Aktuelles

Petri Heil - dank dem Freudenstädter Kreisforstamt

Ein kompletter Hänger voll Karpfen - das Bären-Festtagsessen ist gesichert!
Ein kompletter Hänger voll Karpfen - das Bären-Festtagsessen ist gesichert!

Wer kennt es nicht, das Bild eines fischenden Braunbären. Am tosenden Gewässer stehend, angelt dieser einen Lachs nach dem anderen aus der Gischt um sich diesen dann in der Sonne schmecken zu lassen. Ein weit entfernter Traum für die Bewohner des Bärenparks?

 

Bei Weitem nicht! Durch eine zufällige Begebenheit und einem großherziges Kreisforstamt Freudenstadt wird diese Vorstellung zumindest ein Stück weit Realität. Auf Grund von Baumaßnahmen an der Nahgold-Talsperre musste eine größere Menge Wasser abgelassen werden. Zum Vorschein kamen mehrere hundert Kilogramm Karpfen – welche alsbald dem Bärenpark gespendet wurden. Wir können froh sein: Es ist kein Lachs, wie ihn die nördlichen Verwandten unserer Bären zu fressen pflegen, denn diesen mögen die Schwarzwaldbären ohnehin nicht. Erfreut über diese großzügige Unterstützung, ließen Ehrenamtliche als auch Personal keine Minute verstreichen, um die Beliebtheit der neuen Speise anhand einer kleinen Kostprobe zu ermitteln. Da die fischige Beschaffenheit noch nicht allen Tieren bekannt war, fiel der erste Kontakt höchst interessant aus. Ein vorsichtiges Schnuppern gefolgt von einem zögerlichen Schlecken. Doch dann der herzhafte Biss – der Karpfen hat den anspruchsvollen Gourmet-Test mit Bravour gemeistert.

Dieses Ereignis ist nicht nur ein Beweis dafür, dass selbst ehemalige Zirkus-Bären zu ihrer Natur zurückfinden können. Es zeigt uns auch, wie unglaublich vielfältig der Wildtierschutz unterstützt werden kann. Vielleicht haben ja auch Sie eine Idee, wie man Wölfen und Bären mit einem tragischen Lebenslauf einen ganz besonderen Gefallen tun kann. Über Ihre Unterstützung würden wir uns freuen – auch wenn diese etwas ungewöhnlich ist!

Kein Applaus für Tierquälerei mehr: Schluss mit Zirkusbären!

2011-26-11-Schluss-mit-Zirkusbaer1
2011-26-11-Schluss-mit-Zirkusbaer1

Kein Applaus für Tierquälerei mehr: Schluss mit Zirkusbären!

Hoffentlich sind Bärenschicksale wie von Kathi, Poldi oder Jimmy bald nur noch Geschichte…

Bärenstarke Neuigkeiten: Unterschriftenlisten, Demonstrationen und der unermüdliche Einsatz im Kampf gegen Tiermissbrauch zeigen endlich Erfolge: In einem neuen Gesetzesentwurf stimmte der Bundesrat am gestrigen Freitag, den 25. November für ein Verbot von folgenden Wildtierarten im Zirkus: Bären, Elefanten, Giraffen, Nashörnern, Affen und Flusspferden. Die Weichen sind also gestellt: nun ist der Bundestag am Zug.

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Die STIFTUNG für BÄREN und andere Tierschutzorganisationen stehen den zuständigen Ministerien bereits beratend zur Seite um Möglichkeiten zur Unterbringung für die verbleibenden Zirkusbären zu schaffen.

Das ist ein riesiger Schritt in die richtige Richtung! Die STIFTUNG für BÄREN bedankt sich  herzlich für Eure Unterstützung und Treue, die zu diesem Etappensieg beigetragen haben!

In Wanderzirkussen treten immer wieder Tierschutzprobleme bei Transport, Unterbringung und Dressur auf. Die Folgen sind Verhaltensstörungen, Krankheiten und sogar der Tod eines Tieres. Ihr kennt die ehemaligen Zirkusbären in unseren beiden Bärenparks in Worbis und im Schwarzwald und wisst, mit welchen schwerwiegenden und lebenslangen Spätfolgen sie zu kämpfen haben:

Stereotypes Hin- und Herlaufen, schwere Arthrosen, Blindheit und andere Verletzungen.

 


In einem fahrenden Betrieb kann ein Bär weder seine natürliche Winterruhe halten, noch seinem Bewegungsdrang nachgehen. Und Fahrradfahren oder Rutschen gehört nun wirklich nicht zum angeborenen Verhalten. Neben dem kurzen Auftritt in der Manege verbringt dann ein Zirkusbär meist den Tag in einem engen Käfigwagen. Im Zirkus ist es schlicht unmöglich ein Wildtier verhaltensgerecht, geschweige denn artgerecht zu halten und somit ist das Verbot längst überfällig. 2003 scheiterte ein entsprechender Gesetzesentwurf an verfassungsrechtlichen Bedenken. Doch inzwischen schließt auch das Bundeslandwirtschaftsministerium ein Verbot nicht mehr aus. 13 europäische Staaten haben bereits ein vollständiges oder teilweises Wildtierverbot in Zirkussen erlassen. Das macht Deutschland (noch) zu einem Entwicklungsland in Sachen Tierschutz.

Doch jetzt sind wir voller Zuversicht: Bald ist Schluss mit Bären in deutschen Zirkussen!

Gez. STIFTUNG für BÄREN

Ein kleiner Schritt für Jurka, doch ein großer Schritt für den Bärenpark

Jurka bei ihrer ersten Erkundungstour durch die neue Anlage
Jurka bei ihrer ersten Erkundungstour durch die neue Anlage

 

Ein kalter November-Tag. Auf der Suche nach Futter durchstreift Jurka das Gelände. Sie überquert den Bach, gräbt an einer Wurzel und zupft das verbliebene, saftige Grün aus der Vegetation. Leise vernimmt sie ein Knattern aus der Richtung des Kreisels. Da sich eine kleine Expedition dorthin bisher fast immer gelohnt hat, entschließt sie sich auch an diesem Tag für einen Umweg. Kaum ist sie dort angekommen, fällt ihr etwas Merkwürdiges auf:

 

Eines der Tore, jenes welches sonst stets geschlossen ist, ist geöffnet. Argwöhnisch wird die Veränderung gemustert und nach einiger Zeit nimmt sie ihren Mut zusammen und wagt sich in einen noch unerforschten Teil des Parks. Der letzte Anlagenabschnitt wurde fertiggestellt und Jurka ist wieder einmal Pionierin. Nicht nur für die Bärin ist dies ein spannender Moment sondern auch für das Parkteam und zahlreiche ehrenamtliche Helfer, welche viel Arbeit in die Fertigstellung der neuen Anlage gesteckt haben. Die Blicke der Wildtierfreunde verfolgen die Bärin aufmerksam. Wo wird sie hingehen? Was unternimmt sie zuerst? Wird sie sich wohlfühlen? Keine einfachen Fragen, da Jurka ohne Umweg im Dickicht verschwindet. Man hört es knacken und rascheln – die Wege durch Brombeeren, Holunderbüsche und herumliegende Zweige müssen nun mal erst gebahnt werden. Einige Zeit später sieht man ihren Kopf in weiter Ferne zwischen einigen Farnen hervorblicken. Sitzend und kauend – was sie gefunden hat, können wir nicht ausmachen - blickt sie über das neue Refugium. Kaum einen Tag später schließt sich ihr Ben an, welcher nach einer kurzen Rangelei die Höhle für sich beansprucht und auch die nächsten Tage nicht mehr gesehen wurde. Das Team des Bärenparks wünscht seinen Schützlingen für die Zukunft viel Spaß mit der neuen Anlage und Ben einen geruhsamen Schlaf und schöne Träume!

Fackeln im Advent

Wir laden Sie zu einem stimmungsvoller, mystischen Abend im Bärenpark ein!
Wir laden Sie zu einem stimmungsvoller, mystischen Abend im Bärenpark ein!
Herzlich willkommen heißen wir alle Bären- und Wolfsfreunde, die den Park einmal anders erleben wollen: Im flackernden Schein von Fackeln und begleitet von der nächtlichen Geräuschkulisse, wandern wir den großen Rundweg entlang. Natürlich warten auf Sie spannende Informationen, Anekdoten und Geschichten und wir tauchen ab in die Welt der Mythen und Märchen.

Nach Abschluss des Rundgangs versammeln wir uns zum Bärenschmaus mit Glühwein und Bärenpunsch, während draußen das Lagerfeuer prasselt.

Die Teilnehmerzahl ist wieder begrenzt, melden Sie sich noch heute an!

Wann:  Samstag,10. Dezember 2011, 17:00 Uhr

Wo: Treffpunkt ist der Wirtschaftshof des ALTERNATIVEN WOLF- und BÄRENPARKS Schwarzwald, Rippoldsauerstraße 36/1 in 77776 Bad Rippoldsau-Schapbach

Wer: Alle Bärenfreunde ab 12 Jahren

Wieviel: 20 € pro Person, darin enthalten ist Bärenschmaus und Glühwein/Getränke

Anmeldung: Melden Sie sich bitte unter oder 07839-910380 an.

Wir freuen uns auf Sie! Ihr Bärenpark-Team

Wir suchen einen Tierpfleger

Der Alternative Wolf-und Bärenpark sucht ab sofort einen Tierpfleger (m/w) zur Erweiterung des Teams. Voraussetzungen sind eine abgeschlossene Berufsausbildung und sehr gute soziale Kompetenzen.

Weitere Anforderungen sind:

Hohe Belastbarkeit

Die Bereitschaft auch an Wochenenden zu arbeiten

Führerscheinklasse B

Teamfähigkeit und Flexibilität

 

Aufgrund der Haltung des Tierbestandes in großen, naturnahen Anlagen nehmen die Aufgaben der klassischen Tierpflege (u.a. Gehege saubermachen) einen geringen Anteil ein. Umso mehr tritt die Öffentlichkeitsarbeit in den Vordergrund.

Es erwartet Sie die Arbeit in einem jungen und dynamischen Team, das sich gemeinsam für den Aufbau des jungen Tierschutzprojektes einsetzt.

Wir freuen uns auf Ihre aussagekräftige Bewerbung, die Sie bitte ausschließlich online richten an:

Annika Lürßen;

Bitte Bewerber aus der Region!

Schwarzwälder Wintervorbereitung

 

Ben am Faulenzen
Ben am Faulenzen

Kurz vor der Dämmerung. Letzter Rundgang durch den nebligen Park. Da brummelt und grummelt es plötzlich laut in der Nähe einer der Winterhöhlen.

 

Was ist denn nun los? Den ganzen Tag lagen unsere sechs Bären faul in den Freianlagen und sind mittlerweile so pummelig gefressen, dass sie sich nur noch bewegen, wenn es Leckereien gibt oder das tägliche Bad ansteht.

 

Ein Blick um die Ecke zeigt: Bär Ben, der wohl denkt, er käme zu kurz, will seinem Bärenkumpel Poldi die Höhle streitig machen.  Der hat sich nämlich schon gemütlich zur Abendruhe gebettet. Man sieht ihn nicht, nur sein tiefes, entrüstetes Brummen ist zu hören, als Ben seinen großen Kopf in seine Schlafgelegenheit steckt. Bens Po wackelt noch immer im Höhleneingang als wir gingen…

 

Warum es vorübergehend Platzprobleme gibt? Nun, die große Freianlage im hinteren Teil des Parks muss winterfest gemacht werden. Alle Tiere müssen also raus und Menschen rein.  Mit Freischneidern und Werkzeug ausgerüstet, wird fleißig gearbeitet. Das hat eine Weile gedauert, bis sich alle tierischen Bewohner in den vorderen Teil der Anlagen bewegt haben. Selbst Leoni, die Neue, hat schließlich auch den Rückweg angetreten. Das war ein Wiedersehen mit ihrer Schwester Kaja, da diese ja noch immer in der vorderen Anlage mit dem blinden Schapi lebt.

 

Übrigens haben Sie, liebe Besucher, gerade die einmalige Gelegenheit, alle Tiere aus nächster Nähe beobachten zu können.

Zurück zum Wohnungsstreit: Schließlich überließ Ben doch dem mit Arthrose geplagten Poldi das kuschelige Nest und macht es sich unter einer Tannenwurzel bequem.

 

 

 

In einer Woche werden die Wintervorbereitungen abgeschlossen sein und jeder Bär und jeder Wolf kann sich dann wieder sein Lieblingsplätzchen suchen. Ob dann die Bären in Winterruhe gehen, wissen wir nicht. Noch nutzen sie die Höhlen höchstens zur Nachtruhe. Doch nachdem die ehemaligen Zirkustiere viel an natürlichem Verhalten zurückgewonnen haben, verrät der Instinkt vielleicht dem ein oder anderen auch wieder, dass er sich auch für eine längere Weile zur Ruhe betten darf.

Zimmer frei im Bärenpark

Es ist vollbracht! Nadja Heß präsentiert eines der schönsten Insektenhotels Deutschlands.
Es ist vollbracht! Nadja Heß präsentiert eines der schönsten Insektenhotels Deutschlands.

Ob klein oder groß, im neuen Hotel des Bärenparks fühlt sich jeder Besucher wohl – vorausgesetzt er hat mindestens sechs Beine und ist nicht größer als einen Zentimeter. Gerade fertiggestellt musste das neue Insektenhotel nicht lange auf seine ersten Besucher warten, die zum Zwecke der Überwinterung schon bald an der Rezeption schlange stehen müssen.

 

Mit einem verdient zufriedenen Lächeln übergibt die Praktikantin und Architektin Nadja Heß den Schlüssel an das Bärenparkteam: „Jetzt konnte ich auch helfen den Park mit aufzubauen.“ Das hat sie tatsächlich getan  – und zwar einen ganzen Monat lang. Da hier alle an einem Strang ziehen, hat es auch nicht lange gedauert bis Bärenbürger Hermann Huber ihre tolle Idee mit seinem handwerklichen Expertenwissen  unterstützte. „Die Nadja… die kann wirklich gut anpacken“, lobte Huber die Praktikantin in ihrer Abwesenheit – und das hat hier im arbeitsamen Wolftal etwas zu heißen! Das war aber lange nicht alles, was sie hier im Park getan hat. Neben ihrem Projekt griff sie bei den anfallenden Aufgaben sowohl dem Personal als auch den Ehrenamtlichen fleißig unter die Arme.

Der Abschied fiel schwer als Nadjas Zeit im Park vorüber ging und sie wieder zurück an die Universität musste. Was uns bleibt, ist ein fünf Sterne Insektenhotel – und ihr Versprechen bald wieder zu kommen!

SK

Wolfsgeheul bei Vollmond-keineswegs nur eine Legende!

 

Unsere Wölfe können es doch: Das erste zaghafte Wolfsgeheul hallte durch das Wolfstal Foto: H.Kalmbach
Unsere Wölfe können es doch: Das erste zaghafte Wolfsgeheul hallte durch das Wolfstal Foto: H.Kalmbach
Schaurig- schön, wild, faszinierend – es ist schwierig die richtigen Worte dafür zu finden. Während das Personal in der Dämmerung zusammen saß, wurde die Tagesbesprechung abrupt unterbrochen. Alle Anwesenden verstummten und hielten den Atem an, als Ado ein vorsichtiges aber klares Geheul anstimmte.

 

Obwohl sich die Silhouetten nur schwer gegen den dunklen Grund abhoben, konnte man erkennen, dass sich das Rudel im Schein des Vollmondes sammelte. Es war Zeit für die Jagd! Obwohl von der kürzlich verfütterten Hirschkuh nur noch Reste übrig geblieben sein konnten, machten sich die Wölfe nun gemeinsam in die Bärenanlage auf, um davon noch etwas zu erbeuten. Gemeinsam? Naja, nicht so ganz – der scheue Adi zögerte und wollte die Jagd lieber aus der Ferne beobachten. Nix da! Wölfe jagen gemeinsam und Ado heulte auf halber Strecke erneut, um den Zurückgebliebenen um Hilfe zu rufen. Das hat überzeugt. Neuen Mutes eilte er dem Rudel schnell hinterher. Über den Ausgang der Jagd  gespannt, erwarteten wir voller Spannung ihre Rückkehr. Nach einer Viertelstunde war es dann endlich soweit. Mit Mühen konnte man erkennen, dass das Rudel ohne Vorrat zurückkehrte. Aber obwohl sie scheinbar leer ausgegangen sind, liefen sie doch Pelz an Pelz beieinander. Vereint verschwanden die Drei wieder leise in ihrem Rückzugsgebiet.

Seit dieser Nacht horcht das Parkteam aufmerksam auf, wenn der Wind ein Geräusch mit sich trägt – denn es könnte die erneute Ankündigung eines spannenden „Beutezuges“ sein. SK

Hirschkuh sorgt für eine Menge Aufregung im Bärenpark

Wölfe wagen sich endlich in das Bärengebiet vor! Foto: H. Kalmbach
Wölfe wagen sich endlich in das Bärengebiet vor! Foto: H. Kalmbach
Der Anruf ereilte uns am Sonntagmorgen: Eine Hirschkuh sei in einer Gehege-Haltung von einem Hirsch verletzt worden und letztlich an diesen Verletzungen gestorben. Ob wir Verwendung hätten? Ja, natürlich! Für unsere Wölfe und Bären gibt es nichts Verlockenderes als ein frisches Stück Wild. Und da wir uns ja schon seit Monaten bemühen, die Wölfe davon zu überzeugen ihren bärigen Mitbewohnern einen Besuch abzustatten, haben wir uns eine kleine Herausforderung einfallen lassen:

Wir haben die Hirschkuh ganz hinten in den Scheitelpunkt der Anlage platziert. Ein Gebiet, das unsere Leoni für sich beansprucht. Und da die „Beute“ nun auch in ihrem Bereich gelegt wurde, hat es nicht lange gedauert, bevor sie alleine Besitzansprüche angemeldet und das Wild für sich in Beschlag genommen hat. Nachdem sie sich genüsslich satt gefressen hatte, machte sie es sich zur Aufgabe, den riesigen Leckerbissen zu verteidigen. Selbst Jurka und Ben gaben nach einer Weile klein bei, an Leoni gab es kein Vorbeikommen! Glücklicherweise hatten die Förster, die uns die Hirschkuh gebracht haben, zwei Keulen abgetrennt. So haben Ben und Jurka zumindest auch einen Anteil der Beute verspeisen können. Und zum Mittag tauchte dann auch ein lang ersehnter Gast auf: Ein grauer Schatten bewegt sich leichtfüßig und zielstrebig auf das verlockend riechende Fleisch zu. Anita hat wagte sich vor, um sich einen Teil zu ergattern. Die Wölfin hat sich auch als Erste schon vor ein paar Tagen getraut, die Bärenanlage ausgiebig zu erkunden. Nun schlich sie Schritt für Schritt vor, ohne Leoni aus den Augen zu lassen. Endlich an der Beute angekommen, versuchte sie jedoch nicht, sich einen Teil herauszureißen, sondern sie bemühte sich, die ganze Hirschkuh zurück zu schleppen! Dieser größenwahnsinnige Versuch wurde schnell auch von Leoni unterbrochen, die die Wölfin kurzerhand verjagte. Aber so leicht gibt sich Anita nicht geschlagen! Genau wie insgeheim von dem Bärenpark-Team erhofft, holt sie zumindest schon mal einen ihrer Brüder zur Verstärkung. Zwei Wölfe mitten unter den Bären! Die monatelangen Geduldsproben haben sich gelohnt! Doch das mutige Vorwagen war nicht gleich von Erfolg gekrönt. Nachdem Anita und Ado die Lage eine Weile abgeschätzt haben, sind sie unverrichteter Dinge wieder abgezogen. Doch der Geruch war einfach zu verlockend und sie tauchen immer wieder in der Nähe der Beute auf. Leoni gibt das Geschenk ihres Lebens aber keineswegs leichtfertig auf und hütet ihren Schatz wie einen Augapfel. Die zahlreichen Besucher am Sonntag haben erstmalig eine faszinierende Interaktion zwischen Bär und Wolf gesehen und waren absolut begeistert. Wir sind sehr gespannt, wie es weitergeht und freuen uns natürlich auf ihren nächsten Besuch, bei dem sie die neusten Entwicklungen hautnah miterleben können. AL

Schauspieler Hannes Jaenicke neuer „BärenBürger"

v.l. Schauspieler Hannes Jaenicke und Rüdiger Schmiedel (Geschäftsführer der Stiftung für Bären)
v.l. Schauspieler Hannes Jaenicke und Rüdiger Schmiedel (Geschäftsführer der Stiftung für Bären)

Dreh im Bärenpark Schwarzwald für Doku über Brunos Brüder

Drehort: Alternativer Wolf- und Bärenpark Schwarzwald. Achtung, und Action. Die Kameras sind auf Moderator und Schauspieler Hannes Jaenicke gerichtet. Er beginnt von Jurka und ihrem toten Sohn Bruno zu erzählen. Nach einer Weile ist ein Rascheln im dichten Gestrüpp des Hintergrundes zu hören und sie tritt in den Winkel der Objektive: Jurka ist eben doch ein Bärenstar. Denn sie ist neugierig.

Und genau diese Neugier raubte der ehemaligen Wildbärin ja auch ihre Freiheit. Angelockt und angefüttert von Menschen, verloren sie ihre natürliche Scheu und plünderte Hühnerställe und Schafherden. Dieses fehlgeleitete Verhalten, die Futtersuche in der Nähe menschlicher Siedlungen, wurde ihrem Sohn Bruno zum Verhängnis. Als sogenannter „Problembär" deklariert wurde er 2006 in Bayern erschossen.

Um Jurka dieses Schicksal zu ersparen, kam sie in den Schwarzwald. Seither ist sie Botschafterin, um auf menschliches Fehlverhalten im Umgang mit Wildtieren aufmerksam zu machen.

Und nun bekommt Jurka prominente Unterstützung: Nach Filmen über gefährdete Tierarten wie Orang-Utans, Eisbären und Haie möchte der bekannte Schauspieler Hannes Jaenicke nun auf die Gefahren für heimische, bedrohte Arten aufmerksam machen. Im Auftrag des WDR steht er gerade als Moderator für die Dokumentation „Brunos Brüder" von Herbert Ostwald vor der Kamera.

Das Filmteam des WDR und Hannes Jaenicke im Bärenpark Schwarzwald
Das Filmteam des WDR und Hannes Jaenicke im Bärenpark Schwarzwald

Eine Station auf dem Produktionsweg zu „Brunos Brüder" ist natürlich die heutige Heimat von Brunos Mutter. Jaenicke ist begeistert von dem Projekt: „Die Idee der Alternativen Bärenparks der STIFTUNG FÜR BÄREN (SfB) hat Vorbildcharakter und ist zugleich Sinnbild für einen falsch verstandenen Umgang mit Wildtieren. Hier sieht man deutlich am Beispiel von Jurka, wie der Mensch negativ in die Umwelt eingreift und Tieren keinen Platz mehr lässt. Ein Umdenken muss stattfinden. Und genau dafür kämpfe ich."

Als „BärenBürger" der SfB wird Jaenicke genau diese Aufklärungsarbeit leisten und sich einsetzen für die Rückkehr von ehemals heimischen Wildtieren.

Rüdiger Schmiedel, Geschäftsführer der SfB, freut sich sehr über den prominenten „BärenBürger" und ist voller Zuversicht: „Wir sind nur eine kleine Stiftung und ringen sehr um die finanzielle Absicherung unserer Projekte. Da setzen wir ganz besonders auf die Unterstützung unserer bewehrten ehrenamtlichen Helfer beim alltäglichen Betrieb der Parks. Doch für die große Idee dahinter brauchen wir Menschen wie Hannes Jaenicke, die im Namen der Tiere Aufklärungsarbeit leisten."

Bärin Jurka, Brunos Mutter ist neugierig.
Bärin Jurka, Brunos Mutter ist neugierig.

Und Jaenicke verleiht diesen Worten deutlich Nachdruck:

„Das Bemühen um die Rückkehr bedrohter Tierarten wie Bär, Wolf und Luchs, die einst heimisch waren in unserer Region, ist ein Kampf gegen die Profitgier und Ignoranz des Menschen. Der Mensch muss wieder lernen, verantwortungsbewusst mit Natur und Tierwelt umzugehen!"

 

Wir sind begeistert von der prominenten Unterstützung und sagen DANKE Hannes Jaenicke!    -SfB-