Der dicke BEN hat sein Winterareal, die Anlage 3, schon seit einem Monat bezogen. Jetzt geht es an die Vorbereitung zur Ausgestaltung der Höhle. Zunächst wird erst einmal getestet, wie man einen Strohballen öffnet (Video 1), dann wie man sich bettet und zum Schluss noch eine kleine Pilates - Übungen absolviert. (Video 2). Das alles geschieht auf BEN´s Winterhöhle, die zuvor fein säuberlich ausgeräumt wurde. Die Gerüche von BODO, der im Frühjahr das Areal bewohnt hatte, müssen verbannt werden. Während dessen ziehen die Wölfe, ADI , ADO und ANITA durch das herbstliche Areal und loten schon mal den Winterlebensraum aus. Der wird sicher wieder zum vollen Vergnügen ausgeschöpft, wenn sich die Bären erstmal in die Höhlen zurückgezogen haben.
Für die Winterbevorratung werden wir den Bären ca. 80 Strohballen für die Höhlen zur Verfügung stellen. Diese holen sie sich dann selbst in ihre Höhlen oder schaffen sich windgeschützte Lager.
Mit einer Patenschaft können auch Sie den Bären helfen, dann gehen Sie bitte auf unsere Patenschaftseite. Jetzt spenden!
Es lohnt sich also zu jeder Jahreszeit, die spannenden Szenen im Wolf- und Bärenpark zu erleben und festzuhalten.
Schmiedel mit LeoniDie STIFTUNG für BÄREN kämpft seit Jahren für ein Wildtierverbot in Zirkus- und Schaustellerbetrieben.
Der Alternative Wolf- und Bärenpark Schwarzwald ist nicht unbedingt bekannt durch spektakuläre Aktionen im Tierschutz, eher durch die alternative Bärenhaltung in den großzügig angelegten Freianlagen.
Ein Team des SWR hat die STIFTUNG für BÄREN über ein Jahr begleitet und dokumentiert diese aufwendige Arbeit.
Noch immer sind Zirkusunternehmen mit Wildtieren unterwegs und sehr schwer von ihrer tierquälerischen Haltung abzubringen.
Schlimmer noch, wenn die Behörden bei Meldungen solcher Zustände einfach nach erfüllten Mindestanforderungen urteilen, ohne dabei das Verhalten der Tiere zu berücksichtigten.
Leoni heuteIm Alternativen Wolf- und Bärenpark haben solche Tiere die Möglichkeit ihre Instinkte wieder auszuleben. Im Waldboden graben, über Baumstämme klettern, im fließenden Bach baden und die Wildfrüchte in ihrem Umfeld zu genießen.
Sie wollen selbst erfahren, wie diese Bären heute leben?
Am Sonntag, den 16.09.2012 in der Zeit von 14 - 18 Uhr, erfolgt im Alternativen Wolf- und Bärenpark in Bad Ripopoldsau - Schapbach, die Premiere der halbstündigen Fernsehsendung des SWR.
Das Bärenparkteam lädt alle Besucher zu dieser Veranstaltung herzlichst ein.
2012-08-29-Baeren-Rettung-Baerenpark-Schwarzwald-02Am 2. September 2012 wird der Alternative Wolf- und Bärenpark im Schwarzwald zwei Jahre alt. Zuvor aber haben die Beschäftigten, gemeinsam mit freiwilligen Helfern, eine spektakuläre Rettungsaktion in Bad Liebenzell durchgeführt. Neun Bären und drei Wölfe zählen zu den Bewohnern des Alternativen Wolf- und Bärenparks. Jetzt sollte plötzlich ein ganz besonderer Bär aus Bad Liebenzell die Besatzung verstärken.
Eine ehemalige Filiale der Volksbank, hatte ein kleines Bärchen einsam auf einem Betonsockel über Jahre festgeschraubt. Nun haben Freiwillige und Mitarbeiter vom Alternativen Wolf- und Bärenpark das Bärchen gerettet und sogleich in das Wolftal nach Rippoldsau-Schapbach gebracht.
Stephan Voegeli, Leiter des Parks dazu: „Es ist der erste Bär, der unsere Futterkosten nicht belasten wird und der keine Winterhöhle braucht.“ Wir danken dem Vorstand der Volksbankstiftung Sindelfingen für diese Skulptur-Spende und der damit verbundenen Steigerung der Attraktivität des Alternativen Wolf- und Bärenparks im Schwarzwald. Fleißige Helfer werden nach unserem Bärenparkfest am 2. September die Skulptur aufstellen. Alle Interessenten sind natürlich zum Bärenparkfest am kommenden Sonntag herzlichst eingeladen.
8 Mann ein Bär IMontag, der 30.07.2012, geschäftiges, hochkonzentriertes Treiben bestimmt heute den Arbeitstag im Alternativen Wolf- und Bärenpark. In einer der Bärenboxen des Sicherheitsbereiches liegt, vollkommen entspannt, der blinde Bär Schapi. Er nimmt keine Notiz von der Aufregung die rings um ihn her herrscht, denn er weiß nicht, daß er der Grund dafür ist. Am folgenden Tag, dem 31.07., nämlich soll er sanft in eine Narkose gelegt und einer gründlichen Untersuchung unterzogen werden. Diese Kontrolluntersuchung ist der letzte Schritt vor seinem Umzug in die neu eingerichtete Seniorenresidenz, in die sein Mitbewohner Poldi schon vor einigen Tagen bezogen hat.
Wie schon berichtet ist dafür die ehemalige Wolfsrückzugsanlage senoirengerecht umgestaltet worden, damit Schapi und Poldi aus der bisher bewohnten, relativ engen Freianlage in diese weitläufige, vom Fegersbach durchflossene und mit neuen Winterruhehöhlen ausgestattete Anlage übergesiedelt werden können. Dort sind sie auch sicher vor den von uns befürchteten Ärgerattacken der Wölfe, mit denen sie wegen ihrer Gebrechen, der Blindheit und der Arthrose, wahrscheinlich nicht so gut umgehen können, wie ihre fitteren Kolleginnen und Kollegen.
Für die geplante, gründliche Untersuchung steht das ganze Team ab 8.00 Uhr bereit und erwartet die Ankunft des Tierarztes Dr. Sieder. Überpünktlich fährt der Veterinär mit seinem Wagen vor und das geplante medizinische Vorsorgeprogramm kann starten. Im OP liegen Stricke, Handschuhe, ein Mikroskop, Handlampen, Probenbecher und viele andere Untensilien bereit.
Schapi döst derweil in seiner Box auf dem gemütlichen Strohlager und scheint vollkommen unbeeindruckt von dem Treiben um ihn herum. Dr. Sieder bereitet nun in großer Ruhe sehr routiniert die Narkose vor. Um 8.14 Uhr bekommt der Patient seinen ersten Narkosepfeil verabreicht und 45 Minuten später liegt Schapi sanft entschlummert auf dem Boden seiner Box.
Dann wird der schlafende Bär vorsichtig auf ein Tragetuch gehieft. Ächzend schleppt das Team Schapi dann in den OP. Reibungslos geht da die Untersuchung dann von statten. Röntgenaufnahmen vom Kiefer und von der Hüfte werden gemacht und Proben vom Kot, dem Blut, der Haut und den Haaren entnommen. Höhepunkt der Behandlung ist das Entfernen der kaputten Wurzel des linken, unteren Reißzahnes. Keine einfache, aber eine notwendige Aufgabe. Nach wenigen Minuten ist auch das überstanden.
Jetzt ist der große Moment gekommen. Schapi wird auf dem Tragetuch liegend in sein neues Reich gebracht. Um 9.45 Uhr wird das Tuch unter ihm weggezogen und er bekommt eine Aufwachspritze. Damit er beim Aufwachen nicht strauchelt und hinfällt ist er ringsum in Strohballen eingepackt. Eine Viertelstunde später sitzt er schon neugierig schnüffelnd auf seinem Hinterteil, da er noch etwas wackelig auf seinen Beinen ist.
Er scheint aber schon sehr interessiert an seiner neuen Umgebung. Wenige Stunden später schon marschiert er trotz seiner Blindheit mit festen Schritten und großer Sicherheit durch das Gelände, als sei er noch nie woanders gewesen.
Diese erfolgreiche Untersuchung wird gekrönt durch die erfreuliche Nachricht des Tierarztes, daß Schapi für sein Alter von 22 Jahren durchaus als kerngesund bezeichnet werden darf.
Röntgen IZahnbehandlung I8 Mann ein Bär INoch etwas wacklig auf den Beinen IPoldi begrüßt Schapi I
Trikotwerbung Schapbach internetgrößeSicher ist sicher dachte sich Ralf Schmieder wohl als er die Idee hatte die neuen Trikots des SV Schapbach mit dem Logo des Alternativen Wolf- und Bärenparks zu versehen, denn wer weiß ob die Stärke der Bären und die Ausdauer der Wölfe sich so nicht auf die Trikoträger übertragen lassen.
Wir hoffen das natürlich sehr, denn dann wird das Logo des Wolf- und Bärenparks, dank der Schmieder´schen Agentur der Württembergischen Versicherungen aus Schapbach, über die Grenzen des Schwarzwaldes hinaus getragen werden, wenn nicht sogar bis in die Bundesliga!
Wenn das nicht eintrifft hat die AH-Rige vom SV Schapbach um ihren Vorsitzenden Uwe Weis, immerhin ein schönes Trikot und werben gleichzeitig für ein vorbildliches Projekt in ihrer Heimatgemeinde.
Wir sagen Danke zu Ralf Schmieder und Uwe Weis für die Unterstützung und wünschen der Mannschaft viel Erfolg!
Jurkas neue Höhleder muß in den Schwarzwald geh´n,...
Seit ein paar Tagen herrscht reges Treiben in der großen Freianlage. Yurka und Leoni haben beschloßen sich ein neues Eigenheim zu errichten. Ausdauernd und offensichtlich planvoll arbeiten sich die beiden Damen in den Hang vor. Mit ihren Tatzen, die sie sehr geschickt als Schaufeln benutzen, werfen sie die Erde in großen Portionen aus den Löchern hinter sich. Nach wenigen Tagen ist Yurka schon ganz in ihrem Neubau verschwunden. Ob sie sich jetzt wohl um die Inneneinrichtung kümmert? Leider können wir das nicht sehen.
Ganz klar ist auch nicht, warum die beiden sich gerade jetzt, mitten im Juli, entschlossen haben sich eine Höhle zu bauen. Vielleicht liegt es am kühlen Sommer, der sich seit Jahresbeginn über dem Schwarzwald mit Regen und Wind breitgemacht hat. Das wäre es schon ein guter Grund, sich nach einer gemütlichen, warmen, dunklen Höhle zu sehnen.
Abzuwarten bleibt noch, ob Yurka und Leoni im Spätherbst ihre neuen Behausungen auch für die wohlverdiente Winterruhe herrichten und ob dann Leoni sich wieder gemeinsam mit ihrer Schwester Kaja dort niederläßt.
Wir werden die beiden weiterhin aufmerksam beobachten und wieder berichten was sich getan hat. Weiterlesen klicken, für das Video.
2012-06-15-baer-bodo-ein-naturerlebnis-01Der 21 jährige BODO beweist, dass Bären sehr wohl eine Mimik haben. Nicht zuletzt dadurch signalisiert er uns seinen Unmut aber auch sein Wohlbehagen. Aufmerksam registriert er alle Veränderungen in seiner Umgebung und versucht immer in der Nähe seiner Schwester BEA zu bleiben.
Es ist Mai und die Brunft der Bärinnen ist zeitlich gesehen auch die Hochzeit. Je nach Alter und Herkunft kann diese Zeit, der Fachmann sagt dazu „Bärigkeit“, einen Monat andauern. Während dieser Zeit sind die Bärenmänner ganz besonders aufgeregt. Stellen sie doch durch die Nase, den sogenannten „Zungentest“ fest, wie weit die Gefügigkeit der Bärinnen ist. BEAs Ausscheidungen wurden von BODO sehr genau untersucht und immer wieder testete er, ob sie nicht bald brünftig ist. Doch scheinbar verzögert sich die "Bärigkeit" durch die kürzlich erfolgte Betäubung und stellt sich später ein.
BODO ist noch ein zeugungsfähiger Bärenmann. In Senftenberg wusste nur die Tierpflegerin, dass er diesbezüglich nie behandelt wurde. Warum in den letzten 15 Jahren kein Nachwuchs kam, ist unerklärlich, denn bei Bären stellt das Geschwisterverhältnis nicht unbedingt eine Barriere da. Ist BODO möglicherweise zeugungsunfähig? Das könnte durchaus sein, denn in den kleinen Tiergärten hat man oftmals wegen der Attraktivität die Zucht kleiner Bärchen zugelassen, auch unter Geschwistern! (aktuelles Beispiel dafür der Bärennachwuchs in Trippsdrill )
Wir wissen es noch nicht. Deshalb haben wir Bodo eine 1,5 ha große Anlage zur Verfügung gestellt um zu beobachten, wie er sich auf die Bärinnen in der Nachbaranlage verhält. Natürlich bleiben wir unserer Stiftungsphilosophie, keine Bären in Gefangenschaft zu züchten treu und deshalb sind Kastration oder Sterilisation ein Muss.
Seit der Übernahme der drei Senftenberger Bären, liegen bereits weitere drei Anfragen zur Aufnahme von insgesamt fünf Bären auf dem Schreibtisch. Wo soll das noch hinführen… ?
Also BODO wurde von BEA und BIGGI getrennt. Die Schwestern teilen sich schon nach einer Woche Schwarzwaldluft eine WG auf 6,5 ha mit den Bären BEN, der berühmten JURKA und den beiden ehemaligen Zirkusbärinnen LEONI und KAJA. Zu diesem Thema erfolgt noch ein gesonderter Bericht.
BODO hat also ein Revier der Sonderklasse mit einer Bärenhöhle, in der BEN vergangenen Winter mal locker 4,5 Monate Winterruhe gehalten hatte. BODO stehen ein Tränketrog mit Schwarzwälder Naturquellwasser, ein Jungfichtenwäldchen, ein Birkenwäldchen und saftige Grasflächen zur Verfügung. Eine Hanglage vom aller Feinsten mit einer Vielfalt von Kleingetier und leckeren Kräutern. BODOs Hauptbeschäftigungen belaufen sich darauf, den 70 m Bachwasserverlauf umzugraben und in den moorastigen Stellen die leckersten Wurzeln zu finden, Steine von bis zu 150 kg zu drehen, Würmer zu suchen oder alte verrottete Holzstücke feinstens zu zerbröseln, um alle Leckereien darin zu finden. Völlig relaxt vergisst der Bursche seine Schwestern und inspiziert sein Areal mit allen Bärenmanieren. Er stellte sich an den Fichten auf und kratzt die Rinde ab, um dann seinen ganzen Körper daran zu reiben und seine Duftmarken zu hinterlassen. Zwischendurch mal ein Nickerchen und stirnrunzelnde Falten, die den Anschein erwecken, als überlegt er, was er noch so alles anstellen könnte.
Da gibt es ja noch die Höhle mit den Duftstoffen eines Nebenbuhlers. Na dann – nichts wie ran! Einen ganzen Tag lang hat der gute BODO alles was nach BEN roch aus der Höhle ausgeräumt. Schon am Abend saß er genüsslich auf dem Höhlenhügel um sich dort das saftige Gras schmecken zu lassen.
Sehr zufrieden und weit hörend schnarcht er dann ganz gemütlich in der Nähe des Wassertroges, um möglichst keine Fütterung zu verpassen. Allerdings finden diese nie zu gleichen Zeit und auch nicht an einem festgelegten Ort statt, sondern das Futter wird weitläufig verstreut bleiben. So kommt BOBO in den Genuss abwechslungsreicher Natur- Erlebnisse.
2012-05-29-Mulagparade_im_Baerenpark_SchwarzwaldPfingsten im Alternativen Wolf- und Bärenpark Schwarzwald.
Blauer Himmel, strahlender Sonnenschein, ein plätschender Bach, tiefe Wälder, Bären und Wölfe, so macht ein Pfingstausflug Spaß.
Zum richtigen Zeitpunkt war im Park noch viel mehr zu erleben.
Am Sonntag, pünktlich um 11.30 Uhr konnte man von Ferne ein Knattern und Brummen vernehmen, daß ganz langsam näher kam. Gespannt fragten sich die Besucher was das zu bedeuten habe. Dann erklomm das erste Gefährt die steile Anfahrt zum Parkgelände. Ihm folgten über 40 weitere. Der Kenner sah sofort, daß es sich um eine endlos scheinende Karavane von Mulags handelte. Mulags oder Dreibeiner waren einmal robuste, preiswerte und sehr kurios aussehende Kleinlastwagen für Waldbauern. Zum Teil sehr liebevoll und aufwendig restauriert, oder im charmanten Originalzustand reihten sich die Fahrzeuge auf dem Platz vor dem Verwaltungsgebäude des Bärenparks auf. Für eine Stunde gab es nun, neben den Bären und Wölfen, eine weitere Attraktion zu bestaunen. Dann zog die knatternde Horde der Dreibeiner, eingehüllt in eine blaue Dunstwolke, weiter.
Jetzt drehte sich wieder Alles um die Bären im Park, die allesamt von der Stiftung für Bären aus zum Teil übelsten Haltungsbedingungen heraus gerettet wurden. Wie an Sonn- und Feiertagen üblich wurden kostenlose Führungen angeboten, bei denen viel von über die Einzelschicksale und die Biologie der Tiere zu erfahren ist.
Eine Ziege die gerne Bären beobachtet - da staunen die Besucher!Sehr überrascht waren das Parkpersonal, wie auch die Besucher, als an der Kasse jemand nachfragte ob den Ziegen den gleichen Eintrittspreis bezahlen müßten wie Hunde. Der verdutzte Blick der Dame an der Kasse bewegte den Besucher wohl die Situation näher zu erklären. Er habe zwei Hunde und eine Ziege, die sich, da sie von Hunden großgezogen worden sei, selbst für einen Hund hielte. Man müsse das Tier daher überall mit hinnehmen, wo auch die Hunde dabei habe.
Nach einer kurzen Rückfrage beim Parkleiter war klar: Ziegen, die sich für Hunde halten, haben selbstverständlich Zutritt zum Park, wenn für sie die entsprechende Eintrittskarte gelöst wurde!
Jetzt galt es noch zu klären, ob die Ziege die Bären und Wölfe anbellen wird, bzw. die Bären und Wölfe die Ziege im Hundepelz als solche erkennen werden. Da weder das Eine noch das Andere deutlich zu erkennen war stellt sich die Frage ob die Bären und Wölfe die Ziege vielleicht für den Pfingstochsen hielten?
Die Frage wird sich nicht so einfach klären lassen.
Reges Interesse fanden auch die eigens für die „Neuen“ aufgehängten Dispenser mit den neuen Patenschaftsanträgen.
Sicher aber hat sich für rund 2.000 Besucher ein Ausflug in den Alternativen Wolf- und Bärenpark an diesem langen Pfingstwochende mehr als gelohnt.
2012-05-26-kran-erweiterung-residenz-baerenseniorenDauerkur - so war das Stichwort für die Senftenberger Bären und nun kommt ein neuer Abschnitt in den Freianlagen des Wolf - und Bärenparks dazu. Das ehemalige Wolfrückzugsgebiet von ca. 1,5 ha wird zur Senioren- und Behindertenresidenz. Nachdem sich die Wölfe in der Sektion 2 mit mehr als 6,5 ha aufhalten, um sich dort Höhlen zu graben und in der Nähe der Wilddickung zu bleiben, haben wir das ehemalige Rückzugsgebiet als Baustelle erklärt. Dort steht den Bären das Fegersbächle zur Verfügung und es sollen zwei attraktive Winterhöhlen für Behinderte und Senioren eingerichtet werden.
Aber nicht nur das, wieder sind es unsere Ehrenamtliche Helfer Ü70 und FABS –Mitglieder, die gemeinsam helfen und organisieren, diesen neuen Platz für die Bären attraktiv zu gestalten. Mit einem Riesenkran der Fa. Muz wurden die Röhren für die zukünftigen Winterhöhlen in die Anlage über den Zaun gehievt. Zuvor hatte Otto Zimmermann mit einem Kleinbagger die Fundamente ausgegraben. Das alles erfolgte an einem Tag. Und genau zwischen den Baustellen entdeckten wir eine Wildente, die ein Nest eingerichtet hatte und mit 12 Eiern hoffentlich bald die Jungen zum Schlupf bringen kann. Diese Naturnähe und die Anpassung der Tiere ist immer wieder verblüffend. Wir hoffen, das Mitte Juni 2012 die Senioren- und Behindertenresidenz schon von Poldi und Schapi bezogen werden kann, denn wir wollen diese beiden nicht denn futterneidischen Grauwolf Attacken aussetzen. Für den blinden Schapi hoffentlich eine Genugtuung, denn er badet für sein Leben gern und so wird er immer genügend fließend Wasser haben. Gern können Sie bei der Einrichtung dieser Residenz mithelfen, in dem Sie durch eine Spende oder Patenschaft für die Bären, die Futterversorgung mit gewährleisten und die baulichen Maßnahmen vollendet werden.
2012-05-26-poldi2012-05-26-schapi
Sowohl Poldi, als auch Schapi, sollen vor Ihrem Einzug in die Residenz eine veterinärmedizinische Behandlung erhalten. Auch hier kann Ihre Patenschaft oder Spende sehr hilfreich sein.
2012-05-19-news-baeren-aus-senftenberg-kommen-im-baerenpark-an-01Bad Rippoldsau-Schapbach - ein klangvoller Ortsname, mit dem der Kenner Reizklima, Heilquellen, Ruhe, Beschaulichkeit und einmalige Naturerlebnisse verbindet. In dieser malerischen Umgebung, in mitten steiler, dicht bewaldter Gipfel und tiefer Täler mit klaren Forellenbächen, haben nun drei Bären aus Senftenberg eine neue Heimat gefunden.
Natürlich haben nicht die Bären selbst diesen Entschluß gefaßt. Andere taten dies, zu ihrem Wohl.
Auch für die Tiergärten in den neuen Bundesländern brachte die Wende wichtige Veränderungen. Die Zoorichtlinien der EU von 1999 forderten andere Haltungsbedingungen als es bisher üblich war. Die Umsetzung der Forderungen war in vielen Fällen aus Geldmangel nichrt realisierbar und man „flüchtete“ sich in den Bestandsschutz, wie in Senftenberg. Man wollte auch nicht auf die traditonelle Bärenhaltung verzichten, die in den 1950er Jahren ihren Anfang nahm. Leider war sowohl die Anlage als auch die Haltung seit dieser Zeit stehengeblieben. Ein „Bären-Präsentierteller“ umgeben von einer Mauer. Ein paar Felsen, ein abgestorbener Bum von dem ein alter Autoreifen herunterbaumelt, ein kleines Betonplanschbecken und ein bißchen Sandboden. Kein Schutz, kein Grün, keine Rückzugsmöglichkeit. Also weit weg von allen Möglichkeiten für die Tiere, ihre natürlichen Verhaltensweisen auszuleben. Diesen Mangel kann leider auch das beste und liebevollste Pflegerteam nicht wett machen.
Der STIFTUNG für BÄREN war dies natürlich schon seit langem ein Dorn im Auge.
Endlich, mit dem Wechsel zu den Integrationswerkstätten Lausitz als neunen Betreiber des Tierparks, kam Bewegung in die Sache. Jetzt wurde das Problem erkannt und die Konzeption neu überdacht. Ein kluger und mutiger Schritt in die richtige Richtung, der natürlich nicht reibungslos ablaufen kann. Aber letztendlich ging es ja um das Wohl der Tiere und nicht um mangelnde Kommunikation oder sentimentale Gefühle, was zu guter letzt doch alle dazu bewegte am gleichen Strang zu ziehen.
Dafür Danke, im Namen von Bodo (Moritz), Biggi (Mascha) und Bea (Püppi)!
2012-05-19-news-baeren-aus-senftenberg-kommen-im-baerenpark-an-02Aber es war nicht so einfach einen guten Platz zu finden. Alle Kontakte, die die STIFTUNG für BÄREN angefragt hat, waren nicht in der Lage weitere Bären aufzunehmen. So entschloss man sich, die Drei im stiftungseigenen Alternativen Wolf- und Bärenpark im Schwarzwald aufzunehmen.
Als Termin für den „Umzug“ wurde der 14. Mai vereinbart. Der Termin wurde intensiv vorbereitet. Ein Konvoi von Fahrzeugen machte sich vom Schwarzwald und von Worbis aus auf den Weg. Pünktlich um 7.00 Uhr ging es dann los. Narkose vorbereiten, Transportkisten bereitstellen, Trageplanen richten und alles für das chippen und untersuchen bereithalten.
Um 11.30 Uhr waren dann schon alle Drei wieder wach, aber noch etwas benommen, in ihren Boxen und die Reise konnte losgehen. Drei „Picknickpausen“ und ca. 9 Stunden Fahrt später passierte der Konvoi mit den beiden Fahrzeugen das Eingangstor des Parks.
Begrüßt wurden die Neuankömmlinge von etlichen neuen Freunden und Helfern. Auch die Feuerwehr aus Bad Rippoldsau-Schapbach war vor Ort um beim Versetzen der schweren Transportboxen zu helfen.
Kaum waren diese in Position und die Schieber hochgezogen, stürmten die Bären ins Freie.Doch dann merkten vor allem die Bärendamen, dass da unter den Füßen das Gras kitzelte. Wie auf zehenspitzen setzen sie einen Fuß vor den anderen. Bodo zeigte sich als furchtloser Kerl und durchschritt zügig den Kreisel und schlüpfte durch den Schieber, um sein neues Reich zu inspizieren. Mit großen, schnellen, raumgreifenden Schritten war er, nach einem kurzen Zwischenstopp, am großen Sandsteinwassertrog am Ende der Freianlage angekommen. Zurück ging es ebenso flott entlang am oberen Ende des Hanges. Da entdeckte er die silberglänzenden Litzen des Elektrozaunes. Neugierig näherte er sich der unbekannten Installation. Plötzlich spürt er einen Stromschlag, als er den Draht mit seiner Schnauze berührt. Erschrocken weicht er zurück, wendet und stürmt diagonal den Hang hinunter, so schnell, das er mehr stolpterte als rannte. Unten angekommen hatte er so viel Schwung, daß er nicht mehr in der Lage war abzubremsen. Ein zweiter, kleiner Stromschlag vermiesete im endgültig seine Laune und die Freude über die neue große Freianlage. Empört rannte er zurück zu seinen Schwestern in den Kreisel und ließ sie seine Unmut spüren, indem er sie ordentlich anbrummte. Die beiden konnten ja nicht ahnen, was ihr Bruder eben erlebt hatte. Aber kurz darauf sollten auch sie erfahren was ein stromführender Zaun ist. Zwar war die Spannung auf den Zaunlitzen im Kreisel nur sehr gering, aber das kitzeln an den Schnauzen beim Berühren der Drähte sorgten nun auch bei den beiden Schwestern für Verwirrung und Unmut.
Zur Entspannung nahmen die Drei ein ausgiebiges Bad im Bach, der die gesamte Anlage in der Länge durchschneidet.
2012-05-19-news-baeren-aus-senftenberg-kommen-im-baerenpark-an-03Mittlerweile war es dunkel geworden und die Bären von den vielen neuen Eindrücken und Gerüchen so erschöpft, dass sie sich zusammenkuschelten. Der große Bruder der beiden Mädchen buddelte sich noch einen gemütliche Stein als Kopfkissen aus, und dann beganben sich alle zur Ruhe. Der Versuch, durch die Schieber in einen dahinter vermuteten Stall zu kommen, wie es die Bären von Senftenberg her kannten, war natürlich erfolglos.
Was die Drei wohl dachten in dieser ersten Nacht unter dem Sternenhimmel des Schwarzwaldes, beim Ruf des Kauzes und dem plätschern des Baches? Auf jeden Fall umgab sie die frische, würzige Waldluft und nicht der eigene, typische Stallgeruch wie in ihrer alten Heimat.
Wir möchten aber nicht vergessen all jenen zu danken, die maßgeblich am Erfolg dieser Aktion beteiligt waren. Vielen Dank dem Autohaus Toyota Nestle in Dornstätten, dem Zoo Augsburg, der Freiwilligen Feuerwehr aus dem Wolftal und den zahlreichen Helfern vor Ort. Danke auch an Ludwig Hoferer und Stefan Angermüller, die uns als Fahrer auf der langen Reise nach Senftenberg und zurück unterstützten.
In ein paar Tagen wird sich die ganze Aufregung gelegt haben und die Drillinge aus Senftenberg werden ihr neues zu Hause in vollen Zügen genießen, da sind wir uns sicher!