Alternativer Bärenpark Worbis, täglich geöffnet
Alternativer Bärenpark Worbis
Duderstädter Allee 49, 37339 Leinefelde-Worbis

Rettet Pardo vor dem Tod!


spenden


search

Wir haben uns die Entscheidung keineswegs leicht gemacht.
Nach intensiver Beratung mit dem Tierarzt sind Parkleitung und Tierpfleger überein gekommen, den alten Wolf zu erlösen.
Unser Leitwolf ?Der Lahme? war längst dem ?Ist-der-süß-Alter? entwachsen. Aber er war von Anfang bis zu seinem Ende ein schönes, ein stolzes Tier!

Als wir im Juli 1998 das...

Wir haben uns die Entscheidung keineswegs leicht gemacht.
Nach intensiver Beratung mit dem Tierarzt sind Parkleitung und Tierpfleger überein gekommen, den alten Wolf zu erlösen.
Unser Leitwolf ?Der Lahme? war längst dem ?Ist-der-süß-Alter? entwachsen. Aber er war von Anfang bis zu seinem Ende ein schönes, ein stolzes Tier!

Als wir im Juli 1998 das Wolfsrudel aus einer schlechten Privathaltung in Bayern retteten, war er der ?Benjamin?, der Niedliche, der Quatschmacher. Ein einjähriger Wolf eben. Nach dem Tod des Leitwolfes ?Markus?, im Jahr 2005, übernahm er diese Position. An seiner Seite hatte er nun die Jungwölfin ?Shiara? und die alte Wölfin ?Die Schlanke?. Diese und er waren zu dem Zeitpunkt die letzten Wölfe des ursprünglichen Rudels. 2006 gab es vierfachen Nachwuchs, 2007 starb die alte Wölfin. Da war er bereits 10 Jahre alt. Die ersten Beschwerden zeigten sich, die auf Arthrose deuteten. Trotz dieser gesundheitlichen Einschränkungen blieb er anerkannter Leitwolf. Im letzten Jahr haben jedoch die körperlichen Defizite arg zugenommen. Das Laufen fiel immer schwerer, die Lähmungen in den Hinterbeinen nahmen zu. Und immer noch war er der Leitwolf. Diese Beobachtung war für uns wichtig, denn ein Wolf, der diese ?Funktion ausübt?, hat wohl noch Lebensfreude oder zumindest die dafür notwendige Kraft. Irgendwie. Unterstützend bekam er Schmerztabletten. Eine Lösung auf Dauer ist so etwas allerdings nicht. Die Arthrose wurde heftiger. ?Der Lahme? zog sich immer mehr zurück und machte einen großen Bogen um die Bären. Eine Auseinandersetzung konnte er sich nicht mehr leisten. Er schränkte seinen Lebensraum ein.
In den letzten Wochen war er mit seinem Rudel kaum noch unterwegs und wenn, dann konnte er sich nur noch schleppend fortbewegen. Die rechte Hinterhand konnte er gar nicht mehr einsetzen. Meist hielt er sich also liegend in der bärenfreien Wolfsrückzugsanlage auf. Er war inzwischen 14 Jahre alt und immer noch Chef. In dem Alter, mit diesen Beschwerden! Er muss ein guter Chef gewesen sein.
Wir haben ihn heute schweren Herzens von seiner Funktion entbunden und sind uns ganz sicher, dass wir ihn erlöst haben. ML

Foto: Vera Faupel