„Freianlagen? Wir vermeiden bewusst den Begriff „Gehege“. Damit verbinden wir eine veraltete Form der Tierhaltung. Unter einer Freianlage verstehen wir großzügig bemessene, naturnahe Anlagen.“ Über dies und vieles mehr spricht unsere Projektleiterin Sabrina Reimann im beliebten Schwarzwald Podcast:
Ciao und grüß Gott, liebe Leute! Was war das für ein Gehämmer und Geklopfe auf meinem Dach in letzter Zeit. Verschlafen merkte ich dann – es war der Regen. Genau, anhaltender Regen, der die liebliche Schwarzwälder Schneepracht in gefährliche Wassermassen verwandelt. Kein Wunder also, dass die Grünkutten ständig am schauen, sichern und vorbereiten sind. Nur zu gut kann ich mich an die Überschwemmungen der letzten Jahre erinnern.
Doch dank des fleißigen, unermüdlichen Einsatzes meiner Zweibeinerfreunde können wir Vierbeiner unbesorgt bleiben. Ich hatte nur einen kleinen, sorgenvollen Moment, als ich merkte, dass zwei oder drei Wassertropfen den Weg in meine Höhle gefunden haben. Aber glücklicherweise blieb es danach trocken, also wirklich kein Grund zu Beunruhigung. Als ich mir meine Beine vertrat, habe ich gesehen, dass auch meine Artgenossin KAJA einen kleinen Spaziergang im schwindenden Schnee unternommen hat.
Wird das nun das Ende des Winters sein?
Passt jedenfalls auch euch auf und gehabt euch wohl!
Haben die Tiere einen Sender, oder wie findet ihr ein krankes oder gar totes Tier im Gelände und wie wird es dann gesichert? Heulen die Wölfe jede Nacht?
Ciao und Grüß Gott, liebe Leute! Tja, bald hilft schippen nicht mehr viel, dann müssen wir wohl Tunnel in den Schnee graben. Aber die Grünkutten kämpfen sich weiterhin tapfer durch die weißen Massen, begleitet von den liebevollen Gesängen der Wölfe.
Ja, so ein wölfischer Männerchor hat schon etwas Andächtiges an sich. Übrigens, mich würde mal interessieren, wie weit man die Jungs und ihr Geheule im Tal hört. Kann mir vorstellen, dass ihre Stimmen ein ganzes Stück schallen. Könnt ihr sie hören?
Jedenfalls, ansonsten ist es recht ruhig in unserem Tierschutzprojekt. Nur die Jungbären aus Albanien stöbern dann und wann durch die verschneiten Anlagen. Was natürlich Kraft kostet. Kein Wunder, dass sie immer noch Heißhunger auf Nüsse haben. Wer meinen jugendlichen Artgenossen eine Freude machen will, kann gerne eine kleine nussige Spende bei den Grünkutten abgeben.
Auch, wenn es recht spaßig aussieht, wie sie so herumtollen, kriegen mich keine zehn Pferde aus meiner gemütlichen Winterhöhle. Aber, dass man bei solchem Wetter dann doch lieber ein bisschen Energie spart werden sie bestimmt auch noch lernen.
In diesem Sinne haltet die Ohren steif und passt auf euch auf!
Wie bekommen einzelne Tiere in unseren großen Freianlagen gezielt Medikamente? Welche Auswirkung hat die Abwesenheit von Besuchern auf die Vierbeiner? Ihr habt uns eure Fragen gestellt, die wir sehr gerne beantworten.
Heute der erste Teil mit unserem Tierpfleger Leander.
Mit bemerkenswerter Inbrunst arbeitet Braunbärin DORO seit Wochen an ihrer Höhle. Mal buddelt sie wie wild am Eingang, mal ist sie ganz verschwunden und man sieht nur Erde aus dem Loch fliegen. Ob und welchen Plan sie damit verfolgt, weiß nur sie allein. Es erinnert jedenfalls stark an die ersten Höhlenbauversuche von PEDRO. Auch seine ersten Projekte wirkten recht übereifrig und ziellos, doch mittlerweile ist er ein wahrer Baumeister geworden.
Wir sind schon sehr gespannt auf DOROs weitere Entwicklung. Doch zunächst muss sie wohl noch einiges lernen, denn dank ihres Tatendrangs hat sie die Höhle so weit ausgegraben, dass daraus nun ein Tunnel geworden ist, der unter dem Baum durchführt.
Wir freuen uns sehr, dass die Ex-Zoobärin mit solch jugendlicher Motivation ans Werk geht und immer wieder neue Fähigkeiten erlernt.
Ciao und grüß Gott, liebe Leute! Nach dem vielen Schnee der letzten Woche kann ich euch jetzt diese Woche sagen - das war noch gar nichts! Unser Projekt erinnert dieser Tage an eine riesige Schwarzwälder Kirschtorte, bei all der weißen Pracht. Wenn ich die Grünkutten dieser Tage sehe, dann immer nur mit Schippe am Schippen. Und wenn selbst die beiden niemals müden Jungbären AGONIS und ARIAN die Tage in ihren Höhlen verbringen, dann könnt ihr euch vorstellen, wie viel Schnee hier liegt.
Somit sind dann alle Bären in ihren Höhlen. Wirklich alle? Nein, einer wandert dann doch noch durch Freianlagen. Unser lieber ARTHOS. Denn in seiner Steinhöhle hat sich eine heißblütige Französin eingemietet. FRANCA hat dem jungen Albaner die Bleibe streitig gemacht. Aber ist okay, denn wenn man bedenkt, in welch schauderhaftem Kerker die Arme jahrelang hat hausen müssen, gönne ich ihr einen Winter in der gemütlichen Steinloft. Unser ARTHOS ist jung und clever genug, der findet schon ein neues Zuhause.
Ciao und grüß Gott, ihr Lieben! Ach, herrlich, dieses Schwarzwälder Winterwunderland. Schnee, Eis, schön kühle Temperaturen, bei solchem Wetter lobe ich mir meine wohlige Winterhöhle. Wie schaut es da bei euch aus? Zieht ihr wie ich ein warmes Plätzchen im Trockenen vor oder tobt ihr doch lieber im Schnee umher wie AGONIS und ARIAN. Junge, Junge, wenn ich mir die beiden so ansehe könnte man meinen, es würde nur wegen ihnen schneien. Ich kann mich noch gut an die Zeit erinnern, als sie nach ihrer Rettung als Welpen hier in unserem Bärenrefugium ankamen und mit welchem endlosen Elan sie den ersten Winter hier verbrachten. Man hat sie ja nur im Schnee herumtollen sehen. Wie rasant doch die Zeit vergeht. Jetzt sind sie (fast) gestandene Bärenmänner und… toben immer noch in der weißen Pracht.
Weniger stürmisch und umso bedachter zeigt sich Wölfin GAIA dieser Tage. Oder viel mehr dieser Nächte. Denn die junge Vierbeinerin traut sich immer weiter durch den Schieber durch in die benachbarte Anlage. Eigentlich geht sie schon fast ganz durch, nur beim letzten Schritt bleiben ihre Hinterbeine wie festgenagelt stehen.
Typisch Wolf, wenn ihr mich fragt. Von den Graupelzen könnt ihr lernen, was Vorsicht heißt.
In diesem Sinne haltet die Ohren steif und gehabt euch wohl!
Die Tage sind kurz, es ist kühl und unser Tierschutzprojekt ist mit leichtem Schnee bedeckt – während die Bären vorwiegend in ihren Höhlen überwintern, ist nun die Jahreszeit der Wölfe. Gelassen streifen sie durch die Freianlagen, ziehen ihre Bahnen durch den verschneiten Wald. Dabei sind äußerst spannende Beobachten möglich.
Da ihr leider derzeit unser Projekt nicht besuchen könnt, möchten wir euch aber dennoch daran teilhaben lassen. Hoffentlich, können wir solche Momente im nächsten Winter wieder gemeinsam erleben.
Bei Wildtieren spielen sich viele spannende Szenen nachts ab, in der Abwesenheit von Menschen. Ganz besonders bei den scheuen Wölfen ist dies der Fall. Die Wildkamera-Aufnahmen von GAIA zeigen ganz deutlich, wie misstrauisch und vorsichtig Wölfe wirklich sind. Das Video dokumentier, wie die Fähe zum ersten Mal durch einen Schieber geht, durch den die Freianlagen miteinander verbunden sind.
Für den Vierbeiner ist es wichtig, diese Schleusen passieren zu können, um von einer Anlage in die andere zu kommen.
Wir freuen uns sehr darüber, dass GAIA dies Schritt für Schritt lernt. Wichtig dabei ist, dass sie ihr eigenes Tempo dabei wählt – und den Zeitpunkt. Der, wie man sieht, vorzugsweise nachts ist.
PS sind das eigentlich Blitze im winterlichen Schwarzwald? Nein, es sind andere Wildkameras, die Aufnahmen von einem anderen Winkel machen. Was man als Blitze wahrnimmt, sind also Infrarotstrahler.
Haltet die Ohren steif und passt auf euch auf! Eurer Team vom Projekt SCHWARZWALD