Bärenpark Worbis, Duderstädter Allee 49, 37339 Leinefelde-Worbis

JURKA Kolumne 16.04.2023

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Jurka-Kolumne

 Ciao und grüß Gott, liebe Leute! Eines der wichtigsten Dinge für Weiterentwicklung ist es, voneinander zulernen. Ich habe einst von den Wölfen gelernt, dass wo Vögel im Himmel kreisen, meist auch Futter auf der Erde ist. Was sich auch auf andere Tiere anwenden lässt. So war ich mir ziemlich sicher, dass es was spannendes zu sehen gab, als die drei Jungbären voll fasziniert am Zaun hingen. Sie beobachteten ihr NachBärinnen JANA und JULIJA, die neben an ihre ersten Schritte in der Freianlage unternahmen. Also suchte ich mit einem anderen Blickwinkel, um besser sehen zu können.

Und es war wirklich sehr spannend. Denn JANA war gerade dabei, den Schritt aus der Eingewöhnungsstation in die Freianlage zu wagen. Die Grünkutten hatten zur Orientierung eine Futterspur gelegt. Dieser ging die litauische Bärin auch nach, nur ließ sie sich dabei Zeit.
Ganz viel Zeit.
Ewig.

Doch Geduld ist ja auch eine Tugend und so beobachtete ich weiter, wie sich JANA Zentimeter für Zentimeter fortbewegte. Mit den Zehen noch in der Eingewöhnungsstation, streckte sie sich wie ein Dackel unter den Schieber durch. Und als sie es endlich geschafft hatte, gab es kein Halten mehr. Wie begeistert sie über die große Anlage war! Und über die Steine, die Bäume, den Pool. Wie sie alles untersuchte, kleine Sprints hinlegte, ausgelassen badete und mit Wasser spritzte und markierte…

Es ist immer wieder schön zu sehen, wenn Tiere mit solch einer schrecklichen Vergangenheit ihr neues Leben antreten. Wer also ein wenig Hoffnung braucht – Hier ist sie.

 

In diesem Sinne haltet die Ohren steif und gehabt euch wohl!

Eure

JURKA


 

Faktencheck | Bärenzwischenfall im Trentino

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JURKA, Mutter von JJ4

Nachdem ein Mensch im Trentino nach einem Zwischenfall mit dem Bären JJ4 ums Leben kam, ist nun eine Abschusserlaubnis erteilt wurden. Eine öffentliche Diskussion? Nein, Emotionen, Anfeindungen, Äußerungen in sämtliche Richtungen entfachen sich aktuell zu einem Konversationsfegefeuer. Dabei muss gerade ein solcher Fall mit Verstand und Nüchternheit aufgearbeitet werden. Zeit für einen Faktencheck!

1 | Der Bär ist ein heimisches Wildtier und hat nicht nur eine Daseinsberechtigung in Mitteleuropa, sondern erfüllt eine wichtige Funktion für das Ökosystem.
2 | Ein verhaltensauffälliges Tier zu erschießen darf kein Tabu sein.
3 | Menschliche Siedlungen gilt es zu schützen.
4 | Den natürlichen Lebensraum der Tiere gilt es zu schützen.
5 | Der Bär JJ4 war bereits in der Vergangenheit auffällig.
6 | JURKA, JJ1 [BRUNO], sowie die seine Geschwister waren auffällig.
7 | JURKA, JJ1 – JJ5 wurden von Menschen angefüttert, wodurch sie verhaltensauffällig wurden.
8 | Das Gebiet, in dem sich der Vorfall ereignete, ist bekannt als Bärenterritorium.

Fazit | Der Tod eines Menschen ist das Schlimmste, was hätte passieren können. Doch auch wenn die Emotionen überkochen, darf eine rationale Fehleranalyse nicht verdrängt werden. Dies führt dazu, dass es nicht mehr um den verstorbenen Andrea Papi oder den Bären JJ4 geht, sondern um Meinungen zu vertreten. Dem Jogger Fahrlässigkeit und dem Tier Mordabsichten anzudichten, ist falsch. Auch hat weder die Politik, noch das Team aus dem Trentino noch sonst jemand Schuld an dem Vorfall. Es war ein Unfall, der schon vor Jahren hätte passieren können, aber vielleicht auch niemals. Es ist ein tragisches Ereignis, doch es darf nicht zu einer Hetzjagd werden, weder seitens der Bärengegner noch Befürworter. Letztlich gibt es steht die Daseinsberechtigung der Bären in Europa nicht zur Debatte. Die Frage ist nur, wie wir als Gesellschaft damit umgehen, auch besonders in Perspektive auf die Rückkehr der Bären nach Deutschland. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird JJ4 zeitnah erlegt werden. An diesem Punkt darüber zu streiten mag zwar zunächst der Impuls sein, doch wichtiger ist es, daraus zu lernen. Aufklärung, Prävention, Management, dies alles gilt es auf Aktualität zu überprüfen, um zukünftige Fehler zu vermeiden. Denn Fakt 9 und somit der letzte: der größte Fehler war es, die Bären damals überhaupt erst auszurotten.

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Wo Europas Braunbären leben 

Podcast-Folge ab 13.4. 

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