RONJAs Report Folge 42 – Tiefschnee mit Überraschungsgästen

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Jetzt ist hier wirklich alles tief im Schnee versunken. Still, weiß, gedämpft – und absolut bärenleer. Die Bären sind komplett verschwunden, keiner lässt sich blicken, nicht mal eine müde Nase. So muss Winterruhe aussehen.

Dafür haben sich andere Kandidaten blicken lassen und die standen eigentlich nicht auf dem Plan: unsere Waschbären. Die sind in den letzten Tagen tatsächlich öfter unterwegs gewesen und hatten ganz eindeutig Hunger. Die Wolfsdiener haben nicht schlecht geguckt, denn eigentlich halten auch Waschbären Winterruhe und sollten bei diesen Temperaturen lieber zusammengerollt in ihrem Bau schlafen. Aber offenbar hatten die Kollegen da eine andere Meinung.

Ganz wohl war ihnen draußen dann aber doch nicht. Durch den Tiefschnee stapfen? Keine Chance. Also haben sie es schlau gemacht: alle schön hintereinander her, exakt auf einem einzigen Trampelpfad. Einer vor, der Rest hinterher – wie an der Schnur gezogen. Ob sie sich das bei uns Wölfen abgeguckt haben? So sind sie schließlich bei den Wolfsdienern angekommen, die erst sehr überrascht waren und dann doch nicht lange gezögert haben. Hunger ist Hunger. Also gab’s Futter – sehr zur Erleichterung der ungeplanten Wintergäste.

Bleibt wachsam,
Eure RONJA

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Moment der Woche | ELBA im Schnee

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ELBA genießt den Schnee

Wildtier Wildtier sein lassen - genau darum geht es in unseren Freianlagen. ELBA hat ihr ganzes Leben lang darauf gewartet, endlich die Fähigkeiten, mit denen sie von Natur aus ausgestattet ist, ausleben zu können und zum wahren Wildgeist zu werden. Genau dies genießt sie nun und zeigt, wofür sie solche dicht behaarten, breiten Pfoten hat: diese fungieren wie eine Art Schneeschuh, mit denen sie auf dem Schnee laufen kann, ohne zu versinken. Doch das ist nicht alles, dank ihres tarnfarbenen Fells verschmilzt sie regelrecht mit ihrer Umwelt. Unser erster Moment der Woche im Jahr 2026 zeigt auf wundervolle Weise, wie hervorragend Luchse an die Wintermonate angepasst sind.

Seid auch ihr Team Winter?

Dann wäre ELBA doch das perfekte Patentier für euch! Mehr über den charmanten Waldgeist erfahrt ihr in ihrem Tierprofil.

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Euer Team vom
Projekt WORBIS

Zoo, rück in die Zukunft

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Der Zoo - Begegnungsstätte zwischen Mensch & Natur oder Symbol für Kontrollzwang? Seit über 40 Jahren wächst die Kritik an der Institution Zoo. Seitdem wurden viele Neuerungen etabliert, besonders die großen zoologischen Gärten lassen sich Imagepflege in Millionenhöhe kosten. In der Werbung heißt es, Zoos sind Orte der Erholung, der Bildung, der Forschung und nicht zuletzt des Artenschutzes. Schließlich schützt man das, so heißt es, was man kennt. 

Dies versprechen moderne Zoos, doch was ist dran? Werfen wir einen Blick in das Gesetz über Naturschutz und Landschaftspflege (Bundesnaturschutzgesetz - BNatSchG):

§ 42 Zoos: Zoos sind dauerhafte Einrichtungen, in denen lebende Tiere wild lebender Arten zwecks Zurschaustellung während eines Zeitraumes von mindestens sieben Tagen im Jahr gehalten werden.

Und genau so ist es. Dieser Text beschreibt die Institution Zoo perfekt. Die Idee eines Zoos war und ist immer, Tiere aus der Wildnis auszustellen, um sie in Gefangenschaft anzusehen, ohne in die Natur gehen zu müssen. Punkt. Nun wuchs aber in den 80ern durch Philosophen wie Peter Singer die Kritik an der Haltung von Wildtieren, weil den Tieren zunehmende Fähigkeiten zugestanden wurden, Gefühle wie Angst, Trauer, Zuneigung, familiäre Bindung. In diesem Zusammenhang klinkt sich die Moral ein und wirft die Frage auf, wo fängt Tierleid an? Welche Rechte dürfen wir Menschen den Tieren zugestehen?

Mit wachsender Empathie gegenüber Tieren auf der einen und dem Washingtoner Artenschutzabkommen auf der anderen Seite kam die Institution Zoo in Handlungszwang. Das Image wurde poliert, die Wichtigkeit als kulturelle Begegnungsstätte gefestigt.

Doch die Kritik verstummt nicht. Im Gegenteil. Die Fakten, die nahelegen, das System Zoo grundlegend zu modernisieren oder auslaufen zu lassen überwiegen der Rechtfertigung, daran festzuhalten. Aber genau hier liegt der entscheidende Faktor: Zoos sind keine wissenschaftlichen Forschungseinrichtungen, sondern Wirtschaftsbetriebe, die mit einer sehr beliebten Ware handeln: Tieren. Die Debatte über das Modell Zoo kann nicht auf faktischer Ebene geführt werden, sondern auf einer soziokulturellen. Und um die Zukunft von Zoos und Tierparks zu retten, müssen die Einrichtungen im Grunde genau das werden, was sie eigentlich schon immer von sich behaupten: eine Begegnungsstätte zwischen Mensch und Natur.

Wie das gehen kann, warum das aktuell nicht der Fall ist und wie aus Alternativen zum Zoo Visionen für die Zukunft werden können, darum geht es in diesem Beitrag: 

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RONJAs Report Folge 41 – Neue Mitbewohner, ungefragt

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Ich hatte euch ja schon von HEXE erzählt. Die kleine schwarze Katze hat bei uns inzwischen sogar einen festen Unterschlupf gefunden – und zwar in einem alten Haus, das hier schon stand, lange bevor wir überhaupt als Bärenpark existierten, so wie ihr ihn heute kennt und liebt. Genau dort wohnt HEXE jetzt bis sie groß und stark ist. Sicher, trocken, warm. Läuft.

Aber HEXE ist dort nicht allein. Auch BECKY nutzt das Haus – wobei „wohnt“ bei ihr relativ ist. BECKY geht rein und raus, wie es ihr passt, erkundet tagsüber das Revier und kommt zurück, wann sie will. Deshalb steht die Tür natürlich immer offen.

Tja… und das haben diesmal ganz andere sehr genau beobachtet: unsere Pfaue. Die sind kurzerhand eingezogen, haben es sich drinnen gemütlich gemacht, saßen vor der Scheibe und haben rausgeguckt – ganz genauso, wie sonst die Katzen. Nur mit deutlich mehr Federn. Und leider auch mit deutlich mehr Chaos. Die Wolfsdiener haben geflucht, das könnt ihr mir glauben. Ordentlich sogar. Die Wolfsgucker dagegen? Die fanden es großartig. Pfaue im Haus – das war für viele das Highlight des Tages. Ich sag nur: Offene Türen im Revier… sind immer eine Einladung.

 

Bleibt wachsam,
Eure RONJA

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Moment der Woche | KIRA & KLEO

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Im ersten Licht des Morgens streifen die Wolfsschwestern KIRA und KLEO durch ihre Anlage. Von erhöhten Punkten aus sichern sie ihr Umfeld – ein uraltes, tief verankertes Verhalten sozial lebender Beutegreifer. Die beiden Wolfsfähen beobachten, prüfen, lauschen.
Langsam beginnen sie, ihr neues Revier als solches anzunehmen. Sie orientieren sich aneinander, stimmen ihr Verhalten ab und lernen, als kleines Rudel zu funktionieren. Verstecke, Rückzugsorte und weite Laufwege – all das ermöglicht ihnen erstmals, ihre natürlichen Bedürfnisse auszuleben: Bewegung, Distanz, Kontrolle. Hier dürfen sie ankommen. Hier dürfen sie Wolf sein.

Dringt aus dem Nachbarrevier das Heulen von GAIA und KOLJA durch das Tal, verändern sich Haltung und Körperspannung. Die Ohren sind aufgerichtet, die Körper still. Heulen ist Kommunikation, Reviermarkierung und soziale Bindung – und KIRA und KLEO lauschen aufmerksam.
Auch unsere BÄRsucher bleiben nicht unbeachtet. Versteckt im Gebüsch oder von einer Anhöhe aus, mit der Sonne im Fell, behalten die Fähen die Menschen stets im Blick. Doch sie wahren Abstand – bewusst und selbstbestimmt. Abstand bedeutet für Wölfe Sicherheit. Und zum ersten Mal in ihrem Leben können sie ihn einfordern.
Das war nicht immer so.

2024 wurden KIRA und KLEO durch die Stiftung für Bären aus dem Kontaktzoo des Filmtierparks Eschede gerettet. Dort lebten sie jahrelang ohne Rückzugsmöglichkeiten, ohne Wahlfreiheit, ohne Raum für natürliches Verhalten. Angefasst werden, stillhalten, funktionieren – ein Leben entgegen ihrer Natur.

Heute, hier im Alternativen Wolf- und Bärenpark Schwarzwald, dürfen sie entdecken, beobachten, spielen – und selbst entscheiden, wie nah sie uns Menschen kommen möchten. Autonomie, Struktur und Rückzug sind keine Extras, sondern Grundbedürfnisse.
Wenn euch ihre Geschichte berührt und ihr helfen möchtet, weiteren Tieren ein Leben gemäß ihrer Natur zu ermöglichen, unterstützt uns gerne mit einer Spende oder Patenschaft.

Wir sind dankbar, KIRA und KLEO auf diesem Weg begleiten zu dürfen.

 

Mehr über KIRA&KLEO   

Spenden statt Böllern

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Der Himmel brennt. Explosionen hämmern auf deinen ganzen Körper. Es fühlt sich an, als würde die Erde auseinander brechen. Es gibt keinen Rückzugsort. Deine Sinne verlieren sich in Panik…
Und es will nicht enden. Wieder und wieder legt sich der unbarmherzige Atem der Hölle über dich.

Krieg? Nein, Silvester. Jedes Jahr leiden tausende Tiere unter dem egoistischen Akt der Böllerei zum Jahreswechsel. Schon Tage vorher geraten sie in Panik, weil Menschen ohne Sinn und Verstand mit Feuerwerkskörpern um sich werfen. Rücksichtslos versetzen sie für den eigenen Spaß alle anderen in ein Szenario des Schreckens, verpesten zudem die Umwelt. Wochenlang bleibt der Müll meist liegen, der Gestank von Schießpulver hängt in der Luft wie ein Virus. Sowohl Haus- als auch Wildtiere leiden unter dieser längst veralteten, stets fragwürdigen Tradition.

Besonders in Zeiten, da in Europa Krieg herrscht, die Umwelt unter der Belastung Mensch zu kollabieren droht, gleicht Geld für Böller und anderes, privates Feuerwerk zu verschwenden schon fast an einem Verbrechen gegenüber der Natur. Länder wie die Niederlanden sehen das tatsächlich ähnlich, dort wird es ab 2026 ein Verbot für privates Feuerwerk geben. Auch in Deutschland ist ein solcher Anstoß längst überfällig.

Doch ihr könnt schon ab diesem Jahr den Unterschied machen. Kauft kein Feuerwerk, sondern spendet das Geld lieber. Beispielsweise für unsere Tiere. Sie alle wurden durch den Egoismus der Menschen traumatisiert. Lasst uns gemeinsam ein Zeichen setzen.

Spenden statt Böllern - für die Tiere, für die Umwelt, für die Welt, in der wir leben.

Jetzt spenden und helfen

RONJAs Report Folge 40 – Kleine Hexe und große Verantwortung

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Seit einiger Zeit läuft hier ein neues Miniwesen herum – ein klitzekleines schwarzes Kätzchen namens HEXE. Einfach aufgetaucht, Unterschlupf gesucht, geblieben. Wie so viele Katzen vor ihr, die im Laufe der Jahre bei uns gelandet sind. Die Wolfsdiener kümmern sich liebevoll, und HEXE weiß ziemlich genau, wie man sich Hilfe organisiert. Cleveres Ding.

Aber jetzt mal Klartext, von einer Wolfsdame, die nicht drumherumredet: Lasst eure Katzen kastrieren. Besonders die Freigänger. Punkt. Unkastrierte Katzen bedeuten Streuner – und Streunerleben ist kein Abenteuer, sondern oft Hunger, Krankheit und Angst. Die kleine HEXE hatte Glück. Viele andere haben es nicht. Und so lange das nicht ernst genommen wird, hört dieses Problem auch nicht auf.

Apropos Problem: Nun folgt Silvester. Für euch ist das vielleicht „Feiern“, für uns Tiere ist es reiner Stress, Angst und Ausnahmezustand. Wir verstehen keinen Kalender, kein neues Jahr und schon gar nicht, warum der Himmel plötzlich explodiert. Dieses sinnlose Geböller macht Wildtiere panisch, Haustiere traumatisiert und kostet jedes Jahr Leben. Und wofür? Für ein paar Sekunden Lärm. Für uns ist es kein Neubeginn, kein Kapitelwechsel – es ist einfach nur ein weiterer Tag, an dem wir hoffen, heil durchzukommen. Also nehmt endlich Rücksicht. Weniger Knall, mehr Verstand.

 

Bleibt wachsam,
Eure RONJA

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HERO Kolumne KW 52

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Ein Wort auf allen Vieren

Nicht gestern, nicht morgen, jetzt

Ihr Lieben, euer Kalender neigt sich dem Ende entgegen und so ist es an der Zeit für den allseits beliebten Jahresrückblick. Und da ihr davon sicherlich einige bereits gesehen habt und noch mindestens doppelt so viele vor euch, spare ich uns das mal und erzähl euch lieber was witziges von neulich. JANA, ihr kennt sie sicherlich, die dunkelhaarige Bärendame mit dem eindringlichen Blick, unternahm neulich einen Spaziergang. Grundlegend ist sie ja in Winterruhe, aber sie hatte sich wohl für eine kleine Pause von der großen Pause entschieden und so tapste sie durch den Bärenwald. Besucher waren ganz entzückt von ihr und wollten wissen, was denn das für ein hübscher Schwarzbär sei. Das witzige daran ist, dass JANA keineswegs ein Schwarzbär ist, nicht mal annähernd wie ein Schwarzbär aussieht. Ihre Fellzeichnung mag sich im ehe dunklerem Farbspektrum verirrt haben, von mir aus, aber mehr auch nicht. Daher ein kleiner Tipp an euch Zweibeiner: Schwarzbären haben eine helle, fast weiße Schnauze, während der Rest vom Fell Schwarz ist. Schwarz, nicht dunkel.

Aber so kleine Fehler sind ja menschlich, oder? Kommt davon, weil ihr oft nicht bei der Sache seid. Ihr liebt es, in Erinnerungen zu schwelgen - siehe Jahresrückblicke - und von der Zukunft zu träumen - Vorsätze neues Jahr und so. Dagegen gibt es nichts einzuwenden, aber gelebt wird am Ende im Hier und Jetzt. Gönnt euch also ruhig ein bisschen mehr Jetztzeit, dann wird das Leben auch lebendiger.

In diesem Sinne, haltet die Ohren steif und kommt gut ins neue Jahr!

Euer HERO

 

HERO

Rettungsaktion mit größter Geheimhaltungsstufe, Tierschutzpreis, aktive Wildtierhilfe und vieles mehr - DAS war 2025!

 

Die Arbeit hier im Bärenwald ist komplex, abwechslungsreich und oftmals unvorhersehbar. Jeder Tag bringt etwas Neues, allen voran jedoch die Gewissheit, etwas Sinnvolles für Tier, Mensch und Natur getan zu haben.
Raoul Schwarze | Leitung Alternativer Wolf- und Bärenpark Schwarzwald

Unser neuer Projektleiter im Schwarzwald, Raoul Schwarze, hat mit diesen Worten nicht nur seinen Arbeitsalltag, sondern eigentlich das gesamte Jahr 2025 ganz gut beschrieben. Der Blick auf die vergangenen 12 Monate ist geprägt von wunderschönen Tiermomenten, spannenden Rettungen, bärenstarker Unterstützung, aber auch traurigen Abschieden. Hier ist unser Jahresrückblick 2025:

Im Februar besuchte der Landtagspräsident Thüringen, Dr. Thadäus König, unser Thüringer Projekt, den Alternativen Bärenpark Worbis. Dabei stellte sich heraus, dass der engagierte Politiker nicht zum ersten Mal bei uns zu Gast ist:

"Mit meiner Familie besuche ich häufig den Bärenpark. Besonders meine Kinder sind fasziniert von den Bären und Wölfen. Im Park erleben sie sehr anschaulich, wie Tierschutz funktioniert und welche Bedeutung die dort lebenden Wildtiere für den Menschen und die Natur haben."

Auch im März finden wir ein weiteres Highlight in Worbis, und zwar erwachte Neuzugang MYKHAILO zum ersten Mal aus seiner Winterruhe bei uns. Zuvor war er jahrelang in einem kleinen Käfig misshandelt worden, wir retteten ihn 2024 aus der Ukraine, wo er vermutlich nie Winterruhe halten durfte. Einen weiteren Besuch mit politischer Tragweite durften wir ebenfalls in Worbis empfangen:
Der Bärenpark ist eine Erfolgsgeschichte – es braucht mehr davon. Höchste Zeit, dass diese Einrichtung bekommt, was sie verdient. Die ganze Region profitiert davon.- Steffen Schütz, Thüringer Minister für Digitales und Infrastruktur

Mit diesen Worten überreichte Steffen Schütz die Förderung an die Stadt Leinefelde-Worbis, in deren Kooperation ein neues Eingangsgebäude für unser Tierschutzprojekt entstehen wird.

Leider müssen wir im März auch eine traurige Begebenheit verarbeiten: wir verabschieden uns von unserer Luchsdame ELA. Einst in einem deutschen Zoo geboren, wurde sie an einen Freizeitpark nach Fuerteventura verkauft. Ihre Rettung war damals die erste Kooperation mit unseren Partnern des Tierschutznetzwerks EARS.

Im April sind wir im Außeneinsatz in Krumlov, der Tschechischen Republik. Dort leben noch immer Bären in einem mittelalterlichen Burggraben. Die UNESCO hält dort ihre schützende Hand darüber, es sei Teil der Tradition. Doch ist Tierquälerei wirklich ein Kulturgut, dass wir an kommende Generationen weiterreichen sollen? Wir sagen dazu NEIN und initiierten daher gemeinsam mit unseren Kolleginnen und Kollegen der niederländischen Organisation BEARS in MIND eine Konferenz zur modernen Haltung von Bären.

Auch im Mai bewegen wir uns auf internationalen Wegen. Konkret unterstützen wir ein Projekt in Rumänien, um Wildbären zu helfen. Dort ist eine neue Autobahn geplant, die mitten durch Bärengebiet führen soll. Um Konflikte im Vorfeld zu minimieren, sollen dort Wildbrücken entstehen.
Im Juni kommt es zum ersten Einsatz unserer Wildtierauffangstation. Seit einigen Jahren pflegen wir eine Kooperation mit dem Thüringer Umweltministerium in Sachen Wildtiermanagement. Nun ist es soweit: ein geschwächter Luchs aus der freien Wildbahn wird in unsere Obhut gegeben. In unserer Wildtierauffangstation soll er zu Kräften kommen und wieder zurück in die Natur entlassen werden. Zahlreiche ähnliche Anfragen zeigen, wie wichtig unsere Wildtierstation für das Wildtiermanagement in Thüringen ist.

Im Juli ereignet sich ein weiterer historischer Moment in Sachen Wildtiermanagement: mit LUNA trifft auch das erste Tier in unserer Wildtierauffangstation im Schwarzwald ein. Die Bärin mit der ehemals offiziellen Kennung JJ4 ist Tochter von JURKA und stammt auch aus der freien Wildbahn. Ihr Fall sorgte durch einen tödlichen Unfall für internationale Schlagzeilen. Aufgrund der hohen Symbolkraft LUNAs im Zusammenhang mit der aufgeheizten Stimmung in Italien bezüglich der Bären fürchten wir Sabotage. Daraufhin findet die Aktion unter größter Geheimhaltung statt. 

Im August besucht Ministerpräsident Thüringens, Mario Voigt, im Rahmen seiner On Tour - Unterweges im Grünen Herzen Deutschlands Kampagne unser Worbiser Wildtier- und Artenschutzprojekt. Nur knapp zwei Wochen später ist es soweit, der von uns aufgepäppelte Luchs BARON wird zurück in die Freiheit entlassen.

Im darauffolgenden September freuen wir uns auf einen ganz besonderen Tag, der nur alle zwei Jahre stattfindet: im Alternativen Bärenpark Worbis findet der Patentag statt. Hunderte von Unterstützern, Paten und Wegbegleitern verbringen mit uns einen Tag auf Augenhöhe. Doch leider folgt im selben Monat eine weitere, traurige Nachricht: Wolf KITO stirbt nach nur anderthalb Jahren in unserem Schwarzwälder Projekt aufgrund eines Tumors. Dieser ist vermutlich auf inzestuöse Zucht zurückzuführen.

Am 20.+21. September 2025 haben wir auf der internationalen Konferenz in den Niederlanden, REWILDING OUR WORLD, die Gelegenheit, über das Leid und die Probleme von Wildtieren in Gefangenschaft zu referieren. Unter dem Motto -Global Perspectives, Local Actions- werden Möglichkeiten und Herausforderungen skizziert, wie wir in Zukunft mit Natur und Wildtieren umgehen sollten.

Nur vier Tage später liefert der (wieder)ausgewilderte Luchs BARON ein tragisches Beispiel dafür, dass beim Wildtiermanagement in Deutschland dringender Handlungsbedarf besteht: BARON wird von einem Zug erfasst und stirbt noch vor Ort.

Im Oktober freut sich unser Schwarzwälder Team über den Tierschutzpreis des Landes Baden-Württemberg. Peter Haug, Minister für Ernährung, ländlichen Raum und Verbraucherschutz, formuliert es selbst sehr passend:
Tiere sind unsere Mitgeschöpfe und es ist unsere Verantwortung, ihren Schutz und einen artgerechten Umgang zu gewährleisten. Daher ist die Landesregierung bestrebt, die Lebensbedingungen aller Tiere im Land weiter zu verbessern.

Im November nehmen wir, dieses Mal in Italien, an dem Jahresmeeting des europäischen Netzwerks von Tierschutzeinrichtungen und Auffangstationen [EARS] teil. Das besonders schöne daran: wir treffen im dortigen Tierschutzprojekt auf eine Wölfin, die wir im vergangenen Jahr mit einem EARS Partner aus Eschede retteten.
Die Tiere wurden aus dem ehemaligen Filmtierpark Eschede geholt und sind Opfer von Ausbeutung und Missbrauch, was durch den Wildtierhandel in Deutschland erst ermöglicht wird. Noch im selben Monat findet in Berlin ein parlamentarischer Abend statt, der genau dies zum Thema hat: Deutschland als das europäische Zentrum des internationalen Wildtierhandels.

Im Dezember folgen leider zwei weitere, traurige Meldungen. Im Alternativen Bärenpark Worbis stirbt Luchs PRIMUS aufgrund von Altersschwäche, nur zwei Tage später müssen wir uns von Luchs CATRINA im Schwarzwald verabschieden. Auch sie hat ein sehr hohes Alter erreicht.

Zum Abschluss des Jahres haben wir die Wölfe KIRA und KLEO, die sich in ihrem neuen Areal einleben. Nachdem sie jahrelang im Kontaktzoo des Filmtierparks Eschede misshandelt wurden, kamen sie im April 2024 zu uns in den Schwarzwald, wo sie zunächst im Wolfrückzugsgebiet lebten. Seit Ende 2025 erfreuen sie sich nun in der neuen Anlage oberhalb des Besucherwegs daran, einfach nur Wolf sein zu dürfen. Und dies nutzen sie ausgiebig - denn in wölfischer Manier zeigen sich die scheuen Tiere nur selten.

2025 war ein Jahr der extremen Gegensätze, große Freude und traurige Momente lagen oft nur wenige Tage auseinander. Doch wir blicken auf ein erfolgreiches Jahr für den Wildtier- und Artenschutz zurück. Dies haben wir der bärenstarken Unterstützung aller Tierfreunde zu verdanken, die unseren Einsatz für die misshandelten und traumatisierten Tiere erst möglich machen.

Wir sagen daher von ganzen Herzen DANKE!

Euer Team von der
STIFTUNG für BÄREN -Wildtier- und Artenschutz

Moment der Woche | HERO versteckt im Bärenwald

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Er ist aus dem Alternativen Wolf- und Bärenpark Schwarzwald gar nicht mehr wegzudenken. Luchs HERO versetzt uns mit seiner starken Art immer wieder ins Staunen, denn trotz Behinderung wächst er über sich hinaus. Dabei sollte er genau deswegen eingeschläfert werden: denn ein hinkender Luchs passt anscheinend nicht in das Bild eines modernen Zoos. Zum Glück konnten wir ihn retten und bei uns im Bärenwald ein neues Leben bieten.

Kennt auch ihr Menschen, die über sich hinaus wachsen oder gehört ihr selbst dazu? Dann wäre HERO doch das ideale Patentier!

 

Mehr über HERO   

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