Alternativer Bärenpark Worbis, täglich geöffnet
Alternativer Bärenpark Worbis
Duderstädter Allee 49, 37339 Leinefelde-Worbis

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Schmusesusen - Emma und Max zum Anklicken.

Seit Tagen haben die Nachrichten über Wintereinbruch und Schnee-Chaos berichtet. Jetzt sollte der Schneefall auch uns erreichen. Der Wetterbericht sagt leichten Schneefall für Worbis voraus und ich rede mir ein, das die Chancen auf Schneebilder gut sind. Leider bedachte ich nicht, dass Schnee, der auf...


Schmusesusen - Emma und Max zum Anklicken.

Seit Tagen haben die Nachrichten über Wintereinbruch und Schnee-Chaos berichtet. Jetzt sollte der Schneefall auch uns erreichen. Der Wetterbericht sagt leichten Schneefall für Worbis voraus und ich rede mir ein, das die Chancen auf Schneebilder gut sind. Leider bedachte ich nicht, dass Schnee, der auf nassen Boden fällt, ohne dass der Untergrund auch nur eine leise Chance auf Bodenfrost hatte, keinesfalls als Schnee liegen bleibt. Der Boden weicht weiter auf. Alles ist nass und glitschig und wenn dann auch noch tief hängende, dunkle Wolken alles in Grau verwandeln, hat man genau das, was man zu dieser Jahreszeit erwarten kann. Nasskaltes, trübes und tristes Novemberwetter.
Genau das erwartet mich, als ich am frühen Vormittag in Worbis ankomme. Es hatte zwar unterwegs zu schneien begonnen, aber es bleibt nichts liegen. Ein leichter Hoffnungsschimmer keimt auf, als ich das Weserbergland mit schneebedeckten Baumspitzen passiere.
Ich hatte im Internet gelesen, dass schon einige der Bären in Höhlen verschwunden waren. Wenn schon so ein ?Schietwetter? war, hoffentlich gibt es dann noch was zu sehen. Also schultere ich meine Fotoausrüstung und begebe mich in den Park. Gut, dass ich ?schneefest? gekleidet bin. Warme, wetterfeste Kleidung in mehreren Lagen übereinander hilft auch bei Regen und Graupelschauer. Ich sehe aus wie ein kleines, grünes Michelin-Männchen mit einem schweren Rucksack auf dem Rücken. Aber trotz all der Widrigkeiten - ich werde gleich belohnt.
Zwei Bären, ein dunkler und ein weniger dunkler und mit sehr nassem Fell - das können nur Max und Emma sein. Die beiden haben es sich zwischen den Bäumen auf dem nassen Laub bequem gemacht und schauen mich mit einem Gesichtsausdruck an, der keinen Zweifel an ihrer Meinung zu diesem Wetter zulässt ? ?Sauwetter?! Mit klammen Fingern mache ich die Kamera klar und versuche die beiden abzulichten. Bei Emma ist es leicht. Ihr sonst helles Fell ist zwar durch die Nässe viel dunkler als sonst, aber im Vergleich zu Max dunklem Fell ein wahrer Lichtblick. Dunkler Bär vor dunklem Hintergrund zwischen Bäumen mit tiefgrauem Himmel ? was für ein Motiv. Zu allem Überfluss wird aus dem leichten Schneefall ein heftiger Graupelschauer und ich suche mir kurzfristig einen Unterschlupf im Zelt neben der Imbisshütte. Leider hat der Imbiss zu dieser Jahreszeit in der Woche geschlossen, aber ich habe mir vorsorglich eine Thermoskanne mit Tee mitgenommen und Sitzgelegenheiten gibt es zur Genüge. Nach einem warmen Schluck Tee und einer kleinen Stärkung heißt es: Kapuze auf, Kamera gut geschützt unter der Jacke verstaut und los geht?s zur Erkundungstour durch den Park.
In der Nähe der alten Wurfhöhle der Wölfe (aus dem letzten Jahr) sehe ich frische Grabespuren. Dort liegt Laura. Fast hätte ich sie nicht gesehen. Sie hat sich perfekt den Wetterbedingungen angepasst. Nasses dunkles Fell mit hellen Schlammspuren und Dreckklumpen auf der Nase. Von Kathi und den beiden Schwarzbären Jimmy und Gonzo ist keine Spur zu entdecken. Die haben sich bestimmt schon in eine Höhle verzogen. Unterhalb der früheren Besucherhütte (jetzigen Großbaustelle) entdecke ich Maika, die dort aber auch schon wieder im Gebüsch verschwindet. Etwas weiter, nahe dem Rückzugsgehege der Wölfe, liegt Goliath. Was für ein imposanter Anblick! Selbst im Liegen sieht er mächtig groß und stark aus. Was der wohl wiegt? Hinter ihm im Gebüsch entdecke ich Wölfe. Graues und hellbraunes Fell. ?Der Lahme? und zwei der Jungwölfe. Ich habe meine Schwierigkeiten, sie zu unterscheiden. Nur Ais erkenne ich deutlich an seinen auffallenden Ohren und dem starken Körperbau mit dem dichten Fell. Jetzt bemerke ich auch Akela im Hintergrund, er ist mit seinem grauschwarzen Fell leicht zu erkennen. Da kommt noch ein Wolf und plötzlich sind alle 6 Wölfe zu sehen. Gleich nebenan liegt Goliath, der nur mal kurz seinen mächtigen Kopf hebt, laut schnauft und sich dann wieder hinlegt. Wohl wissend, dass ihm von den Wölfen keine Gefahr droht, denn er ist ihnen doch eine oder zwei Nummern zu groß (im wahrsten Sinn der Worte). Ich beobachte noch ein bisschen die Wölfe. Sie sind heute wirklich sehr aktiv. Immer wieder wird zum Schein angegriffen. Wenn es dem Rudelchef zu viel wird von diesem jungwölfischen Übermut, stellt er kurz klar, wer hier Chef im Rudel ist. Imposant, wenn er mit seinen Zähnen und hocherhobener Rute die Hierarchie im Rudel klarstellt. Die ?jungen Wilden? sind dann schnell bemüht, ihm die Schnauze zu lecken und zu beschwichtigen. Sie geben ihm damit zu verstehen:?Chef- wir haben verstanden!? Eine Weile beobachte ich das Treiben und muss den Lahmen für seine Geduld und Gleichmut bewundern. Der nächste Schnee-Regen-Graupelschauer treibt mich zurück ins Zelt, zu warmem Tee und etwas zu essen. Nach einer kleinen Stärkung mache ich mich wieder los. Mal schauen, was Max und Emma so treiben. Die Wölfe haben sich in der Nähe der Eingewöhnungsstation versammelt. Dort scheint irgendwas vorzugehen, was ihr Interesse geweckt hat. Vermutlich denken Sie, dass es dort etwas ?Leckeres? abzustauben gibt. Ich gehe weiter - Max und Emma haben sich ins Dickicht verzogen. Ob Emma dieses Jahr ihren Max dazu bewegen kann, auch Winterruhe zu halten? Da - Bewegung in der Seniorenresidenz. Mischka ist aus ihrer Höhle gekommen. Meine kleine ?Süße? - gut sieht sie aus! Schönes dichtes Fell und kugelrund! Ich beobachte sie eine ganze Weile dabei, wie sie mit ihren Vorderpfoten /Tatzen Laub sammelt. Sie ist richtig emsig bei der Sache. Zwischendurch schaut sie absichernd nach allen Seiten, wer weiß, ob nicht doch irgendwo so ein vorwitziger Wolf sich heranschleicht, um sie in den Hintern zu zwicken. Ich weiß nicht, ob sie schon richtig realisiert hat, dass sie diese Bande los ist. Hat Mischka eigentlich schon mal eine richtige Höhle gegraben hat? Die letzten Jahre hat sie sich die meiste Zeit unterhalb der alten Besucherhütte aufgehalten. Dort hatte sie mal probiert, eine Höhle zu graben, welche aber einstürzte. Meist verzog sie sich hinter eine Reihe umgestürzter Bäume, welche am Hang liegend eine Art Schutzwall bieten. Jetzt hat sie ihre eigene Höhle und es scheint so, als ob sie diese wirklich für die Winterruhe nutzen will. Anscheinend braucht sie aber erst mal noch etwas Bewegung, denn sie setzt sich in Richtung Imbiss ab, wohl, um dort nach etwas Essbarem zu suchen. Wie sich das anhört. Natürlich innerhalb der Anlage. Außerdem ist der ?Menschenimbiss? geschlossen. Ich gehe mit ihr zurück und kann beobachten, wie sie sich ausgiebig an den Bäumen schubbert und die Gegend nach ein paar ?Schmeckewöhlerchen? in Form von Nüssen oder dergleichen absucht. Ich glaube, sie lebt so richtig auf. Auch ihren Mitbewohnern scheint es in der Seniorenresidenz so richtig gut zu gehen. Wie ich hörte, soll auch Mischa aktiv mit Höhlenbau beschäftigt gewesen sein. Er hat eine der Höhlen von Laura oder Maika aus dem letzten Jahr nach seinen Vorstellungen umgestaltet. Letztes Jahr hat er noch die künstliche Höhle unterhalb der Rochuskapelle genutzt.
Mischka hat sich derweil auf einen Erkundungsgang durch die Seniorenresidenz aufgemacht, irgendwo muss doch noch was zu fressen sein. So bleibt Bär in Bewegung. Mensch auch. Ich folge ihr noch ein Stück in Richtung Notstation und halte Ausschau, ob ich nicht doch noch Mischa oder Tina entdecke. Mit Mischa habe ich kein Glück. Aber da kommt doch eine Nase aus der künstlichen Höhle zum Vorschein. Diese Nase kenne ich doch ? es ist Tina. Und als ob ich es bestellt hätte, bessert sich das Wetter und sogar die Sonne kommt kurzzeitig zum Vorschein. Dieses kugelrunde Gesicht mit dem kleinen Ziegenbärtchen ist unverkennbar. Auch die Art, wie sie ihre Nase in die Luft streckt und schnuppert - wer kommt denn da, Freund oder Feind? Vorsichtshalber kann Bärin ja mal etwas ?rumknötern?. Sie sieht und hört ja nicht mehr so gut. Kurz gewährt sie mir ihre Gunst für ein paar schöne Portraits ihres wunderschönen Gesichts. Und schon sehe ich nur noch ein dickes, kleines, rundes Hinterteil, welches sich wieder in die Höhle schiebt. Ich gehe zurück in Richtung Imbiss, werde aber wieder von den Wölfen aufgehalten. Da steht doch tatsächlich Ais auf seinen Hinterpfoten und mit den Vorderpfoten an einem Baumstamm. Mit lang gestrecktem Körper versucht er mit der Schnauze einen Ast herunterzuziehen. Kaum hat er den Ast und beginnt damit zu spielen, als er auch schon wieder unterbrochen wird. Das Rudel stürmt los in Richtung Teich und Eingewöhnungsstation und dort verschwinden sie hinter den Bäumen.
Es wird jetzt langsam dunkel und ich verstaue meine Kameraausrüstung. Wie schnell so ein Tag im Bärenpark vergeht und was es wieder alles zu sehen gab (trotz des schlechten Wetters oder gerade deswegen?)! Bevor ich mich für heute verabschiede, gehe ich noch mal zu Mischka?s Höhle. Tatsächlich ist die kleine Pelzkugel auch ?zu Hause? und wieder mit dem Anhäufen von Laub beschäftigt. Was hat sie nur damit vor? Mischka scheint es sehr wichtig zu sein, denn sie ist mit Eifer bei der Sache. Sehr geschickt, wie sie ihre Tatze einsetzt, um auch noch das hinterste Blättchen ihrem anwachsenden Laubhaufen beizufügen und in langsamen Rückwärtsgang den angehäuften Laubhaufen in Richtung Höhleneingang bugsiert. Aus dem gegenüberliegenden Bereich ertönt in diesem Moment lautes Brummen, Knurren und Bellen. Die Wölfe sind Laura zu nahe gekommen oder umgedreht. Die Situation hat sich schnell geklärt und ich wende mich wieder Mischka zu. Mischka ist nicht mehr da. Ich kann gerade noch den letzten Rest Pelzkugel im Loch verschwinden sehen. Was ist nun aus dem Laubhaufen geworden. Hat sie ihn mit in die Höhle genommen oder dient er, verteilt rund um den Höhleneingang, als Sichtschutz? Ich werde wohl noch einmal wiederkommen müssen und hoffen, das Mischka mir dann ihr Geheimnis verrät. Egal, was für ein Wetter ist.

Vera Faupel

Frau Faupels Bericht und ihre Bilder - zu sehen auf "Fotos & Videos", die sie trotz der dunkelgrauen Wolken "geschossen" hat, beweisen, dass ein Bärenparkbesuch zu jeder Jahreszeit ein Erlebnis werden kann.

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Auszeichnung

Auszeichnung Land der Ideen, Ausgewählter Ort 2010

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