Happy Birthday, Pedro!
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- Kategorie: News - Bärenpark Worbis
- Veröffentlicht: Dienstag, 15. März 2011 11:27

Darf ich mich vorstellen? Simon Kohling mein Name. Frisch von der Uni und voller Tatendrang habe ich eine Möglichkeit gesucht, sowohl Erfahrung im Tier- und Naturschutz zu sammeln, als auch gleichzeitig dort helfen zu können, wo meine Hilfe gebraucht wird. Der Alternative Wolf- und Bärenpark bietet hierfür eine attraktive Gelegenheit. So habe ich mich dazu entschlossen, für einige Monate ein Teil von diesem großartigen Team aus Angestellten und engagierten freiwilligen Helfern zu werden.
Nun steh ich hier als Franke im fremden Schwarzwald aber verloren fühle ich mich lange nicht. Das wunderschöne Wolftal und die hiesige Gastfreundschaft sind Grund genug, dass ich mich zu Hause fühle und gerne etwas länger bleibe. Einziger Wermutstropfen sind die noch knackigen Temperaturen aber da brauch ich wohl einfach noch einen dickeren Pelz...
Wir hoffen, dass sich Simon schnell an die lokalen Temperaturen und den hiesigen Dialekt gewöhnt und sich gut einlebt. Vielleicht treffen Sie schon bei Ihrem nächsten Besuch auf den sympatischen jungen Mann, der Ihnen dann sicher die neuesten Geschichten zu unseren pelzigen Bewohnern erzählen kann.

Später kamen Hans Gebele zum Abtransport und Otto Armbruster für das Aufstellen des Zaunelementes hinzu. Ehe man sich versah stand der Zaun wieder als wenn nichts geschehen wäre. Die ganze Aktion hat ca. eineinhalb Stunden gedauert. Das SWR Team, das die ganze Woche Aufnahmen im Bärenpark macht, hat die Aktion voller Staunen und Bewunderung gefilmt. Der Einsatz der Ehrenamtlichen wurde nicht inszeniert, sondern die Kamera musste einfach nur bereit gehalten werden. Nach dem anfänglichen Schreck konnte sich das Team selbst nur beglückwünschen zu der rekordverdächtigen Instandsetzung, die mit keinen unabhängigen Firmen so schnell hätte umgesetzt werden können. Auch die ständigen Versicherungen des Teams gegenüber den Besuchern, dass in so einem Falle die Bären nicht Schlange stehen, um nach „draußen“ zu gelangen, haben sich bestätigt. Wir propagieren sicherlich nicht, dass Tiere in Gefangenschaft keine Bedürfnisse nach einer natürlichen Umgebung haben, aber unsere Drei führen hier nach ihrer Gefangenschaft ein so ausgeglichenes Leben, dass sie nicht auf die erst beste Gelegenheit warten um sich aus dem Staub zu machen. Da ist ein Honigbrot doch eindeutig attraktiver als das unwirtliche Leben im Schwarzwald, in dem man doch nur gejagt werden würde. AL

Wir sind gerade die Zaunrunde gelaufen als Jurka zu Ben und Schapi in die Anlage durfte. Als erstes beschnupperte sie die Gegend. Als sie schließlich vor Bens Höhle trat, schnupperte sie erst einmal. Sie stellte sich in eine höher gelegene Position und, was mich etwas überraschte, schnappte knurrend in die Höhle hinein. Ein kurzes Gerangel entstand doch dann zog Jurka weiter. Schapi war neugierig geworden und hatte sich ist aufgestanden. Als Jurka schließlich auch auf Schapis Geruch stieß, bewegte sie sich vorsichtig auf ihn zu. Schapi bemerkte sie erst nicht und fraß seelenruhig weiter. Jurka schien leicht verunsichert durch sein Verhalten schnappte dann jedoch knurrend nach Schapi. Dieser erschreckte sich, stellte sich auf die Hinterpfoten und machte ein paar Schritte rückwärts. Sie schlugen mit ihren Pfoten nach einander und Jurka erwischte Schapi an der Nase. Schapi wollte sich zurück ziehen. Diese Situation kannte er noch nicht. Die beiden entfernten sich ein Stück doch Jurka ging ihm nach. In diesem Moment kam das Fernseh- Team vom SWR. Schapi flüchtete in die Ecke des Geheges und Jurka ließ nach einiger Zeit von ihm ab und begab sich zurück auf ihre Route. Schapi war sichtlich nervös und scharrte auf dem Boden. In der Zwischenzeit hatte Ben seine Höhle verlassen und saß nun in der Sonne. Jurka hatte ihn noch nicht bemerkt und stiefelte weiter. Poldi bekam von all dem nichts mit. Dieser lag in der Sonne und döste vor sich hin. Jurka wollte sich anscheinend auf den Weg in ihre eigene Anlage zurück machen als sie bemerkte, dass Ben nicht mehr in seiner Höhle saß. Sie zeigte deutliche Drohgebärden, in dem sie die Ohren anlegte und den Kopf leicht seitlich neigte. Ben zeigte sich unbeeindruckt. Er legte sich einfach hin und sah ziemlich entspannt aus. Nur kurzzeitig zeigten sich die Beiden die Zähne. Irgendwann wurde es Jurka anscheinend zu langweilig und sie tapste weiter durch die Anlage. Wir versuchten in dieser Zeit Schapi aus der Ecke zu lotsen, doch durch seine Nervosität drang man nicht zu ihm durch. Er scharrte die ganze Zeit nur in der Erde. Als wir dann fütterten hatte Jurka sich auf den Weg zu Poldi gemacht, doch der Schieber konnte rechtzeitig geschlossen werden und Jurka konnte nicht zu Poldi kommen. In dem recht kleinen Vorgehege, hätte es nicht ausreichend Rückzugsraum gegeben, was bei Bärenbegegnungen gefährlich werden kann. Wir setzten die Fütterung fort und wollten Ben von seiner Höhle weglocken damit Jurka zurück in die Anlage 2 konnte, doch leider funktionierte das nicht so wie geplant. Wir lockten Ben zwar von seiner Höhle weg, doch Jurka machte sich ebenfalls über die Leckerbissen her.
Einen weitere Auseinandersetzung wollten wir aber verhindern. Hilfestellung kam eher zufällig durch das Bärenmobil. Jurka erschreckt sich immer noch gelegentlich vor dem surrenden Elektromotor und trollte sich schnurstracks wieder in nördliche Richtung zum oberen Zaun. Während wir uns den anderen Aufgaben widmeten, wechselte Jurka ganz selbstverständlich und außerhalb unseres Sichtfeldes ganz allein in die Sektion 2. Alle Bären, die heute die hektische Kennenlern-Phase erlebten, suchten sich dann ein ruhiges Plätzchen um zu ruhen. Diese Zusammenführung heute war für alle Beteiligten ein unglaubliches Erlebnis. Wilde Natur ganz nah und erlebbar. AL,RS