Alternativer Bärenpark Worbis, täglich geöffnet
Alternativer Bärenpark Worbis
Duderstädter Allee 49, 37339 Leinefelde-Worbis

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Entlassung, vorsichtige Erkundung der 7 000 m? Waldfläche. Die Bäume sind fantastisch, der Teich ist einfach herrlich.Nach nur kurzer Zeit galoppiert Katja völlig ausgelassen durch diesen Anlagenbereich. So viel Waldfläche unter den Tatzen! Wer hat das schon? Die aufgeregten Wölfe hinterm Zaun links der Anlage werden angemotzt. Oh, Katja, die...

Entlassung, vorsichtige Erkundung der 7 000 m? Waldfläche. Die Bäume sind fantastisch, der Teich ist einfach herrlich.Nach nur kurzer Zeit galoppiert Katja völlig ausgelassen durch diesen Anlagenbereich. So viel Waldfläche unter den Tatzen! Wer hat das schon? Die aufgeregten Wölfe hinterm Zaun links der Anlage werden angemotzt. Oh, Katja, die merken sich so etwas, die kommen später noch einmal darauf zurück. Laura und Pedro stehen hinterm Zaun rechts der Anlage. Einmal kräftig gemotzt und Pedro nimmt seine Tatzen in die Hand, verschwindet und vergisst seine Laura, mit der er zurzeit ?geht?. Laura motzt heftig zurück und macht sich Notizen im Hinterkopf.

Montag: Am Montag lange ausgeschlafen. Der Sonntag war so anstrengend, so erlebnisreich, das muss man alles erst mal im Traum verarbeiten. War ein langer Traum. Die erste Nacht hat Katja noch einmal in der Eingewöhnungsstation geschlafen. Die hatte man offen gelassen, um sie zu entwöhnen. Sie kann rein und raus.

Dienstag: 7 000 m? sind doch recht schnell erkundet. Was ist hinter dem Zaun links und rechts? Ach ja, die Zaungäste und noch mehr Wald. Katja verfällt vor dem Zaun stehend immer wieder in ihre Verhaltensstörungen ? WEBEN. Kopf hin und her. Dann dreht sie wieder ihre Runden, dann webt sie wieder.

Mittwoch: Die Anlage kennt sie nun gut, sie kann sich bei Angst zurückziehen. Der nächste Schritt der ?Einbürgerung? kann erfolgen. Heute wird ihr der erste Bär persönlich vorgestellt. Goli soll es sein. Der ist gemütlich, der kann sich durchsetzen, auch wenn er nicht gut laufen kann. Bei Katja muss man sich durchsetzen können, die sei nicht ganz ohne, wie ihre ehemaligen Halter sagten. Also, Schieber auf. Goli wartet schon. Als Chefbär muss er der Sache doch endlich mal auf den Grund gehen. Katja ist auf einmal unsichtbar, sie ist weg. Hat den Goli längst gerochen und auch gesehen, wo er seinen schweren Körper abgelegt hat. Der weiß auch, dass Katja irgendwo da hinten in den Büschen ist. Es passiert erst mal eine ganze Weile nichts. Dann erhebt sich Goli schwerfällig, um der Sache nun wirklich auf den Grund zu gehen. Ah, da hinten ist sie. Katja hat sich in die Nähe der Eingewöhnungsstation verzogen, die allerdings geschlossen ist. Aber sie hat einen Schutz hinter sich, ein Gebäude. Nach dem Motto ?Angriff ist die beste Verteidigung? stellt sie sich dem Goli in den Weg und ist sehr unflätig. Aber nicht mit Goli! Der muss ihr auch etwas Unhöfliches geantwortet haben. Katja verschwindet, Goli hinterher. Da gibt es noch etwas zu klären. Kurz darauf sieht man keinen Bären mehr. Die Büsche wackeln trotz Windstille heftig und plötzlich springt Katja raus und rennt den Berg hoch. Und haste nicht gesehen, ist der Arthrose geplagte Goli ebenfalls auf dem Berg. Rasend schnell. Denn es gibt immer noch etwas zu klären. Danach ist Ruhe und Katja weiß jetzt, dass sie mit dem Kerl nicht so umgehen kann wie mit dem
jüngeren Bärenmann Benno aus dem Hunsrück. Und außerdem, wenn sie sich den jetzt mal so richtig anschaut: Ist das nicht ein Schicker?

Donnerstag: Er ist ein Schicker und hat Katjas Interesse absolut geweckt. Goli tut cool, liegt hier und da ein bisschen rum, während sie immer häufiger in seiner Nähe tapst, futtert, sitzt. Er ist immer noch mit ihr ganz allein in dem ?Katja-Übungswald?. Wir wissen längst, was Katja von ihm will. Es ist Paarungszeit. Es wird zwar keinen Nachwuchs mehr geben, weil die Bärenmänner zeugungsunfähig sind, aber das weiß ja Katja nicht. Und die Bärenmänner sind da auch nicht so, sie ?machen mit?, wenn die Mädels es wollen. Sie können es aber nicht leiden, wenn ein Mädel stundenlang, gar tagelang so in der Nähe rumdruckst. Wie Katja. Also faucht er sie hin und wieder mal an. Macht ihr aber nicht so viel aus, sie bleibt trotzdem ganz in seiner Nähe, gleich am Apfel, der in seiner Reichweite liegt.

Freitag: Der dritte Einbürgerungsschritt ist geplant. Katja soll Laura nun persönlich kennen lernen. Ohne Zaun dazwischen. Wir wissen, dass es laut werden wird. Und hat Laura nicht etwas im Hinterkopf abgespeichert? Aber erst einmal Laura finden. Da die Neue nicht mehr so interessant ist, hat sie sich mit Schätzchen Pedro irgendwo hinterm Hügel ein lauschiges Plätzchen gesucht. Aber als die Tierpflegerin Ursula immer wieder nach ihr ruft, wird sie neugierig. Was wird serviert? Sie kommt. Aber nicht ohne ihren Pedro. Ruckzuck ist Laura durch die Schleuse in Katjas Übungswald. Pedro muss draußen bleiben und ist sauer. Trotz aller Bemühungen, er bekommt die Schleuse nicht manuell auf. Währenddessen geht Laura zielstrebig auf die Neue zu, die sich überhaupt nicht darum kümmert und der Laura sogar den Po zudreht. Katja sitzt immer noch am Apfel und himmelt Goli an. Der freut sich laut hörbar über seine alte Freundin Laura und erhebt sich sogar. Die hat keine Zeit für ihn, ihr Weg führt schnurstracks zum Apfel, also zu Katja. Ja, es gibt eine heftige Rangelei, beide Mädels stehen sich aufrecht gegenüber. Weithin ist der Streit zu hören und alle Zaungäste mit den verschiedenen Fellen drücken sich regelrecht die Nasen an den Zäunen platt. Emma und Max stehen sogar in der ersten Reihe, während sich die Wölfe dahinter ganz aufgeregt an deren Popos vergreifen. Sie würden so gern mitmischen. Später, bei Einbürgerungsschritt XY.
Während sich die Mädels immer noch heftig anschreien und auch körperlich werden, ist Goli irritiert. Er greift kurz ein, weiß aber nicht so richtig, wessen Partei er ergreifen soll. Also lässt er wieder ab. Laura hat derweil alles gesagt, was sie sagen wollte und geht hoch erhobenen Hauptes zum Badeteich. Eine Runde schwimmen. Das hat Katja wohl falsch verstanden, rennt hinterher und greift an. Der Streit geht wieder los, Laura gewinnt ein zweites Mal und geht jetzt wirklich baden. Katja verzieht sich auf den Berg und verschnauft erst einmal. Laura hat derweil ihre Schwimmrunde beendet, Katja schon längst auf dem Hügel entdeckt, ist in wenigen schnellen Schritten ebenfalls oben und legt noch einmal nach. Es reicht nun. Tierpflegerin Heike hat derweil einen Eimer Weintrauben und Hühnereier geholt. Laura hört oder sieht die ersten beiden Eier über den Zaun fliegen, lässt von Katja ab ? ist ja eh alles gesagt -, schnurpelt ihre Lieblingsspeise und checkt aus. Im Nebenwald wartet immer noch Schätzchen Pedro, der alles aus nächster Nähe beobachtet hatte. Beide ziehen ab und sind bestimmt ganz stolz. Laura, weil sie als Stärkere hervor ging und Pedro, weil er so eine starke Laura an seiner Seite hat. Und Katja. Die brubbelt noch eine Weile auf dem Berg. In den nächsten Tagen wird sie Bär für Bär kennen lernen. Ein echter Bär zu werden, ist nicht leicht. ML

Zu den Fotos: Wir bitten die schlechte Qualität zu entschuldigen. Mit guten Fotografen wäre es nicht passiert. Aber ich habe (ML) nur mit einer Kamera für Laien fotografiert.
Und dann gleich alles - den Zaun, die beiden Mädels beim Zickenkrieg, den Goli als schlechten Schlichter und zwei kleine braune Punkte oben auf dem Hügel. Katja und Laura beim Zanken. Das Foto am Anfang des Beitrags zeigt Goli und Katja ganz nah und Laura ist da noch ganz weit weg.


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Auszeichnung

Auszeichnung Land der Ideen, Ausgewählter Ort 2010

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