„Dramatische Schicksale, Bewegende Rettungsaktionen, therapierende Wölfe – wir freuen uns darauf, gemeinsam mit dem Publikum ein bedeutendes Stück Tierschutzgeschichte aufleben zulassen.“ Nancy Gothe, Leitung Kompetenzzentrum der STIFTUNG für BÄREN
Ciao und grüß Gott, liebe Leute! Am Wochenende haben meine Artgenossinnen in der Seniorenresidenz, KAJA und FRANCA, bestimmt nicht schlecht gestaunt, als durch das saftig grüne Dickicht plötzlich etwas Rothaariges streifte. Auf leisen Samtpfoten schlenderte Luchsdame ELA von ihrer Anlage nach nebenan und stattete ihren pelzigen Nachbarinnen einen Besuch ab. Tja, und wer von euch Katzen kennt, der weiß auch, dass man ihnen am Besten einfach aus dem Weg geht. Das haben die zwei Bärendamen auch getan und so konnte ELA nach Herzenslust ungestört ihr neues Revier erkunden, bevor sie abends wieder in ihr Luchsrückzugsgebiet zurückkehrte.
Von wegen neues Gebiet erkunden – unsere ISA lebt sich immer mehr ein. Es sieht sehr genüsslich aus, wie sie durch die Freianlage marschiert, so entspannt und aufgeweckt. Ach, und was ist das für ein bärenstarker Anblick, wenn sie so unbeschwert im Pool plantscht als wäre sie ein Welpe und keine ausgewachsene, einstige Wildbärin. Aber genau sowas hält eben fit. Also, meine Lieben, egal wie alt ihr seid – vergesst nicht, hin und wieder auch mal kindisch zu sein.
In diesem Sinne haltet die Ohren steif und gehabt euch wohl!
Schweren Herzens nehmen wir Abschied von POLDI, der gestern Abend, am 1. Juli 2021, friedlich eingeschlafen ist. Mit seiner unverwechselbaren Art, seiner Ruhe und dem beeindruckenden Willen, hat er das Leben in unserem Schwarzwälder Bärenwald stets mit Kraft uns Zuversicht erfüllt.
Im November 2010 kam er zusammen mit BEN [1991-2020] und SCHAPI [1991-2021] in unser Tierschutzprojekt. Einst geboren in einem großen deutschen Zoo, wurde er wie ein ausrangierter Gegenstand an einen Zirkus verkauft, zur Belustigung der Menschen. Gemeinsam mit BEN und SCHAPI wurde er in ein dunkle, beengte LKW Garage hinter den Kulissen gesperrt. 15 Jahre lang sollten die unschuldigen Vierbeiner in dieser furchtbaren Behausung einen tristen Alltag fristen, bis sie endlich befreit werden konnten. Doch die lange Zeit in lebensverachtenden Umständen hatte ihre Spuren hinterlassen. Besonders hart hatte es POLDI getroffen, denn seine Hinterhand war durch die Haltung deformiert. Nur sehr langsam und mit größter Anstrengung konnte er sich fortbewegen. Zumindest konnte er nun in Ruhe ein wenig Bär-Sein genießen.
Aber POLDI sah das anders! In seiner Brust schlug ein unbändiges Bärenherz und mit einem Lebensabend in der Seniorenresidenz gab er sich nicht zufrieden. Er wollte mehr, er wollte wie seine jüngeren Artgenossen die steilen Hänge der großen Freianlagen meistern, sich gegen Wolfsrudel behaupten. Und das tat er auch. Zwar langsam, aber bestimmt und mit eisernem Willen ging er seinen Weg. So sorgte er immer wieder für Schlagzeilen wie POLDI – volle Kraft voraus oder Wie POLDI uns an der Nase herumgeführt hat.
Genau diese Momente sind es, die unseren POLDI auf ewig in unserer Erinnerung am Leben halten werden. Wenn er unaufhaltsam weite Strecken zurücklegte, um sich genau den Happen Fleisch zu holen, den er wollte. Wenn er dann unverhofft im Dickicht auftauchte, mit seinem einzigartigen Blick. Oder im Gegenteil, wenn er sich tagelang nicht vom Fleck bewegte, um seine Filetstücke nicht außer Acht zu lassen. Einer der wohl schönsten Momente war jedoch, als er die Seniorenresidenz verließ und bewies, dass ein Bär mit schwerer körperlicher Einschränkung und solidem Alter noch über sich hinauswachsen kann.
Am meisten werden wir jedoch seinen guten Geist vermissen. Er, der durch die Menschen so viel Leid erfahren hatte, dessen Körper zerstört wurde, der auch als er endlich Bär sein durfte, dadurch immer stark benachteiligt war, zeigte nie aggressives Verhalten. Für POLDI war dies nur Energieverschwendung, er konzentrierte sich aufs Wesentliche – Überleben. Nachdem er sich so viele Male zurück auf die Beine gekämpft hatte, ist er nun wieder vereint mit BEN und SCHAPI. Vielen Dank, POLDI, dass wir dich kennenlernen durften, dass du durch deine Art auch uns stets Kraft und Durchhaltevermögen geschenkt hast.
Januar 2018 auf einem Parkplatz in Spanien bei Morgengrauen: unser Rettungsteam wartet auf die Übernahme eines Bären. PARDO [so die spanische Beschreibung seiner Fellfarbe laut der Papiere] wurde über 15 Jahre lang für Auftritte in der Zirkusmanege missbraucht. Schließlich brachte er kein Geld mehr ein, wurde beschlagnahmt und kam auf die Todesliste der spanischen Behörden.
Wie haben wir ihn von dieser Liste retten können? Wie ist die Übergabe ausgegangen? Wie geht es PARDO heute? All dies und vieles, vieles mehr erfahrt ihr am Samstag, den 24. Juli 2021 bei unserem Patenreport über den liebenswerten Bären.
Datum:24.07.2021 Uhrzeit:14:00 Uhr Dauer:45 Minuten Kosten:10,- Euro Voraussetzungen:Anwendung Zoom, internetfähiges Gerät, stabile Verbindung
Die Bärendamen FRANCA und KAJA staunten nicht schlecht, als Luchsdame ELA plötzlich durch den Wald ihrer Seniorenresidenz geisterte. Seelenruhig inspizierte die rothaarige Vierbeinerin die Anlage, schlich neugierig bis in den kleinsten Winkel. Die meiste Zeit blieb sie allerdings im satten Dickicht – ganz ein Waldgeist. Am Abend kehrte sie dann wieder tiefenentspannt in ihr Rückzugsgebiet zurück.
ELAs Anlage liegt in direkter Nachbarschaft zur Seniorenresidenz, ist mit der Sektion durch einen Schieber verbunden. Dieser stand eine ganze Weile offen, bevor die Luchsdame entschied, ihn zu passieren und den Bärendamen einen Besuch abzustatten. Für das Tiermanagement ist es ungemein wichtig, dass die Vierbeiner immer mal wieder andere Anlagen betreten, neue Gerüche wahrnehmen und auf andere Tiere treffen. Die Interaktion zwischen verschiedenen Arten wie Luchs und Bär oder Bär und Wolf helfen dabei, die einstigen Zoo- und Zirkustiere zu resozialisieren.
Wir sind schon gespannt auf ELAs nächsten Ausflug ins Reich der Bären!
Thema Tiermanagement und Anlagen: der beste Architekt ist dahingehend immer noch die Natur selbst. Wenn z.B. ein ehemaliger Zirkusbär nach fast zwanzig Jahren ausbeute und Pein sein Leben genießt, sich trotz Sehbehinderung in den Anlagen zurechtfindet und ausgiebig im Wasser plantscht, dann ist das der beste Beleg dafür. Allen voran Braunbär PARDO liebt die natürlichen, kleinen Snacks im Pool: die Wasserlinsen.
Es zeigt, wie elementar es ist, die Anlagen natürlich zu belassen. Auf diese Weise können die Vierbeiner selbst herausfinden und bestimmen, was ihr Lieblingsfutter ist. Außerdem lernen sie, wie sie an ihre Leckerbissen gelangen. Im Fall von PARDO und seinen Wasserlinsen scheint dies sogar Spaß zu machen.
Die Musiker von Zweite Jugend überreichen die Spende
Allmählich kommt das kulturelle Leben zurück, so finden auch Konzerte wieder statt. Die Band Zweite Jugend nahm dies zum Anlass, Spenden für ihre Schützlinge zu sammeln – denn die Musiker aus Osnabrück sind selbst Bärenpaten. Kein Wunder also, dass sie bereits in den vergangenen Jahren auf liebevolle und kreative Art unser Tierschutzprojekt unterstützt haben. So versteigerten sie beispielsweise im Lockdown bedrucktes Toilettenpapier.
Heute am Montag, den 28.06.2021, machten sie auf der Rückfahrt von einem Auftritt Halt bei ihren Patenbären und überreichten die gesammelten Spenden in Höhe von 600,- Euro an unser Team. Wir bedanken uns ganz herzlich – auch im Namen unserer Vierbeiner – bei den Musikern von Zweite Jugend für diese bärenstarke Aktion und den jahrelangen Rückhalt! Schön zu sehen, wenn Kultur und Tierschutz Hand in Hand gehen.
Freilebende Bären streifen durch die Wälder Deutschlands – ein Kompliment an unsere Natur, unsere Gesellschaft und unser Wildtiermanagement. Doch diese Bereicherung unserer heimischen Artenvielfalt scheint utopisch. Konsequent erfährt allein der Gedanke daran eine vehemente Verneinung. Im Industriestaat Deutschland sei kein Platz für Bären, Punkt. Doch dies ist eher eine emotionale Haltung, denn im Hoheitsgebiet der Bundesrepublik gibt es durchaus genügend Lebensraum für den Ursus Arctos. Letztlich ist das Problem nicht der Bär im Wald, sondern der Mensch davor. Dies belegt der Fall BRUNO auf dramatische Weise. Mit dessen Tod vor 15 Jahren wurde unserer Kultur ein trauriges Armutszeugnis ausgestellt, doch statt dies zu akzeptieren, daraus zu lernen, wird versucht mit dem Titel „Problembär“ die Verantwortung gegenüber den Wildtieren zu verschleiern. Doch in Realität sieht es so aus: BRUNO ist ein Produkt unserer Gesellschaft. Der Mensch ist schuld an seinem Fehlverhalten. 15 Jahre sind seitdem vergangen und nun wird es Zeit, aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen und sie zu vermeiden. Nur so können wir als Gesellschaft wachsen und uns weiterentwickeln.
"Ich hatte im letzten Jahr einen runden Geburtstag und wünschte mir von meinen Gästen und meinen Kollegen statt Geschenken einen beliebigen Geldbetrag. Da Sie im letzten Jahr die Wölfin GAIA aufgenommen haben und ich selbst zwei Hunde habe, lag es für mich nahe, die Spende für sie zu geben.“ Manfred Baumgärtner
Insgesamt 450,- Euro sammelte Manfred Baumgärtner an seinem Ehrentag für unsere Vierbeinerin. Wir sind begeistert von dieser bärenstarken, selbstlosen Aktion und bedanken uns ganz herzlich – natürlich auch im Namen von GAIA.
Spurensuche, kulinarische Reise durch die Jahreszeiten, spielerisches Wissen über die heimischen Wildtiere – auch in diesem Jahr bietet das Ferienprogramm von unserem Tierschutzprojekt eine abwechslungsreiche Themenwelt für die Schulfreie Zeit. Mit einem Ausflug in die Zukunft des Artenschutzes startet das Sommerferienprogramm am 30.Juli. Bevor es am ersten September mit den Gaben der Natur in die letzte Runde geht, warten Tage als Wolfforscher, Bärenexperte und einiges mehr auf die Teilnehmer_Innen:
Fr. 30.07.21, 10:00 Uhr : Vom Aussterben bedroht - Was könnt ihr dagegen tun! Die Zukunft der Tierwelt liegt in deinen Händen – lerne in unserem Wildtier- und Artenschutzprojekt, wie du dich für eine bunte Welt der Artenvielfalt stark machen kannst. Lass uns heute gemeinsam für ein tiergerechtes Morgen anfangen!
Mi.. 04.08.21, 10:00 Uhr: Kleiner Wolfsforscher – Einblicke in die Polizei des Waldes Sie haben keinen leichten Job, doch zum Glück sind sie dafür geboren. Denn die Wölfe gelten als Hüter des Waldes. Aber warum? Lerne ihr Leben kennen, ihre Spuren zu lesen und werde Wolfsforscher für einen Tag.
Do. 12.08.21, 10:00 Uhr: Wie die kleine Biene die große Welt zusammenhält Jeder kennt sie, die kleinen fleißigen Insekten mit den Schwarz-Gelben Streifen. Eine Welt ohne sie? Unvorstellbar. Komm mit uns in den Mikrokosmos Biene und erlebe auf spielerisch spannende Weise, warum auf unserem Planeten nichts ohne sie geht.
Mi, 18.08.21, 10:00 Uhr: Barfuß durch den Bärenpark Wie viele Gangarten hat eigentlich ein Bär, warum braucht ein Wolf keine Schuhe und wie verändert sich dein Gang, wenn du barfuß läufst? Lerne alles über deine Füße und warum du dank ihnen jeden Tag fest auf dem Boden stehst.
Do, 26.08.21, 10:00 Uhr: PEDROs Bärenhunger – Vielfraß und Gourmet vereint Lernen geht durch den Magen, also laden wir dich auf eine kulinarische Reise durch die Jahreszeiten ein. Denn der Speiseplan eines Bären richtet sich nach dem Angebot der Natur. Also, nimm Platz auf unserer Picknickdecke und erfahre die Geheimnisse der pelzigen Feinschmecker.
Mi, 01.09.21, 10:00 Uhr: Gaben der Natur Hast du schonmal Waschmittel aus Kastanien gemacht? Wäscht du deine Hände mit Birkenblättern? Erkennst du das Buffet im Wald aus Kräutern, Pilzen und Beeren? Wir nehmen dich mit in den riesigen Supermarkt der Natur, wo es neben Milch, Honig und Wolle ein vielfältiges Angebot gibt.
Kosten: 5,- [zzgl Eintritt] Anmeldung: erforderlich unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder 036074 2009 0 mind. Teilnehmerzahl pro Tag:5