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Seit 2008 hat Katja dort eigentlich ein nettes Zuhause auf Naturboden. Und dennoch macht sie Sorgen. Katja kommt mit ihrem Mitbewohner, einem jüngeren Bärenmann, nicht klar. Um weitere bösartige Streitigkeiten auszuschließen, gibt es derzeit nur die Alternative: Wenn Bärenmann draußen, dann Katja im Stall. Wenn Katja draußen, dann Bärenmann im...

Seit 2008 hat Katja dort eigentlich ein nettes Zuhause auf Naturboden. Und dennoch macht sie Sorgen. Katja kommt mit ihrem Mitbewohner, einem jüngeren Bärenmann, nicht klar. Um weitere bösartige Streitigkeiten auszuschließen, gibt es derzeit nur die Alternative: Wenn Bärenmann draußen, dann Katja im Stall. Wenn Katja draußen, dann Bärenmann im Stall. Eine Dauerlösung ist es nicht. Dafür aber jede Menge Stress.
Katja wird also ihr Ränzlein schnüren dürfen und im Alternativen Bärenpark Worbis einziehen. Da sie derzeit eine Winterruhe hält, kann dies erst danach, frühestens im April d. J. passieren.

Wieso ist Katja ein Wanderpokal? Weil Worbis mindestens ihr vierter Wohnort sein wird. Ursprünglich war sie Zirkusbärin. Sie trat gemeinsam mit ihren Schwestern Sozja und Shanja im Zirkus Bambi auf. Die Namen klingen russisch? Jawohl, denn ihr Besitzer war der Zirkuschef Vladimir Bannikov. Doch woher hat der die drei Bären? Im Zirkus gezüchtet, von Händlern erworben? Wo ist Katja geboren? Vielleicht als Bärin in freier Wildbahn, die dann als Bärenbaby ? wie heute noch üblich ? während einer winterlichen Bärenjagd Beute der Jäger wurde? Natürlich nachdem die Mutter erschossen wurde. Wir wissen über ihre tatsächliche Herkunft nichts. Fakt ist, dass alle drei Bärinnen von Bannikov im Jahr 2001 an den Erlebnispark Tripsdrill gegeben wurden. Da könnten sie elf oder auch erst acht Jahre gewesen sein. Es gibt zwei Angaben zum Geburtsjahr: 1990 und 1993.

Im Jahr 2009 reichte Tripsdrill Katja an o. g. Hochwildschutzpark weiter. Sozja und Shanja nicht. Im selben Jahr verkündet Tripsdrill stolz die Aufnahme dreier Jungbären. Bekannterweise sind kleine Bären beliebter, lassen die Kassen lauter klingeln. Erst recht, wenn man aus der Bärenfütterung eine Show macht und der Wildhüter die Bären höchstpersönlich füttert. Per Hand. Er vermittelt dann genau das, was zum weltweiten Missbrauch von Bären führt: Bären seien manipulierbare Kuscheltiere. Was ist mit dem pädagogischen Auftrag, den jeder Zoo, jeder Tierpark, jeder Wildpark hat? Bären sind Wildtiere! Auch als Bärenbabys. Warum musste also Katja Tripsdrill verlassen? Weil sie bei der Show-Fütterung nicht mehr so einfach zu handhaben war? Immerhin hat sie bei einer solchen Fütterung im Jahre 2003 tatsächlich mal zugebissen. Und wo sind ihre Schwestern geblieben?

Katja hat nun in Rheinböllen zwar eine Freianlage von 1 800 m? unter den Tatzen ? andere Bären würden sich die ?Tatzen lecken? -, aber was nützen die, wenn sie die nicht tagtäglich und immer zu nutzen kann, wenn sie wegen Unverträglichkeit die Hälfte der Zeit im Stall warten muss, bis ihr ?Freianlagenkollege? mit seinem Ausgang fertig ist.
Im Bärenpark Worbis wird Katja auf mehr als nur einen Kollegen treffen, aber dafür ist das Platzangebot wesentlich größer. Bär kann sich aus dem Weg gehen. Und es wird doch unter den bereits hier lebenden neun Bären einen geben, mit dem Katja ?kann?. Auf jeden Fall gibt es hier mehr Interaktionen und mehr Abwechslung. Katja sollte hier endlich ihr endgültiges Zuhause finden. ML

Foto:Hochwildschutzpark-Hunsrück
Posted: 2011-01-12 12:02:39

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