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Bärin LAURA
Bärin LAURA

Ihr lieben Zaungucker,

ja,ja, ich weiß, ich habe lange schon nichts mehr von mir hören lassen. Aber bei den herrlich kalten Temperaturen der vergangenen Wochen war es so gemütlich in meiner Höhle und ich habe tief und fest geschlafen. Ihr Menschen wisst ja gar nicht, wie schön das ist. Während Ihr mit tropfenden Nasen und kalten Fingern umherlauft und Eure Heizkostenrechnung steigt und steigt, liegen wir Bären gemütlich in unseren Höhlen.

Verborgen und beschützt von Mutter Erde träumen wir unsere Winterträume. Bestimmt träumt jeder Bär etwas Anderes: ich träume oft von fröhlichen Raufereien, EMMA träumt wahrscheinlich von ihrem MAX – na und wovon PEDRO träumt, kann ich mir denken: Futter, Futter, Futter. Lange blieben meine Träume ungestört. Aber in letzter Zeit hat sich viel verändert.

Erst leise, dann immer lauter begann es in meiner Höhle zu knistern und knacken. Die steigenden Temperaturen ließen die Eiskristalle in der Erde schmelzen. Bald schon erhob sich um mich herum ein vielfältiges Wispern von Abermillionen Bodenlebewesen, die aus ihrer winterlichen Starre zu emsigen Leben erwachten. Bis in meine Höhle hinein drangen die Rufe der Kraniche, die in sternenklaren Nächten über den Bärenpark hinwegzogen, unterwegs zu ihren Nistplätzen. Bald schon nahmen meine immer wacher werdenden Ohren die Rufe der Goldammer war und die Spatzenmännchen, die sich lautstark vor meinem Höhleneingang um Nistrechte prügelten.

Schneller begann mein Herz zu schlagen und meine Atemzüge wurden tiefer. Während meine Träume immer mehr verblassten, kitzelte der feine Duft des Bärlauchs zaghaft meine Nase. Unruhe erfasste mich und bald schon wurde es mir in meiner Höhle zu eng. Noch etwas verschlafen krabbelte ich zum Höhlenausgang und blinzelte in das helle Tageslicht.

Nun bin ich schon seit einigen Tagen wach und auf den Beinen. Aber was soll ich Euch sagen: statt frischem Frühlingsgrün bedeckt nun wieder nasser Schnee den Waldboden. Ich hätte wohl doch noch ein bisschen länger schlafen sollen. Na ja, nun ist es dafür zu spät. Mal sehen, was der Frühling so bringt.

Bis bald,

Eure LAURA

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