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Kategorie: News - Bärenpark Schwarzwald
Was bleibt ist nur ein Echo: gestern Abend, Dienstag, den 9. September 2025, mussten wir schweren Herzens Abschied von unserem Wolf KITO nehmen. Nach dem er sich plötzlich sehr auffällig verhielt, veranlassten wir umgehend eine veterinärmedizinische Untersuchung. Das Resultat war ein Schock: nach sorgfältiger Absprache mit unserem Tierarzt blieb keine andere Wahl, als den charismatischen Vierbeiner zu erlösen. Er wurde nur vier Jahre alt. KITO starb an den Folgen inzestuöser Zucht.
Am 5. Mai 2021 kam der Wolf KITO auf die Welt, doch ein Leben als Wolf war für ihn nicht vorgesehen. Mit der Hand aufgezogen sollte er an den Kontakt mit Menschen gewöhnt werden, um gegen Bezahlung ein gefügiges Wildtier zum anfassen zu sein. So wuchs er auf, so wurde er jahrelang im Kontaktzoo des Filmtierparks Eschede ausgebeutet. Bis sein trauriges Schicksal 2024 eine glückliche Wendung nahm. Nachdem der dubiose Filmtierpark insolvent ging, eröffnete sich für KITO eine zweite Chance. Gemeinsam mit seinen Art- und Leidensgenossen KIRA, KLEO und KOLJA begann in unserem Tierschutzprojekt ein neues Leben für die traumatisierten Wölfe.
Endlich befreit von der erdrückenden, menschlichen Nähe durfte KITO herausfinden was es heißt ein Wolf zu sein. Von nun an hallte seine Stimme durch das malerische Wolftal im Schwarzwald. Nachdem er mit den anderen beiden weiblichen Wölfen KIRA und KLEO in unserem Wolfsrückzugsgebiet über ein Jahr verbrachte und sich an die naturnahen Freianlagen gewöhnte, wartete eine neue Anlage auf die Vierbeiner. Doch KITO sollte diese nicht mehr erleben. Nachdem ein Milztumor, Resultat der Inzucht, ruptierte, füllte sich sein Bauchraum mit Flüssigkeit. Trotz umgehender medizinischer Versorgung waren wir gezwungen, ihn zu erlösen.
Nur knapp anderthalb Jahre durfte KITO ein respektvolles, tiergerechtes Leben führen. Wir hoffen, dass sein Vermächtnis dazu beiträgt, endlich die rücksichtslose Zucht und Vermarktung von Wildtieren zu beenden. Das leidvolle Schicksal der Wölfe aus dem Filmtierpark Eschede zeigt auf tragische Weise, welche Ausbeutung und welcher Missbrauch von Wildtieren in Deutschland noch immer möglich ist, noch immer zum Alltag gehört.
KITO, viel zu kurz durften wir dich kennenlernen, doch umso mehr berührt uns deine traurige Geschichte. Wenn wir zukünftige Generationen von Wildtieren vor solchem Leid bewahren können, dann war deines nicht umsonst, sondern rettet Leben.
Helft uns dabei, in dem ihr anderen von KITO erzählt. Lasst uns gemeinsam die Stimme gegen den Missbrauch von Tieren erheben, damit das Echo von KITOs Heulen noch lange nachhallt.
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Kategorie: Kolumne
Ein Wort auf allen Vieren
Eine Welt ohne Bärenpark
Das wäre schön, oder? Stellt euch eine Welt vor, in dem es keinen Bärenpark gibt. Wäre das nicht fantastisch, wenn Menschen uns Bären nicht schikanieren würden und es solche Einrichtungen gar nicht geben müsste. Einfach mit der Natur im Einklang leben. Na ja, gut, also unter uns, niemand lebt mit der Natur im Einklang, das ist esoterische Schönmalerei, auch wir Wildtiere haben es nicht leicht in der Wildnis. Aber genau darum geht es ja, genau das ist der Grund, warum wir Bären zum Beispiel zu den coolsten Bewohnern dieser Erde gehören, eben WEIL wir uns mit den Widrigkeiten der Natur auseinandersetzen, daran wachsen und uns immer wieder weiterentwickeln. Leben ist schließlich eine Tätigkeit und kein Ist-Zustand. Also, ihr lieben Zweibeiner, wie wäre es denn mal mit mitmachen?
Ist utopisch, schon klar. Das geht ja gar nicht, unmöglich, sich mit den Tieren zu arrangieren. Auf den Mond fliegen geht. Den Meeresgrund abgrasen geht. Es gibt jetzt sogar Maschinen, die meinen Job als Reporterin machen können. Da tippst du ABC ein und nach einem Wimpernschlag hast du einen fertigen Bestseller. Aber Tiere als eigenständige Lebewesen mit eigenständigem Lebensraum zu akzeptieren, DAS ist zu viel verlangt. Unmöglich. Dabei braucht es nur eine vernünftige Vision, die euch antreibt. Nehmt euch ein Beispiel am Bäre’park hier im Schwarzwald. Jahrelang ein Traum gewesen. Tausend Hürden mussten genommen werden. Millionen missmutiger Stimmen das Gegenteil bewiesen. Und warum? Weil es hier um das Leben von Bären geht. Und das schweißt zusammen. Nun gibt es das Projekt seit 15 Jahren. Ich selbst, eure JURKA, bin seit dem ersten Tag mit dabei. Alter, Beruf, Geschlecht, Herkunft, alles nebensächlich, wenn man gemeinsam ein Ziel hat. Lasst unser gemeinsames Ziel ein gemeinsames Leben sein. Mensch und Wildtier. Muss nicht immer harmonisch sein, aber stets mit Respekt. Klingt unrealistisch? Mag sein, aber gerade deswegen sollten wir es real werden lassen. Was habt ihr zu verlieren?
In diesem Sinne haltet die Ohren steif!
Eure
JURKA
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