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Bärenkonferenz in Freudenstadt

12.-14. Oktober- Bärenkonferenz

 

Heimisch! Wild! Real!

Wolf, Luchs und Bär sind Prädatoren, die in unseren Breitengraden einst heimisch waren. Sie stellten einen elementaren Bestandteil unseres Ökosystems dar. Über hundert Jahre lang galten sie als ausgerottet. Allmählich kehren Wolf und Luchs wieder zurück, auch in puncto Braunbär ist es nur eine Frage der Zeit. Obwohl sich die Population in der freien Wildbahn positiv entwickelt, werden Zuchtprogramme in zoologischen Einrichtungen und Tiergärten weiterhin fortgesetzt. Allerdings sind die Erfolge jener Programme in Bezug auf den Artenschutz der drei großen Beutegreifer in den letzten ... mehr gibt es auf der Detailseite.

Termin: 12. bis 14.10.2018 
Beginn: Freitag, 16.00 Uhr

Zur Konferenzübersicht

Vor einem Jahr, unmittelbar nach dem ?ordentlichen? Abschuss von Bär Bruno, am 26. Juni 2006, rief die STIFTUNG FÜR BÄREN den Bärengedenktag aus. Außerdem fordert die Stiftung von Bund und Ländern mehr Aufklärung über die Notwendigkeit einheimischer Beutegreifer wie Bär, Wolf und Luchs und deren uneingeschränkten Schutz.
Der inzwischen erstellte...

Vor einem Jahr, unmittelbar nach dem ?ordentlichen? Abschuss von Bär Bruno, am 26. Juni 2006, rief die STIFTUNG FÜR BÄREN den Bärengedenktag aus. Außerdem fordert die Stiftung von Bund und Ländern mehr Aufklärung über die Notwendigkeit einheimischer Beutegreifer wie Bär, Wolf und Luchs und deren uneingeschränkten Schutz.
Der inzwischen erstellte Managementplan für Bären in Bayern bedarf einer Konkretisierung

Zur Erinnerung:

Vor einem Jahr tapste nach über 170 Jahren vermutlich bärenfreies Deutschland Bär Bruno durch Bayern. Anfänglich hieß ihn Deutschland willkommen. Doch nachdem sich der junge, lernfähige Bär nahm, was vor ihm nicht geschützt wurde, reagierte die Verwaltung kopf- und vor allem planlos. Einen Wildtier-Managementplan, der entsprechende Präventiv- und Aufklärungsmaßnahmen ebenso vorsieht wie die Entschädigungen für Besitzer von geplünderten Stallungen und Weiden gab es nicht.
Obwohl man in Nachbarländern gut mit Meister Petz leben kann, war man in deutschen Landen über das Gebaren des Beutegreifers überrascht, entsetzt und vor allem wütend.
Dabei war die Ankunft des ersten Bären in Deutschland gar nicht überraschend, sondern man rechnete damit. Trotzdem gab es keine Vorbereitungen zum Schutz von Weidetieren oder eine entsprechende Öffentlichkeitsarbeit.
Nur wenige Wochen nach seinem Auftauchen, am 26. Juni in der Frühe, wurde Bruno wegen seiner ihm diagnostizierten Gefährlichkeit abgeschossen und Deutschland war wieder bärenfrei.

Managementplan ?Braunbären in Bayern? aus der Wühlkiste

Seit April 2007gibt es nun einen Managementplan, deren Erstellung auch die STIFTUNG FÜR BÄREN eindringlich gefordert hatte und dazu bereits im November 2006 gemeinsam mit der Hochschule für Angewandte Wissenschaften und Kunst Göttingen (HAWK) ein internationales Bärenforum einberief. Hier wurde mit Fachleuten über ein Wildtiermanagement zum Schutz für Bär, Wolf und Luchs beraten.

Für die Erstellung des Bärenkonzeptes für das Bundesland Bayern unter Federführung des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz brauchte man jedoch die Bärenfachleute nicht.
Dieser Managementplan der Stufe 1 berücksichtigt vorerst nur den Umgang mit zu- und durchwandernden Einzeltieren und ist derart gestaltet, dass Bruno, käme er noch einmal zurück, wiederum gnadenlos abgeschossen werden dürfte. Bruno gehört nach aktueller Einstufung zu den E-Bären ? ENTFERNEN. Das Entfernen ist dabei lt. Plan ?ultima ratio? (letztmögliche vernünftige Entscheidung), über die dann mindestens (nur) DREI Mitglieder der Eingreiftruppe, nachdem alle Vergrämungsmaßnahmen gescheitert sind, befinden. Bleibt zu hoffen, dass diese Vergrämungsmaßnahmen nicht vergleichbar sind mit den angeblichen Vergrämungsmaßnahmen, mit denen Bruno von menschlichen Siedlungen dauerhaft fern gehalten werden sollte. Es gab nämlich keinerlei Vergrämungsmaßnahmen, dafür das schnelle ENTFERNEN.

?Gerissenes Vieh zählt eben mehr als die Rückkehr des Bären nach Deutschland?, so Rüdiger Schmiedel, Geschäftsführer der STIFTUNG FÜR BÄREN. ?Es ist unsinnig, dass das von Beutegreifern gerissene Vieh, das überschaubar ist, Deutschland in das wirtschaftliche AUS befördern würde. Schon lange nicht mehr überschaubar ist dagegen die tägliche Tierquälerei in den Massentierhaltungen und Tiertransporten?, ärgert sich Schmiedel.

Heimkehrer Bär macht keinen Bogen um Deutschland

Mit großer Wahrscheinlichkeit wird es weitere Bären geben, die vor Deutschlands Grenzen nicht halt machen. Erst vor wenigen Wochen ist nach zwei Jahren wieder ein Bär in der Schweiz, im Raum Zernez, gesichtet worden.
Die STIFTUNG FÜR BÄREN fordert deshalb mehr Akzeptanz und Toleranz für Bär, Wolf und Luchs und von Bund und Ländern entsprechende Aufklärungs- und Schutzmaßnahmen und kritisiert die lapidaren Aussagen im Managementplan zur Öffentlichkeitsarbeit wie ?Die Öffentlichkeitsarbeit nimmt Menschen in ihren Bedürfnissen und Sorgen ernst.?
Abgesehen davon, dass Tiere auch Bedürfnisse haben, gibt es nichts Konkretes, wie jetzt schon die Bevölkerung auf den nächsten Bären vorbereitet wird. Welche Vorsorgemaßnahmen werden zum Beispiel zum Schutz der Nutztiere ergriffen, wie werden die Menschen über das Verhalten der Bären informiert?

Aufklärung ist das A und O

Die Mitarbeiter des Alternativen Bärenparks in Worbis, einem Projekt der STIFTUNG FÜR BÄREN, wissen das schon längst und bieten Informationsveranstaltungen für alle Alterklassen an. Umweltpädagogik ist ein großer Schwerpunkt in der täglichen Tierschutzarbeit.
Schade, dass man in Bayern erst nach dem Abschuss von Bruno auf die Idee kommt, das Thema Bär auch in die Schul- und Erwachsenenbildung zu integrieren. Mangelnde Aufklärung ist Ursache dafür, dass die einst hier heimischen Beutegreifer nicht willkommen sind, obwohl nur diese dafür prädestiniert sind, für einen gesunden Wildbestand in unseren Wäldern zu sorgen.
Die so genannte Pflege des Wildbestandes hat sich zur kommerziellen Angelegenheit entwickelt und da werden die natürlichen Heger wie Bär, Wolf und Luchs als Konkurrenten betrachtet und als Schadenverursacher verschrien. In seiner unendlichen Geldgier und Arroganz hat sich der Mensch zum Richter über Flora und Fauna erhoben und vertreibt und vernichtet, weil er nicht teilen oder Rücksicht nehmen will.

26. Juni ?Bärengedenktag

Im Alternativen Bärenpark Worbis, einem Projekt der STIFTUNG FÜR BÄREN, erinnert eine Gedenktafel an Brunos kurzen Aufenthalt in Deutschland und zeichnet die einzelnen Stationen seiner Wanderung nach.
Der Bärengedenktag, der von der STIFTUNG FÜR BÄREN aus Anlass des Abschusses von Bruno ausgerufen wurde, soll jährlich an die zahlreichen Bären, die erschossen wurden oder in tierquälerischen Haltungen vegetieren müssen ? z. B. Käfig-, Gruben-, Zirkus- oder Tanzbären -, erinnern. M.L.
Posted: 2007-06-22 08:45:10

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