Remonte im Bärenpark

Remonte? Wird auch Pelota genannt. Kennen Sie auch nicht? So heißt der baskische Volkssport, ein Ballspiel bei dem ein Hartgummiball mit einer Korbschaufel gefangen und geworfen wird.

Weiterlesen ...
DSC 8799 Kopie
Unsere Praktikantin Irantzu hat den Wurf drauf. Energisch schiebt sie die Futterschaufel in den Sack mit den Hunde-Pellets. Zieht sie heraus. Mit kurzem Blick kontrolliert sie, ob alle Pellets optimal auf der Schaufel liegen und nicht etwa über den Rand fallen könnten. Dann holt sie aus, und mit kraftvollem Schwung schleudert sie das Bärenfressen über den 2,50 hohen Außenzaun der Freianlage. Nichts ist daneben gegangen. Irantzu strahlt.

Irantzu Mezkiritz, 25 Jahre, aus der Nähe von Pamplona: Die Agrar-Ingenieurin ist seit März im Schwarzwald und arbeitet für den Bärenpark. Wie so viele junge Spanier hat auch sie in ihrem Heimatland keine Arbeit mehr gefunden. Sie hatte als Rezeptionistin in einem Hotel gearbeitet, als Waldarbeiterin, dann entschied sie sich, ihr Glück in Deutschland zu suchen.

Vier Monate Deutschkurs in Spanien, dann vermittelte eine private Firma den Sprung nach Alemania, genauer gesagt nach Freudenstadt, ins Oberlinhaus. Das Oberlinhaus ist nach eigenen Angaben das „diakonische Kompetenzzentrum für ganzheitliche Rehabilitation, Bildung und Gesundheit“. Hier hat Irantzu Ansprechpartner gefunden, ein Zimmer für rund 180 Euro im Monat und viele Gleichgesinnte.

Nach einem weiteren vierwöchigen Sprachkurs begann ihr Praktikum im Bärenpark. Irantzu kommt täglich um 8 Uhr 30 und bleibt bis abends um 18 Uhr. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, die Tiere zu füttern. Ansonsten ist sie Allrounderin. Sie hilft mit, Veranstaltungen vorzubereiten, unser Kindermagazin auf den Weg zu bringen oder auch den Schulungsraum zu streichen. Nach ihrem Job im Hotel ist die Ingenieurin jetzt froh, draußen in der Natur und mit den Tieren arbeiten zu können – unentgeltlich. Dass sie die einzige Frau unter lauter starken Männern ist, macht ihr nichts aus. „Ich dachte, die deutschen Männer sind ...“ Das richtige Wort fällt ihr nicht ein, aber mit dem Zeigefinger an der Nase, der den Kopf nach hinten stupst, macht sie deutlich, um was es ihr geht. Arrogant? „Ja“, sagt sie, aber das seien sie eben nicht. „Alle sind sehr freundlich.“ Ihr strahlendes Gesicht lässt keinen Zweifel daran, dass sie das so meint.

Weiterlesen ...
DSC 8802 Kopie
Wie sie ihre Perspektive sieht, will der Interviewer wissen. Noch einmal belädt sie ihre Futterschaufel, diesmal mit roten Kirschen. Im Park wird sie laufend von den Besuchern angesprochen, oft mit denselben Fragen: Wo sind die Wölfe? Wie heißt dieser Bär? Da hat sie sich Antworten parat gelegt; das hilft beim Sprachelernen. Noch immer ist sie unsicher, wenn jemand ein besonderes Anliegen hat und ihr die richtigen Vokabeln fehlen. Aber Irantzu ist ehrgeizig, trägt das Wörterbuch in der Hosentasche, das sie zückt, wenn wieder mal eine Vokabel fehlt. Irantzu weiß, dass die Arbeit mit den Bären und Leuten das Richtige für sie ist. Vielleicht kann sie ja bald eine Kindergruppe durch den Bärenpark führen? Zu dieser Idee lächelt sie bescheiden. „Vielleicht“, sagt sie, tritt einen Schritt zurück, und schleudert ihre Kirschen über den Zaun.

Ja, das ist doch die Idee für eine neue Führung: Kirschen-Remonte! Kirschen-Remonte im Bärenpark mit Irantzu. Wie sagt der Spanier? "Vivir para ver." – Was nicht ist, kann noch werden.

Bärengedenktag - zum 7. Todestag von Bär Bruno

Am 26. Juni, jährt sich der Todestag von Bruno, dem ersten Wildbären in Deutschland seit 1835, zum siebten Mal. Die STIFTUNG für BÄREN hat diesen Tag zum "Bärengedenktag" erklärt. Zeit, Bilanz zu ziehen, ob Deutschland auf den nächsten Bären vorbereitet ist.

Lichtblicke: Es gibt sie. Der Film "Bruno, der Bär ohne Pass" ist so einer. In der...

Weiterlesen ...

Kindergeburtstag mit und für Poldi

Weiterlesen ...
Bärentorte im Bärenpark
Am Samstag, den 22. Juni hieß es im Bärenpark "Herzlichen Glückwunsch". Oliver, seine Eltern und Freunde feierten bei uns Olivers 6. Geburtstag. Die Geburtstagsgesellschaft spendierte Poldi eine Bärentorte, die ihm nicht nur schmeckte, sondern auch für seine Fitness gut war.

Das gibt’s nirgendwo in Deutschland. Der Bärenpark lädt zum Geburtstagfeiern ein, und das Geburtstagskind darf für einen Bären einen Kuchen backen und überreichen. Zunächst wird der 6-jährige Oliver, seine Eltern und die zwei Kumpels von Park-Mitarbeiter Michael bei idealem Geburtstagswetter empfangen. Dann geht es gleich zum Kuchenteig kneten. Das ist schon mal ein erster Höhepunkt: Rummatschen ist ja an sich schon toll; und hier macht man das auch noch für die gute Sache bzw. die Bären. Das Rezept ist ganz einfach: Mehl, Fleischbrühe, Backpulver. Während dann der Teig im Ofen der Personalküche gart, macht sich die Geburtstagstruppe ans Grillen. Stockbrot und Würstchen sind angesagt.

Bald ist der Tortenboden fertig und bereit fürs Belegen. Da wird dann alles draufgepackt, was die Bärenküche hergibt: Äpfel, Birnen, Melone, Honig. Und schon geht’s zum nächsten Höhepunkt: Feierlich wird die Bärentorte zum „Kreisel“ getragen, an den alle Bärenanlagen angrenzen. Dort, auf einem Baumstumpf wird die Torte abgelegt und dann heißt es: „Schieber auf. Und wer zuerst kommt, kriegt zuerst.“

Bär Poldi reagiert am schnellsten und steht als erster vor dem „Kuchen-Buffet“. Was sich dann abspielt, ist für die Besucher sicher das dritte Highlight, aber in diesem konkreten Fall auch für die Tierpfleger etwas ganz besonderes. Für die Besucher ist es natürlich spannend, wenn die Bärentorte nach der langen Vorbereitung endlich im Bärenschlund verschwindet. Die Tierpfleger sind aus dem Häuschen, weil sie zum ersten Mal beobachten können, wie sich der alte, gebrechliche Poldi auf die Hinterbeine stellt.

Bei Poldi wurde schon bei der Ankunft im Schwarzwald festgestellt, das seine Hinterbeine unterentwickelt sind, was heißt, dass er diese ständig schont und nicht stark belastet. Es ist nicht bekannt, ob das mit einer Verletzung oder Misshandlung in seinem früheren Leben zu tun hat.

Andererseits hat sich Poldi, der zusammen mit Schapi in der Seniorenresidenz lebt, in der letzten Zeit prächtig entwickelt. Poldi hatte im vergangenen Winter lange geruht und nach Angabe von Tierpfleger Manuel vermutlich 80 bis 100 Kilo abgespeckt. Das hat ihm offensichtlich gut getan. Außerdem wird bei den Fütterungen immer darauf geachtet, das Futter an verschiedenen Stellen auszulegen. Das bringt Poldi und Kollegen dazu, sich mehr zu bewegen. Das verbraucht Kalorien und baut Muskeln auf. In diesem Sinn ist die spendierte Geburtstags-Bärentorte auch eine Therapie-Torte, die dazu animiert, sich mehr zu bewegen und anzustrengen – für eine gute Gesundheit.


Weiterlesen ...
Programm für Kinder
INFO: Der Alternative Wolf- und Bärenpark hat in diesem Jahr schon rund ein Dutzend Kindergeburtstage mit und für Bären gefeiert. Nähe Informationen dazu gibt’s im angehängten Infoblatt.

Besuche im Bärenpark vom 13. - 16.06.2013

Das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite, und wir brachten gute Laune sowie eine große Portion Vorfreude mit, als wir den Bärenpark betraten.

Mario, nach dem Umzug von Tina und Mischka in den Bärenhimmel nunmehr allein zu Haus, schien die fehlende Gesellschaft nicht sonderlich zu vermissen. Gemächlich schritt er sein großes Reich ab; von der...

Weiterlesen ...

Das Bärenparkfest 2013 war ein riesiger Erfolg!

Viele zwei- und vierbeinige Besucher konnte das Bärenparkteam am Sonntag beim großen Bärenfest willkommen heißen.

Dieses Jahr war das Bärenparkfest wirklich riesig geraten. Das lag zum einen daran, dass zusätzlich auch der 2. Eichsfelder Bauernmarkt mit etlichen regionalen Ausstellern stattfand. Zum anderen führte das beste Bärenwetter zu einem...

Weiterlesen ...

Aktion Bärenhöhle

Liebe Bärenfreunde,

Mit großem technischen Aufwandhaben wir am Dienstagmorgen, den 18.06.13, um 05.00 Uhr alles vorbereitet und in recht kurzer Zeit die Bärenanlagen wieder instandgesetzt. Leider mußten wir die fantastischen Bauwerke unserer Bären mit 6,5m³ Beton (das ist eine komplette Betonmischerfuhre) verfüllen, damit eine Gefahr für das...

Weiterlesen ...

„Eisbären“ im Schwarzwald

Weiterlesen ...
Michael Lörcher, Mitarbeiter im Bereich Pädagogik, präpariert Eisbomben.
Nicht die Kollegen aus der Arktis sind gemeint. Es geht um unsere Bären, die sich mit den sommerlichen Temperaturen nach Kühlung sehnen. Die Tierpfleger reagieren prompt und füttern Eisbomben. Man nehme: Aprikosen, Mangos, Erdbeeren, Nüsse, Trockenfrüchte. Gebe das Ganze in einen 3- bis 5-Liter-Eimer, stecke einen Maiskolben senkrecht in die Mitte, fülle mit Wasser auf und friere das Ganze ein. Maiskolben? Der wird als Griff gebraucht, um die später gefrorene Eisbombe in die Freianlagen der Bären zu schleudern.

 

Weiterlesen ...
Bär Schapi liebt es spritzig
Auf diese Weise verwöhnen wir derzeit unsere Schützlinge. Bei Temperaturem über 30°Celsius kommen diese Bomben bei den Bären sehr gut an, die ansonsten im Bach, der ihr Gelände durchfließt, sowie einem Trog plantschen.
Für die Tierpfleger hat die außergewöhnliche Füttermethode den Vorteil, dass die ausgebrachten Fruchtstücke in der Anlage länger haltbar bleiben. Auch verschmähen Raben und Krähen die Stückchen eher, wenn sie in Eis eingeschlossen sind. Es bleibt mehr Eis für die Eis-liebenden Bären übrig.

Gefährliche Buddelkünste

Wir trauten unseren Augen nicht, als wir in den letzten Tagen während der Hochwasserkontrolle die Bärenfreianlagen Sektion C und D inspizierten. In beiden Anlagen haben unsere Bären, allen voran Bärenmann und Jungbaumeister Pedro, zwei riesige Höhlen gegraben. Die von Bärin Katja im Winter genutzte Schlafhöhle, hat Pedro zu einem gemütlichen...

Weiterlesen ...

Petition zum Schutz der Pyrenäen-Bären

Alarmstufe Rot für wild lebende Bären in den Pyrenäen: Nur noch etwa 20 Tiere leben im Grenzgebirge zwischen Spanien und Frankreich. Eine Allianz von 29 Verbänden hat jetzt eine Petition zur Rettung des Pyrenäen-Bären gestartet. Auch die STIFTUNG für BÄREN fordert die Regierungen von Frankreich und Spanien auf, umfassende Schutzmaßnahmen zu...

Weiterlesen ...

„Dubak schlagen“ im Bärenpark

Japanischer Knöterich (Fallopia japonica) – stellt das Bärenpark-Team vor eine große Herausforderung und erfrischt die Bären.

Die rasant wachsenden, starken Triebe des Japanischen Knöterichs bereiten am Elektrozaun im Schwarzwald immer wieder große Probleme. Sie schießen hoch, berühren dabei die stromführenden Drähte des Zauns und leiten so den Strom in den Boden ab, was zur Folge hat, dass die Spannung am Zaun abfällt und von den Kontrollgeräten ein Zaunalarm ausgelöst wird. Nicht selten rückt dann das Team, dadurch aufgeschreckt früh

Weiterlesen ...
Knöterichwerkzeug cR33BB5B
morgens oder spät in der Nacht, in den Park aus um nach dem Grund für den Alarm zu suchen. In Dunkelheit und bei Regen ist das kein Spaß.

Diesem Herr zu werden, muss das aus Asien eingeschleppte und sehr dominante Kraut ständig bekämpft werden. Auch das ist keine leichte Aufgabe. Dicke Stengel, rasantes Wachstum, schnelle Ausbreitung in dichten Horsten und kein richtiger Zugang zu den betroffenen Stellen - da ist Kreativität gefragt.

„Wenn wir die Bären aus den einzelnen Anlagen raus locken können, gehen wir mit der Motorsense vor. Das geht am schnellsten“, erklärt Manuel Würz. „Wenn das nicht möglich ist, verwenden wir eine Heckenschere am langen Stiel“, führt der Tierpfleger weiter aus. Das Gerät ist „Marke Eigenbau“. Wegen der geringen Zaunstab-Abstände mussten sich die Mitarbeiter hier was einfallen lassen.

Für die Bären selbst stellt der Knöterich kein Problem dar – im Gegenteil.

Vor allem im Sommer, wenn es heiß ist, sieht man die Tiere gelegentlich auf den Stängeln und Blättern herumkauen. Das viele Wasser, das die Pflanze enthält und die Bitterstoffe, scheinen so eine Art Bären-Sommer-Erfrischungs-Cocktail zu sein. Das ist der für uns erfreuliche Aspekt dieser exotischen Pflanze: wenn ein ansonsten unbeliebtes Unkraut das Leben unserer Bären bereichert. Schade nur, dass die Bären sich nicht im Bereich des Elektrozauns über die Knöterich-Stauden hermachen. Der Respekt vor dem Strom ist einfach zu groß.

Wie es dazu kam, dass der Japan Knöterich heute so üppig im Wolftal wächst, gibt es folgende Legende: Bereits vor 150 Jahren soll ein Kurgast den Knöterich als Zierpflanze ins Wolftal mitgebracht haben. Niemand konnte vorhersehen, dass sowohl der einheimischen Natur, als auch heute den Bärenpark-Mitarbeitern so große Probleme daraus erwachsen.

Auch die ortsansässigen Rentner im Wolftal müssen den Knöterich heute ebenfalls, zumindest entlang des Wolf-Ufers, wo er besonders üppig gedeiht, bekämpfen. Diese Mäharbeit wird hier im Volksmund, wegen der Ähnlichkeit der Knöterichblätter mit denen von Tabakblättern, auch als „Dubak-(Tabak) Schlagen“ bezeichnet.

Trotz Jahrzehnte langer Erfahrung haben diese Dubak-Schläger kein anderes Rezept zur Niederhaltung der Pflanze parat, als immer wieder den Dubak zu schlagen.

Foto BU: Tierpfleger Manuel Würz und sein „Knöterich-Waffen-Arsenal“

 

 

Folgen Sie uns auch auf: