Jagd auf die Wölfe - Herdenschutz oder Trophäensammlung?

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02|04|2026 Der Wolf wird in das Bundesjagdgesetz aufgenommen. Ab 1 Juli 2026 beginnt die Jagdzeit. Damit die Weidehalter nachts endlich ruhig schlafen können, erklärt Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer. Wölfe fressen Weidetiere, wenn die Wölfe abgeschossen werden dürfen, dann ist die logische Schlussfolgerung: Die Weidetiere sind nun sicher. Aber was ist, wenn wie in Hamburg Anfang des Jahres 2026, ein Wolf in die Städte kommt? Gar, wie die Befürchtung von Hamburgs Umweltsenatorin Katharina Fegebank ist, dass er wiederholt und mit Vorsatz in Siedlungen läuft und dann zum Kindergarten geht?

Fakten auf den Tisch: Wenn die oben genannten Aspekte ernsthaft in der Öffentlichkeit von Entscheidungsträgern diskutiert werden, tatsächlich zur offiziellen Aussage der Bundesregierung Deutschland zählen, dann klingt dies wie aus einem Satiremagazin, aber es ist alles andere als witzig: Es ist besorgniserregend. Denn es zeugt von einem drastischen Missverständnis von Natur, Umwelt und Artenschutz, ist zudem ein öffentliches Zugeständnis zu diversen Lobbyisten. Aber nun mal ehrlich: Was hat es mit der neuen Regelung auf sich, ist die Jagd auf Wölfe jetzt eröffnet? Wie gefährlich sind Wölfe? Wie effektiv ist der Abschuss von Wölfen bezogen auf den Herdenschutz und warum taucht der Begriff Trophäe immer wieder auf? Und nicht zuletzt: gibt es wirklich so viele Wölfe in Deutschland?


In unserem Wissensblog zum Thema Wolfsschutz in Deutschland werden wir diesen Fragen auf den Grund gehen und versuchen, Fakt von Fiktion zu trennen.

INHALTSVERZEICHNIS

1 | NEUE REGELUNG
2 | WEIDETIERE
3 | KINDERGARTEN
4 | JAGD
5 I FAZIT

1 – |NEUE REGELUNG

Ist die Jagd auf Wölfe in Deutschland jetzt eröffnet?

Ja. Natürlich ist das zunächst eine scheinbar radikale und unangenehme Antwort. Zumal Bundesumweltminister Carsten Schneider betonte, wie wichtig zu erwähnen sei, dass der Wolf bleiben darf. Es ginge nicht darum, den Wolf wieder zu vertreiben, sondern um gangbare Wege zu finden, friedlich mit ihm zu leben. Nach wie vor sind Wölfe, auch in Deutschland, noch immer geschützt, nur nicht mehr besonders geschützt. Natürlich können JägerInnen nicht nach Herzenslust durch die Wälder eine Treibjagd auf Wölfe machen und so viele erlegen, wie sie möchten. Definitiv nicht, aber es wird ein gewisser Handlungsfreiraum eingeräumt, der mit Begriffen wie Erhaltungszustand, Rissen, Herdenschutz, fragwürdigen Voraussetzungen wie der Schaffung von Weidegebieten und grundlegend viel mit Eventualitäten arbeitet. Bei genauerer Betrachtung dessen, wem die neuen Regelungen real etwas bringen, kristallisiert sich ganz klar heraus: Nur, wer Wölfe schießen will, hat etwas von den neuen Regelungen. Klingt hart und übertrieben? Nun, werfen wir gemeinsam einen Blick in die seitens der Bundesregierung erörterte Problematik mit den Wölfen, welche zur Gesetzesänderung führten, sowie Auszügen aus dem Protokoll der Antragstellung und schließlich in den Gesetzestext selbst:

Aus der Begründung zum Antrag:


Als Ergebnis einer erfolgreichen Artenschutzpolitik ist die Tierart Wolf dauerhaft nach Deutschland zurückgekehrt.


Der Wolf war EU weit als besonders geschützt eingestuft und durfte nicht bejagt werden. Doch schon mit den ersten Wölfen, die um 2000 zurück nach Deutschland kamen, wurden Stimmen laut, die Tiere bejagen zu dürfen. Im Laufe der Jahre wurden daraus eine regelrechte Anti-Wolfsbewegung. Gruppen wurden gegründet, Mahnwachen abgehalten, bis hin zur illegalen Bejagung. Seit der Rückkehr vor über 25 Jahren starben über 1.000 Wölfe, 10% davon durch illegale Bejagung. Die meisten - der gefundenen Wölfe, wurden im Straßenverkehr getötet. Viele tote Exemplare werden jedoch nicht gefunden, wie Marie Neuwald, Referentin Wolf beim Naturschutzbund Nabu, gegenüber der GEO erklärte. Denn beispielsweise kranke Exemplare oder durch Auseinandersetzung mit Artgenossen verletzte Wölfe liegen kaum da, wo sie von Menschen gefunden werden, sondern ziehen sich zurück.

Im Jahr 2024 wurden ca. 4.300 Weidetiere getötet oder verletzt.


Im Vorjahr 2023 lagen die Risse bei weit über 5.500. Im Jahr davor, 2022, waren es ebenfalls mehr als 2024. Tatsächlich war der Trend - ohne Bejagung - rückläufig. Dies lag nicht an Bejagung von Wölfen, sondern zeigt, dass Herdenschutz funktioniert.


Für Herdenschutzmaßnahmen wurden im selben Jahr ungefähr 24,3 Millionen Euro ausgegeben. Zu dieser Summe kommen noch rund 780 000 Euro für Ausgleichszahlungen bei Übergriffen auf Nutztiere hinzu. Die Folge dieser Übergriffe sind nicht nur eine enorme wirtschaftliche Belastung der Nutztierhalter.

Deutschland verteilt jährlich ca. 1 Milliarde Euro Agrarsubventionen, wovon ca. 44% der Bauernhöfe weniger als 5.000 Euro pro Jahr bekommen, was zusammen 5% der gesamten Direktzahlungen sind. Das meiste geht nicht in die so wichtige Weidetierhaltung, sondern in Massentierhaltung und sogar Rüstungsfirmen. Dabei sind Verluste besonders in der Massentierhaltung an der Tagesordnung, denn wenn ein Kalb weniger wert ist, als die Rechnung einer medizinischen Behandlung hoch, ist der Tod eines Tieres die wirtschaftlich attraktivere Variante. Und dies gehört zum Standard.

2019 gab die damalige Umweltministerin Hessens, Priska Hinz, bekannt, dass allein in Hessen jährlich 15.000 Ziegen und Schafe bei der Geburt oder durch Krankheiten sterben, dazu kommen noch im Schnitt 20.000 Kälber.

 

 2 -| WEIDETIERE

Wie effektiv ist der Abschuss von Wölfen für den Herdenschutz?

Die Fraktion der CDU/CSU betonte, die Aufnahme des Wolfes ins Jagdrecht diene dem besseren Schutz von Weidetieren. Mit einer aktuell geschätzen Zahl von über 2000 Tieren könne von einem erfolgreichen Artenschutz gesprochen werden, damit sie auch einen günstiger Erhaltungszustand erreicht.

Im Wolfsmonitoringjahr 2024/25 gab es in der Bundesrepublik 282 Wolfsterritorien. Bestätigt wurden 221 Rudel, 47 Paare und 14 Einzeltiere. Das Bundeszentrum Weidetiere und Wolf setzt für die Berechnung der Rudelstärke, basierend auf den Mittelwerten wissenschaftlicher Publikationen und Statusberichten, den Faktor 7 an. Dies ergibt 1.633 Tiere für das aktuell abgeschlossene Monitoringjahr. Im Vergleich zum Vorjahr handelt es sich dahingehend um mehr Rudel (2023/24 waren es 212), jedoch sind die Territorien um 6 zurückgegangen, ebenso wie Paare (60) und Einzeltiere (16). Es sind also leichte Abwandlungen zu verzeichnen, im Groben stagniert die Wolfspopulation momentan im Großen und Ganzen, sodass über 2.000 Tiere eine stark aufgerundete Zahl zu sein scheint. Doch was bedeutet eigentlich günstiger Erhaltungszustand?

Europaweit ist der Erhaltungszustand einheitlich definiert. Dem liegen insgesamt 4 Faktoren zugrunde:


1 - Verbreitungsgebiet
2 - Population
3 - Größe und Qualität des Habitats
4 - Zukunftsaussichten

Ausschlaggebend ist hierbei jeweils der schlechteste Wert, sprich, wenn beispielsweise die Zukunftsaussichten des Wolfes ungünstig ist, so ist dies auf die gesamte Bewertung ausschlaggebend. Deutschland ist in drei Gebiete diesbezüglich eingeteilt:


1 - atlantische Region in Nordwestdeutschland
2 - kontinentale Region in Ost- und Süddeutschland
3 - alpine Region in den Alpen


Auch hier gilt, ist der Erhaltungszustand in einer dieser Regionen als ungünstig einzustufen, ist dies auch entscheidend über die Gesamtbewertung der Bundesrepublik. In Deutschland ist es so, dass es Gegenden gibt, in denen relativ viele Wölfe leben (Niedersachsen, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern), in anderen Regionen sind kaum Welche sesshaft, beispielsweise Rheinland-Pfalz, Thüringen, Hessen, Baden-Württemberg oder Bayern.

Fakt: die Bewertung eines Erhaltungszustandes ist ein komplexes System mit zahlreichen Parametern und funktioniert nicht durch die simple Schätzung der Gesamtzahl. Daher ist die Aussage, der Wolf in Deutschland befände sich in einem günstigen Erhaltungszustand, ist schlichtweg falsch.

Wie bereits erwähnt, ist die Zahl der Risse von Weidetieren im letzten Jahr zurückgegangen, ohne Bejagung. Anzunehmen, der Abschuss von Wölfen würde zu weniger Rissen führen, ist eine ähnlich primitive Annahme, wie die Bewertung des Erhaltungszustands durch das schlichte Zusammenrechnen der Anzahl.
Warum, wenn wir Wölfe schießen, gibt es weniger Risse? Rein rechnerisch sinkt natürlich die Zahl potentiell reißender Wölfe, wenn es weniger Wölfe gibt, doch es nicht so, dass jeder Wolf es grundlegend ersteinmal auf Weidetiere abgesehen hat. Tatsächlich umfasst dies mit 1,6 Prozent einen extrem geringen Teil der Nahrung von Wölfen.
Wölfe, die Weidetiere reißen, tun dies entweder, weil es einfach ist - sprich sie nicht geschützt sind, weil sie jung und unerfahren sind oder sie es so gelernt haben. Eine Bejagung schreckt die Wölfe dahingehend ab und erzieht sie, ist eine falsche Annahme. Denn Wölfe entwickeln dadurch zwar eine Vorsicht vor den Jägern, sprich den Menschen, jedoch nicht vor den Weidetieren. Dies ist eine Verknüpfung, die Menschen eventuell herstellen, Wölfe aber nicht, wie auch? Letztlich führt dies eher dazu, dass Wölfe Menschen verstärkt meiden. Was den Tieren, die alleine auf der Weide stehen, nicht wirklich hilft.

Und was ist mit wolfsfreien Zonen? Schwierig, da Wölfe Wandern und meist erst dann auffallen, wenn es Risse gibt. Ein praktikabler Herdenschutz ist daher dennoch erforderlich. Gezielter Abschuss? Gestaltet sich als äußerst schwierig, denn Wölfe sind scheu und das Exemplar zu schießen, welches für diverse Auffälligkeiten verantwortlich ist, ist kaum möglich. Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer sagte, bei all den abgeschossenen Wölfen in den letzten Jahren in Niedersachsen, war nie der richtige dabei.


Aus dem Protokoll: Die Fraktion Die Linke wies darauf hin, dass sich in der Öffentlichen Anhörung zum Gesetzentwurf zwei der geladenen Sachverständigen, beides Schäfer, gegen eine pauschale Abschussquote ausgesprochen hätten, da sie befürchteten, dass die durch Herdenschutzmaßnahmen „erzogenen“ Rudel durch andere Wölfe ersetzt werden könnten. Wo Wölfe lebten, würden unabhängig von ihrer Zahl Schutzmaßnahmen benötigt. Dafür müsse aber die Bundesregierung Mittel zur Verfügung stellen und auch ein Monitoring finanzieren.
Statt eines Abschusses sollten lieber ausreichend finanzierter Herdenschutz und ein unbürokratisches Entschädigungsverfahren etabliert werden.

Fakt: Der Abschuss von Wölfen ist kein Herdenschutz. Die Annahme, seine Tiere durch das Töten von Wölfen zu schützen, ist zu einfach gedacht. Was jedoch dahingehend nachvollziehbar ist, da Herdenschutz keine einfache Aufgabe ist. Jede einzelne Haltung muss individuell bewertet und betreut werden. Ob durch Zäune, Hunde, Menschen oder alles drei Herdenschutz notwendig ist, lässt sich pauschal nicht sagen. Doch so sehr sich die Weidetierhalter auch eine einfache Lösung wünschen, der Abschuss von Wölfen wird ihnen das nicht bieten.

 

3 - |KINDERGARTEN

Wie gefährlich ist der Wolf für Menschen?

Der Wolf ist nicht gefährlich für Menschen. Es gab in Europa seit Ewigkeiten keinen tödlichen Übergriff, weder auf Erwachsene noch auf Kinder. Und obwohl es in Deutschland unzählige Dinge gibt, an denen die Menschen sterben, krank werden oder sich verletzen können, reicht die Sichtung eines Wolfes aus, um beispielsweise einen Waldkindergarten zu schließen. Wir könnten nun eine schier endlose Liste an Fakten und Beispielen bringen, die eindeutig belegen, dass Wölfe keineswegs gefährlich sind für Menschen, ganz im Gegensatz zum Straßenverkehr oder eigenen Haustieren, doch es würde an der Meinung nichts ändern, obwohl alle Punkte dafür sprechen. Woran liegt das? Woher stammt diese tief verwurzelte Angst vor den Wölfen? Sind dies noch immer Nachwirkungen aus alten Zeiten, als es noch Tollwut gab?

Letztlich ist auch dies ein Zusammenspiel etlicher Faktoren, die sich durch Politik und Gesellschaft ziehen. Zum einen verkaufen sich natürlich Schlagzeilen von Reißerischen Wölfen mehr, als von friedlichen. Zum anderen ist der Wolf ein politisches Instrument, Beispiel Hornisgrinde Wolf Anfang des Jahres 2026. Und nicht zuletzt spielt die kulturelle Darstellung stark in das negativ belastete Bild des Wolfs hinein. Doch der entscheidende Faktor ist wohl, dass nach gut fünf Generationen, die nicht mit Wölfen zusammenleben mussten, das Verständnis gegenüber der Tiere verloren gegangen ist. Im Allgemeinen scheint es den Menschen extrem schwer zu fallen, das Verhalten der Wölfe zu deuten. Was ist unerwünscht? Was ist auffällig? Was bedrohlich? Zudem kommt Fehlverhalten seitens der Menschen, die negativen Einfluss auf den Wolf haben können, beispielsweise das aktive Anfüttern.

Fakt: Menschen fallen nicht ins Beuteschema von Wölfen. Selbst in extremen Situationen, wenn Menschen zu Wolfswelpen gehen und diese Bedrängen, wurde beobachtet, dass die Elterntiere selbst dann keine Menschen angreifen.
 

4 - | JAGD

Der Wolf im Jagdgesetz
 
Wann und wie viele Wölfe dürfen nun in Deutschland geschossen werden? Grundlegend ist der Wolf noch immer geschützt, darf jedoch bei günstigem Erhaltungszustand vom 1. Juli- 31. Oktober geschossen werden. Detailliere Handhabe unterliegt den einzelnen Bundesländern, die einen Managementplan aufstellen und diesen mit den benachbarten Ländern abzustimmen haben. Diese sehen aktuell beispielsweise wie folgt aus:

In Hessen wird in der Jagdzeit vom 1. Juli 2026 bis zum 31. Oktober 2026 der Abschuss von vier juvenilen Wölfen freigegeben.

In Brandenburg wird derzeit von einer generellen Bestandsregulierung Abstand genommen, zum einen, um den Wolf an sich zu schützen, zum anderen, so Agrar- und Umweltministerin Hanka Mittelstädt, weil sonst Wölfe, die wirklich Schaden anrichten, nicht geschossen werden können, wenn die Quote bereits erfüllt sei. Der Jagdverband hingegen fordert eine Bestandsregulierung, ebenso wie der Bauernverband, weil es angeblich weniger Risse dadurch gäbe.

Die meisten Bundesländer haben aktuell noch keinen Managementplan ausgearbeitet bzw. veröffentlicht. Grundlegend besteht die Möglichkeit, bei einem günstigen Erhaltungszustand eine grundlegende Regulierung vorzunehmen. Wenn es keinen günstigen Erhaltungszustand für Wölfe gibt, dann können Ausnahmen erteilt werden.

Diese wären:


1 zur Abwendung land-, forst-, fischerei- oder wasserwirtschaftlicher oder sonstiger wirtschaftlicher Schäden
2 im Interesse der Gesundheit des Menschen oder der öffentlichen Sicherheit oder
3 aus anderen zwingenden Gründen des überwiegenden öffentlichen Interesses.
4 Schaden von einem Wolf verursacht worden ist.
5 trotz zumutbar ergriffener Herdenschutzmaßnahmen, die geeignet sind, Tiere vor Angriffen durch den Wolf zu schützen, ein Schaden durch einen Wolf eingetreten ist.


Die Jagd darf in den Fällen in einem Radius von nicht mehr als 20 Kilometern um den festgestellten Schadensort und nicht länger als sechs Wochen nach dem festgestellten Schaden erfolgen. Die Jagd endet, sobald im Radius von 20 Kilometern um den festgestellten Schadensort ein Wolf erlegt worden ist.

Die zuständigen Behörden können ggf. den Radius und die Dauer ändern. Außerdem kann trotz ungünstigem Erhaltungszustand die Jagd erfolgen, wenn z.B. im Alpengebiet ein Herdenschutz unzumutbar ist.

 

5 - | FAZIT

Wie geht es jetzt mit dem Wolf weiter?

Die Problematik mit Wölfen in Deutschland sagt mehr über die Bundesrepublik aus, als über die Situation der Tiere. Die Wölfe sind letztlich nicht das Problem, sondern die Unfähigkeit, Natur zu verstehen und sich mit ihr zu arrangieren. Dies ist besorgniserregend. Daher ist es aktuell wichtiger den je, den Wolf nicht als das Urböse zu verschreien, mit dessen Tod die Glückseligkeit aller einhergeht, sondern sich den Herausforderungen, die durch seine Anwesenheit entsteht, zu stellen. Mit dem Abschuss von Wölfen ist das nicht getan, im Gegenteil, es löst nicht die Probleme der WeidetierhalterInnen, sondern lenkt von den eigentlichen Ursachen ab. Nicht die Massentierhaltung, sondern die Weidetierhaltung sollte unterstützt werden, u.a. mit Herdenschutz. Die Probleme, die dem Wolf zugeschrieben werden, sind in Wirklichkeit Mensch gemachte Probleme und diese bestehen grundlegend in einem gestörtem Verhältnis gegenüber der Natur generell. Ausbeutung und Hochmut sind jene Ursachen, die unsere Gesellschaft dahin gebracht haben. Daher ist es aktuell notwendiger denn je zu verstehen und zu teilen, dass Wölfe einen wichtigen Beitrag für unsere Umwelt leisten, dass ein Zusammenleben mit ihnen ein wichtiger Schritt ist, um uns wieder der Natur anzunähern. Natürlich ist Herdenschutz keine einfache Aufgabe und der Wolf kein Kuscheltier. Doch die Lösung besteht nicht im Abschuss, sondern im effektiven Wildtiermanagement.

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