Deutschland, Europas Mittelpunkt in Sachen Wildtierhandel - wir brauchen die Positivliste!
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Deutschland, Europas Mittelpunkt in Sachen Wildtierhandel - wir brauchen die Positivliste!
Elefant, Tiger und Co.: Die Bundesrepublik ist ein Paradies für die Ausbeutung und den Missbrauch von Wildtieren. Grundlage dafür bildet die Gesetzeslage, denn es gibt kaum ein Tier, das in Deutschland nicht gehalten, gezüchtet oder ver/gekauft werden kann.
Am 5. November 2025 fand zu diesem Thema ein parlamentarischer Abend in Berlin statt. Mehrere Tierschutzorganisationen, darunter auch unsere EARS-Partner vom AAP (Animal Advocacy and Protection) - die auch Initiator des Abends waren - oder Vier Pfoten, informierten über den aktuellen Stand in Sachen private Haltung von Wildtieren in Deutschland und die dringende Notwendigkeit einer Positivliste. Auch unser Geschäftsführer, Bernd Nonnenmacher, war vor Ort und das Fazit des Abends: es ist erschreckend, mit welchem Ausmaß innerhalb der Republik munter gezüchtet, getauscht und gehandelt wird. Dies lockt Wildtierhändler aus ganz Europa an. Mit schrecklichen Folgen. Die Tiere leiden unter den schrecklichen Bedingungen, es kommt zu Zwischenfällen, es kommt zu Krankheiten. 70 % aller Zoonosen, also Krankheiten, die von Tieren auf Menschen und umgekehrt übertragbar sind, kommen durch den Wildtierhandel nach Deutschland.
Es ist systematische Tierquälerei, die massiven Einfluss auch auf die menschliche Gesundheit hat. Und warum? In Deutschland gibt es noch immer die veraltete Form der Negativliste für Haustierhaltung. Auf jener Liste sind die Arten gelistet, die in Deutschland nicht gehalten werden dürfen. Sprich: alle Arten, die NICHT aufgeführt werden, können legal gehalten werden. Dies hat gravierende Folgen. Denn eine solche Liste muss gepflegt werden, es bedarf einer ständigen Überwachung, um die verbotenen Tiere aktuell zu halten. Was leider nicht geschieht bzw. nur sehr schwer umsetzbar ist.
Ein Gegenentwurf ist die Positivliste. Dort werden nur die Tiere aufgeführt, die gehalten werden dürfen. Alle anderen sind automatisch verboten. Dies wäre ein wichtiger Schritt für mehr Wildtierschutz in Deutschland.