Seit gut zwei Monaten befindet sich die Kragenbärdame CHADNA in unseren naturnahen Anlagen. Verhaltensgerecht ist bei uns das oberste Gebot und die betagte Mondbärin nimmt zunehmend das instinktive Verhalten ihrer Art an. Was bedeutet, dass sie vorwiegend nachts aus ihrer Höhle kommt, um ihr Futter zu suchen und die Umgebung zu erkunden. So kommt es, dass unser Kameraüberwachungssystem ein paar spannende Aufnahmen machen konnte.
„Einen wölfischen Vierbeiner einzufangen ist also nicht einfach mal so zu handhaben. An den gescheiterten Einfangversuchen in Thüringen wird dies deutlich. Wichtig für das Wildtiermanagement ist jetzt, einen praxisorientierten Maßnahmeplan für den Umgang mit wildlebenden Wölfen für Baden-Württemberg aufzustellen.“
Rüdiger Schmiedel, Geschäftsführer der STIFTUNG für BÄREN
BAD RIPPOLDSAU-SCHAPBACH. In einem Artikel des „Schwarzwälder Boten“ [09.05.2018 Wolfsriss: Herdenschutz mit Fragezeichen] bekundete der Landwirt Gernot Fröschle, dass er den Wolf, der seine Schafe riss, am liebsten in dem ALTERNATIVEN WOLF- und BÄRENPARK sehen würde. Seiner Meinung nach sollte das Tier eingefangen oder anderweitig der Natur entnommen werden. Die STIFTUNG für BÄREN, Betreiber des Tierschutzprojektes in Bad Rippoldsau-Schapbach, lehnt diese Argumentation allerdings entschieden ab. Das Verhalten des Wolfs ist weder auffällig, noch ist er verletzt. Daher besteht überhaupt kein Grund dafür, ein gesundes Wildtier einzufangen und einzusperren. Den Jagdtrieb des Wildtieres auf Nutztiere zu unterbinden, können wirksame Herdenschutzhunde ermöglichen. Dieser Tatsache müssen sich auch die Schäfer im Ländle stellen. Zudem ist es unverständlich, wie unbedarft die Tierhalter an die mangelnde Sicherung in Richtung des Flusslaufes Enz vorgegangen sind. Ein Fluss ist kein Hindernis für einen Wolf, Luchs, nicht mal für einen Fuchs.
Im Thüringer Tierschutzprojekt der Stiftung, dem ALTERNATIVEN BÄRENPARK WORBIS, entsteht derzeit eine Anlage, in der Wolfshybriden aufgenommen werden könnten. Wolfshybriden werden bis in die 5. Generation wie Wölfe behandelt. Eine Entnahme aus der Natur ist gemäß dem Bundesnaturschutzgesetz notwendig, um die genetische Reinheit der Art zu bewahren. Das Einfangen der Mischlinge gestaltete sich jedoch schwierig. In den letzten Monaten ist in Thüringen kein Fangerfolg möglich gewesen.
Die Anlage in Worbis wird nach ihrer Fertigstellung als Auffangstation für verletzte Wildtiere [Wolf, Luchs] dienen, die wieder in die Natur entlassen werden sollen. Die Gegebenheiten für eine entsprechende Auffangstation im Schwarzwald sind derzeit nicht vorhanden.
Im Einsatz für unsere Vierbeiner: Ranger Jakob Stöhr Echtle
Nach den sich häufenden Zwischenfällen der letzten Monate, haben wir nun unsere Konsequenzen gezogen. Seit dem 1. Mai werden daher an stark frequentierten Tagen, wie etwa an Christi Himmelfahrt oder Pfingsten, ehrenamtliche Ranger auf dem Gelände unterwegs sein. Ihre vorrangige Aufgabe besteht darin, das Einhalten der Parkordnung durchzusetzen, sprich sie sorgen dafür, dass nichts zerstört und die Tiere in Ruhe gelassen werden.
Zurück im Revier: Zwischen Schutz, Angst und Verantwortung
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