Sveiki und grüß Gott, ihr Lieben! Mit ein paar entspannten Wald-Beats verabschieden wir Tiere aus dem Schwarzwald das alte Jahr gebührend. Da der Bärenwald aktuell recht ruhig ist, bedienen sich die Krähen und Raben gerne einmal an den Nüssen, die in den Anlagen liegen, und verteilen diese auf den Wegen. Es ergibt einen wundervollen Rhythmus, wenn die Grünkutten mit dem Bärmobil darüber fahren. Inwiefern das Absicht oder Dussligkeit der Vögel ist, lässt sich schwer sagen. Die Wölfe gesellen sich jedenfalls auf musikalische Art hinzu und heulen, was das Zeug hält. Sie treffen zwar ungefähr keine einzige Tonart, sind dafür mit Leidenschaft bei der Sache. Letztlich ist es auch genau das, was Freude bringt.
Freudig erregt ist auch ISA dieser Tage. Als Wildbärin darf sie das anscheinend nicht so zeigen, daher geht sie ihrem Schneespieltrieb auch nur nach, wenn sie sich unbeobachtet fühlt. Und unbeachtet beobachten ist ja zum Glück genau das Ding von uns Katzen. Wobei das auf unsere alte Luchsdame CATRINA nicht zu zutreffen scheint. Ganz unwaldgeisterhaft flaniert sie durch den Bärenwald als würde die ganze Welt ihr gehören. Auch putzt sie sich ausgiebig direkt vor den Besuchern. Wer also schon immer mal dabei zusehen wollte, jetzt ist DIE Gelegenheit.
Ansonsten ist alles recht besinnlich dieser Tage. Habt eine schöne letzte Woche 2024 und wir sehen uns dann in alter Frische im nächsten Jahr!
Na nu, ist es wirklich schon wieder so weit? Ich höre schon das erste laute Geböller und Ihr Menschen bereitet das „neue“ Jahr vor. Ich habe einige Wolfsgucker über Vorsätze und Ziele reden gehört, was sie alles erreichen wollen. Aber habt Ihr mal überlegt, was Ihr alles geschafft habt? Immer redet Ihr nur über das, was Ihr noch machen wollt. Nie höre ich Euch darüber reden, was Ihr alles gemacht habt. Okay, für uns Tiere ändert sich zwar nichts und ich verstehe nicht, warum ihr Menschen immer alles in Zahlen und Regeln stecken müsst, aber lasst uns mal überlegen, was bei uns „dieses“ Jahr so alles los war und was wir geschafft haben. Angefangen hat es mit einem super spannenden neuen Geruch im Bauernhof, da sind die beiden Ziegen RUTHCHEN und RABENSCHWARZ eingezogen. Oh wolf, das war vielleicht aufregend! Und ich denke Ihr habt alle mitbekommen, was hier im Sommer los war. Ein neuer pelziger Nachbar ist aufgetaucht! MYKHAILO. So ein großer kleiner Schisser! Aber wir wollen mal nicht so sein, wer weiß, was er in seinem alten Zuhause alles erlebt hat. Die Wolfsdiener waren richtig aufgeregt, als er zu uns kam. Aber sie waren nicht nur fröhlich, sondern wirkten auch sehr traurig. Später habe ich dann gehört, dass unsere Bärin CONNY für immer eingeschlafen ist. Da war sogar ich etwas traurig, das lässt auch eine starke Wölfin wie mich nicht kalt. Es war jeden Tag so spannend zu sehen, was die Wolfsdiener der alten Bärendame alles aufgetischt haben. Schon komisch der Geschmack von der alten CONNY.
Und das waren nur die großen Dinge, die passiert sind, es gibt unzählige schöne, witzige und traurige Geschichten aus diesem Jahr. Aber genug davon, nun erstmal bitte ich Euch als Eure liebste Wolfshybridin, nehmt Rücksicht auf uns (Wild)Tiere und seid nicht so laut, wenn Ihr das neue Jahr feiert. Das geht bestimmt auch ohne laute Knaller. Überlegt stattdessen einmal, was Ihr alles erreicht habt?
Vom Schrecken des Krieges über ein Treffen der weltweit führenden BärenexpertInnen bis zur rührenden Liebesgeschichte auf vier Beinen – mehrfach haben wir die Daten geprüft und tatsächlich, es ist alles in diesem Jahr passiert. 2024 ist das Jahr des 20 jährigen Jubiläums der STIFTUNG für BÄREN -Wildtier- und Artenschutz und wahrlich: Es wird uns noch lange in Erinnerung bleiben.
Lehnt euch zurück, macht es euch gemütlich und lasst uns gemeinsam noch einmal durch das Jahr 2024 schlendern.
Starten wir direkt mit dem, worum es uns allen geht: Tierschutz! Am 17. April konnten wir erfolgreich 4 Wölfe aus dem Kontaktzoo des ehemaligen Filmtierparks Eschede retten. Es war ein groteskes, gruseliges Szenario, das uns erwartete, als wir das Gelände in Niedersachsen betraten. Käfig an Käfig, Löwen, Tiger, Bären, Polarwölfe als lebensverachtende Sammlung, kaum zu glauben, dass so etwas 2024 noch existierte und noch dazu in Deutschland. Doch KOLJA, KITO, KLEO und KIRA konnten wir immerhin ein Happy End im Schwarzwald bereiten. Auf dieses warten die Bären in den Burggräben der Tschechischen Republik leider noch, aber wir konnten im Mai einen wichtigen Meilenstein dahingehend erreichen: das Ende der Bärengräben in Tschechien bis 2030!
Wolfsrettung Eschede
Für Braunbär MYKHAILO begann bereits in diesem Jahr sein neues Leben. Dank jahrelanger, internationaler Bemühungen konnte der gutmütige Vierbeiner aus einem beklemmenden, unwürdigen Käfig befreit werden. Es war eine gemeinsame Aktion verschiedener Tierschutzorganisationen die zeigt, dass der Einsatz für Tiere keine Grenzen kennt. So konnten wir MYKHAILO im Mai nach Worbis holen. Apropos unwürdige, beklemmende Situationen, gemeinsam mit unseren Kooperationspartnern von BEARS in MIND wurde pünktlich zum Bärengedenktag am 26.06. das ProjektBear Alert realisiert. Durch diese mobile Plattform könnt ihr Tierschutzfälle direkt bei uns melden. Egal, wo ihr seid, wenn ihr einen Bären leiden seht, dann meldet uns den Fall per Bear Alert. Lasst uns gemeinsam aktiv sein!
Aktiv ist ebenso das Stichwort im Fall der Bärin JJ4. Nach der Zusage unsererseits, die Wildbärin aufzunehmen, begannen im Sommer die Bauarbeiten für eine neue Freianlage im Schwarzwald. Die Wildbärin wird die erste Bewohnerin des visionären Areals sein, das zukünftig vor allem als Auffangstation für Wildtiere in Deutschland dienen soll. Warum stellen wir uns dieser finanziellen und konzeptionellen Herausforderung eigentlich? Weil wir den Fall genaustens prüften und zu dem Ergebnis kamen, dass wir dem Tier den Weg des geringsten Leids bieten können. Doch dabei sei eines ganz klar: es darf kein Standardverfahren sein, dass Wildbären in Gefangenschaft leben müssen. Im Gegenteil, es gilt dies in Zukunft mit allen Mitteln zu VERMEIDEN.
Auf dem Thema Wildbären in Gefangenschaft lag auch der Fokus unseres Workshops auf der internationalen Bärenkonferenz der IBA in Kanada. Wir sind sehr froh und ebenso stolz darüber, dass unser Erfahrungsbericht in dieser Sache bei den weltweit führenden BärenexpertInnen nachhaltigen Eindruck erfuhr.
IBA 2024
Doch leider gab es nicht nur schöne Momente. Im Mai mussten wir schweren Herzens Abschied von unserer Braunbärin CONNY nehmen, die mit ihrer eigenwilligen und ebenso charmanten Art vielen Besucherinnen und Besuchern das Herz für Bären geöffnet.
Weiterhin ist Kater Ruprecht von uns gegangen. Im Eingangsbereich unseres Alternativen Bärenparks Worbis war er stets der Chefvierbeiner.
Wir bedanken uns auch für die tollen Events, die wir 2024 mit euch verbringen durften! So fand im Projekt WORBIS zum ersten Mal das Cosplay Event statt, eine Fusion aus bunter Welt und Tierschutz. Etwas klassischer, dafür nicht minder herzlich gestaltete sich unser Patentag im Projekt SCHWARZWALD. Es war ein grandioser Tag auf Augenhöhe mit Menschen, die unterschiedlicher kaum sein könnten, aber eins gemeinsam haben: ein Herz für Tiere.
Cosplay & Patentag
Und genau dies teilen wir, genau dies leitet uns auf den gemeinsamen Weg in Sachen Wildtier- und Artenschutz. 2004 erwachte die STIFTUNG für BÄREN zum Leben, 20 Jahre später ist sie eine bedeutende Tierschutzorganisation, die international agiert. Dank euch. Ohne den bärenstarken Rückhalt, finanziell durch Patenschaften und Spenden, physikalisch durch den unermüdlichen ehrenamtlichen Einsatz, aber auch durch die mentale Unterstützung, wären wir heute nicht da, wo wir sind. Allen voran hätten nicht so viele Tiere gerettet werden können.
Von ganzen Herzen sagen wir daher Danke für 2024 und freuen uns auf das kommende Jahr. Schon jetzt haben sich für 2025 große Dinge angekündigt. Darunter die Ankunft der Bärin JJ4, eine Konferenz in Krumlov zum Thema Grabenbären und nicht zuletzt der Patentag in Worbis.
Zurück im Revier: Zwischen Schutz, Angst und Verantwortung
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