Bär PARDO wird in Kürze in die Freianlage entlassen
Am kommenden Donnerstag ist es soweit: PARDO hat seine Quarantänezeit überstanden und darf endlich den Bärenwald erkunden. Hier kann er sich zum ersten Mal in seinem Leben ohne Halsband, Leine und Maulkorb in einer natürlichen Umgebung frei bewegen. Für PARDO scheint es auch höchste Zeit zu werden, dass er die Eingewöhnungsstation verlassen kann. Der clevere Vierbeiner hat mittlerweile jeden Winkel im Quarantänebereich erkundet und schon neugierige Blicke nach draußen geworfen: dort hat er bereits die Fährte von Artgenossen PEDRO – ebenfalls Spanier – aufgenommen.
Seit Anfang der Woche sind die Temperaturen im Eichsfeld soweit gestiegen, dass Eisklumpen-Fußball in der Eingewöhnungsstation kein Thema mehr ist. Damit PARDO in den letzten Tagen seiner Quarantäne nicht noch anfängt sich zu langweilen, lässt sich das Pflegebärsonal immer wieder etwas Neues einfallen, um den gebürtigen Ukrainer zu beschäftigen. So begab es sich, dass PARDO plötzlich mit einem Kuhbein konfrontiert war.
Neugierig, aber sichtlich vorsichtig, näherte er sich dem unbekannten Objekt. Von allen Seiten wurde das Kuhbein zaghaft beschnuppert, bevor PARDO es in sein Maul nahm und stolz in seine Schlafbox trug. Aber hier war es ihm offenbar nicht sicher genug, guckten da doch tatsächlich allzu neugierige Bärenpfleger um die Ecke. Von einer Ecke in die andere trug PARDO sein Kuhbein. Anscheinend war er besorgt, dass die Pfleger ihm seinen neuen Schatz mopsen würden.
Schließlich vergrub er das Bein in seinem Strohbett, allerdings nur, um es kurz danach wieder hervorzukramen, in die Außenbox zu schleppen und dort genüsslich anzuknabbern. Ihm gegenüber, in der Bärenanlage, knabberte auch Bär PEDRO an einem Kuhbein, das er, wie der Zufall es wollte, auch gerade gefunden hatte. Aug in Aug, wenn auch auf einige Entfernung, knurpselten die beiden Bärenmänner am Gebein, ohne einander zu stören.
Zwei kleine Kätzchen sind auf der Suche nach einem liebevollen neuen Zuhause
Lange hatte sich der jetzige Winter von seiner milden Seite gezeigt, dann brachte er uns mit 2-stelligen Minustemperaturen zum Bibbern. Die parkeigenen Katzen tragen dickes Fell und ziehen sich vermehrt in kuschlige Plätzchen wie zum Beispiel in das Stroh- und Heulager zurück. Ausgerechnet in dieser kältesten Zeit des Jahres tauchten über Nacht 2 junge Katzen mitten im Bärenpark auf.
Zitternd saßen sie im frisch gefallenen Schnee. Vor Hunger hefteten sich die Kätzchen an die Fersen winterlicher Besucher, wichen aber vor menschlichen Händen scheu zurück. Das vorwitzigere der Kätzchen konnte schließlich mit einem beherzten Griff einer Pflegerin gefangen werden, quittierte dies allerdings mit Kratzen und Beißen. Kätzchen Nummer 2 blieb für ein paar Tage verschwunden, so dass wir schon fürchteten, es wäre der klirrenden Kälte oder einem Fuchs zum Opfer gefallen.
Doch nein, sie tauchte wieder auf, noch hungriger und dadurch unvorsichtiger. Ein schneller Griff, eine kleine Blutspende der Tierpflegerin und schon war auch Kätzchen Nummer 2 „sichergestellt“. Der relativ gute Allgemeinzustand der Katzen lässt vermuten, dass sie zuvor einmal ein Zuhause gehabt haben. Aber wer bitte ist so verantwortungslos, seine Katzen ausgerechnet in der kältesten Zeit des Jahres vor die Tür zu setzen? Inzwischen genießen die Beiden Futter und Wärme und werden nach und nach zutraulicher. Nur: im Bärenpark bleiben können sie nicht. Sämtliche Planstellen für Katzen im Park sind bereits überbelegt. Daher hier der dringende Hilferuf an alle Katzenliebhaber und solche, die es werden wollen: gebt LOTTE und LOTHAR ein Zuhause!
Nur zwei Tage nach dem Eingriff fühlt sich Bär Pardo pudelwohl.
Nachdem sich PARDO hervorragend von den Eingriffen letzter Woche erholt hat, hat er nun ein neues Hobby für sich entdeckt: Eisklumpen-Fußball! Die Tränken in der Eingewöhnungsstation sind bei den niedrigen Temperaturen am Wochenende immer wieder zugefroren. Das nahm der spanischer Braunbär zum Anlass, die Eisbrocken aus den Becken zu fischen und durch die gesamte Station zu kicken.
Am vergangenen Mittwoch bekam unser Pardo Besuch von gleich drei Ärzten, die ihn richtig gründlich durchgecheckt haben. Dabei wurde Pardo geröntgt und seine Zähne untersucht. Wie alle Bärenmänner im Bärenpark Worbis, musste er kastriert werden. Die ersten Untersuchungsergebnisse liegen uns nun vor. Die Röntgenbilder sind unauffällig, Pardo scheint bisher keine Arthrose zu haben. Der Kiefer ist nahezu gesund, allerdings ist sein Gebiss durch Fehlernährung eine einzige Katastrophe. Die Fütterungen in Zirkussen sind oft nicht auf den natürlichen Bedarf der Tiere ausgerichtet, daher sind die meisten Zähne von PARDO buchstäblich weggefault.
Über 5 Wochen ist es nun schon her, dass MINA in die Seniorenresidenz im ALTERNATIVEN BÄRENPARK WORBIS eingezogen ist. Seitdem hat sich für den eher zurückhaltenden MILAN so einiges verändert.
Noch trotzen Feld- und Asia-Salat der winterlichen Witterung. Unsere fleißigen ehrenamtlichen Helfer hatten beides am Bärenhelfertag im September 2017 in die eigens dafür errichteten Hochbeete gesät.
Mit viel Geduld und Einfühlungsvermögen konnte das Bärsonal Pardo vom letzten Relikt seiner Zirkusvergangenheit befreien: seinem kräftigen Halsband, das er immer tragen musste. Man konnte sofort sehen, wie wohl er sich ohne die ständige Erinnerung an sein bisheriges Leben fühlte.
Seit Sonntag ist nun Pardo im Alternativen Bärenpark Worbis. Die ersten zwei Tage verbrachte er hauptsächlich mit fressen und schlafen. Er musste sich ja von der 2.200 km langen Fahrt erholen. Nun aber ist er wieder richtig wach und er ist gut drauf.
-pünktlich um 8 Uhr ist das Einsatzteam am Treffpunkt, Dank der ehemaligen Besitzer konnte PARDO ohne Narkose verladen werden
-gegen 09:30 Uhr Start nach Worbis, vor PARDO und dem Team liegen 2200 Kilometer
Wir bedanken uns bei den ehemaligen Besitzern, dass sie die richtige Entscheidung getroffen haben und ganz herzlich bei der spanischen TierRechtsAnwältin Raquel Lopez!