Ihre Plakate sind momentan allgegenwärtig: Zirkusse machen Werbung als „Weihnachtszirkus“. Was viele nicht wissen: Für mitgeführte Wildtiere sind die Zustände alles andere als weihnachtlich. Löwen, Zebras und Bären leiden, sagt die Stiftung für Bären.
Die Stiftung kämpft seit Jahren für ein bundesweites Wildtierverbot in Zirkussen. Erst 2014 hatte sie rund 19.000 Menschen motiviert, eine Petition gegen die Haltung von Wildtieren in Zirkussen zu unterschreiben. Die Unterschriften wurden im Bundeskanzleramt überreicht.
Währenddessen geht das Leid der Wildtiere in den „Weihnachtszirkussen“ weiter. „Bären trifft das Winterprogramm besonders schlimm“, sagt Rüdiger Schmiedel. „Für Bären ist jetzt die Zeit der Winterruhe. Doch statt zu ruhen, sollen sie jetzt beim Halliggalli mitmachen.“ Nur ein Ende der Wildtier-Zirkusse bedeute letztlich das Ende der Qual für die Tiere. Schmiedel warnt: „Jeder Besucher eines Zirkus mit Wildtieren finanziert Tierquälerei.“ Und weiter: „Wer sehen will wie es Bären nach einem langen Leben im Zirkus geht, der kann dies in den Alternativen Bärenparks erleben, wo wir ausgediente oder konfiszierte Zirkusbären aufnehmen.“ Die Tiere litten teils noch immer unter psychischen Störungen. Allerdings könne man hier auch erleben wie sich der Zustand der Tiere in natürlicher Umgebung wieder normalisiert.
Das die Qual von Wildtieren in Zirkussen hoffentlich bald ein Ende hat, dafür sorgen im übrigen immer mehr EU-Länder. Ganz aktuell: die Niederlande. Ab dem 15. September 2015 wollen die Nachbarn keine Wildtiere mehr in Zirkussen dulden. Damit hat sich ein weiteres EU-Land dazu durchgerungen, einen längst fälligen Schritt zu gehen. Neun europäische Länder haben mittlerweile ein Verbot verhängt, darunter Belgien, Österreich und Finnland. In Großbritannien werden Zirkusse vom 1. Dezember 2015 an keine Wildtiere mehr halten dürfen. In Deutschland tut sich in dieser Hinsicht weiterhin nichts.
„Wir freuen uns, dass nun wenigstens unsere Nachbarn einen Schritt weiter sind“, erklärt Rüdiger Schmiedel. „Je mehr Länder sich für ein Verbot von Wildtieren in Zirkussen aussprechen, desto beschämender wird die Lage für Deutschland. Muss man in unserem reichen Land wirklich noch Geschäfte auf dem Rücken gequälter Tiere machen?“ fragt der Geschäftsführer der Stiftung für Bären.
Veröffentlicht: Donnerstag, 18. Dezember 2014 23:36
Bär RB 9740 Kopie 3Liebe Wolf- und Bärenfreunde, liebe Mitglieder der Fördervereine, liebe Ehrenamtler, liebe Paten und Spender, liebe Kollegen, 2014 war ein außergewöhnlich erfolgreiches Jahr. Nicht nur was die Besucherzahlen anbelangt, auch für unsere Parks und die Tiere haben wir in diesem Jahr sehr viel erreicht:
„Bärenblick“: So heißt das neue Besucherzentrum im Alternativen Wolf- und Bärenpark Schwarzwald, das nun komplett erstellt ist. Das Gebäude ist ein architektonisches Prunkstück. Aus über 100 Festmetern Tannenstämme im klassischen Blockhausstil erbaut, bietet es Besuchern eine urig-gemütliche Atmosphäre, wo man sich auch gerne für ein Klassentreffen oder mit den Firmen-Kollegen trifft.
Neue Bär-Watching-Möglichkeiten: Eine Beobachtungsnische, eine –Plattform sowie Fotofenster bieten mittlerweile verbesserte Möglichkeiten, Einblicke in das Leben von Wolf und Bär zu gewinnen.
Bienen-Erich 005-1024Immengarten: Der lokale Imkerverein hat auf dem Gelände des Bärenparks einen „Immengarten“ eröffnet. Naturfreunde lernen hier Wissenswertes über die Leibspeise der Bären und ihre Hersteller. Mittels Schaukästen ist es möglich, eine Bienenkönigin mal ganz aus der Nähe zu betrachten. (Die Schaukästen sind verglast und dadurch sicher.) In einem Baumsegment, das mit einer Tür versehen wurde, hat man die Bienen einen Wildwabenbau einrichten lassen. Infotafeln erklären die Details.
Neue Führungen und Spiele: Sie heißen „Bären suchen Honig“ oder „Bär und Wolf – ein Wissensspiel“. Auch ein Tastspiel, bei dem Kinder die Welt der Bären mit allen Sinnen erkunden können, ist neu im Programm. Die beliebteste Mitmach-Aktion ist das „Bärentorte-Backen“. Hierbei dürfen Kinder einen Teigboden mit Leckereien für Bären belegen und die fertige „Torte“ dann den Bären füttern. Parkpädagogin Sabrina Schröder freut sich auf Besucher aller Altersklassen.
Schon über 200.000 Besucher: Am Donnerstag, den 21.8.2014 wurde der 222.222sten Besucher im Bärenpark willkommen heißen.
10 Höhlen für alle Tiere: Mittlerweile stehen allen neun Bären sowie dem dreiköpfigen Wolfsrudel Höhlen zur Verfügung. Für die Höhlen wurden überwiegend Betonrohre verwendet, weil diese verhältnismäßig einfach zu installieren sind, Schutz vor Verschüttung bieten und einen trockenen Untergrund garantieren. Eine der Winterunterkünfte hat das Bärenpark-Team und vielen Helfer aus Sandsteinplatten aufgebaut (Bild: Hans Waidele). Die Höhle wurde von der ehemaligen Wildbären Jurka bezogen. Seit 2007 hatte Jurka keine Winterruhe gehalten. Nach vielen Stunden, in denen wir Jurka beobachteten, ist es uns jetzt gelungen, die Bedürfnisse der Bärin anscheinend richtig abzuschätzen. Offenbar war eine Höhle in Natursteinbauweise genau das, was die Bärin benötigte, um für den Winter Ruhe zu finden. Vielen Dank an die Firma Nübel, die uns beim Bauen der Höhle tatkräftig unterstützt hat.
Hans WaideleSanierte Wege: Unsere freiwilligen Helfer haben die Wege des Parks mit Entwässerungsrinnen ausgestattet. Die Wegoberfläche ist nun glatt wie der Ballen einer Bärenpranke.
Darüber hinaus gab es 2014 im Bärenpark Schwarzwald drei großangelegte Gesundheits-Checks: Als erster in der Runde war am 4. April Bär „Poldi“ dran. Seine Untersuchung konnten wir mit einem Drehtermin für die bekannte Fernsehserie „Die Fallers“ verbinden. Die Ausstrahlung soll am 29.3.2015 erfolgen.
„Ben“ war der Zweite in der Runde. Seine Untersuchung blieb ohne Befund. Tatsächlich konnte Tierarzt Dr. Sieder unserem Ben eine deutliche Verbesserung seines allgemeinen Gesundheitszustandes bescheinigen.
Am Jahresende waren dann auch noch die Wölfe dran, die eine Fünffach-Impfung erhielten. Anita musste außerdem wegen eines Tumors an der rechten Seite der oberen Lefze operiert werden. Der Tumor stellte sich glücklicherweise als gutartig heraus.
Bens OP-1024Bei allen tierärztlichen Maßnahmen stand uns Dr. Meinhard Sieder zur Seite, dem wir für seine gute Arbeit herzlich danken.
Großen Respekt gebührt vor allem auch allen ehrenamtlichen Helfern, insbesondere „unseren“ Rentnern, die sich bei Bau, Pflege und Wartung von Anlagen und Gebäuden verdient machten. Circa 1650 Stunden wurden geleistet. Besonderen Dank hat sich Hartmut Held verdient, der ab Mitte 2014 viele technische Dinge auf Vordermann brachte. Er hat die bei allen Besuchern äußerst beliebte Bärenfuttermühle gebaut und zur Bärenweihnacht für eine bärenstarke Lichtinstallation gesorgt.
Das Bärenparkfest als Höhepunkt der Saison hat gezeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. 10 Jahre Förderverein und 10 Jahre STIFTUNG für BÄREN haben sich in der Zusammenarbeit mehr als bewährt. Auf dieser Basis werden wir auch die Zukunft meistern.
Ein herzliches „Merci“ schicken wir in unser Partnerland, die Schweiz. Nach wie vor wird uns von dort viel Sympathie für unsere Projekte entgegengebracht. So ziehen wir 2014 eine äußerst positive Bilanz. Etliche Tausend Schweizer Franken Spendengelder sind auf das Konto der STIFTUNG für BÄREN eingegangen. Ganz herzlichen Dank für die Wertschätzung unserer Arbeit.
UrliBesonderen Dank geht an unsere treueste Mitstreiterin aus der Schweiz. Wer kennt Sie nicht?! Unsere „Bären-Mama“ Erika (2. von rechts). 2014 hat sie nicht nur wie immer jede Menge Bärenfutter organisiert, sondern ein komplettes OP-Besteck besorgt und in Bern ein wertvolles Bärenkostüm herstellen lassen, das wir bei Events sehr gut einsetzen können. Seit 1. November ist die Bärenbürgerin nun Rentnerin und will nun noch mehr für ihre Lieblinge, die Bären, da sein.
Im Oktober diesen Jahres fand übrigens das 1. iBear-Meeting in Bern statt. Ausgerichtet wurde dieses internationale Treffen von Bärenexperten vom Naturhistorischen Museum Bern, dem Berner Bärenpark und der Stiftung für Bären. Die Ergebnisse der iBear belegen, dass eine intensive inhaltliche Auseinandersetzung sinnvoll und nötig ist, um Wildtieren und Bären in Haltungen optimale Chancen bieten zu können.
Ein „Bagger unterm Weihnachtsbaum“ ist der krönende Abschluss 2014. Der Förderverein macht’s möglich, in dem er dem Park das Baufahrzeug stiftet. Der Bagger wird für weitere Maßnahmen 2015 dringend benötigt. Wir haben noch vieles vor! Danke an die Stifter!!
Bärenweihnacht AWBS-1024Allen Paten, Ehrenamtlichen, Helfern, Gönnern, Spendern: Bärenstarken Dank für die großzügige Unterstützung!!! Wir wünschen frohe Feiertage und eine interessante Lektüre bei der neuesten Ausgabe der Bärenspur.
Am 3. Advent-Wochenende fand in Bad Rippoldsau-Schapbach wieder die alljährliche Bären-Weihnacht statt. Geboten war unter anderem Schauspielerei aus Berlin und eine Lichtinstallation. Profitiert haben die Kindergärten Bad Rippoldsau und Schapbach.
Der Höhepunkt der diesjährigen Bärenweihnacht war sicherlich der Auftritt von „Fräulein Brehms Tierleben“ – „dem einzigen Theater weltweit, das sich ausschließlich mit gefährdeten Tierarten auseinandersetzt“. Initiatorin und Schauspielerin Barbara Geiger – alias Fräulein Brehm – war extra aus Berlin angereist. Sie führte am Samstag ihr Stück „Ursus arctos – der Braunbär“ auf. In der zum „Theater“ umfunktionierten Wirtschaftshalle war eine Bühne improvisiert worden und Strohballen als Sitzgelegenheiten aufgebaut. Das war alles, was es brauchte. Fräulein Brehm heizte den etwa 30 Gästen mit ihrem Temperament tüchtig ein.
Bärenweihnacht AWBS 2014 060Anschließend führte Park-Pädagogin Sabrina Schröder eine Gruppe von Kindern durch den Park. Ihr Thema: Tiere im Winter. Dabei standen natürlich Bären und Wölfe im Mittelpunkt. Das junge Publikum ließ sich auch für die Unterschiede von Winterstarre, Winterruhe und Winterschlaf interessieren. Fell-Proben von Bär, Kaninchen und Rothirsch zum Fühlen machten das Thema für die Kinder plastisch.
Ausschließlich Bären – und zwar 155 Stück! - gab es im Operationssaal des Bärenparks zu bestaunen. Ein Herr Müller – der nicht genauer genannt werden möchte – hatte anlässlich der Bärenweihnacht seine komplette Teddybären-Sammlung gespendet. Das Bärenpark-Team richtete damit einen Teddy-Bazar aus.
Bärenweihnacht AWBS 2014 078Zum Abschluss des ersten Tages stand eine Fackelwanderung durch den Park auf dem Programm. Die teilnehmenden Kinder heulten wie die Wölfe – vermutlich weil am Ende der Tour eine Wolfsfütterung auf dem Programm stand. Dafür hatte das Bärenpark-Team einen Scheinwerfer installiert und zwei tote Rehe an einen Baum gebunden. Die Wölfe reagierten zunächst mit Scheu auf das Licht in ihrer Anlage. Nur die geduldigsten Besucher erlebten letztlich die heißhungrigen Wölfe, die die dargebotene Beute gerne annahmen. Die anderen Besucher staunten derweil bereits über die Licht-Installation von Hartmut Held der den Gegenhang, der vom Besucherzentrum aus zu sehen ist, sowie die Brücke in buntes Leuchten verwandelte.
Und das gab's an den Ständen
Auf dem Weihnachtsmarkt sorgten etliche Aussteller für ein buntes Angebot: Jürgen Harder, der Mann aus dem Hohen Norden, und seine Frau boten an ihrem Stand Würste und Käse aus dem Bregenzer Wald an.
Der freischaffende Künstler Karl-Heinz Fleck wartete unter anderem mit „Scrimshaw“ auf, also „Elfenbeinschnitzereien“, wofür der Künstler fossiles Mammut-Elfenbein verwendet.
Heiß begehrt und heiß getrunken: Der Honigwein von Bienen-Erich. Der Schapbacher Imker Erich Kaluza und seine Frau Ruth führten natürlich auch weitere Bienenprodukte in ihrem Sortiment.
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Mit dabei diesmal auch Motorsäge-Schnitzer Jürgen Echle, der in und vor seinem Stand Tiere, Masken und urige Gesichter in Holz ausstellte. Bäcker Arnold Schrempp hatte sein begehrtes Bärentatzen-Brot mitgebracht. Sandra Neef aus Schapbach stellte ihre Bastelarbeiten aus Holz aus.
Der Sonntags-Höhepunkt war das Schmücken des Bären-Weihnachtsbaumes, das reges Interesse fand. Dafür wurde ein Teilbereich des Bärenparks zugänglich gemacht und ein Tannenbaum aufgestellt, der dann von etlichen Kindern und ihre Eltern geschmückt werden durfte. Der Weihnachtsschmuck war für die Bären und den Anlass angepasst: Das Park-Team gab Lebkuchen, Brezeln und Brot mit Löchern aus, alles Lebensmittel, die sich auch als Bärenfutter eignen und sich am Tannenbaum leicht befestigen lassen.
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Die Bären-Baum-Aktion war nicht nur kurios und unterhaltsam, sondern erfüllte auch einen praktisch-karitativen Zweck: Die Baumdekoration musste nämlich beim Bärenpark-Team erst gegen eine Spende erworben werden. Der Park wiederum sammelte das Geld nur, um es dann an die Kindergärten in Bad Rippoldsau und Schapbach weiterzuleiten. Mit dem bärenstarken Spektakel kamen so immerhin 247,20 Euro zusammen.
Während die meisten Bären „die Bescherung“ verpennten, nutzte letztlich nur Bärin Leoni die Gunst der Stunde und räumte unterm und am Baum tüchtig ab. Insgesamt waren an den beiden Tagen knapp 300 Besucher gekommen.
Das Bärenpark-Team freut sich, dass es mit seiner „Bären-Weihnacht“ eine urig-familiäre Atmosphäre mit speziellem Programm bieten konnte. Die Leitung bedankt sich bei den vielen Helfern, die dieses besondere Weihnachtsfest erst möglich gemacht haben.
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Mehr Bilder zum Event in Kürze in unserer Bildergallerie unter „Bären-Weihnacht 2014“
Zurück im Revier: Zwischen Schutz, Angst und Verantwortung
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