Aktuelles

JURKA Kolumne 19.10.25

2025-03-27_awbs-jurka.png

Ein Wort auf allen Vieren 

Zwischen Buddeln und Dösen

Es liegt etwas in der Luft. Dieser besondere Duft, der den Wechsel der Jahreszeit ankündigt. Die Tage werden kürzer, die Nächte kühler und auch wir Bären werden ruhiger. Jeder auf seine Weise.

LUNA jedoch scheint noch weniger ruhig als wir anderen Bären. Sie wandert umher, schnuppert, prüft jede Ecke. Verständlich – der Winter ist keine Zeit für Experimente. Wer ruht, muss sich sicher fühlen.

DARIA hat ihren Platz schon gefunden: unter der Brücke. Sie liegt dort meist schon in sanftem Schlummer, nur ein-, zweimal am Tag sieht man sie kurz draußen. ISAs Vorbereitungen sind dagegen unübersehbar. Sie buddelt mit Eifer, als wolle sie den ganzen Hang umgraben. Und ich? Ich laufe kaum noch. Fressen, liegen, dösen. Das reicht. JULIJA ist noch etwas aktiver, aber sie hat sich ein gutes Polster angefuttert. FRANCA braucht wohl noch ein bisschen, bis die Ruhe sie erreicht.

Die Jungs dagegen sind noch mitten im Übergang. ARTHOS hat sich zwar in seiner Röhre eingerichtet, die ist aber ungeeignet für den Winter: Von beiden Seiten offen, das wird ziehen! AGONIS buddelt eifrig, auch wenn die Höhlen wohl noch die besseren Lehrer sind. Am Ende landen die Jungs bestimmt wieder alle zusammen in einer der vorhandenen Naturhöhlen in ihrer Anlage.

Bei den Wölfen ist die Stimmung friedlich. KLEO lässt KIRA endlich in Ruhe fressen, GAIA und KOLJA sind viel unterwegs, die kalte Jahreszeit ist eben Wolfszeit. Während wir Bären langsamer werden, werden sie aktiver. So verschieben sich die Verhältnisse im Park, ganz still, ganz natürlich.
Der Winter kommt. Und mit ihm: Ruhe.

 

In diesem Sinne
Haltet die Ohren steif und gehabt euch wohl!

 

Eure
JURKA 

Mehr über JURKA

JURKA Kolumne 26.10.25

2025-03-27_awbs-jurka.png

Ein Wort auf allen Vieren 

JURKA Test

Die Tage werden von Tag zu Tag kürzer, viel Zeit zum Fertigstellen der Winterhöhlen bleibt nun nicht mehr. Ich bärsönlich bewege mich gerade in der Testphase, verbringe einige Zeit im Quartier und bewerte meine Höhle nach dem von mir entwickelten JURKA Test. Verschieden Faktoren spielen dabei eine Rolle. Besonders wichtig sind dahingehend Dinge wie Statik, Wasserdichtheit, Luftzirkulation und der nie zu vernachlässigende Flauschigkeitsfaktor, man will es schließlich richtig gemütlich haben, wenn es darum geht, mehrere Monate Untertage zu verbringen. Wenn ich also derzeit mal ein paar Tage nicht zu sehen sein sollte, dann arbeite ich hart an den Analysen, um ein Maximum an Gemütlichkeit rauszuholen. Meine Artgenossin JULIJA macht das ähnlich, auch sie ist gerade dabei und befolgt die Punkte meines patentierten JURKA Tests.

Auch meine Tochter LUNA, die wie ihr sicherlich wisst ihren ersten Winter bei uns im Schwarzwald verbringen wird, stellt sich auf die kalte Jahreszeit ein. Nur ihr fällt es besonders schwer, hat sie doch so viele Jahre lang in Freiheit gelebt. Es ist schon eine sehr heftige Umstellung, kann mich noch genau daran erinnern, wie es damals bei mir war, als akzeptieren musste, nie wieder in der freien Wildbahn leben zu dürfen. Ehrlich gesagt hab ich das auch nach all den Jahren immer noch nicht ganz. Freiheit ist eben das einig wahre. Und so bin ich ganz froh, dass LUNA zumindest schon mal einen Freund gefunden hat. Ein Eichelhäher wohnt bei ihr in der Nähe. Der hält Ausschau und warnt sie immer, wenn sich Zweibeiner der Anlage nähern. Aber grundlegend ist sie ja eh nachtaktiv, wie damals in den italienischen Wäldern auch. Also ist für euch besondere Obacht geboten, wenn ihr nächste Woche zu Halloween in den Bärenpark kommt. Bin schon sehr gespannt, gibt wohl auch eine Fackelwanderung, Lagerfeuer und Mythen über Werwölfe und ähnliches. Bin schon total gespannt, ist ja das erste Mal, dass es sowas bei uns gibt.

Haltet die Ohren steif!

Eure JURKA

 

In diesem Sinne
Haltet die Ohren steif und gehabt euch wohl!

 

Eure
JURKA 

Mehr über JURKA

Moment der Woche | ISA ist albern

isa-ist-albern.png

Meist erleben wir sie eher mit einem muffigen Ausdruck im Gesicht: Bärin ISA ist bekannt für ihre ebenso leidenschaftliche wie energische Art. Doch Bären pflegen komplexe Wesenszüge und verfügen über eine bunte Vielfältigkeit an Mimik und Gestik. Dieses abwechslungsreiche Verhalten trägt zur Faszination der Tiere bei.

ISAs blickt leider auf ein tragisches Schicksal zurück, wurde eingefangen und muss nun in Gefangenschaft leben. Kein Wunder, dass ihre Laune oft nicht die Beste ist. Daher freuen wir uns umso mehr über solche Momente wie diesen, in denen ISA sich ein wenig Lebensfreude gönnt.

Wenn auch ihr eher mit einer etwas raueren Schale ausgestattet seid oder jemanden kennt, auf den diese Beschreibung ganz gut passt, dann wäre ISA doch das perfekte Patentier.

Infos, wie ihr ISA und unseren Wildtier- und Artenschutz unterstützen könnt, findet ihr in ihrem Tierprofil.

 

Mehr über ISA

JURKA Kolumne 12.10.25

2025-03-27_awbs-jurka.png

Ein Wort auf allen Vieren 

In der Gemütlichkeit liegt die Kraft

Es fällt mir immer schwerer zu schreiben, die Gemütlichkeit umflauscht mich Tag zu Tag mehr. Geld, Zeit, ich hab das Gefühl, ihr Menschen hetzt immer einer Zeit hinterher, die ihr nicht greifen könnt und habt nur Geld vor Augen, das es nur in eurer Fantasie gibt. Die Kunst in der Natur zu überleben besteht darin, genau das nicht zu tun. Verschwendet keine Energie mit Dingen, die euch nicht glücklich machen oder nützlich sind, sonst verfällt manch einer schnell in stereotypes Verhalten. Ein gesunder Energiehaushalt ist das A und O im Leben, glaubt einer alten Wildbärin. Meine Bärenkollegin JANA z.B. hat sich eine wunderschöne Höhle für den Winter gebuddelt. Ob sie hält oder nicht, werden wir sehen, aber sie hat Spaß dabei. Viele Jahre lange durfte sie solch bärentypischen Dinge schließlich nicht machen, warum also nicht jetzt einfach mal machen?

Bei ARIAN, ARTHOS und AGONIS gabs neulich fett Fleisch. Und ich meine richtig viel, eine ganze Hirschkuh wurde ihnen kredenzt. Da ist das Fresskoma inklusive. Am Sonntag fegte übrigens das beste Wetter über den Schwarzwald, das beste Wetter, um zuhause zu bleiben. Starkregen, orkanartiger Wind, ich für meinen Teil bleib da lieber in der Höhle. Schade nur, dass ausgerechnet an diesem Tag das Wilde Wochenende stattfand. Aber so geht es uns Wildtieren eben, da stürmt es auch mal.

Wie heißt es so schön, auf Regen folgt Matsch, also lasst uns nicht übers Wetter reden.

In diesem Sinne
Haltet die Ohren steif und gehabt euch wohl!

 

Eure
JURKA 

Mehr über JURKA

JURKA Kolumne 05.10.25

2025-03-27_awbs-jurka.png

Ein Wort auf allen Vieren 

Dinner mit Wolf

Diät nur andersrum, wie nennt man das, Bär sein? Ich sag ja immer, schaffe, schaffe Höhle baue ist schön und gut, aber vergesst nicht: mampfe, mampfe Wampe pflege! Nüsse, Obst, sowas ist gesund und packt feschen Speck auf die Hüften. So steht es auch auf dem Speiseplan meiner Nicht-Diät. Aber da ich augenblicklich die einzige Bärin bin, die ihre Anlage mit Wölfen teilt – und die sind bekanntlich wahre Fleischjunkies, kriege ich auch hin und wieder einen Happen Fleisch ab. Ob GAIA und KOLJA davon genauso begeistert sind wie ich bleibt Spekulation. Aber, wenn‘s mich glücklich macht, dann schadet es den anderen nicht, oder? Ein zufriedener Nachbar ist schließlich ein umgänglicher Nachbar.

Dies ist eine der Weisheiten, die ich auch ARIAN und ARTHOS mitgegeben habe. Ihr müsst wissen, die haben im Oktober nämlich ihren Jubiläumstag. Vor neun Jahren sind sie zu uns gekommen, waren noch richtig kleine Welpen damals. Aber ihr grausames Schicksal würde gar den größten Bären in die Knie zwingen. Angekettet wurden sie, über heißen Sand gezerrt, um Fotos mit Touristen zu machen. Die armen Kleinen wurden deswegen sogar von ihrer Mutter weggerissen, gewildert, missbraucht.

Und wenn ich sie jetzt so betrachte, die jungen Bärenmänner die aus den winzigen Welpen geworden sind, so hoffe ich doch ganz stark, dass ihre traurige Geschichte euch Menschen die Augen öffnet, allen voran aber die Herzen berührt, damit so etwas nie wieder passiert. Lasst uns Bären einfach friedlich im Wald leben.

In diesem Sinne haltet die Ohren steif und gehabt euch wohl!

 

Eure
JURKA 

Mehr über JURKA

ABGESAGT | Wildes Wochenende

2025-10-05_wildeswochenende_abgesagt.jpg

EILMELDUNG - Event abgesagt, Park aber offen

Leider müssen wir unser Wildes Wochenende heute absagen, Grund ist Starkregen. Wir bedanken uns für euer Verständnis! Ein regulärer Parkbesuch ist allerdings möglich - für alle, die Wind und Wetter trotzen. 

Weitere Events findet ihr HIER

Euer Team vom 

Alternativen Wolf- und Bärenpark Schwarzwald

Weiterlesen ...

Danke für den Tierschutzpreis 2025!

danke-fuer-den-tierschutzpreis-2025-facebook-post.jpg

BÄRENSTARK – Nur alle zwei Jahre wird der Tierschutzpreis Baden-Württemberg verliehen, daher sind wir mehr als stolz, in diesem Jahr zu den Preisträgern zu gehören. Unsere Einrichtung war eine der insgesamt 6 Trägern der begehrten Auszeichnung. Verliehen wird der Tierschutzpreis seit 1997 für herausragende Leistungen und Engagement für Tierschutz in Baden-Württemberg.

In der Laudatio hieß es u.a.: Es gibt im (Alternativen Wolf- und Bären)Park (Schwarzwald) eine zukunftsorientierte Freianlage für in Not geratene Tiere, die eine zweite Chance bekommen können.

Überreicht wurde der Tierschutzpreis an Raoul Schwarze (Leitung Projekt SCHWARZWALD) und Bernd Nonnenmacher (Geschäftsführer der STIFTUNG für BÄREN -Wildtier- und Artenschutz) von Dr. Julia Stubenbord (Landestierschutzbeauftragte) und Isabel Kling (Ministerialdirektorin MLR).

Wir bedanken uns an dieser Stelle für alle Unterstützerinnen und Unterstützer, die unser Engagement ermöglichen, sodass wir seit nunmehr 15 Jahren das Leben von traumatisierten Bären, Wölfen und Luchsen retten können.

Peter Hauk, Minister für Ernährung, ländlichen Raum und Verbraucherschutz, formulierte es treffend:

Tiere sind unsere Mitgeschöpfe und es ist unsere Verantwortung, ihren Schutz und einen artgerechten Umgang zu gewährleisten. Daher ist die Landesregierung bestrebt, die Lebensbedingungen aller Tiere im Land weiter zu verbessern.

9 Jahre ARIAN & ARTHOS

arian--arthos-1200-x-600-px.jpg

01|10|2016 Alternativer Wolf- und Bärenpark Schwarzwald gegen 3.00 Uhr früh: die Bärentransportbox steht dicht am Schieber, jeden Augenblick öffnet sich die Tür. Das Team ist gespannt. Eine Aktion dieser Art gab es noch nicht. Monatelang wurde geplant, intensiv vorbereitet. Die Anlage musste eigens für die Neuankömmlinge umgebaut werden, denn solche Bären hatten wir bis dato nicht in unserer Obhut, weder im Schwarzwald noch in Worbis. Dann ist es soweit, der erste Vierbeiner setzt eine Tatze in die Quarantänebox…

Und dann sind sie da – die zwei Bärenwelpen ARIAN und ARTHOS! So klein und zart, dass sie vom Gewicht ins Handgepäck passen würden. Sie in Sicherheit zu sehen, wie sie ausgelassen toben, voller Energie und Lebensfreude, bringt uns den Tränen nahe. Nur wenige Monate ist es her, dass wir die schrecklichen Aufnahmen der Kleinen sahen, angekettet, mit ihren kindlichen, sanften Tatzen brutal über den glühenden Sand gezerrt. Alles nur, damit Touristen am Strand niedliche Urlaubsfotos für die Sozialen Medien machen können. Bis zu 50,- Euro kostet ein Foto, doch den wahren Preis zahlen die hilflosen Welpen: Mutter gewildert, sie selbst der Natur entrissen, nachts sich selbst überlassen in einem alten Wohnwagen. Wenn die Angst sie packt, wenn sie nach Mama rufen, die nicht kommt, die nie wiederkommen wird, saugen sie sich gegenseitig an den Ohren. Einer von ihnen hat nur noch ein halbes Ohr, als sie gerettet werden können.

01|10|2026 ARIAN und ARTHOS sind mittlerweile stattliche Bärenmänner und haben im Laufe der letzten Jahre die komplette Anlage bei uns im Schwarzwald einmal nach links und wieder zurück gedreht. Aber genau das sollen sie auch: lebhaft leben.

Wir danken allen Unterstützern und Paten von ARIAN und ARTHOS, die uns in all den Jahren den Rückhalt gaben, die verwaisten Bärenwelpen aufwachsen zu lassen. Wir hoffen sehr, dass wir mit der Aufarbeitung und Verbreitung ihres tragischen Schicksals ein solches Drama anderen Bären ersparen können. Denn stellt euch mal vor, wie wunderbar wild ARIAN und ARTHOS erst wären, wenn sie frei durch die Natur toben könnten!

JURKA Kolumne 28.09.25

2025-03-27_awbs-jurka.png

Ein Wort auf allen Vieren 

Feng Shui

Ganz ok? Nein, BÄRFEKT muss das Winterquartier sein, immerhin verbringen wir Bären mehrere Monate in unseren Höhlen während draußen Frost und eisige Winde ihr Unwesen treiben. So eine sportliche Fettwampe will auch gemütlich geparkt werden. Wie genau die Inneneinrichtung von uns Bären aussieht schaut bei jedem Vierbeiner anders aus. Neulich habe ich zum Beispiel beobachtet, wie ARTHOS sich gewissenhaft Blätter und Äste aus dem Dickicht in seine Höhle zerrte. Bisschen früh, denkt ihr? Nein, auch, wenn es der ein oder die andere von euch nicht wahrhaben will, aber der Winter steht nur einen Wimpernschlag entfernt. Und unser lieber ARTHOS macht das sehr sorgfältig.

Als ich also eine Pause von meinen Vorbereitungen genoss, mich ein wenig vom herrlichen Schwarzwaldblick hab berieseln lassen, musste ich immer wieder an ARTHOS denken. Als kleiner Welpe hat er sich ein gemütliches Zuhause bestimmt sehr gewünscht. Wurde er doch im Alter von wenigen Wochen von seiner Mutter weggerissen, in Ketten gelegt und über den Strand gezerrt. Höhlenbau hat er natürlich nie gelernt. Gut, geht leider zahlreichen Bären so, die ich hier in unserem Bärenwald kennengelernt habe. Trotzdem sind sie heute in der Lage, instinktiv ein Winterquartier zu bauen. Wie sage ich immer so gerne, Wildtier sein und Wildtier sein lassen.

In diesem Sinne haltet die Ohren steif und gehabt euch wohl

 

Eure
JURKA 

Mehr über JURKA