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Bild: Bayrische Staatsforsten
Wildbär

22/23 Oktober 2019: Im Landkreis Garmisch-Partenkirchen wird ein Braunbär von einer Wildkamera fotografiert. Nach dem wir seit Jahren darauf hinweisen, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis ein oder mehrere Bären vom nahegelegenen italienischen Trentino ihren Weg in die Bundesrepublik finden, häuften sich in den letzten Monaten Meldungen über Bärenaktivitäten nahe der deutschen Grenze. Nach Fotoaufnahmen im Juni wurde es zunächst einige Wochen ruhig um den Braunbären. Das junge Tier ist scheu und bedacht, wird unter anderem als „vorbildlicher Bär“ bezeichnet, der sich schlichtweg natürlich verhält.

Wichtig ist es jetzt, dass auch die Menschen sich „normal“ und „vorbildlich“ verhalten. Grundlegend ist im Bärengebiet zu beachten:
- Unter keinen Umständen Futter anbieten! Weder durch aktives Füttern, noch durch Abfall, oder unachtsam gelagerte Nahrungsmittel! Ein Bär riecht noch viel besser als ein Hund, also streng auf Geruchsvermeidung achten!
- Sich durch Geräusche, z.B. der eigenen Stimme im Wald „ankündigen“
- Bei Sichtung des Bären: ruhig bleiben, Stimme einsetzen, langsam zurückziehen, auf gar keinen Fall rennen oder sich dem Wildtier nähern

Aktuell handelt es sich um einen wandernden Bären, ob er sich in Bayern ansiedeln wird ist in dieser frühen Phase nicht absehbar, allerdings darf eines nicht vergessen werden: der Bär ist ein Wildtier, er ist weder Italiener, noch Deutscher, noch wird er sich an Landesgrenzen halten, d.h. es ist durchaus möglich, dass sich sein Lebensraum über mehrere Staaten erstreckt. Es ist also von elementarer Wichtigkeit, international zu denken und ein entsprechendes Management zu verfolgen.

Fakt ist: die Anwesenheit eines Bären in den Wäldern bringt natürlich eine Herausforderung mit sich, ist aber allen voran ein Kompliment an die Natur, denn es zeugt von einem intakten Ökosystem, von dem Beutegreifer wie der Ursus arctos wichtige Bestandteile sind.

Wie gefährlich ist ein Bär wirklich? – Auch wenn der Kontakt mit einem Bären nicht zu unterschätzen ist und ganz und gar nicht leichtfertig gesehen werden darf, ist die Gefahr durch Zwischenfälle mit dem scheuen Tier äußerst minimal. Wichtig ist und bleibt dahingehend: menschliches Fehlverhalten zu verhindern!

Wir, die STIFTUNG für BÄREN, haben mit der Rückkehr der Bären nach Deutschland bereits gerechnet. Nun steht Deutschland vor einer großen Herausforderung: Es gilt frühzeitig Maßnahmen zu ergreifen um ein konfliktarmes Zusammenleben von Mensch und Tier zu ermöglichen!

 Bild: Bayrische Staatsforsten

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