Nach Tod von Bär Aiko – Droyßig plant Zukunft der Bärenhaltung

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Mit 24 Jahren starb am Montag, den 15. September 2025, einer beiden Braunbären, die am Schloss Droyßig, Sachsen-Anhalt, lebten. Wie geht es nun mit seinem Zwillingsbruder Toni weiter? So stellt sich die Frage nach der Zukunft der Bärenhaltung im Schloss Droyßig. Laut Bürgermeister Heiko Arnhold soll auch nach Toni daran festgehalten werden. Der Plan für eine Erweiterung der „Anlage“ bleibt bestehen. 1.500 Quadratmeter soll diese dann betragen.

Bereits im Juli wendeten wir uns an die Verantwortlichen. Gemeinsam mit zahlreichen Tierschutzorganisationen verfassten wir ein Schreiben mit dem dringlichen Hinweis, die Bärenhaltung im Schloss Droyßig zu beenden. Die Anlage dort ist viel zu klein, bietet kaum Struktur, ist grundlegend suboptimal. Mit einer minimalen Erweiterung lässt diese sich nicht tiergerecht gestalten. Wie haben daher die Empfehlung gegeben, keine Bären mehr auf dem Gelände zu halten sondern die Anlage pädagogisch aufzuarbeiten und für BesucherInnen zugänglich zu machen.

Diesen Appell gilt es verstärkt zu wiederholen. Droyßig hegt stolz den Bären im Stadtwappen. Mit einer Entscheidung, die dem Tier eine bärengerechte Zukunft bietet, naturnah und respektvoll, würde Droyßig eine wahre Verbundenheit mit ihrem Wappen zeigen.

Update JJ4 – Ein Stück Natur unter den Tatzen

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Am Montag war es endlich so weit: Wildbärin JJ4 hat zum ersten Mal ihre neue, naturnahe Freianlage betreten. Und das mit beeindruckender Zielstrebigkeit.

In den vergangenen Wochen haben unsere Tierpfleger:innen behutsam und kleinschrittig Kontakt zu ihr aufgenommen. Ganz in ihrem Tempo entstand erstes Vertrauen.

Als sich nun der Schieber öffnete, zögerte sie keine Sekunde. JJ4 wusste sofort, was zu tun ist: Hinaus ins Grüne.

Wachsam erkundete sie Schritt für Schritt das neue Gelände. Sie nahm ein kurzes Bad, durchstreifte aufmerksam die Umgebung und ließ sich schließlich inmitten dichter Brombeersträucher nieder. Ein Moment der Ruhe. Ein erster Schritt des Ankommens.

Für eine Bärin, die nie wieder echte Freiheit erleben kann, ist dieser Moment ein stiller Triumph.

Gras unter den Tatzen. Entscheidungsspielraum. Schritte, die zumindest ein Stück weit selbst gewählt sind.

Das ist das Beste, was ihr Leben jetzt bereithält und genau das wollen wir ihr ermöglichen.

👉 Wer JJ4 auf ihrem weiteren Weg unterstützen möchte:
Mit einer Spende helfen Sie uns, ihre Versorgung und Betreuung sicherzustellen.
Und: Sie können bereits jetzt eine Patenschaft für JJ4 übernehmen.

Patenschaften ermöglichen uns, langfristig zu planen.

Jetzt helfen – damit JJ4 eine Zukunft in Würde hat.

 

Jetzt Pate für JJ4 werden

JJ4 ist da!

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Geschafft – der heikle Transport der Wildbärin JJ4 aus dem italienischen Trento in den Schwarzwald ist geglückt.

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In einer sehr langen Nacht vom 19. auf den 20. Juli, hat sie ihr neues Zuhause erreicht: Die Wildbärin JJ4 ist wohlbehalten im Alternativen Wolf- und Bärenpark Schwarzwald angekommen. Dieser Einsatz hat uns vieles abverlangt: logistisch, wie auch emotional.
Unser engagiertes Rettungsteam – bestehend aus Einsatzleiter Bernd Nonnenmacher, unserem Vorstandsvorsitzenden Stefan Haug und Projektleiter Raoul Schwarze – transportierte die Bärin sicher aus dem Trento in den Schwarzwald. Unser gesamtes Team bereitete diese Rettung über Wochen hinweg intensiv vor. Jeder Schritt musste sorgfältig geplant werden, denn aus Sicherheitsgründen galt bis zuletzt strengste Geheimhaltung. Noch immer sorgt JJ4s Fall in Italien und europaweit für Proteste und politische Diskussionen. So war eine Sabotage und damit einhergehende Gefährdung unseres Einsatzteams durch Aktivist*innen eine real vorhandene Bedrohung.

Mehr über die Hintergründe zum Fall JJ4 erfahren Sie in unserem umfangreichen Beitrag und/oder in diesem Bärenspur-Magazin.

Begleitet wurde unser Team von zwei erfahrenen Veterinärmedizinern: Dr. Klaus G. Friedrich, Amtstierarzt in Bozen sowie Dr. Meinrad Sieder, unser Veterinärmediziner aus dem Schwarzwald. Beide unterstützten uns mit ihrer Expertise, um JJ4s Gesundheit während des Transports jederzeit im Blick zu behalten.

Außerdem war unsere Radarüberwachung GUARD das erste Mal im Einsatz. Bei GUARD handelt es sich um einen Prototyp, der im Rahmen eines Pilotprojekts von WildlifePro in Zusammenarbeit mit der IRPD GmbH, der TU Berlin und unserem Team entwickelt wurde. Dieses Gerät soll in Zukunft Tiertransporte sicherer machen und eine Live-Überwachung der Tiere ermöglichen. Das Gerät liefert nach Fertigstellung der Studie GPS Daten, Temperatur im Inneren der Transportbox und außerhalb, Puls des Tieres, Atmung des Tieres und somit Daten, die bei erhöhtem Stress einen Alarm auslösen können. Der Transport von JJ4 diente als erste Praxiserprobung und zur Datensammlung unter Realbedingungen des Systems.

Wie geht es der Bärin? Die anstrengende Fahrt hat sie körperlich soweit gut überstanden. Als Wildbärin ist sie - anders als Tiere die nie in freier Wildbahn lebten - die Gefangenschaft nicht gewohnt.
Nun gilt es, ihr genügend Ruhe zu geben, damit sie sich einleben kann. Für uns bedeutet dies höchste Aufmerksamkeit. Zum einen müssen wir sie kennenlernen, sie einschätzen, zum anderen ist sie als Wildbärin getrieben von einem enormen Freiheitsdrang.

Gerade deshalb ist jetzt vor allem eines wichtig: Geduld. Sie bestimmt das Tempo. Wir beobachten sie genau, lernen sie kennen, geben ihr Raum, um Vertrauen zu fassen. Jeder Tag bringt neue Erkenntnisse - und neue Herausforderungen.

Die nächsten Wochen und Monate werden anstrengend für sie werden. Aber wir sind da, mit all unserer Erfahrung, mit Empathie und unermüdlichem Einsatz. Für JJ4 und für das große Ganze: Denn ihr Schicksal steht stellvertretend für die drängende Frage, wie wir als Gesellschaft mit Wildtieren umgehen. Es braucht politische, wissenschaftliche und gesellschaftliche Aufarbeitung, damit sich solche Fälle nicht wiederholen. Es darf keine weiteren JJ4s geben.
Doch nur gemeinsam können wir das erreichen.

Helfen Sie mit. Unterstützen Sie uns bei dem Engagement, ein praktikables, effizientes und länderübergreifendes Wildtiermanagement zu etablieren.

 

Dies fängt mit JJ4 an. Unterstützen Sie mit einer Spende oder mit einer Patenschaft für JJ4  unterstützen möchte, kann das ab sofort tun. Denn wie ihr wisst, ist all unsere Arbeit für die Tiere nur durch Spenden und Patenschaften möglich.

Jetzt für JJ4 spenden 

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