FotografinIm Wolf- und Bärenpark wird’s offensichtlich schon Frühling. Die Haselbüsche blühen üppig in leuchtendem Gelb. Fotografen finden sich ein, und als ob sie’s wüssten, präsentieren sich die Bären vor ihren Höhlen zum Foto-Shooting. Dabei haben sie keine Scheu sich auch von hinten zu zeigen.
BärenpopoUnd die Ansicht „von hinten“ ist in diesen Tagen sogar interessant. Die Bärenschwestern Bea und Biggi haben sich so präsentiert als wir nach ihnen schauten. Hübsch ist was anderes, aber die zusammengedrückten Haare und verfilzten Locken lassen erahnen wie so eine Winterruhe dem Bärenkörper zusetzt. Und es ist ja nicht nur das platt gedrückte Fell: Die Bewegungen der Bären sind langsam und behäbig. Der Kreislauf ist schwach, der Blutdruck weit unten. Die Muskeln wollen auch noch nicht so richig arbeiten. Spannend, das zu verfolgen.
Das fand auch Profi-Fotografin Petra Liebich, die heute den Bärenpark besuchte, um ein paar besondere Momente zu erwischen. Wir hoffen, dass ihr viele Besucher folgen werden, die die Gunst der Stunde nutzen möchten.
Schmiedel Jäger VoegeliDie Landesbeauftragte für Tierschutz, Dr. Cornelie Jäger, hat dem Bärenpark in Bad Rippoldsau-Schapbach diese Woche einen Besuch abgestattet und Unterstützung zugesagt.
Was es bedeutet, Tourismus und Tierschutz zu verbinden, erklärte zunächst Rüdiger Schmiedel, Geschäftsführer der STIFTUNG für BÄREN: „Wir wollen das Publikum mit unseren Tieren und Veranstaltungen begeistern, aber wir wollen kein Halligalli, keine Schaufütterungen und keine sonstigen Vorführungen unserer Tiere. DieTierschutzbeauftrage von Baden-Württemberg, Cornelie Jäger stimmte dem zu: „Ja, man muss ein Wildtier als Wildtier respektieren. Und Einrichtungen wie der ALTERNATIVE WOLF- und BÄRENPARK können einen Anstoß für Gespräche zum Tier-, Natur- und Artenschutz sein.“
In diesem Zusammenhang verwies Cornelie Jäger auf die Entwicklung in den Zoos: „Früher ging es den Zoos darum, das Tier als solches auszustellen. Und möglichst viele davon. Heute ist man bemüht, die Tiere in ihren Lebensräumen zu präsentieren. Das ist hier im Bärenpark sehr gut gelungen.“
Rüdiger Schmiedel stellte die Pläne für weitere Bärenhöhlen innerhalb der bestehenden Anlage und auch die Idee eines neuen Wolfsrückzugsgebietes vor. Dabei legte er überzeugend dar, dass im Park Bären und Wölfe gemeinsam gehalten werden und warum es dabei keine Probleme gibt: „Alle Bären, bis auf Jurka, stammen aus schlechten Haltungen und hatten in ihrem früheren Leben zu wenig Beschäftigung. Die Wölfe helfen nun, die Bären auf Trapp zu halten, etwa indem sich die Tiere um das Futter streiten. Wichtig ist nur, dass die Tiere genügend Platz haben, um sich dann auch wieder aus dem Weg zu gehen.“
Frau Jäger staunte nicht schlecht, als man ihr erklärte, mit wie viel Unterstützung durch die lokale Bevölkerung der Aufbau des Wolf- und Bärenparks erfolgte: in 150 Tagen waren dafür 700 Personen im Einsatz, viele davon Rentner. Einige davon wurden im Park auf originelle Weise gewürdigt, etwa Otto Armbruster, der unter anderem im Südwest-Eck der Anlage eine Fläche ganz allein rodete und dem man mit einem Schild mit der Aufschrift „Otto–Armbruster-Hieb“ ein kleines Denkmal setzte. Cornelie Jäger regte an, über einen Preis für die Ehrenamtlichen nachzudenken.
Die Fütterungsmethoden waren ein weiteres Thema der Besucherin aus dem Ministerium. Parkleiter Stephan Voegeli erklärte hierzu, dass man nach Möglichkeit ganze Kadaver verfüttere, um die Tiere zu beschäftigen. Kleinere Futterstücke streue man an verschiedenen Stellen in die Anlage, um die Tiere zur Futtersuche zu animieren. Auch würde man keine festen Fütterzeiten einhalten, um so Bedingungen wie in der Natur zu bieten. Dr. Jäger würdigte das aufwändige Konzept und fügte aus eigenem Erfahrungsschatz hinzu: „Tierarten, die den ganzen Tag mit Futtersuche beschäftigt sind, sind ja am schwierigsten zu halten. Gibt man die Tagesration auf ein Mal, sind die Tiere zwar satt, aber auch beschäftigungslos.“
Etwas weiter, beim Ausblick ins Wolfstal strahlte Frau Jäger und meinte: „Tolles Gelände!“ Da mussten alle Beteiligten, inklusive sie selbst lachen, da sie dies im Verlauf der Runde durch den Park nun schon zum dritten Mal gesagt hatte. Den Ausblick, den Wolf- und Bärenpark zu einem Kompetenzzentrum in Sachen wildlebender Wölfe und Luchse im Schwarzwald auszubauen, befürwortete Cornelie Jäger ausdrücklich. Dies mache Sinn, da der Luchs ja schon seit längerem durch den Schwarzwald streift und die Ankunft des Wolfes immer wahrscheinlicher wird. Wenn Menschen zu diesem Thema Fragen hätten, könnte der Park erster Ansprechpartner sein und gegebenenfalls zu Experten weitervermitteln.
Zum Abschluss der Führung wiederholte Frau Jäger gerne noch einmal, wie sehr sie vom Tierschutzprojekt WOLF- und BÄRENPARK SCHWARZWALD“ beeindruckt ist. Sie versprach, die sich selbst auferlegten Hausaufgaben so schnell wie möglich abzuarbeiten, insbesondere nach Fördermöglichkeiten für ein Kompetenzzentrum zu schauen.
„Ein jedes Wesen in Bedrängnis hat gleiches Recht auf Schutz“ - Franz von Assisi -
KAJ 2995Braunbär Schapi kann dem verlockenden Geruch von Rinderleber und Pansen nicht widerstehen. Er streckt seine Nase aus der Winterhöhle und nimmt Witterung auf. Gemächlich und ohne Hast trottet der imposante Braunbär seinen Weg entlang, den er genau kennt. Uns kommt es wie ein Spaziergang mit ihm vor. Unseren Weg trennt nur ein speziell angefertigter Bären-Zaun. An der „Beute“ angekommen, frisst er in aller Ruhe die Leber auf. Rinderleber ist besonders groß und reichhaltig an Nährstoffen, Mineralstoffen und Vitaminen. Genau die richtige Kost für einen hungrigen Braunbären. Weiter unten liegt noch der Pansen.
KAJ 3050Schapi nimmt den Rindermagen in sein Maul und läuft nun schnell in Richtung Winterhöhle zurück. Dieses Mal jedoch querfeldein. Dabei stößt er sich seinen Kopf an einem Ast. Doch Schapi lässt sich nicht beirren. Bevor wir unten ankommen, ist er auch schon in seiner Höhle mitsamt Pansen verschwunden. So hat er gleich einen Futter-Vorrat, den er in seiner Höhle aufbewahrt. Wir sind beeindruckt, denn Schapi ist blind. Braunbären können allgemein nicht gut sehen. Dafür aber sehr gut riechen und hören. So orientiert er sich in seinem „Haus“, erklärt uns Rüdiger Schmiedel, Geschäftsführer der STIFTUNG FÜR BÄREN.
KAJ 2987KAJ 3166KAJ 3120
Schapi lebt in der Senioren-Residenz des alternativen Wolf- und Bärenparks Schwarzwald. Zusammen mit dem gehbehinderten Poldi, der an diesem Tag lieber schläft. Von Oktober bis März halten Braunbären Winterruhe. Damit passen sie sich in der freien Natur der Nahrungsknappheit im Winter an. Beim Schlaf senkt der Braunbär seine Körperfunktionen herab, um Energie zu sparen. Der Puls verlangsamt sich und die Körpertemperatur sinkt. In Europa, wo die Winter milder sind, verlässt ein Bär öfter seine Winterhöhle. Er frisst dann gern von seinen Vorräten.
Ein weitgehend artgerechtes Bären-Leben im Bärenpark Schwarzwald
Im Bärenpark dürfen die Senioren Schapi und Poldi sowie ihre Gefährten ein weitgehend artgerechtes Bären-Leben führen. Sie haben großes Glück. Denn das war nicht immer so. Als ausgediente Zirkusbären lebten beide 15 Jahre lang in einer engen und feucht-kalten LKW-Garage. 2014-01-27-besuch-baerenpark-schwarzwaldHeute laufen sie selbstbewusst und gelassen die Waldhänge rauf und runter. Bei Schnee rutschen sie am liebsten hinunter. Das macht auch den besonderen Charme des Bärenparks aus. Oberhalb des Rundweges werden wir mit einem wunderschönen Blick auf den Schwarzwald und die Bären belohnt. Zwischen den Bäumen entdecken wir die ehemalige Wildbärin Jurka. Brunos Mutter. Sie lebt im Bärenpark, weil sie von Menschen angefüttert wurde und damit ihre natürliche Scheu verloren hat. Wir beobachten, wie sie energisch ihre Beute gegen drei Wölfe die sie umkreisen, verteidigt und bewacht.
Obwohl diese noch dicke Bäuche von ihrer Fütterung haben. Wölfe legen gern Vorräte an, indem sie Fleisch unter der Erde vergraben, so Rüdiger Schmiedel. Die Vergesellschaftung mit Wölfen sorgt für2014-01-27-besuch-baerenpark-schwarzwald-01 Abwechslung im Bärengehege. Fast wie in freier Wildbahn. Und für viele traumatisierte Bären gleicht es einer Therapie, um sich in einem Freigehege neu zu orientieren. Da hilft es doch sehr, wenn ein Wolf mal einem Bären in den Po zwickt und ihn damit in Bewegung bringt.
Wir könnten Rüdiger Schmiedel noch stundenlang zuhören, wenn er von seinen Bären erzählt. Oder wie er mit einer Schar Rentnern den Bären-Zaun gebaut hat. Für einen guten Zweck und unentgeltlich. Er ist nicht nur ein Bären-Fachmann, er hat auch ein großes Herz für seine Bären. Wir bedanken uns für diesen schönen Tag im alternativen Wolf- und Bärenpark Schwarzwald.
Bärenweihnacht AWBS 2013-035Am 3. Advent-Wochenende fand im Schwarzwald wieder unsere Bären-Weihnacht statt. Auf Blitzeis am Samstag folgte Sonne am Sonntag. Die Besucher schätzten beides: die familiäre Runde am ersten Tag, das bunte Marktreiben am Sonntag. Lesen Sie, was alles geboten war.
Bärenweihnacht AWBS 2013-034
Ein Höhepunkt war sicherlich wieder die Führung „Fackeln im Advent“. 30 Interessierte hatten sich im Vorfeld angemeldet. Im Schein vieler Feuer ging es dann mit Parkleiter Stephan Voegeli auf eine Runde durch den Park. Das Thema diesmal: „Der Wolf kommt in den Schwarzwald.“ Voegeli berichtete an vorbereiteten Stationen mit großformatigen Infotafeln von der Ausrottung der Art und wie sie heute ihren einstigen Lebensraum zurückerobert – und nach Ansicht des Parkleiters bald auch den Schwarzwald erreicht.
Bärenweihnacht AWBS 2013-001Dabei schaffte es Voegeli auch, seine Zuhörer herzlich zum Lachen zu bringen, etwa als er eine Tafel mit "Schwarzwald-Wolf" enthüllte. Anderseits kann Voegeli auch dramatisch: Im schummrigen Schein der Fackeln schilderte er eindrücklich wie die Tiere im Mittelalter beim so genannten Wolfsprellen gequält wurden. Manch einem musste es kalt den Rücken runterlaufen, zumal mal die Wölfe des Parks immer in der Nähe vermutete. Doch die ließen weder ein angriffslustiges Knurren noch ein Heulen hören. Sie sind eben einfach scheu, so wie ihre wilden Artgenossen.
Bärenweihnacht AWBS 2013-022In hellem Mondschein erreichte die Gruppe schließlich wieder das neue Besucherzentrum. Dort wurde lecker aufgetischt: Griesklöschen-Suppe, Rinds-Rouladen mit Pfifferlingfüllung und anschließend Schoko-Mouse auf Vanille-Spiegel mit einem „Erdbeerstern“. Da durfte man gerne einen Wolfshunger mitbringen. Fördervereins-Vorstand Ludwig Hoferer freute sich, dass damit das Besucherzentrum „noch vor der Einweihung seiner Bestimmung übergeben“ ist.
Und das gab's an den Ständen
Schnäppchen etwa wurden am Stand von Christiane Schmid angeboten. Zusammen mit ihrer Nichte Carina verkaufte sie nach dem Motto „Alles muss raus!“ Zum halben Preis boten die beiden Krippen, Puppenstuben, Holzfiguren, Tischbänder und vieles mehr an.
Bärenweihnacht AWBS 2013-006Unter anderen betreute Sandra Lehmann den Bärenparkstand. Immer mit einem Lächeln präsentierte die Tierpflegerin die Artikel, die ansonsten auch im Shop verkauft werden. Die Renner sind nach ihrer Erfahrung die Bären-Tassen mit den aufgedruckten Porträts unserer Lieblinge. Auch die Kalender gehen sehr gut.
Bärenweihnacht AWBS 2013-011Die Schüler der Klasse 7 der Wolftalschule in Oberwolfach haben besonderes Glück. Seit etwa sieben Jahren basteln und backen die Eltern für ihre Kinder. Auf Märkten verkaufen sie dann ihre Produkte wie Holzarbeiten, Stofftaschen und Brot. Der Erlös geht in die Klassenkasse, womit zum Teil Abschlussfahrten finanziert werden. Dieses Jahr war die Klasse zum ersten Mal im Bärenpark.
Bärenweihnacht AWBS 2013-012
Mit dabei auch das „Schmuckkästle Wolfach“. Gabriele und Frieder Heizmanns größtes Event im Jahr ist das Festival der Kristalle, das sie alljährlich Anfang August in Wolfach veranstalten. Gemäß ihrem Motto „gemeinsam die Region für Gäste repräsentieren“ ist es für sie eine Selbstverständlichkeit auch im Bärenpark auszustellen. Im Gegenzug haben sie angeboten, beim ihrem Festival einen Stand für uns Bärenleute zu reservieren. Sehr schön!
Bärenweihnacht AWBS 2013-013Gabi Schmid, die sonst in ihrem „Hoflädele“ in Ripoldsau Blumen, Forellen und Deko-Sachen verkauft, hat an der Bären-Weihnacht Bärenskulpturen und Teddys angeboten. Ein alter Bekannter ist auch Jürgen Harder. Der Mann aus dem Hohen Norden bietet an seinem Stand Würste und Käse aus dem Bregenzer Wald an. Schwarzwald-Produkte gäbe es in der Region ja sowieso, da will er bewusst was anderes. Und „es läuft richtig gut“, sagt Jürgen Harder. Das freut uns für ihn.
Bärenweihnacht AWBS 2013-015Angelika Brüstle aus Schapbach macht Patchwork, das heißt, sie näht aus kleinen Stoffteilen Größeres zusammen – zum Beispiel Handy-Täschle, Topflappen, Traubenkern-Schäfle, aber auch ganz Großes wie zum Beispiel Decken. Für viele Produkte kriegt sie durch den Verkauf gerade mal den Materialpreis wieder rein, sagt sie. Keine Frage, dass sie trotzdem Freude an ihrem Hobby hat.
Bärenweihnacht AWBS 2013-017Einen professionellen Anspruch hat Karl-Heinz Fleck. Der freischaffende Künstler macht unter anderem „Scrimshaw“, was wohl erst einmal erklärt gehört: Das Lexikon spuckt dafür „Elfenbeinschnitzerei“ aus. Der Künstler sagt, dass er dafür fossiles Mammut-Elfenbein verwendet, worauf er seine Gravuren anbringt.
Bärenweihnacht AWBS 2013-021Ein heißer Hit war Bienen-Erichs warmer Honig-Schnaps. Er ließ sich von Frau Ruth und Nichte Eva Mira vertreten. Die beiden Frauen verkauften außerdem Honig-Gummibärchen, Blütenpollen und Propolis-Creme („Ist für alles gut!“).
Bärenweihnacht AWBS 2013-025Sandra und Heiko aus Schapbach machen seit sechs oder sieben Jahren in „kreative Holzbasteleien“. Die Bären-Weihnacht ist für sie für sie eine tolle Plattform, auf der sie zum Beispiel hölzerne Christbaum-Sterne anbieten.
Mehr Bilder zum Event in Kürze in unserer Bildergallerie unter „Bären-Weihnacht 2013“
Der blinde Schapi mit GrashalmDer Bär schläft im Winter nicht, er ruht, sagen die Bärenexperten. Was damit gemeint ist, hat heute unser Schapi demonstriert.
Im Winter zu schlafen ist an sich eine tolle Strategie, um die kalte Jahreszeit zu überstehen. In der Natur hat ein Bär, der viel Pflanzliches zu sich nimmt, im Winter Schwierigkeiten satt zu werden. Viele Pflanzen tragen weder Blätter noch Früchte, der Boden ist gefroren: Wurzeln ausgraben nicht möglich. Andererseits ist es kalt. Es braucht mehr Energie – also mehr Fressen – um den Körper auf Betriebstemperatur zu halten. Deshalb ist es nur logisch, wenn Bären in die Winterruhe gehen. „Klassische“ Winterschläfer sind sie deshalb aber nicht.
Schapi mit WeidenröschenIgel etwa kühlen bis auf sechs Grad ab. Ihr Herzschlag fällt von 280 bis 320 auf 18 Schläge pro Minute. Bei Bären fällt die Temperatur dagegen nur um wenige Grad, so auf 32, 33 Grad Celsius. Der Pulsschlag reduziert sich von 40 bis 50 Schlägen pro Minute auf 8 bis 10 Schläge. Warum der Bär „nur“ in eine Winterruhe verfällt erklären sich Zoologen damit, dass der große Bärenkörper eine überdurchschnittlich lange Aufwachzeit hätte. Günstige Witterungsperioden würde er womöglich verpassen.
So ein günstiges Wetter hatten wir heute: Und Schapi hat’s gleich mitgekriegt. Sein Innerstes hat ihm wohl „gesagt“: „Riech Dich mal um, es könnte was zu fressen geben.“ Ein herrliches Bild hat er abgegeben, wie er sich Dampf schnaubend durch seinen Bärenwald bewegte; vorbei an den weiß leuchtenden Fruchtständen der Weidenröschen. Einen verdorrten Grashalm pflückte er im Vorbeigehen ab, mümmelte ein bisschen darauf herum. Er war ganz ruhig, marschierte sein Territorium in aller Gemütlichkeit ab, so als wollte er nur mal checken, dass alles in Ordnung ist. Hunger hatte er sehr wahrscheinlich keinen, hat er doch letzte Woche erst eine komplette Ziege alleine verdrückt. Dann ist er wieder bei seiner Höhle angekommen, schnupperte noch ein bisschen, dann war er wieder drin verschwunden. Bis zur nächsten Runde.
Blaue StundeAm Wochenende des 14. und 15. Dezember wird wieder der Duft von Bratwurst, Glühwein, Kaffee und Kuchen durch das Wolftal ziehen. Dann feiern wir nämlich unsere Bärenwald-Weihnacht. Mit dabei sind lokale Kunsthandwerker und Händler. Wer noch ein Geschenk braucht, findet hier bestimmt etwas Nettes. Einer der Höhepunkte ist unsere Führung „Fackeln im Advent.“
Weihnachtsmarkt-Geschenke
In den hübsch dekorierten Fachwerkbuden werden handgearbeitete, bemalte Holzfiguren angeboten. Es gibt Stickereien, Lederschnitzereien , Patchwork- und Drechselarbeiten. Honig wird angeboten, Bergkäse und festliche Blumengestecke. Der Förderverein des Wolf- und Bärenparks – FABS – kümmert sich um Gegrilltes, Glühwein, Kinderpunsch und andere Speisen und Getränke. Der Markt ist samstags von 13-21 Uhr und sonntags von 12-19 Uhr geöffnet.
Fackeln im AdventEin ganz besonderer Höhepunkt der Bärenwald-Weihnacht 2013 wird die Führung „Fackeln im Advent“sein. Die Teilnehmer begeben sich im Dunkeln auf eine stimmungsvolle Reise durch den Park. Parkmitarbeiten erzählen viele spannende und lehrreiche Geschichten rund um den Wolf. Los geht es am Samstag, den 14.12. um 17:30 Uhr. Die Teilnahme für 20,- Euro pro Person beinhaltet ein leckeres, reichhaltiges 3-Gänge-Menue, das es nach der Führung gibt. Wer mit dabei sein möchte, meldet sich bitte rechtzeitig an.
Schon im letzten Jahr war die erste Bärenwald-Weihnacht mit über 500 Besuchern ein schöner Erfolg. Wir wünschen den Ausstellern, dem FABS als Veranstalter sowie den Bären und Wölfen, dass in diesem Jahr noch mehr begeisterte Besucher den Weg zur Bärenwald-Weihnacht ins wildromantische Wolftal finden.
Schnauze im SchneeÜbrigens: Der Eintritt zur Bärenwald-Weihnacht wird pauschal auf 2,- € pro Person reduziert sein. Allein das kann ein weiterer Anreiz sein, mal wieder nach den Tieren im Wolf- und Bärenpark zu schauen. Mit etwas Glück entdeckt man den einen oder anderen Bären, der vielleicht aus Neugier auf die Besucher, einen Spaziergang vor seine Winterhöhle wagt. Ganz sicher wird man in den großzügigen, naturnahen Freianlagen des Parks die Wölfe beobachten können, die sich gerade im Winter sehr lebhaft zeigen. Da ergeben sich die tollsten Szenen, wenn man nur genug Geduld mitbringt.
Es gibt also genug Gründe für einen Besuch der Bärenwald-Weihnacht, am 14. und 15.12., im Alternativen Wolf- und Bärenpark in Bad Rippoldsau-Schapbach.
Anmeldungen für „Fackeln im Advent“ werden unter 07839/91038-0 oder
KajaIm letzten Winter hatte uns Kaja große Sorgen gemacht, weil sie nicht zur Ruhe kam. Auch dieses Jahr fing sie im Herbst an, im zentralen Bereich der Anlage unruhig monotone Runden zu drehen. Mit Grips und Ausdauer haben wir es geschafft, sie nun in eine Höhle zu „betten“.
Da zeigt sich vermutlich ihre Vergangenheit als Zirkusbärin: Kaja hatte sich im Bärenpark ein Stück Zaun ausgesucht und ist dort auf und ab gegangen – so wie sie es einst im Zirkuswagen getan hat. Wir wissen nicht, warum das Phänomen gerade zu Beginn des Winters aufgetreten ist. Vermisst sie vielleicht die Nähe zu ihrer Schwester Leoni, mit der sie jahrelang im Zirkuswagen eng zusammengepfercht war? Leoni hat sich dieses Jahr alleine in ihre Winterhöhle zurückgezogen.
Die Idee war dann, Kaja von dem Stück Zaun wegzulocken, um ihr eine vorbereitete Höhle in einem anderen Teil der Anlage schmackhaft zu machen. Mit ausgebrachten Leckereien ist uns das gelungen. Kaja ist zwar auch wieder zu „ihrem Zaun“ zurück, aber schließlich hat sie doch eine Höhle bezogen, wo sie nun hoffentlich Ruhe für den Winter findet.
„Ruhe“ heißt im übrigen nicht, dass die Bären erst wieder im Frühjahr zu sehen wären. Die Bären sind immer wieder mal wach. Im Moment sind zum Beispiel Jurka, Leonie und Bodo unterwegs. Ein Besuch lohnt sich also!
Wölfe drohenBei Familie Wolf geht’s manchmal recht ruppig zu, das ist bekannt. Bei unseren drei Wölfen – Anita, Ado und Adi – ist dies nicht anders. Vor allem beim Fressen wird immer wieder mal geknurrt, werden Zähne gefletscht und das Maul aufgerissen. Meist bleibt es dabei bei Drohungen. Gelegentlich beißt einer zu.
Adis Wunde am 2-10Im September mussten wir nun entdecken, dass sich unser Adi einen Riss am rechten Oberschenkel geholt hatte – ob im Gerangel mit seinen Geschwistern, ist nicht bekannt. Üblicherweise verletzen sich Wölfe bei Kämpfen innerhalb des Rudels an Kopf und Hals. Die Wunde jedenfalls machte uns zunächst Sorgen. Am 2. Oktober konnten wir sie zum ersten Mal fotografieren. Sie war geschätzte 6 bis 7 Zentimeter lang und klaffte je nach Beinhaltung bis zu 4 Zentimeter tief.
Adis Wunde am 9-10Adi machte jedoch immer einen vitalen Eindruck. Die Verletzung schien seine Bewegungen zu keinem Zeitpunkt einzuschränken. Aber würde sich die Wunde entzünden? Bereits eine Woche später war der Riss deutlich kleiner geworden, was uns hoffen ließ, dass Adi die Verletzung ohne Komplikationen überstehen würde. Hätten wir Adi narkotisieren müssen, hätte das für den Wolf großen Stress bedeutet, eventuell auch den Ausschluss aus dem Rudel.
Adis Wunde verheiltRund sechs Wochen später düst Adi wie eh und je durch die Anlage. Vom tiefen Riss ist nur ein Strich auf dem Fell geblieben. Schön, ihn so gesund zu sehen. Wir laden alle Paten und sonstigen Wolfsfreunde ein, sich selbst ein Bild davon zu machen wie fit er ist. Es ist bereits viel Laub von Büschen und Bäumen gefallen. Die Chance ihn und sein Rudel zu entdecken, sind momentan sehr gut.
Neu befestigter WegMit viel ehrenamtlicher Unterstützung ist der Weg "am Reservoir" fertiggestellt worden. Damit haben weitere Puzzlesteine ihren Platz gefunden und der erst vor drei Jahren eröffnete Wolf- und Bärenpark Schwarzwald ist für seine Besucher wieder ein Stück komfortabler geworden.
Ganz konkret wurden nicht "Puzzlesteine" sondern richtig schwere Brocken bewegt. Unsere "Ü-70-Eingreiftruppe" hatte sich wieder mal ins Zeug gelegt. Die Steine aufzubauen war nötig, um den Hang beim Reservoir zu stützen. Hinter der Mauer wurde fleißig aufgefüllt, um das Reservoir noch vor dem Winter einzufassen. Gleichzeitig wurden fast 300 Meter Leitung verlegt. Ein Graben wurde per Hand ausgehoben, die Rohre verlegt und der Graben wieder zugeschüttet. Anschließend verdichteten unsere rackernden Rentner das Wegematerial, um den Besuchern einen bequemen und sicheren Rundgang zu ermöglichen.
Wir bedanken uns ganz herzlich bei den Firmen Uhl, Hausach, und Lutz, Bad Rippoldsau, die Baumaterialien und Maschinen bereitgestellt haben. Unser Dank geht vor allem auch an das oben erwähnte "Ü-70-Rentner-Team" für sein emsigen Schaffen. Uns macht es glücklich wie es den Park voran bringt. Die Besucher erwartet ein Park, der immer mehr Gestalt annimmt.
Bea mit LuftröhreDer Sommer neigt sich dem Ende. Wird es jetzt langweilig im Bärenpark? Ganz im Gegenteil: Die Hyperphagie der Bären beginnt.
Was bei Menschen eine schlimmes Phänomen mit bösen Folgen ist, ist bei Braunbären eine biologische Notwendigkeit: die Fresssucht oder Hyperphagie. Jetzt im Spätsommer, und auch den ganzen Herbst hinweg, hauen die Braunen rein, was nur geht. Sie beginnen Pfunde aufzubauen, damit sie im Winter von einer „Vorratswampe“ zehren können.
Im Sommer war in den Bärenparks Worbis und Schwarzwald die Aktion Futtereimer gestartet worden, die deutlich macht wie groß der Nahrungsbedarf der Bären ist und wie dringend notwendig die Unterstützung durch die Besucher ist: Demnach benötigt ein Bär 5 Eimer Futter für einen einzigen Tag. Für 10 Euro, so wurden die Besucher aufgeklärt, kann bereits ein ganzer Futtereimer mit Leckereien für die Bären bestückt werden. Jetzt während der Hyperphagie müssen diese Zahlen nach oben korrigiert werden: Im Schnitt benötigen die Bären nicht 5, sondern 10 Futtereimer pro Tag.
Wir raten allen Besuchern, die spannende Phase der Hyperphagie nicht zu verpassen. Es sind faszinierende Naturbeobachtungen und tiefe Einblicke in die Biologie der Bären zu machen. Wir freuen uns, wenn wir in dieser, auch finanziell belastenden Phase Unterstützung von den Bärenfreunden bekommen.
Weitere Bilder zum "Großen Fressen" in unserer Bildergalerie.