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2015 06 17 trentino aufklaerung foto buerglin
2015 06 17 trentino aufklaerung foto buerglin

Am 10. Juni hat es im oberitalienischen Trentino einen Zwischenfall mit einem Bären gegeben. Es ist der Dritte innerhalb von zehn Monaten. Politik und Presse, vor allem im benachbarten Südtirol, betreiben nun eine Bärenhetze. Die STIFTUNG für BÄREN ruft zur Mäßigung auf.

Von einem „brutalen Angriff“ ist bei unsertirol24.com die Rede. Das Bärenansiedlungsprogramm im Trentino müsse „beendet und die Bären in geeignete Großgehege überführt werden“, wird der Südtiroler Landtagsabgeordnete der BürgerUnion, Andreas Pöder, auf landtag-bz.org zitiert. Und der Abgeordnete präsentiert auch gleich einen Lösungsvorschlag: „In Deutschland hat man die Bären aus den besiedelten Gebieten entnommen und in riesige umzäunte Gebieten ausgesetzt."

Die STIFTUNG für BÄREN bedauert die Vorkommnisse und hat Mitleid mit den Verletzten. Wie manche Journalisten das Thema ausschlachten und gewisse Politiker reagieren, dafür hat die Stiftung kein Verständnis.

Grundsätzlich sind in der italienischen Provinz Trentino Vorkommnisse mit Bären durch einen Managementplan geregelt – und das seit vielen Jahren erfolgreich. Durch dieses Wildmanagement kann die Koexistenz von Menschen und Bären geregelt werden. Zusammenstöße sind jedoch nicht auszuschließen. „Auch mit Wildschweinen gibt es Unfälle“, sagt Rüdiger Schmiedel von der Stiftung für Bären. „Und bei weitem mehr als mit Bären - und sogar tödliche. Aber niemand käme doch auf die Idee, diese Tierart deshalb auszurotten.“

Den Vorschlag, das Bärenansiedlungsprojekt zu beenden, hält Schmiedel für eine Farce. „Das Bärenwiederansiedlungsprojekt im Trentino ist eines der erfolgreichsten Artenschutzprojekte und hat Vorbildcharakter. Die Bären im Trentino bringen Natürlichkeit in die Berge zurück und lehren uns, wieder Respekt vor der Natur zu haben.“

„Eine glatte Lüge ist die Aussage wir würden in Deutschland wilde Bären einfangen und in riesigen umzäunten Gebieten aussetzen“, empört sich Schmiedel. „Die Idee der Alternativen Bärenparks ist es, Bären aus schlechten Haltungen ein Asyl zu geben. Die Bärenparks sind ganz bestimmt kein Wildnisersatz. Statt gegen Bären zu hetzen, sollten die Politiker in den Bärenregionen darauf setzen, ihre Bevölkerungen auf den richtigen Umgang mit Wildtieren hinzuweisen“, sagt Schmiedel. 

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