Aktuelles

JURKA Kolumne 13.07.25

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Ein Wort auf allen Vieren 

Still liegen, laut rufen

Diese Woche hatte es in sich: vertraut und doch irgendwie aufgeladen. Mit wachsamen Augen und gespitzten Ohren habe ich das Geschehen rund um meine Nachbarschaft beobachtet  und dabei gleich mehrere interessante Entwicklungen bemerkt.

Zuerst zu meinen Nachbarinnen: JULIJA hat es sich offenbar in den Kopf gesetzt, DARIAs Lieblingsplatz zu übernehmen. Immer wieder liegt sie, kein Scherz, in exakt derselben Pose auf dem dicken Baumstamm, den DARIA sonst ganz für sich beansprucht. Und ich muss sagen: Es steht ihr! Selbstbewusst, lässig, fast ein bisschen dreist. Doch kaum nähert sich DARIA, springt JULIJA auf und räumt das Feld, als hätte sie nie dort gelegen. Alt und langsam hin oder her: DARIAs Präsenz wirkt. Und JULIJA? Die testet gerade, wie weit sie gehen kann.

Und dann wäre da noch das Wolfsgeheul. Diese Woche haben unsere Graupelze ganz besonders oft den ganzen Park mit ihren Rufen erfüllt. Was da wohl durchs Gelände streift? Ich weiß es nicht, aber ich habe mitgeschnuppert. Man will ja auf dem Laufenden bleiben.

In diesem Sinne haltet die Ohren steif und gehabt euch wohl!

Eure
JURKA 

 

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Willkommen zurück im Grünen, CATRINA

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Nach intensiver Zeit in der Quarantäne-Station durfte unsere Luchsdame CATRINA endlich zurück in den Luchs-Rückzugsbereich unseres Tierschutzprojekts umziehen.

Der Grund für ihren Aufenthalt in der Quarantäne: gesundheitliche Probleme.
Um sie engmaschig zu beobachten und besser behandeln zu können, war sie dort viele Wochen untergebracht. Hier hatte sie zwar auch einen Außenbereich, dieser ist jedoch nicht vergleichbar mit unseren naturnahen Freianlagen. In enger Absprache mit dem Tierarzt konnten wir ihr nun, da es ihr deutlich besser geht, endlich den nächsten Schritt ermöglichen.

Damit der Transport für sie stressfrei verlaufen konnte, wurde im Vorfeld gezielt Boxentraining durchgeführt: tägliches Füttern in der Box, positive Verknüpfung, Geduld.
Der Plan ist aufgegangen und Catrina hat ihren Platz im Rückzugsbereich nun bezogen.

Sie ist 20 Jahre alt, das merkt man ihrem Körper natürlich auch an. Aber: Sie frisst gut, wirkt stabil und zeigt Lebensfreude.

Wir sind froh und dankbar, dass sie wieder draußen ist und weiter einfach Luchs sein darf.

 

👉 Ihr möchtet CATRINA und unsere Arbeit unterstützen?
Ob mit einer Patenschaft, einer Spende oder einer zweckgebundenen Sachspende über unsere Wunschliste: jeder Beitrag zählt und hilft.

 

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Moment der Woche | KOLJA entspannt

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Die Übernahme der Wölfe aus dem Kontaktzoo des ehemaligen Filmtierparks in Eschede war eine traumatische Erfahrung. Mitzuerleben, dass es solche Einrichtungen in unserer heutigen Zeit Mitten in Deutschland gibt, Wildtiere für private Audienzen Käfig an Käfig gereiht. Doch KOLJA konnte diese grauenhafte Zeit hinter sich lassen und genießt es nun, in unseren Freianlagen den Kontakt zu Menschen entgehen zu können.

Ein ganz herzliches Dankeschön an Tanja Brücher für diesen bezaubernden Moment.

Habt auch ihr manchmal einfach keinen Bock auf Menschen? Dann wäre KOLJA doch das ideale Patentier für euch. Werft doch einfach mal einen Blick in sein Tierprofil. Denn dank der Patenschaften können wir traumatisierten Tieren wie KOLJA ein naturnahes, neues Zuhause bieten.

 

 

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JURKA Kolumne 06.07.25

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Ein Wort auf allen Vieren 

Verstopft, verfilzt, verarztet …

... so lässt sich meine Woche wohl am besten zusammenfassen. Ihr Lieben, stellt euch Folgendes vor: Mein geliebter Badeteich – ja genau, der Ort meiner täglichen KNEIPP-Rituale – war verstopft! Nichts ging mehr. Kein Planschen, kein wohltuendes Eintauchen für meine alten Knochen.

Die Grünkutten rückten also an. Und das Bild war herrlich absurd: alle im Wasser, bis zu den Hüften, mit Draht bewaffnet, fischten sie mein loses Winterfell und allerlei Naturreste aus dem Teich. Ich selbst saß derweil auf sicherer Distanz und habe das Spektakel beobachtet.

Zum Glück läuft jetzt wieder alles rund und ich kann meine täglichen Kneipp-Gänge fortsetzen. Die tun nämlich nicht nur dem Gemüt gut – sie helfen auch gegen meine Arthrose. Und wie! Natürlich bekomme ich dafür auch täglich Medikamente. Die wirken, kosten aber leider eine ganze Menge.

Falls also jemand von euch mal ein Geschenk für eine alte Bärin sucht: Auf der Wunschliste stehen sie bereit zum bequemen Online-Bestellen.

In diesem Sinne: Bleibt in Bewegung, lasst euch nicht aus der Ruhe bringen – und wenn’s mal klemmt: Draht raus und durch!

Haltet die Ohren steif und gehabt euch wohl!

 

Eure
JURKA 

 

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JURKA Kolumne 29.06.25

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Ein Wort auf allen Vieren 

Bärengedenktag

Fast zwanzig Jahre ist es nun her, dass mein Sohn BRUNO in Bayern erschossen wurde. Die genauen Hintergründe habe ich nie erfahren. Manchmal frage ich mich, wie es wohl wäre ihn hier zu sehen, hier in den Anlagen. Also nicht direkt in meiner, wir Bären genießen schon unsere Ruhe, wenn die Kinder aus dem Haus sind. Abgesehen davon würde ich ihn ungern zu sehr beeinflussen, sondern ihn sich einfach nur entwickeln sehen. Zuviel schlechter Einfluss war ja offensichtlich der Grund, weshalb er sich nicht so wirklich mit den Menschen arrangieren konnte. Bisschen ungestüm war er wohl, aber sollen das Kinder nicht sein?

Jedenfalls, jedes Jahr aufs Neue sehe ich ihn vor mir, hier in den Anlagen. Und das tut weh, richtig weh, weil er sicherlich sehr leiden würde, ich meine, er war ein Kind von 2 Jahren, kein alter zorniger Bärenmann. So viel Freiheitsdrang, die Welt noch vor sich habend… nein, ich denke ein Leben in Gefangenschaft wäre der blanke Horror gewesen. Nichts desto trotz ist mir bis heute nicht klar, was er überhaupt falsch gemacht hat. Ich weiß es ja selbst bei mir nicht. Erst geben die Menschen einem Futter, freuen sich, wenn du kommst, dann schaust du wieder bei ihnen vorbei, deinen vermeintlichen Freunden, und dann sind sie auf einmal verärgert. Dann schießen sie auf dich, fangen dich ein, sperren dich hinter Gitter.

Der Wildnis war ich gewachsen, mit all ihrer Härte, all ihrer Rauheit, aber auch all ihrer Schönheit. An den zivilisierten Zweibeinern bin ich zerbrochen.

Oder ist das auch eine Art groteske Natur?

Haltet die Ohren steif, ihr Lieben, und vergesst meinen BRUNO nicht. 

Eure
JURKA 

 

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JURKA Kolumne 22.06.25

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Ein Wort auf allen Vieren 

Natur in der Nachbarschaft

Die Natur regelt sich selbst. Ihr Lieben, glaubt einer alten Wildbärin wenn ich sage, dass ist wohl der einfachste und gleichzeitig wichtigste Satz, den es über die Natur zu sagen gibt. Mittlerweile habe ich vom vierten Wolf gehört, der hier im Ländle sesshaft zu sein scheint. Kann mich noch gut an die Zeit vor ein paar Jahren erinnern, als meine grüngehüllten Zweibeiner-Freunde ihre Artgenossen in der Umgebung darauf aufmerksam machten, dass bestimmt bald ein Wolf durch den Schwarzwald wandern würde. Mitgekriegt haben es viele, geglaubt wenige. Schließlich waren weit über hundert Jahre lang die Wölfe im Land ausgestorben, ausgerottet durch euch Menschen. Doch zum Glück liegt diese dunkle Zeit hinter uns und siehe da, die Graupelze finden den Weg in ihre alte Heimat von ganz allein wieder. Zum einen verständlich, ich meine schön ist es hier bei uns im Schwarzwald allemal, zum anderen gut für die Natur. Denn sonst würde sie es ja nicht so machen.

Schlimm wird’s in der Regel nur dann, wenn der Mensch sich zu wichtig nimmt und sich in Dinge einmischt, die er weder fühlt noch versteht. Meine wölfische Mitbewohnerin GAIA ist dahingehend ein gutes, aber auch trauriges Beispiel. Denn als Wolfshybrid ist sie das Resultat eben genau jenes Übermuts der Menschen, der sich in die Natur der Wölfe eingemischt hat. Gefangen zwischen Wild- und Haustier gehört sie nirgendwo so richtig hin. Dabei will sie einfach nur leben wie alle anderen auch. Und genau das ist das Geheimnis der Natur – Leben.

In diesem Sinne haltet die Ohren steif und gehabt euch wohl! 

Eure
JURKA 

 

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Moment der Woche | Bär trifft auf Bär

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Die eine wurde viele Jahre lang illegal in einem Freizeitpark in Litauen ausgebeutet, die andere fast drei Jahrzehnte in einem spanischen Zoo. Beide wussten vermutlich gar nicht, dass sie Bären sind. Hier bei uns in unserem Schwarzwälder Bärenwald treffen sie aufeinander im Grünen, dürfen endlich einfach nur Bär sein. JULIJA und DARIA auf einem Bild in der aktuell üppigen Vegetation unserer Freianlagen ist definitiv unser Moment der Woche. Vielen Dank an Tanja Brücher für diese bärenstarke Aufnahme!

Es sind Patenschaften, die es unser ermöglichen, Tieren wie JULIJA und DARIA ein neues Leben bieten zu können. Auch ihr könnt dazu beitragen, traumatisierten Vierbeinern eine zweite Chance zu bieten. Werft doch einfach mal einen Blick in die Tierprofile und erfahrt mehr über die Schicksale der Bären in unserem Tierschutzprojekt.

 

 

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JURKA Kolumne 16.06.25

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Ein Wort auf allen Vieren 

Der Wildbär und der Zirkusbär

Zehn Jahre ist es her, am 16.06.2015 um genau zu sein, als meine Artgenossin LEONI ihre Augen für immer schloss. Ich war damals der erste Bär, der hier im Schwarzwald ankam, sie war der erste, der hier verstarb. Während ich in der freien Wildbahn aufwuchs, verbrachte sie ihre Kindheit im Zirkus. Eigentlich fast ihr ganzes Leben. Sie war schon sehr alt, als sie gerettet werden konnte, fast 30. Ungefähr so alt wie ich also.

Unterschiedlicher könnten wir kaum sein, doch das Schicksal hat uns hier zusammen gebracht. Vom Leben in natürlicher Umgebung, unter freiem Himmel, vom Futtersuchen, Graben etc. hatte sie keine Ahnung. Müsst ihr euch mal vorstellen, eine erwachsene Bärin, damals gut doppelt so alt wie ich, und hat keine Ahnung vom Bär sein! Hab mich damals immer gefragt warum ihr Menschen überhaupt Bären haltet, wenn sie gar kein Bär sein dürfen?

LEONI hat der Missbrauch im Zirkus jedenfalls übel mitgespielt. Oft war sie geistig ganz woanders. Klar, wenn die Gitterstäbe unüberwindbar sind macht zumindest der Verstand irgendwann Winke, Winke. Und dann, wenn die Tiere nur noch leere Hüllen sind habt ihr Menschen leichtes Spiel.

Doch eines behielt sich LEONI bis zum Schluss - ihr wildes Herz. So hatte sie nach all den dunklen Jahren zumindest einen sonnigen Lebensabend.

Kein Leben ist mehr oder weniger wert als ein anderes. Auch ein alter Bär freut sich über ein neues Leben.

In diesem Sinne haltet die Ohren steif und gehabt euch wohl! 

Eure
JURKA 

 

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Moment der Woche | AGONIS und ARTHOS

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Oft genießen AGONIS und ARTHOS das gemeinsame Herumtollen. Auch jetzt, da sie mittlerweile gestandene Bärenmänner sind. Doch in ihrer Ausgelassenheit verbirgt sich eine finstere Vergangenheit. Gewildert, ihren Müttern entrissen, angekettet. Im zarten Alter von wenigen Wochen wurden sie Opfer herzlosester Ausbeutung.

Und warum? Nur, um als Touristenattraktion, als Selfie-Bären, herzuhalten. Besonders der sensible AGONIS litt schwer unter diesem Missbrauch. Daher bekommen wir noch heute, 9 Jahre nach ihrer Rettung, Gänsehaut bei Momenten wie diesen. Ganz klar unser Moment der Woche!

Gehört auch ihr zu den eher sensiblen Leuten? Nehmt ihr euch zu viel zu Herzen oder macht euch zu viele Gedanken? Dann wäre der einfühlsame AGONIS doch vielleicht genau das richtige Patentier für euch.

Dank der Patenschaften können wir traumatisierten Vierbeinern wie AGONIS und ARTHOS ein neues, lebenswertes Zuhause bieten.

 

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JURKA Kolumne 08.06.25

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Ein Wort auf allen Vieren 

Die Zeit rast, aber ein Grund zum Feiern - 6 Jahre Jubiläum DARIA!

Meine hochgeschätzte Artgenossin DARIA hatte in der letzten Woche ihr Bärenpark-Jubiläum. Kaum zu glauben, aber 6 Jahre ist es her, dass sie und ihre Schwester DORO gerettet wurden. Als ich damals davon mitbekommen habe dachte ich, es wäre eine dieser Horror-Geschichten, die ihr Menschen euch immer so gerne ausdenkt. Es war nämlich die Rede von einem verlassenen Zoo, in dem die armen, unschuldigen Tiere in ihren Käfigen eingesperrt waren und sich selbst überlassen wurden. Zwischen Glas und Beton gestrandet unter der erbarmungslosen Hitze Südspaniens. Doch als die Grünkutten ihre sieben Sachen packten und Richtung Süden aufbrachen schien das ganze keine makabre Gruselgeschichte zu sein sondern ein reales Drama.

Am Ende mag alles gut gegangen sein, ich meine, schaut euch DARIA an, sie ist wirklich eine unverwechselbare Bärsönlichkeit, doch das wirklich schlimme ist ja, dass es überhaupt soweit gekommen ist. Warum wurden DARIA und DORO überhaupt von euch Menschen gezüchtet? Sie wurden verkauft, ausgebeutet und letztlich zum Sterben zurückgelassen. Und wie ich höre macht ihr Zweibeiner das immer noch, Wildtiere hinter Gittern zu züchteten. Aber warum? Es hat euch niemand darum gebeten. Wie ich höre habt ihr sogar Pandabären für teuer Geld geliehen und zeigt die zur Schau hinter einen Glaskasten als wäre es ein uraltes Artefakt.

Na ja, umso mehr lobe ich mir den Bärenwald hier bei uns im Schwarzwald. Hier ist man Bär, hier darf man sein.

In diesem Sinne haltet die Ohren steif und gehabt euch wohl!

Eure
JURKA 

 

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