die Besucher sie zum „Männchen machen“ animierten, bestimmte ihr Leben knapp 30 Jahre lang, Tag für Tag. Als Dank dafür ließ man sie Anfang 2019 einfach mit den anderen Tieren im verlassenen Zoo zurück. Auf sich selbst gestellt, eingesperrt in der täglich zunehmenden Sommerhitze Südspaniens, wartete ein qualvoller Tod auf die unschuldigen Vierbeiner.

Die Bilder dieses zoologischen Ödlands sorgten für einen Medienaufschrei in Europa. Dank freiwilliger Helfer vor Ort konnten die Tiere zumindest notdürftig versorgt werden bis Hilfe eintraf.

Am 1. Juni 2019 bricht unser Einsatzteam um 6:30 Uhr auf zur Rettung von DARIA und DORO. Stopps, Fahrerwechsel, Übernachtung – alles ist detailliert geplant um die Aktion möglichst effektiv durchzuführen. Am Folgetag gegen 16 Uhr erreicht das Team den Zoo in Südspanien. Wir haben sie nach Ankunft im Zoo direkt verladen und sind danach weitergefahren um die Kühle der Nacht zu nutzen. Dabei werden die Temperaturen in den Boxen permanent überprüft, regelmäßige Pausen durchgeführt.

Als die Bären und ihre Retter schließlich zunächst im Schwarzwald und dann in Thüringen unsere Tierschutzprojekte erreichen, ist die Freude unbeschreiblich. Und weitere, emotionale Momente folgen in den kommenden Monaten. Zum Beispiel der Moment, in dem DARIA im Alter von 28 Jahren, als erwachsene, alte Braunbärin zum ersten Mal Waldboden unter ihren Tatzen spürt und ebenso genüsslich wie vorsichtig ihre Nase in das frische Gras hält. Oder DORO, die zaghaft, unbeholfen rückwärts ihr erstes Bad in einem Teich nimmt.

DARIA und DORO sind ein trauriges Beispiel dafür, wie respektlos der internationale Wildtierhandel ist. Aber sie zeigen ebenso, dass sich auch die Rettung von Tieren im hohen Alter lohnt und sie beweisen, wie wichtig ein natürliches Umfeld für Wildtiere ist.

Wir danken daher – besonders im Namen von DARIA & DORO – all den Paten, Spendern und Unterstützern unserer Tierschutzarbeit, die diese und viele weitere Rettungsaktionen erst ermöglichen. Auf das wir auch in Zukunft gemeinsam Leben retten und für die Akzeptanz von Wildtieren in ihrer natürlichen Umgebung sorgen können.

Ihr Team der
STIFTUNG für BÄREN

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RONJA und RAIK sind wohlbehalten in den Freianlagen angekommen!

RONJA und RAIK
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Mittwochfrüh, 7:00 Uhr in einer Freianlage hinter den Kulissen unseres Tierschutzprojekts: die beiden Wolfshybriden RONJA und RAIK werden aus den Transportboxen in die Anlage entlassen. Sie verschwenden keine Zeit und springen förmlich in das grüne Dickicht ihres neuen Zuhauses. Sie, die dominante Fähe mit dem dunklen Fell, und er, der zurückhaltende Rüde mit heller Färbung, lebten zuvor illegal in Privathaltung.

Diese gelten als F1 bzw. F2, stammen also in erster und zweiter Generation von einem Wolf ab. Diese Tiere gehören nicht in Privathaltung! Leider gibt es immer noch zahlreiche Menschen, die aus falschverstandener Faszination für den Wolf jene Mischlinge besitzen wollen. Tatsächlich ist es ein schrecklicher Trend, der unsagbares Leid für die Tiere mit sich bringt. Es ist respektloses und egoistisches Verhalten gegenüber den Vierbeinern und daher müssen Zucht und Privathaltung von Wolfshybriden unbedingt ein Ende finden!

RONJA und RAIK beginnen heute nun den ersten Tag in einem tiergerechten Leben. Sie befinden sich gerade in der Eingewöhnung fernab des Besucherverkehrs. Aber es gibt die Möglichkeit, die beiden per Livestream in unserem Bistro zu beobachten. Neugierig erkunden sie das Gebiet, nutzen die Rückzugsmöglichkeiten und zeigen keinerlei Interesse an der Nähe zum Menschen. Doch noch unzählige weitere Tiere, die unter schlechter Haltung leiden müssen. Wir hoffen stark, dass das Schicksal von RONJA und RAIK dazu beitragen kann, diesen tierverachtenden Trend entgegen zu wirken.

Helfen Sie uns dabei. Werden Sie Pate und unterstützen Sie uns im täglichen Einsatz gegen Tierleid.

 

Ihr Team der
STIFTUNG für BÄREN

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