Alternativer Bärenpark Worbis, täglich geöffnet
Alternativer Bärenpark Worbis
Duderstädter Allee 49, 37339 Leinefelde-Worbis

Pardo ist gerettet!


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Sonnenschein, blauer Himmel, es wehte ein leichter Wind, und die Temperaturen waren angenehm; man meinte es sehr gut mit uns bei unserem ersten Bärenparkbesuch im Jahr 2014. Voller Vorfreude machten wir uns auf den Weg.
Mario war der erste Bär, den wir antrafen. Wie immer erschien er wie aus dem Ei gepellt: Das Fell dicht und glänzend - wie...

Sonnenschein, blauer Himmel, es wehte ein leichter Wind, und die Temperaturen waren angenehm; man meinte es sehr gut mit uns bei unserem ersten Bärenparkbesuch im Jahr 2014. Voller Vorfreude machten wir uns auf den Weg.
Mario war der erste Bär, den wir antrafen. Wie immer erschien er wie aus dem Ei gepellt: Das Fell dicht und glänzend - wie gebürstet schimmerte es in den schönsten Braun- und Beigevarianten. Er hatte sein großes Reich für sich alleine, denn seine Mitbewohnerin Katja ruhte noch in der Betonhöhle in der Nähe des Waschbärgeheges. Gemächlich wanderte er durch sein Revier: Durch den Wald zum Infocenter, weiter in Richtung Teich und dann aufwärts zur Rochuskapelle; immer aufmerksam auf der Suche nach etwas ganz Bestimmtem:
Wo war denn eigentlich der Futterservice abgeblieben? Obwohl gefühlt schon mindestens dreimal überfällig, war weit und breit nichts von seinem Essen auf Rädern zu sehen. Es konnte doch wohl nicht wahr sein, dass ein so stattlicher Kerl wie er von den paar Salatblättchen und den wenigen Apfel- und Möhrenhäppchen satt werden sollte... Er sah uns an mit einem Blick, der Eisbrocken zum Schmelzen bringt, so als wollte er sagen: "Könnt Ihr Zweibeiner nicht mal bei Euren Artgenossen vorbeischauen und ein gutes Wort für mich einlegen? Wenn ich nicht bald etwas in meinen Bauch bekomme, falle ich bestimmt vor lauter Hunger um."
Glücklicherweise musste es soweit nicht kommen, das Elektromobil kam gefahren und Walnüsse, Hundepellets sowie weitere Obst- und Gemüsegaben flogen in hohem Bogen in seinen Bereich. Und nicht nur das: Da gab es auch noch diese köstlichen grünen Birnen, einfach ein Gedicht, da war doch seine heile Bärenwelt auf einen Hieb wieder hergestellt.
Eine Weile später, beim Betreten des Bärenwaldes, sahen wir auf der rechten Seite einen Petz auf dem Weg nach unten. Von hinten sah er wie ein Braunbär aus, bei genauerem Hinsehen entpuppte er sich jedoch als Jimmy, der wohl auf dem feuchten Erdboden gesessen und sich dadurch diese Tarnfarbe zugelegt hatte. Wir freuten uns riesig ihn zu sehen und als wir der Tierpflegerin von dieser Begegnung erzählten, war diese nicht minder glücklich. Sie erzählte uns, dass vor einiger Zeit Emma an seinem Höhleneingang gesichtet wurde, da aber keinerlei Reaktion von Jimmy erfolgt war, hatte man sich schon Sorgen gemacht, ob es ihm wohl gut ging.
Langsam und vorsichtig ging der schwarze Bär nach unten, die Beine mussten offensichtlich erstmal "eingelaufen" werden nach der langen Ruhezeit. Er fraß einen Apfel, ein paar Blätter Salat und ging dann zum Teich, um dort zu trinken. Tat das gut! Der Durst muss groß gewesen sein, man konnte ihm ansehen, dass er Schluck für Schluck genoss. So gestärkt machte er sich auf den Rückweg zu seiner Höhle ganz oben auf dem Berg, als das Unheil auf 20 Pfoten nahte. Natürlich war sein Ausflug auch Familie Wolf nicht vorborgen geblieben, aber anstatt Jimmy ein wenig Zeit zu langsamem Konditionstraining zu gewähren, ging das Rudel sofort voll zur Sache. Nach der Devise "endlich ist mal wieder ein Bär zum Ärgern da" wurde der arme Kerl umzingelt und auf seinem Rückweg nach oben mehrfach attackiert, bevor er völlig aufgeregt in seiner rettenden Höhle verschwand. "Wäre ich heute wohl besser mal im Bett geblieben", mag er gedacht haben.
Vielleicht sollte Jimmy mal bei Pedro in die Lehre gehen, was den Umgang mit den Isegrims angeht, denn bei dem Youngster können sie mit ihren Spielchen nicht landen. Wenn die Wölfe sich ihm nähern, bleibt er ruhig und locker, schaut lässig über die Schulter ("will hier irgendwer was von mir?"), er geht geradeaus seinen Weg ("nur zu, einer da, der ihn mir verstellen will?") und wenn sie versuchen ihn einzukreisen, wählt er selbstbewusst den Gang nach vorne ("Angriff ist die beste Verteidigung, Beweis gefällig?") - wäre nicht schlecht, wenn sich der liebe Jimmy wenigstens ein Stück dieser Taktik abschauen würde.
Laura haben wir nicht gesehen, aber es wurde erzählt, dass auch sie schon draußen beobachtet wurde. Allerdings schien sie noch ziemlich schläfrig zu sein; nach einer Prise Frischluft war sie ruck zuck wieder in ihrer Winterhöhle verschwunden.

Wir haben uns im Worbiser Bärenpark wieder einmal riesig wohl gefühlt und wünschen allen Besuchern einen ebenso wunderschönen Aufenthalt.

Hermann Jakobs
Eva Steinbeck-Jakobs

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Auszeichnung

Auszeichnung Land der Ideen, Ausgewählter Ort 2010

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