Von einer Tierschutzidee zum internationalen Player!

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Rüdiger Schmiedel übergibt den Staffelstab an Bernd Nonnenmacher.

„Einfallsreichtum und die Courage, Ideen auch umzusetzen, waren stets Markenzeichen der STIFTUNG für BÄREN. Wichtig dabei ist eine effektive und praktikable Arbeit. Denn Tierschutz funktioniert nicht dadurch, die Welt neu zu erfinden, sondern sie nachhaltig positiv mitzugestalten. Zukünftig werden sich die Projekte in Thüringen und in Baden-Württemberg zu Kompetenzzentren fortentwickeln."
Rüdiger Schmiedel, Geschäftsführer STIFTUNG für BÄREN

In welchem Umfang Rüdiger Schmiedel mit seinem Lebenswerk den Tier-, Natur- und Artenschutz vorangebracht hat, lässt sich wohl kaum in Worte fassen. 33 Bären, 36 Wölfe und 3 Luchse – dies sind die Tiere, die Rüdiger Schmiedel mit seinem Team in Thüringen und im Schwarzwald in ihren naturnahen Freianlagen unterbringen konnte. Doch die Anzahl der insgesamt von ihm geretteten Tiere ist weit höher. Der gelernte Zootechniker mit Abitur ertrug das Leiden in der Massentierhaltung, in Tierversuchen und Zirkusdarbietungen nur schweren Herzens. Innerhalb von 30 Jahren konnten dank seiner Hilfe 162 Bären, 18 Wölfe, 28 Raubkatzen, 39 Primaten, 88 Seehunde, 994 Hunde gut vermittelt oder aus schlechten Haltungen alternativ untergebracht werden.

Begonnen hat alles Anfang der 90iger Jahre mit der Rettung von Tanzbären in der Türkei. 1995 begann eine der erfolgreichsten Bärenkampagnen Deutschlands, deren Ideengeber Schmiedel war. Bis zum heutigen Tag besteht die Einzigartigkeit in der Gemeinschaftshaltung von verschiedenen Wildtierarten, wie Bären mit Wölfe sowie Bären mit Luchsen. So war eine Resozialisierung und Aktivierung der Wildinstinkte für kranke und verhaltensgestörte Tiere möglich.

Nach kurzer Zeit wurde die STIFTUNG für BÄREN gegründet, deren ehrenamtlicher Geschäftsführer er seit dem Eintrag im Thüringer Stiftungsregister ist. Um die beiden Tierschutzprojekte wirtschaftlich zu führen, wurde von der Stiftung eine gemeinnützige GmbH gegründet, deren Geschäftsführer Schmiedel bis zum 30. November 2019 war. Auch in Zukunft wird sein Wissen, seine Erfahrung von unschätzbarem Wert für die Projekte im Schwarzwald und in Worbis sein. Seine ehrenamtliche Unterstützung und Beratung hat er dem neuen Geschäftsführer bereits zugesichert. Ohne Tierschutz kann er sich einen Ruhestand nicht vorstellen. Nach über 30 erfolgreichen Dienstjahren übergibt er den Staffelstab jetzt an Bernd Nonnenmacher.

„Tierleid ist eine länderübergreifende Problematik, der wir nur durch gegenseitigen Rückhalt und enge Zusammenarbeit optimal entgegenwirken können. Im Alleingang kann man im nachhaltigen Tierschutz nicht viel bewirken, nur wenn mehrere Organisationen Hand in Hand agieren, kann etwas bewegt werden. Es gilt daher nicht deutsch, französisch oder albanisch zu denken, sondern europäisch“
Bernd Nonnenmacher, Geschäftsführer ALTERNATIVE BÄRENPARK WORBIS gGmbH

Vor seiner Karriere im Tierschutz studierte Nonnenmacher Jura in Tübingen und Göttingen, war als Unternehmensberater international tätig. Sein Sohn machte den naturverbundenen Schwaben bei einem Besuch im Schwarzwald auf seine Berufung aufmerksam. So übernahm Bernd Nonnenmacher die Leitung im Alternativen Wolf- und Bärenpark Schwarzwald. Durch seine berufliche Erfahrung konnte er Arbeitsabläufe optimieren, strukturieren und durch die gewonnene Effizienz das Projekt der STIFTUNG noch weiter voranbringen.

Schmiedel und Nonnenmacher wurden ein Team das seinesgleichen sucht. Beide verfolgen engagiert die Stiftungsziele und haben in zahlreichen und spektakulären Rettungsaktionen und internationalen Einsätzen gelernt, blind einander zu vertrauen. In seiner kurzen Zeit als Parkleiter war Nonnenmacher aktiv an der Rettung und Unterbringung von 8 Bären, 7 Wölfen und 3 Luchsen beteiligt. Mit seinem Talent für Organisation und seinem Teamgeist bringt er ideale Voraussetzungen für den Posten als Geschäftsführer der Alternativen Bärenpark Worbis gGmbH mit.

 

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Tierschutz-Problematik wird EU Kommission vorgebracht

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Solving the European Wildlife Rescue Crisis

Ein historisch wichtiger Schritt: Solving the European Wildlife Rescue Crisis – Unter diesem Motto wird zum ersten Mal der EU-Kommission die kritische Situation der Wildtierrettung in Europa vorgebracht. Initiator dahinter war ein internationales Tierschutz-Netzwerk, zu dem auch wir gehören.

Es ist das erste große Meeting der European Alliance of Rescue Centres and Sanctuaries [EARS] an dem wir teilnehmen. Seit diesem Jahr sind wir Mitglied des Netzwerks und die Veranstaltung am 13. und 14. November trägt eine historisch wichtige Bedeutung: an Tag 1 wird zum ersten Mal der EU-Kommission nahebracht, welche großen Probleme europaweit im Wildtier-Schutz existieren. Dazu wurden Daten gesammelt, die deutlich machen, wie groß der Bedarf an Auffangstationen in der EU ist. Zahlreiche Wildtiere konnten zwar gerettet werden, doch es mangelt stark an Möglichkeiten für ihre Unterbringung.

Um der Mittel und Wege anzubieten, wie die EU den Tierschutz-Organisationen und Einrichtungen bei der Problematik helfen kann, legte EARS der Kommission ein entsprechendes White Paper vor. Auch wenn die Situation von den einzelnen Ländern der EU umgesetzt werden muss, ist ein einheitlicher, länderübergreifender Fahrplan notwendig. Am zweiten Tag des Meetings, der in Almere auf dem Gelände der Animal Advocacy and Protection [AAP, ebenfalls Mitglied von EARS] stattfand, wurde daher intensiv an einem Action Plan gearbeitet.

Wir freuen uns über diesen wichtigen, ersten Schritt und sind stolz, ein Teil davon zu sein.

 

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Bär zurück in Deutschland – Bruno II?

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Bild: Bayrische Staatsforsten

22/23 Oktober 2019: Im Landkreis Garmisch-Partenkirchen wird ein Braunbär von einer Wildkamera fotografiert. Nach dem wir seit Jahren darauf hinweisen, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis ein oder mehrere Bären vom nahegelegenen italienischen Trentino ihren Weg in die Bundesrepublik finden, häuften sich in den letzten Monaten Meldungen über Bärenaktivitäten nahe der deutschen Grenze. Nach Fotoaufnahmen im Juni wurde es zunächst einige Wochen ruhig um den Braunbären. Das junge Tier ist scheu und bedacht, wird unter anderem als „vorbildlicher Bär“ bezeichnet, der sich schlichtweg natürlich verhält.

Wichtig ist es jetzt, dass auch die Menschen sich „normal“ und „vorbildlich“ verhalten. Grundlegend ist im Bärengebiet zu beachten:
- Unter keinen Umständen Futter anbieten! Weder durch aktives Füttern, noch durch Abfall, oder unachtsam gelagerte Nahrungsmittel! Ein Bär riecht noch viel besser als ein Hund, also streng auf Geruchsvermeidung achten!
- Sich durch Geräusche, z.B. der eigenen Stimme im Wald „ankündigen“
- Bei Sichtung des Bären: ruhig bleiben, Stimme einsetzen, langsam zurückziehen, auf gar keinen Fall rennen oder sich dem Wildtier nähern

Aktuell handelt es sich um einen wandernden Bären, ob er sich in Bayern ansiedeln wird ist in dieser frühen Phase nicht absehbar, allerdings darf eines nicht vergessen werden: der Bär ist ein Wildtier, er ist weder Italiener, noch Deutscher, noch wird er sich an Landesgrenzen halten, d.h. es ist durchaus möglich, dass sich sein Lebensraum über mehrere Staaten erstreckt. Es ist also von elementarer Wichtigkeit, international zu denken und ein entsprechendes Management zu verfolgen.

Fakt ist: die Anwesenheit eines Bären in den Wäldern bringt natürlich eine Herausforderung mit sich, ist aber allen voran ein Kompliment an die Natur, denn es zeugt von einem intakten Ökosystem, von dem Beutegreifer wie der Ursus arctos wichtige Bestandteile sind.

Wie gefährlich ist ein Bär wirklich? – Auch wenn der Kontakt mit einem Bären nicht zu unterschätzen ist und ganz und gar nicht leichtfertig gesehen werden darf, ist die Gefahr durch Zwischenfälle mit dem scheuen Tier äußerst minimal. Wichtig ist und bleibt dahingehend: menschliches Fehlverhalten zu verhindern!

Wir, die STIFTUNG für BÄREN, haben mit der Rückkehr der Bären nach Deutschland bereits gerechnet. Nun steht Deutschland vor einer großen Herausforderung: Es gilt frühzeitig Maßnahmen zu ergreifen um ein konfliktarmes Zusammenleben von Mensch und Tier zu ermöglichen!

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