Großes Indianerfest im Bärenpark Worbis
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- Kategorie: News - Bärenpark Worbis
- Veröffentlicht: Donnerstag, 09. August 2012 11:54

Wie schon berichtet ist dafür die ehemalige Wolfsrückzugsanlage senoirengerecht umgestaltet worden, damit Schapi und Poldi aus der bisher bewohnten, relativ engen Freianlage in diese weitläufige, vom Fegersbach durchflossene und mit neuen Winterruhehöhlen ausgestattete Anlage übergesiedelt werden können. Dort sind sie auch sicher vor den von uns befürchteten Ärgerattacken der Wölfe, mit denen sie wegen ihrer Gebrechen, der Blindheit und der Arthrose, wahrscheinlich nicht so gut umgehen können, wie ihre fitteren Kolleginnen und Kollegen.
Für die geplante, gründliche Untersuchung steht das ganze Team ab 8.00 Uhr bereit und erwartet die Ankunft des Tierarztes Dr. Sieder. Überpünktlich fährt der Veterinär mit seinem Wagen vor und das geplante medizinische Vorsorgeprogramm kann starten. Im OP liegen Stricke, Handschuhe, ein Mikroskop, Handlampen, Probenbecher und viele andere Untensilien bereit.
Schapi döst derweil in seiner Box auf dem gemütlichen Strohlager und scheint vollkommen unbeeindruckt von dem Treiben um ihn herum. Dr. Sieder bereitet nun in großer Ruhe sehr routiniert die Narkose vor. Um 8.14 Uhr bekommt der Patient seinen ersten Narkosepfeil verabreicht und 45 Minuten später liegt Schapi sanft entschlummert auf dem Boden seiner Box.
Dann wird der schlafende Bär vorsichtig auf ein Tragetuch gehieft. Ächzend schleppt das Team Schapi dann in den OP. Reibungslos geht da die Untersuchung dann von statten. Röntgenaufnahmen vom Kiefer und von der Hüfte werden gemacht und Proben vom Kot, dem Blut, der Haut und den Haaren entnommen. Höhepunkt der Behandlung ist das Entfernen der kaputten Wurzel des linken, unteren Reißzahnes. Keine einfache, aber eine notwendige Aufgabe. Nach wenigen Minuten ist auch das überstanden.
Jetzt ist der große Moment gekommen. Schapi wird auf dem Tragetuch liegend in sein neues Reich gebracht. Um 9.45 Uhr wird das Tuch unter ihm weggezogen und er bekommt eine Aufwachspritze. Damit er beim Aufwachen nicht strauchelt und hinfällt ist er ringsum in Strohballen eingepackt. Eine Viertelstunde später sitzt er schon neugierig schnüffelnd auf seinem Hinterteil, da er noch etwas wackelig auf seinen Beinen ist.
Er scheint aber schon sehr interessiert an seiner neuen Umgebung. Wenige Stunden später schon marschiert er trotz seiner Blindheit mit festen Schritten und großer Sicherheit durch das Gelände, als sei er noch nie woanders gewesen.
Diese erfolgreiche Untersuchung wird gekrönt durch die erfreuliche Nachricht des Tierarztes, daß Schapi für sein Alter von 22 Jahren durchaus als kerngesund bezeichnet werden darf.






Wir hoffen das natürlich sehr, denn dann wird das Logo des Wolf- und Bärenparks, dank der Schmieder´schen Agentur der Württembergischen Versicherungen aus Schapbach, über die Grenzen des Schwarzwaldes hinaus getragen werden, wenn nicht sogar bis in die Bundesliga!
Wenn das nicht eintrifft hat die AH-Rige vom SV Schapbach um ihren Vorsitzenden Uwe Weis, immerhin ein schönes Trikot und werben gleichzeitig für ein vorbildliches Projekt in ihrer Heimatgemeinde.
Wir sagen Danke zu Ralf Schmieder und Uwe Weis für die Unterstützung und wünschen der Mannschaft viel Erfolg!

Seit ein paar Tagen herrscht reges Treiben in der großen Freianlage. Yurka und Leoni haben beschloßen sich ein neues Eigenheim zu errichten. Ausdauernd und offensichtlich planvoll arbeiten sich die beiden Damen in den Hang vor. Mit ihren Tatzen, die sie sehr geschickt als Schaufeln benutzen, werfen sie die Erde in großen Portionen aus den Löchern hinter sich. Nach wenigen Tagen ist Yurka schon ganz in ihrem Neubau verschwunden. Ob sie sich jetzt wohl um die Inneneinrichtung kümmert? Leider können wir das nicht sehen.
Ganz klar ist auch nicht, warum die beiden sich gerade jetzt, mitten im Juli, entschlossen haben sich eine Höhle zu bauen. Vielleicht liegt es am kühlen Sommer, der sich seit Jahresbeginn über dem Schwarzwald mit Regen und Wind breitgemacht hat. Das wäre es schon ein guter Grund, sich nach einer gemütlichen, warmen, dunklen Höhle zu sehnen.
Abzuwarten bleibt noch, ob Yurka und Leoni im Spätherbst ihre neuen Behausungen auch für die wohlverdiente Winterruhe herrichten und ob dann Leoni sich wieder gemeinsam mit ihrer Schwester Kaja dort niederläßt.
Wir werden die beiden weiterhin aufmerksam beobachten und wieder berichten was sich getan hat. Weiterlesen klicken, für das Video.

Es ist Mai und die Brunft der Bärinnen ist zeitlich gesehen auch die Hochzeit. Je nach Alter und Herkunft kann diese Zeit, der Fachmann sagt dazu „Bärigkeit“, einen Monat andauern. Während dieser Zeit sind die Bärenmänner ganz besonders aufgeregt. Stellen sie doch durch die Nase, den sogenannten „Zungentest“ fest, wie weit die Gefügigkeit der Bärinnen ist. BEAs Ausscheidungen wurden von BODO sehr genau untersucht und immer wieder testete er, ob sie nicht bald brünftig ist. Doch scheinbar verzögert sich die "Bärigkeit" durch die kürzlich erfolgte Betäubung und stellt sich später ein.
BODO ist noch ein zeugungsfähiger Bärenmann. In Senftenberg wusste nur die Tierpflegerin, dass er diesbezüglich nie behandelt wurde. Warum in den letzten 15 Jahren kein Nachwuchs kam, ist unerklärlich, denn bei Bären stellt das Geschwisterverhältnis nicht unbedingt eine Barriere da. Ist BODO möglicherweise zeugungsunfähig? Das könnte durchaus sein, denn in den kleinen Tiergärten hat man oftmals wegen der Attraktivität die Zucht kleiner Bärchen zugelassen, auch unter Geschwistern! (aktuelles Beispiel dafür der Bärennachwuchs in Trippsdrill )
Wir wissen es noch nicht. Deshalb haben wir Bodo eine 1,5 ha große Anlage zur Verfügung gestellt um zu beobachten, wie er sich auf die Bärinnen in der Nachbaranlage verhält. Natürlich bleiben wir unserer Stiftungsphilosophie, keine Bären in Gefangenschaft zu züchten treu und deshalb sind Kastration oder Sterilisation ein Muss.
Seit der Übernahme der drei Senftenberger Bären, liegen bereits weitere drei Anfragen zur Aufnahme von insgesamt fünf Bären auf dem Schreibtisch. Wo soll das noch hinführen… ?
Also BODO wurde von BEA und BIGGI getrennt. Die Schwestern teilen sich schon nach einer Woche Schwarzwaldluft eine WG auf 6,5 ha mit den Bären BEN, der berühmten JURKA und den beiden ehemaligen Zirkusbärinnen LEONI und KAJA. Zu diesem Thema erfolgt noch ein gesonderter Bericht.
BODO hat also ein Revier der Sonderklasse mit einer Bärenhöhle, in der BEN vergangenen Winter mal locker 4,5 Monate Winterruhe gehalten hatte. BODO stehen ein Tränketrog mit Schwarzwälder Naturquellwasser, ein Jungfichtenwäldchen, ein Birkenwäldchen und saftige Grasflächen zur Verfügung. Eine Hanglage vom aller Feinsten mit einer Vielfalt von Kleingetier und leckeren Kräutern. BODOs Hauptbeschäftigungen belaufen sich darauf, den 70 m Bachwasserverlauf umzugraben und in den moorastigen Stellen die leckersten Wurzeln zu finden, Steine von bis zu 150 kg zu drehen, Würmer zu suchen oder alte verrottete Holzstücke feinstens zu zerbröseln, um alle Leckereien darin zu finden. Völlig relaxt vergisst der Bursche seine Schwestern und inspiziert sein Areal mit allen Bärenmanieren. Er stellte sich an den Fichten auf und kratzt die Rinde ab, um dann seinen ganzen Körper daran zu reiben und seine Duftmarken zu hinterlassen. Zwischendurch mal ein Nickerchen und stirnrunzelnde Falten, die den Anschein erwecken, als überlegt er, was er noch so alles anstellen könnte.
Da gibt es ja noch die Höhle mit den Duftstoffen eines Nebenbuhlers. Na dann – nichts wie ran! Einen ganzen Tag lang hat der gute BODO alles was nach BEN roch aus der Höhle ausgeräumt. Schon am Abend saß er genüsslich auf dem Höhlenhügel um sich dort das saftige Gras schmecken zu lassen.
Sehr zufrieden und weit hörend schnarcht er dann ganz gemütlich in der Nähe des Wassertroges, um möglichst keine Fütterung zu verpassen. Allerdings finden diese nie zu gleichen Zeit und auch nicht an einem festgelegten Ort statt, sondern das Futter wird weitläufig verstreut bleiben. So kommt BOBO in den Genuss abwechslungsreicher Natur- Erlebnisse.



