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Am 19.3.2007 war die Braunbärin Shirley des Zirkus Luna während eines Spaziergangs an der Leine bei Hann. Münden ausgerissen. Die Extratour der Bärin stellte nicht nur eine Gefahr für Menschen dar, sondern bedeutete auch einen enormen Stress für das Tier. Dennoch wurde die Einfangaktion im hr3 ?maintower? und im Sat.1 ? News verniedlicht und...

Am 19.3.2007 war die Braunbärin Shirley des Zirkus Luna während eines Spaziergangs an der Leine bei Hann. Münden ausgerissen. Die Extratour der Bärin stellte nicht nur eine Gefahr für Menschen dar, sondern bedeutete auch einen enormen Stress für das Tier. Dennoch wurde die Einfangaktion im hr3 ?maintower? und im Sat.1 ? News verniedlicht und teilweise falsch kommentiert.

Die Bärin Shirley, zuvor mit Waffen von der Polizei in Schach gehalten und später an zwei Stricken festgebunden, wird mit insgesamt vier Narkosespritzen sediert, denn die Bärenhalter sind nicht in der Lage, die Bärin in den Zirkus zurück zu führen.
Hr3 kommentiert die Aktion so: ?Die Bärin muss ein bisschen schlafen.?

Augenzeugen wiederum sind entsetzt ob der vier notwendigen Spritzen und bedauern das Tier, das sich zwischen zwei Stricken windet und panisch ist.
?Ein gestresstes Tier in Narkose zu legen, ist sehr schwer. Aufgrund des erhöhten Adrenalinspiegels ist eine genaue Dosierung des Narkosemittels kaum möglich. Außerdem bedeutet jede Sedierung ein Risiko für das Tier?, so Uwe Lagemann, Leiter des Bärenparks Worbis.

Während die Bärin anschließend in ihren tristen Käfig zurückgeführt wird, springt Artgenossin Betty, innerhalb des Käfigs mit einer sehr kurzen Kette angebunden, nervös auf der Stelle ? eine typische Verhaltensstörung bei Bären in Gefangenschaft und in Stresssituationen.
Der Kommentar beider TV-Sender: ?Betty hat sich tierisch (über die Rückkehr ihrer Artgenossin)gefreut.?

Mit keiner Silbe wird über die Qual und die kritikwürdigen Haltungsbedingungen von Wildtieren in Zirkussen berichtet. Z.B., dass die Zirkusleitlinien fordern, dass ein Bär täglich sechs Stunden mindestens 75 m? gesicherten Auslauf benötigt. Doch wer beaufsichtigt einen Bären sechs Stunden lang in einem schnell zusammen gezimmerten Auslauf? Alternativ geht man mit einem Bären an der Leine spazieren und gefährdet so Mensch und Tier.
Zirkusbesucher wiederum, die einen Tag zuvor die Vorstellung im Zirkus Luna besucht haben, melden der STIFTUNG FÜR BÄREN entsetzt von der brutalen Zurechtweisung der Bärin Shirley, die ihren Auftritt abbrechen wollte, nachdem sie mit dem Roller gestürzt war.

Seit Jahren protestiert die STIFTUNG FÜR BÄREN gegen die Haltung von Wildtieren in Zirkussen und fordert ein entsprechendes Verbot. Immerhin gab es bereits 2002 erste positive Zeichen in Form einer Bundesratsinitiative, die vom Bundesland Hessen gestartet wurde.
Um den Wildtieren künftig diese Qualen zu ersparen, sind Aufklärung und Proteste notwendig. Eine ins Lächerliche gezogene Berichterstattung, die die Würde des Tieres mit Füßen tritt, ist da wenig hilfreich. (ML)
Posted: 2007-03-21 12:06:40

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