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Nach Informationen des Sportinformationsdienst (SID) sollen Polarbären des Staatszirkus Riga auf Schlittschuhen und als spektakulärste Attraktion die kommenden Eishockey-Weltmeisterschaft in Riga (Lettland) eröffnen. ?Eine brillante Idee?, meint Premierminister Aigars Kalvitis und hat somit keine Ahnung von den Leiden der Wildtiere in...

Nach Informationen des Sportinformationsdienst (SID) sollen Polarbären des Staatszirkus Riga auf Schlittschuhen und als spektakulärste Attraktion die kommenden Eishockey-Weltmeisterschaft in Riga (Lettland) eröffnen. ?Eine brillante Idee?, meint Premierminister Aigars Kalvitis und hat somit keine Ahnung von den Leiden der Wildtiere in Gefangenschaft.

Die Mitarbeiter des Alternativen BärenparksZ Worbis protestieren mit einem Brief an Lettlands Botschafter und fordert ein Verbot des verachtenden Spektakels. ?Wir haben nichts gegen Sport und schon gar nichts gegen Mannschaftssport?, so Rüdiger Schmiedel, Geschäftsführer der Stiftung, ?aber warum müssen sich Zuschauer an einer tierquälerischen Darbietung ergötzen, indem man Schlittschuh laufende Bären wie Gladiatoren auf das Eis schickt??

Immer wieder werden gerade die so genannten putzigen Tiere für Shows missbraucht und müssen Darbietungen vorführen, die auf Dauer ihrem Bewegungsapparat schaden. Hinzu kommt der psychische Schaden durch die jahrelange Gefangenschaft in viel zu kleinen Zirkuskäfigen. Eisbären bewegen sich bedächtig, aber dafür sehr ausdauernd. Sie können am Tag ca. 80 Kilometer zurücklegen, eine Geschwindigkeit von bis zu 40 km/h erreichen und schaffen es, sehr breite Eisspalten zu überspringen. Welche Alternative kann ein Zirkus, ein Zoo zum Leben in freier Wildbahn bieten?

?Wir sehen oft die Auswirkungen jahrelanger Gefangenschaft bei unseren Braunbären, die entweder als unbrauchbar ausrangiert bzw. beschlagnahmt und dann in den Bärenpark Worbis gegeben wurden?, so der Leiter des Bärenparks, Uwe Lagemann. ?Hier können diese Bären auf vier Hektar Wald- und Wiesenfläche ihren Lebensabend verbringen. Umso trauriger, wenn Beschwerden beim Laufen und letztendlich eine unheilbare Arthrose als Folge dieser tierquälerischen Haltung den Lebensabend in Worbis verkürzen.?

Die Eisbären aus Lettland werden nicht das Glück haben, einen bedürfnisgerechten Lebensabend verbringen zu dürfen, denn für ausrangierte Eisbären gibt es derzeit noch keine Alternative. Diese Bären werden nach getanen Arbeitsjahren entweder in einen Kleinzoo abgeschoben oder eingeschläfert und für den Schulunterricht ausgestopft. M.L.
Posted: 2006-05-04 14:06:55

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