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Deutschland als Bärenerwartungsland
Deutschland als Bärenerwartungsland

Die Schweizer Raubtierforschungsstelle KORA hat 2005 ermittelt, wo Bären leben können. Nach dieser Untersuchung gibt es auch in Deutschland für Bären geeigneten Lebensraum. Ausdrücklich benennt die Raubtierforschungsstelle KORA den nördlichen Alpenrand als mögliches Bärenland.

Besonders bärentauglich sind dort: Teile der Allgäuer Alpen, Bereiche des Ammergebirges, das Gebiet an der Benediktenwand, das Karwendel (Tirol) und Karwendelvorgebirge, das Mangfallgebirge sowie das Gebiet um den Spitzingsee. (Bereiche östlich des Spitzingsees wurden nicht erfasst.)

Die Umweltorganisation Cipra hält auch den Nationalpark Berchtesgaden für geeignet. Das Bayerische Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz weist außerdem das „bayerisch-böhmische Grenzgebirge“ als möglichen Bärenlebensraum aus. Das bayerische Umweltministerium hat außerdem mögliche Wanderkorridore für Bären in Mitteleuropa definiert. Demnach ist es denkbar, dass Bären nicht nur über die österreichischen und Schweizer Alpen nach Deutschland finden, sondern auch von den Karpaten aus über das Erzgebirge Sachsen, Thüringen und Bayern erreichen.

Mehrfach angesprochen und dargestellt ist das Problem der Fragmentierung (Zerstückelung des Lebensraums). Wollte man tatsächlich Bären in Deutschland eine Chance geben, wäre es entsprechend erforderlich, überregional und länderübergreifend zu planen und zu koordinieren. Bayern hat 2007 einen „Managementplan Braunbären in Bayern“ erstellt. Andere Bundesländer sind auf Anfrage der STIFTUNG für BÄREN diesem Beispiel noch nicht gefolgt. Die Stiftung regt an, dem Vorbild Österreichs und der Schweiz zu folgen und auch für Deutschland, ein Modell des möglichen Bärenlebensraums für ganz Deutschland erstellen zu lassen.