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Am Sonntag, dem 26. Juni 2011 ist Brunos fünfter Todestag. Der Bär war von Norditalien über die Alpen nach Deutschland eingewandert und hat die Nation polarisiert. Während die Deutschen sich in dem Taumel der Fußballweltmeisterschaft befanden, ist das Sommermärchen für Bruno aber fatal ausgegangen: Als Problembär verteufelt, wurde von der...

Am Sonntag, dem 26. Juni 2011 ist Brunos fünfter Todestag. Der Bär war von Norditalien über die Alpen nach Deutschland eingewandert und hat die Nation polarisiert. Während die Deutschen sich in dem Taumel der Fußballweltmeisterschaft befanden, ist das Sommermärchen für Bruno aber fatal ausgegangen: Als Problembär verteufelt, wurde von der hilflosen bayrischen Regierung die Abschussgenehmigung erteilt.

Bruno ist zu nah an menschliche Siedlungen herangekommen und hat sich an dem reich gedeckten Tisch bedient. Er hat Bienenstände geplündert und auch mal ein Schaf gerissen. Anhand von Notfallplänen der benachbarten Länder wurde die entsprechende Gefährdungskategorie ermittelt und es stand schnell fest: Dieser Bär verhält sich nicht ?normal?, nicht einem Wildtier mit natürlicher Scheu entsprechend. Der damalige Ministerpräsident von Bayern, Edmund Stoiber, prägte daraufhin den nachhaltigen Begriff des ?Problembären? und besiegelte damit Brunos Schicksal: Der Bär wurde zum Abschuss freigegeben.
Doch ist wirklich der Bär das Problem?
Wenn man die Hintergründe dieser Geschichte ein wenig genauer betrachtet, ergibt sich ein ganz anderes Bild: Angefangen hat alles in Slowenien, wo einige Bären für ein Wiederansiedlungsprojekt in Norditalien ausgewählt wurden. Darunter war auch Jurka, die Mutter von Bruno. Diese wurde in ihrer angestammten Heimat von profitorientierten Hotelbesitzern angefüttert, um den Gästen einen denkwürdigen Schnappschuss zu ermöglichen. So verlor die Bärin die Scheu vor Menschen und brachte sie in Zusammenhang mit leicht zugänglicher Nahrung. Dieses Wissen nahm die Bärin mit in ihre neue Heimat im norditalienischen Trentino und übermittelte es als gute Bärenmutter auch ihrem späteren Nachwuchs. Darunter befand sich neben dem als Bruno berühmt gewordenen Bären auch ihr zweiter Sohn, der in der Schweiz sein Unwesen trieb und als Lumpaz, also als Lausbub bekannt geworden ist. Seine Spur verlor sich eines Tages, vermutlich ist er gewildert worden. Auch Jurkas zweiter Wurf war verhaltensauffällig, sodass man sich letztlich entschloss, diese Bärin aus dem Projekt und auch der Wildnis zu entnehmen. Nach einigen Umwegen hat Jurka nun im Alternativen Wolf- und Bärenpark ihr endgültiges zu Hause gefunden. Mit ihr hat die Geschichte den Anfang genommen und hier, in einer großzügigen Freianlage aber doch fern von den freien Wäldern, die sie gewohnt ist, endet sie.
Problembär? Es gibt keine Problembären. Bären machen einfach aus den gegebenen Umständen das Beste und verwerten die vorhandenen Informationen intelligent im Interesse des Überlebens. Und der Mensch? Die gegebenen Umstände werden nicht intelligent, sondern im Interesse des Geldes verwertet. Deswegen sagt Rüdiger Schmiedel, Geschäftsführer der STIFTUNG FÜR BÄREN: ?Es gibt keine Problem-Bären sondern eher Problem-Menschen?. Er lädt alle Bären- und Tierfreunde herzlich zum Bruno- Gedenktag in die Alternativen Bärenparks ein. Bei einem Rundgang können die Bären in einem naturnahen Umfeld beobachtet werden und an diesem Tag besonders gewürdigt werden.

Die Alternativen Bärenparks haben täglich von 10-18 h geöffnet; Weitere Informationen finden Sie unter www.baer.de
Für Rückfragen steht Ihnen Rüdiger Schmiedel, Geschäftsführer der Stiftung für Bären unter
der Tel.: 0151-12063989 zur Verfügung.
Posted: 2011-06-24 11:20:37

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