Am Sonntag fand dieses Jahr unser BaRiScha-Tag statt, an dem alle Einwohner aus Bad Rippoldsau-Schapbach freien Eintritt in unser Projekt hatten. Bei Infostand, verschiedenen Themenführungen und Kinderquiz konnten die Bewohner des Tals unser Wildtierschutzprojekt erforschen. Bei strahlendem Sonnenschein und guter Laune wurden Bär, Wolf und Luchs ausgiebig beobachtet. Wir bedanken uns für das Interesse, die rege Teilnahme, gute Gespräche und natürlich auch bei allen, die ehrenamtlich mitangepackt haben!
na, bei uns ist dieses Wochenende vielleicht was los. Überall wuseln fleißige Helfer umher, tragen Material und Werkzeuge von A nach B und bohren und hämmern, was das Zeug hält. Viele kenne ich schon. Die waren schon oft hier, wenn es etwas zu helfen gab. Andere sind zum ersten Mal dabei. Elan haben sie alle mitgebracht. Zum Glück müssen wir Bären nicht mitmachen. Wir können dem Treiben in aller Ruhe zusehen und die herrliche Frühlingssonne geniessen. PEDRO äugt die ganze Zeit nach dem Bagger, der unten an der Eingewöhnungsstation arbeitet. Ich glaube, er würde ihn gern ausprobieren. Das bekäme dem Bagger aber bestimmt nicht gut. PEDROs technisches Verständnis reicht nur von abgebrochen bis kaputt. ASUKA und POPEYE sind die großen Maschinen wohl eher unheimlich. Nach einigen kurzen Blicken verzogen sie sich lieber in den Wald und toben dort umher. PARDO bekommt von dem ganzen Spektakel nicht viel mit. Fast taub und blind zu sein, kann auch von Vorteil sein. Nur den Rehbraten, der uns gestern serviert wurde, den hat er sofort erschnuppert und sich gesichert. Was Gutes zu futtern entgeht ihm selten. Vom ganzen Zusehen beim Arbeiten bin ich jetzt ganz schön müde geworden. Ich glaube, es ist Zeit für ein Nickerchen.
Ciao und grüß Gott, liebe Leute! Zeit kann man nicht einfangen, aber Momente festhalten, die uns an eine ganz besondere Zeit erinnern, ist durchaus drin. Daher freue ich mich jedes Mal aufs Neue wieder tierisch auf die Fototage. Letztes Wochenende war es endlich wieder so weit. Viele altbekannte und zahlreiche neue Gesichter legten sich auf die Lauer, um mich, meine Artgenossen und die anderen Vierbeiner zu fotografieren… nur die anderen Vierbeiner? Nein, auch Rotmilane, elegant im kreisenden Tiefflug, und etliche weitere, bärenstarke Motive boten sich den Fotografinnen und Fotografen.
Und so freue ich mich über Bilder von JANA, wie sie sich am Baum schuppert. Ganz entspannt nach guter alter Balu Manier. Oder JULIJA, die seelenruhig unter einer kleinen Fichte liegt und sich durch nichts, aber auch gar nichts aus der Ruhe bringen lässt. Worauf ich auch gespannt bin, ist der Augenblick, in dem ELA beim Trinken aus dem Bach ihre MitBÄRwohnerinnen tief in die Augen blickt. Könnt ihr euch vorstellen, was das für ein Moment ist, wenn euch ein Luchs so ansieht? Dank des leidenschaftlichen Einsatzes der vielen Fotograf_Innen ist das möglich!
In diesem Sinne haltet die Ohren steif und gehabt euch wohl!
Heute fand ein bärenstarker Arbeitseinsatz bei uns im Alternativen Bärenpark Worbis statt. Gut 50 fleißige kleine und große Helfer_Innen packten mit an. Alle ehrenamtlich, alle für die Tiere. Dank der großartigen Unterstützung der Freiwilligen konnten einige Baustellen in Angriff genommen werden. Von 8:00 bis 17:00 Uhr hieß es mit schier unermüdlicher Motivation: Anpacken für den Tierschutz!
Wir sind glücklich, dass unsere CONNY weiterhin wohlauf ist. Dafür ist die tägliche Medikamentengabe unerlässlich. Aktuell bekommt die betagte Bärenoma das Blutdruckmedikament Ramipril, damit ihr Herz und Hirn weiterhin bärenstark bleiben. Neben Conny, sind auch viele andere unserer Schützlinge auf Medikamente angewiesen. Wenn ihr uns bei der medizinischen Versorgung unterstützen wollt, dann spendet gern über folgenden Link:
Es muss nicht immer alles spektakulär, witzig oder ausgefallen sein. Manchmal reicht es aus, wenn eine Hand eine andere berührt – oder in dem Fall eine Tatze. Vielen Dank an Sylvia Birner für diesen einfach nur schönen Moment zwischen ARTHOS und AGONIS.
Es muss nicht immer alles spektakulär, witzig oder ausgefallen sein. Manchmal reicht es aus, wenn eine Hand eine andere berührt – oder in dem Fall eine Tatze. Vielen Dank an Sylvia Birner für diesen einfach nur schönen Moment zwischen ARTHOS und AGONIS.
so richtig wie Frühling fühlt es sich eigentlich nicht an. Kühl ist es und morgens ganz schön neblig. DAGGI und PARDO scheint das aber nicht weiter zu stören. Sie kullern bereits über den mit Laub bedeckten Waldboden. Erstaunlich, dass der fast blinde und taube PARDO so sicher zu seiner DAGGI findet, auch wenn sie ihn manchmal foppt, indem sie ihm davon hüpft. Der Geruchssinn leitet ihn und der ist bei uns Bären nun mal unübertroffen. Auch PEDRO wird allmählich ein bisschen zugänglicher für bärige Balgereien. Dafür lässt er selbst sein komisches Höhlenbauprojekt links liegen. Selbst KATJA scheint ein wenig Frühlingsgefühle zu hegen. Himmelt die doch durch den geschlossenen Verbindungstunnel meinen PEDRO an! Na, der hab ich aber die Meinung gebrummt! Von PEDRO hat sie gefälligst ihre Tatzen zu lassen.
Ciao und grüß Gott, liebe Leute! Eines der wichtigsten Dinge für Weiterentwicklung ist es, voneinander zulernen. Ich habe einst von den Wölfen gelernt, dass wo Vögel im Himmel kreisen, meist auch Futter auf der Erde ist. Was sich auch auf andere Tiere anwenden lässt. So war ich mir ziemlich sicher, dass es was spannendes zu sehen gab, als die drei Jungbären voll fasziniert am Zaun hingen. Sie beobachteten ihr NachBärinnen JANA und JULIJA, die neben an ihre ersten Schritte in der Freianlage unternahmen. Also suchte ich mit einem anderen Blickwinkel, um besser sehen zu können.
Und es war wirklich sehr spannend. Denn JANA war gerade dabei, den Schritt aus der Eingewöhnungsstation in die Freianlage zu wagen. Die Grünkutten hatten zur Orientierung eine Futterspur gelegt. Dieser ging die litauische Bärin auch nach, nur ließ sie sich dabei Zeit. Ganz viel Zeit. Ewig.
Doch Geduld ist ja auch eine Tugend und so beobachtete ich weiter, wie sich JANA Zentimeter für Zentimeter fortbewegte. Mit den Zehen noch in der Eingewöhnungsstation, streckte sie sich wie ein Dackel unter den Schieber durch. Und als sie es endlich geschafft hatte, gab es kein Halten mehr. Wie begeistert sie über die große Anlage war! Und über die Steine, die Bäume, den Pool. Wie sie alles untersuchte, kleine Sprints hinlegte, ausgelassen badete und mit Wasser spritzte und markierte…
Es ist immer wieder schön zu sehen, wenn Tiere mit solch einer schrecklichen Vergangenheit ihr neues Leben antreten. Wer also ein wenig Hoffnung braucht – Hier ist sie.
In diesem Sinne haltet die Ohren steif und gehabt euch wohl!
Nachdem ein Mensch im Trentino nach einem Zwischenfall mit dem Bären JJ4 ums Leben kam, ist nun eine Abschusserlaubnis erteilt wurden. Eine öffentliche Diskussion? Nein, Emotionen, Anfeindungen, Äußerungen in sämtliche Richtungen entfachen sich aktuell zu einem Konversationsfegefeuer. Dabei muss gerade ein solcher Fall mit Verstand und Nüchternheit aufgearbeitet werden. Zeit für einen Faktencheck!
1 | Der Bär ist ein heimisches Wildtier und hat nicht nur eine Daseinsberechtigung in Mitteleuropa, sondern erfüllt eine wichtige Funktion für das Ökosystem. 2 | Ein verhaltensauffälliges Tier zu erschießen darf kein Tabu sein. 3 | Menschliche Siedlungen gilt es zu schützen. 4 | Den natürlichen Lebensraum der Tiere gilt es zu schützen. 5 | Der Bär JJ4 war bereits in der Vergangenheit auffällig. 6 | JURKA, JJ1 [BRUNO], sowie die seine Geschwister waren auffällig. 7 | JURKA, JJ1 – JJ5 wurden von Menschen angefüttert, wodurch sie verhaltensauffällig wurden. 8 | Das Gebiet, in dem sich der Vorfall ereignete, ist bekannt als Bärenterritorium.
Fazit | Der Tod eines Menschen ist das Schlimmste, was hätte passieren können. Doch auch wenn die Emotionen überkochen, darf eine rationale Fehleranalyse nicht verdrängt werden. Dies führt dazu, dass es nicht mehr um den verstorbenen Andrea Papi oder den Bären JJ4 geht, sondern um Meinungen zu vertreten. Dem Jogger Fahrlässigkeit und dem Tier Mordabsichten anzudichten, ist falsch. Auch hat weder die Politik, noch das Team aus dem Trentino noch sonst jemand Schuld an dem Vorfall. Es war ein Unfall, der schon vor Jahren hätte passieren können, aber vielleicht auch niemals. Es ist ein tragisches Ereignis, doch es darf nicht zu einer Hetzjagd werden, weder seitens der Bärengegner noch Befürworter. Letztlich gibt es steht die Daseinsberechtigung der Bären in Europa nicht zur Debatte. Die Frage ist nur, wie wir als Gesellschaft damit umgehen, auch besonders in Perspektive auf die Rückkehr der Bären nach Deutschland. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird JJ4 zeitnah erlegt werden. An diesem Punkt darüber zu streiten mag zwar zunächst der Impuls sein, doch wichtiger ist es, daraus zu lernen. Aufklärung, Prävention, Management, dies alles gilt es auf Aktualität zu überprüfen, um zukünftige Fehler zu vermeiden. Denn Fakt 9 und somit der letzte: der größte Fehler war es, die Bären damals überhaupt erst auszurotten.