Deutschland und die Bären
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- Kategorie: Bären
Juni 2026: 50 Kilometer Luftlinie vor Baden-Württemberg wird ein Bär gesichtet. Dies weckt Erinnerungen an das Bärendrama mit JJ4, bekannt als BRUNO, der am 26.06.2006 in Bayern erschossen wurde. Wie damals ist es wieder zur Zeit der Fußball Weltmeisterschaft. Wie damals wirkt die Bundesrepublik unvorbereitet. Was wurde in den letzten 20 Jahren versäumt? Was können wir heute tun und wie ist der Ausblick in 20 Jahren?
INHALTSVERZEICHNIS
1 | Der Bär - König der Tiere 2 | Tod des Großvaters - wie die Bären ausgerottet wurden 3 |Rückkehr in die alte Heimat - Deutschland = Bärenland? 4 | FAZIT |
1 – |Der Bär - König der Tiere
Der Bär stand seit den ältesten Zeiten seiner Gewalt und Größe wegen in Deutschland in einem gewissen Ansehen und wie der Löwe in seiner Heimat, so galt er bei uns als der König der Tiere. Man getraut sich seinen Namen nicht geradehin auszusprechen, […], sondern nannte ihn, gleichsam freundlich schmeichelnd, wenn er es etwa höre, den alten Großvater
Wildanger; Skizzen aus dem Gebiete der Jagd und ihrer Geschichte mit besonderer Rücksicht auf Bayern von Franz Wolffgang Ritter von Kobell
Die ältesten Funde von Braunbären sind schätzungsweise 500.000 Jahre alt und stammen aus China. Vor gut 250.000 Jahren scheint der Braunbär nach Europa eingewandert zu sein - und das mit vollem Erfolg. Der Europäische Braunbär, Ursus arctos arctos, besiedelte den ganzen Kontinent. Was weder Glück noch Zufall war, im Gegenteil, Braunbären sind Meister darin, sich an widrigste Situationen anzupassen. Durch die Winterruhe umgehen sie einen Nahrungsengpass in der kalten Jahreszeit, ebenso haben sie im Laufe der Jahrtausende ihre Ernährung umgestellt, sodass sie sich heutzutage zu 80% von Pflanzen und 20% von Fleisch, meist Kadaver, ernähren. Bären sind die größten Beutegreifer des europäischen Festlands, jagen jedoch nicht aktiv, sammeln eher ihr Futter. Obwohl ihre Größe und ihre Kraft beeindruckend sind, zählen Intelligenz, Geschick und Sensibilität zu ihren herausragenden Eigenschaften. In alten Jägerschriften heißt es: Der Bär galt als ein zwar grober, aber sanft ehrlicher und tapferer Geselle, der dem Feind mit breiter Brust entgegengeht und ihn mehr durch Umarmung erdrückt, als durch seine Zähne zerfleischt.
Unsere Erfahrung mit der einstigen Wildbärin JURKA, Mutter der Bären JJ1 (BRUNO) und JJ4 (LUNA) zeigen deutlich, wie intelligent Bären sind. Allen voran JURKA hat dies mehrfach unter Beweis gestellt. Sie kletterte auf Bäume, beschaffte sich Stöcke und Äste und benutzte diese bewusst als Werkzeuge. Weiterhin geht der aktuelle Forschungsstand davon aus, dass Bären zählen können und eine komplexe, teils auf biochemischen Vorgängen basierende Kommunikation anwenden.
Einzelgänger? Grundlegend ja, aber es kann durchaus zu Szenen kommen, wie der Schweizer Reno Sommerhalder in unserem Magazin Bärenspur [Ausgabe 1 2022] beschreibt. Er berichtet über zwei faszinierende Erlebnisse. In der ersten Beobachtung konnte er mit ansehen, wie eine (vermutlich) Bären Großmutter auf ihre Enkel aufpasste, während die Mutter der Welpen sich im Schatten ausruhte. Die zweite Situation beschreibt zwei Bärenmütter, die sich mit ihren Welpen in der Nähe eines Flusses aufhielten, nah beieinander, aber nicht direkt im Kontakt. Dieser wurde durch die Kleinen schließlich hergestellt, weil diese miteinander spielen wollten. Nachdem die eine Bärenmutter dies zunächst vehement ablehnte, ließ sie es dann doch zu und die Kleinen tobten ausgelassen umher. Mit dem positiven Nebeneffekt, dass die Mutter in dieser Zeit in Ruhe Fische fangen konnte.
Diese Szenen zeigen ganz deutlich die Bereitschaft von Bären, sich anzupassen. Nicht selten kommt es unter Bärenmüttern zum Kampf, wodurch auch die Welpen sterben können. Allerdings muss es nicht immer kategorisch zur Auseinandersetzung kommen, wenn Alternativen praktikabler sind. Auf diese Weise haben Bären es geschafft, sich stets weiterzuentwickeln. Zudem sind sie sehr wertvoll für die Natur. Sie unterstützen die Verteilung von Pflanzensamen, helfen auf diese Weise zur Nahrungsbeschaffung anderer Tiere und sind grundlegend für ein gesundes Ökosystem von unschätzbarem Wert.
In Deutschland wird es bis auf weiteres nicht zu solchen wundervollen Naturschauspielen kommen, denn hier sind Bären ausgerottet, seit fast 200 Jahren schon. Und das mit voller Absicht…
Wenn man im Bayerland überall eine Gedenktafel errichten wolle, wo ein Bär oder ein Wolf geschossen oder eingefangen wurden, man würde erschrecken und das ganze Land würde mit solchen Tafeln fast übersät sein.
2 -| Tod des Großvaters - wie die Bären ausgerottet wurden
Schon damals war bekannt, dass Bären nicht per se aggressiv den Menschen gegenüber sind, zudem steht der Zweibeiner nicht auf dessen Speiseplan. Dennoch wurden Bären radikal bejagt und eingefangen, über Jahrhunderte hinweg. Es war bei Adligen ein regelrechter Volkssport. Teilweise waren professionelle Bärenjäger am Hofe angestellt, die selbst wiederum bis zu 5 Gesellen hatten. Und wenn die Obrigkeiten zur Jagd aufrief, mussten alle Spuren. Weiter bei Franz Wolffgang Ritter von Kobell beschrieben: Wer dem Aufgebot zur Bärenhatz nicht folgte, dem wurde der Ofen eingeschlagen.
Grundlegend war die Jagd auf Bären weit verbreitet und die Erlaubnis dafür zu bekommen war sehr leicht, von Ritter bis Bürger konnte fast jeder der Hatz nachgehen. In der Regel wurden die Bären mit Hunden gejagt, ähnlich wie bei der Hatz auf Wildschweine. Dies waren s.g. Bärenhunde, die den Bären aufspürten, stellten und schließlich der Jäger mit einem Bäreneisen erstach. So kam es, dass innerhalb weniger Generationen die Zahl der Bären drastisch sank. Ein Grund dafür war, dass die Waffen zunehmend verbessert wurden, schließlich Gewehre zum Einsatz kamen, die eine größere Distanz und somit mehr Sicherheit und Effektivität boten. Schon damals war bekannt, dass der Bär im Grunde den Menschen nur selten angreift, allerdings extrem gefährlich werden kann, wenn er angeschossen bzw. verletzt ist.
In den Aufzeichnungen von Kobell findet sich folgende Beschreibung zum Tod des 1835 letzten freilebenden Bären, der im bayrischen Ruhpolding getötet wurde:
Dieser letztere wurde in einem Treibjagen erlegt, welches der Forstmeister Dillis, der mit einigen Jägern den Bären frisch gespürt hatte, am 24. Oktober veranstaltete. Von den Hunden bald angetroffen kam der Bär in voller Flucht dem Jagdgehilfen Seb. Schlächter, welcher ihn bis auf 15 Meter anlaufen ließ und dann auf den Kopf schoss. Die Kugel prallte aber auf dem Stirnbein ab, wie sich später zeigte, und der Bär wandte sich in den Jagdboden zurück. Nach einiger Zeit kam er mit großem Geräusch von abgefallenen Steinen über einen Hang herunter und ging flüchtig über das 36 Schritt breite Griesbett des Schwarzachbaches, welches der damalige Forsamtsatuar Klein zu überschießen hatte. Klein gab ihm auf 80 Schritte Entfernung einen tödtlichen Schuss hinter dem rechten Blatt, worauf der Bäre sich halb niederthat und von den auf dem Schweiß nachsuchenden Jägern zur Vorsicht noch einige Schüsse erhielt. Er war von schwarzbrauner Farbe und wog 280 Pfund, ausgeschärft 240 Pfund.
Dieser letzte erlegte Bär brachte demnach Ende Oktober, wenige Wochen vor der Winterruhe, ca. 190 Kilo auf die Waage. Zum Vergleich: Braunbär BRUNO, JJ1, wog 110 Kg zum Zeitpunkt seines Todes, allerdings im Juni, also merklich vor der Winterruhe. Zwischen der Tötung der beiden Tiere liegen fasst 171 Jahre.
Ein Markgraf von Ansbrach (1720) würdigte junge Bären im Zimmer seines Prinzen auferzogen zu werden, um diesen zu einem herzhaften Jäger zu machen. Nach einiger Zeit aber wurde diese Gesellschaft doch nicht als ganz passend erachtet, da einer der Bären einen Bedienten durch die Hand biss.
3 - |Rückkehr in die alte Heimat - Deutschland = Bärenland?
BRUNO (JJ1) wanderte 2006 aus Italien ein. Dank des LIFE Ursus Projekts bewegt sich die Bärenpopulation in Mitteleuropa auf eine stabile Zahl zu. Leider ist eines der großen Probleme, dass viele Bären auf relativ wenig Raum leben. Grund hierfür ist es, dass die Tiere nicht genügend Platz zum Abwandern haben. Außerdem wäre es für den Genpool sehr wichtig, wenn sich die Bären aus dem Trentino mit anderen Populationen, idealerweise Osteuropa, vermischen würden. Doch dies birgt jede Menge Konfliktpotential, denn die Menschen haben es verlernt, mit Wildtieren zu leben. Was vollkommen logisch ist, nach gut 5, 6 Generationen, in denen das nicht nötig war. Die betrifft vorwiegend das Leben auf dem Land. Herdenschutz, Sicherung von Höfen, Siedlungen und Dörfern, ganz zu schweigen von Wäldern. Wobei es besonders von letzteren nur noch verschwindend wenige gibt.
Als BRUNO 2006 nach Deutschland kam, waren viele überrascht. Wir, die STIFTUNG für BÄREN -Wildtier- und Artenschutz jedoch nicht. Wir haben sogar aktiv darauf hingewiesen, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis sich ein Bär auf den Weg vom Trentino in die Bundesrepublik aufmacht. Denn das LIFE Ursus Projekt zeigte schon früh Erfolge:
Hintergründe Bären | Seit dem Mittelalter wurden Bären in Mitteleuropa stark bejagt, z.T. ausgerottet (z.B. Deutschland 1871). In einem Gebiet im Westen des Trentino konnte eine kleine Population überleben. Seit Beginn des 20 Jhr. gibt es Schutzmaßnahmen, seit 1967 u.a. durch die Einrichtung des Adamello-Brenta Naturparks (Fläche ca. 600km2). Trotz aller natürlichen Rettungsversuche schwand der Bärenbestand, Mitte der 1990er waren es schätzungsweise 2-3 alte Tiere.
LIFE | L’Instrument Financier pour l’Environnement ist das Förderprogramm der EU in Sachen Umweltschutz. 1979 wurde beschlossen, dass der Schutz der Umwelt finanziert werden muss. Das erste Programm förderte Technologien zur Messung und Beobachtung von Umwelt und Lebensräumen sowie grundlegend s.g. saubere, umweltschonende Technologien. Erste Ansätze von Schutz der Lebensräume fand in Bezug auf Meere sowie Vogelschutzgebiete statt. 1992 wurde klar, dass der Umweltschutz mehr Aufmerksamkeit verdient und so wurde ein einheitlicher Umweltfonds ins Leben gerufen: LIFE.
LIFE ursus | Im Rahmen der zweiten (von insgesamt 3) Programmphase (1996-1999) wurde das Förderprogramm in 3 Kategorien unterteilt, LIFE Natur, LIFE Drittstaaten und LIFE Natur. Letztere legte den Fokus auf Artenschutz. Ein Wiederansiedlungsprojekt von europäischen Braunbären (Ursus arctos arctos) in den Zentralalpen passte ideal in dieses Konzept. Die Idee: Catch&Release - Einfangen und Freilassen von Wildbären einer Region, die den Alpen ähnlich ist. Dem Projekt ging eine Machbarkeitsstudie voraus, die einen möglichen Bestand von 50 Braunbären im Trentino prognostizierte. Eine Befragung der Bevölkerung ergab eine hohe Zustimmung mit dem Vorhaben. Bären erfreuten großer Beliebtheit.
Eine geeignete Wildbärenpopulation wurde im slowenischen Teil der Dinarischen Alpen gefunden (u.a. im Jurka Tal - daher der spätere Name der Bärin JURKA). Im Zeitraum von 1999-2004 wurden insgesamt 10 Bären (3,7) eingefangen und im Trentino wieder ausgewildert. Im Sinne des Wildtiermonitorings wurden diese besendert.
2025 leben über 100 Bären im Trentino. Somit ist das Projekt ein voller Erfolg. Dies führt jedoch zu Konflikten, allen voran dann, wenn Bär und Mensch aufeinander treffen. Dies liegt zum einen an Fehlverhalten der Menschen (z.B. Anfüttern, Kontaktaufnahme, Schaulust und illegale Bejagung), zum anderen daran, dass die Bären kaum Möglichkeit zum Abwandern haben. Deutschland gilt dahingehend nicht nur als Bärenerwartungsland, sondern könnte eine wichtige Rolle als Durchgangsgebiet erfüllen. Die Bärenpopulationen von Ost- und Mitteleuropa auf natürlichem Wege zu verbinden, wäre ein wichtiger Schritt um die Genvielfalt zu unterstützen und somit für den nachhaltigen Artenschutz von großem Wert.
Neben einer gewissen Bärifizierung, also die Infrastruktur einer Region, eines Landes oder Einrichtung, bärenfreundlich zu gestalten [z.B. Grünbrücken, bärensichere Mülltonnen und Zäune, Ausschilderung von Bärengebieten etc.], ist es elementar, die Bevölkerung über das richtige Verhalten im Bärengebiet aufzuklären. Bärenabwehrspray, eine Glocke mit zuführen und sich bei einem Zusammentreffen mit Bären ruhig zu verhalten sind dahingehend nur ein paar der Dinge, die Konflikte minimieren. Z.B. Bärenspuren erkennen um den Vierbeinern möglichst aus dem Weg zu gehen.
INFO | Wir haben dazu einen praktischen Leitfaden erarbeitet, den es zum kostenlosen Download gibt [HIER Geht’s zum PDF Download:
https://www.baer.de/startseite/downloads
So viel zur Theorie. Doch wie bewertet ein Praktiker die Situation? Wir haben Claudio Groff gefragt, wie er die Sache einschätzt. Schließlich begleitete er das Projekt LIFE URSUS. Kaum jemand kennt die Bären im Trentino so gut wie er.
Claudio Groff | Koordinator des Wildtierdienstes der Autonomen Provinz Trient
1 | Wie hat sich das Management und die Bewegung der Bären in den letzten 20 Jahren im Trentino verändert?
Das Management hat sich nicht sehr verändert, in letzter Zeit sind wir effektiver bei der Umsetzung der Entnahme von gefährlichen Bären gemäß unseres Managementplans geworden. Die Bewegung der Bären hat sich dahingehend verändert, dass Gebiete von weiblichen Bären zugenommen haben, besonders in den letzten 5 Jahren. Männliche Bären wandern viel mehr als ihre weiblichen Artgenossen, dies hat sich in den letzten 20 Jahren nicht verändert.
2 | Deutschland gilt als Bärenerwartungsland, früher oder später – Claudio, was meinst du, kann Deutschland ein Land sein, in dem wilde Bären leben können? Denkst du, die Bundesrepublik kann als Transitstaat fungieren und eine Verbindung zu osteuropäischen Bärenpopulation herstellen?
Schwer zu sagen, Deutschland ist grundlegend weniger Karnivoren freundlich, zum einen wegen der ausgeprägten Kulturlandschaft, zum anderen wegen der Einstellung der Bevölkerung, die grundlegend wenig tolerant ist. Daher eher nein, Ich schätze, auf lange Sicht gesehen wäre der Weg über die südliche Seite der östlichen Alpen eine mögliche Verbindung zur osteuropäischen Population. Allerdings müsste sich dahingehen einiges ändern, allen voran das Bärenmanagement in Slowenien, in welchem aktuell keine Ausbreitung vorgesehen ist.
3 | Könnten Nationalparks nach Vorbild der USA oder Kanada in Europa sinnvoll sein, mit strengeren Regeln, Öffnungszeiten, Rangern etc.?
Dies könnte zwar ein wenig helfen, aber nicht wirklich viel. Denn die Bären in den Alpen leben circa zu 90% außerhalb von Nationalparks. Abgesehen davon ist es in den Alpen nur schwer vorstellbar, ganze Gebiete nur für Tiere zugänglich zu machen so wie in den großen, unbewohnten Parks wie in den USA oder Kanada.
4 - | FAZIT
Aber nach fast 200 Jahren, in denen Menschen in Deutschland einheimische Tiere wie Bären nur aus dem Zoo kennen, ist es höchste Zeit, das elementare Verständnis für die Umwelt zu reanimieren. Der Bär hat in Deutschland keinen idealen Lebensraum, heißt es immer. Das mag stimmen, aber nur, weil die Voraussetzungen nicht 100% perfekt sind, so wie in den USA oder Kanada, heißt das nicht, dass Bären hier nicht leben können. Ironischer Weise wird es in Gefangenschaft stets andersherum argumentiert. Wenn es um Haltung in Zoos oder gar Privathaltung geht, heißt es nur, die Unterbringung erfüllt die Mindestanforderungen. Doch das Minimum ist kein Standard und Standard ist nicht ideal und im Bezug auf Wildtieren in Gefangenschaft niemals perfekt. Wir untersagen den Tieren einen artgerechten Lebensraum in freier Wildbahn, weil dieser gefühlt nicht 100% perfekt ist, lassen aber Tiere in unserer Obhut mit den Mindestanforderungen in Gefangenschaft leiden. Dies sagt leider mehr über unsere Gesellschaft aus, als über die Tiere. Denn die Situation mit den Tieren, mit der Natur, ist kurz vorm kollabieren und daher lautet die Antwort auf die Frage, ob Bären wieder in Deutschland leben dürfen ganz klar JA! Mehr noch, Deutschland braucht Wildtiere von einem Kaliber eines Bären, um sich endlich wieder mit der Natur, mit der Umwelt, mit dem eigenen, unmittelbaren Lebensraum zu befassen. Eine Koexistenz mit Bären ist aufwendig, sie ist anstrengend, es bedeutet Arbeit und es bedeutet auch gewisse Einschränkungen, sicherlich, aber diese Einschränkungen sind ohnehin notwendig. Es will schließlich auch niemand hören, dass er den Alkoholkonsum oder das Rauchen reduzieren muss, was aber nicht bedeutet, dass dies schlecht ist. Im Gegenteil. Um mit Bären zu leben gilt es das Müllverhalten zu optimieren, sich in den Wäldern auszukennen, Herdenschutz zu betreiben, Grünbrücken zu bauen, mehr Nationalparks ins Leben zurufen. Mit Bären leben lernen heißt (wieder) zu lernen, wie Natur funktioniert. Bären erfüllen ihre Aufgabe im Ökosystem mit Bravour, nun ist es an uns Menschen, von diesen Tieren zu lernen.