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Wildbär JJ1 alias BRUNO 2006
BRUNO 2006

Heute vor 12 Jahren ereignete sich wohl eines der gravierendsten Dramen in der jüngeren deutschen Geschichte in puncto Wildtiermanagement. Damals wurde der Wildbär JJ1, besser bekannt als BRUNO, im Auftrag der Bayrischen Landesregierung erschossen. Er wanderte von Italien ein und war der erste frei lebende Braunbär seit 171 Jahren, der deutschen Boden betrat. Entgegen der Warnung seitens der STIFTUNG für BÄREN und einigen anderen Tierschutzorganisationen, wurden keine Präventionsmaßnahmen getroffen, obwohl Deutschland seit längerem als Bärenerwartungsland gegolten hatte – und immer noch gilt. Mittlerweile sind über zehn Jahre vergangen und an der Situation hat sich nicht viel geändert. Nach wie vor ist die Braunbärpopulation in den an Deutschland grenzenden Ländern stabil und expansiv. Letztlich ist es nur eine Frage der Zeit, bis ein Bär in die Republik einwandert. Doch trotz des tragischen Zwischenfalls in Bayern und der erneuten Warnung der STIFTUNG hat sich kaum etwas getan.

Ein Team der STIFTUNG für BÄREN ist aus diesem Grund derzeit auf einer zehntägigen Reise, um Wildtierzentren im Balkan zu besuchen. Ziel der Aktion ist es, eine internationale Zusammenarbeit zu festigen und somit ein effektives, Grenzübergreifendes Wildtiermanagement realisieren zu können. Dadurch sollen Präventionsteams geschaffen werden, die Probleme mit Wildtieren nicht nur lösen, sondern vor allem im Vorfeld entschärfen, idealerweise vermeiden sollen. Im Rahmen der Konferenz Heimisch! Wild! Real! [Hier geht's zur Anmeldung] der STIFTUNG soll das europaweite Netzwerk gestärkt werden.

Der Bärengedenktag weist zum einen an die Verantwortung eines Industriestaates gegenüber Wildtieren und erinnert zum anderen an das Versagen der Vergangenheit.

 

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