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Bärin Laura
Bärin Laura

Liebe Zaungucker, 

es ist wieder etwas wärmer geworden. Klirrende Kälte, vereiste Zweige und Hauchwölkchen beim Ausatmen sind wie Traumbilder über Nacht verschwunden. Stattdessen hängen dicke Regenwolken in den Kronen der winternackten Bäume. Doch ab und zu blinzelt die Sonne hindurch und alles erscheint viel freundlicher. Da macht es Spaß hin und wieder aus meiner Höhle zu linsen. Neulich war es besonders schön. Da lag Weihnachtsplätzchen-Glühwein-Duft in der Luft. Neugierig schob ich meinen Kopf aus dem Höhleneingang. Und ich war überwältigt! Da war so viel Bewegung im Wald! Vor und hinter dem Zaun! Gut verborgen im Schutz meiner Winterbleibe, konnte ich das muntere Treiben hervorragend beobachten. Ohne dabei auch nur von einem einzigen Zaungucker entdeckt zu werden! Da schlenderten Emma und Max herum. Und Daggi. Sogar Pedro war auf den Beinen und eifrig bemüht, weitere Laubhaufen in seine Höhle zu fegen. Selbst der Jimmy war munter! Schlappte ein paar Schlucke Wasser und trollte sich gemächlich zurück in sein Winterlager. Auch hinter dem Zaun waren überraschend viele Gucker unterwegs. Dick eingepackt in warme Jacken und Mäntel. Man kennt das ja. Ein wenig merkwürdig erschienen mir allerdings ihre Kopfbedeckungen. Neben gewöhnlichen Mützen und Kapuzen, trugen viele rote Zipfelmützen mit weißem Saum und runder Bommel. Andere hatten sich doch ernsthaft kleine Geweihe aus Stoff aufgesetzt! Sehr sonderbar. Doch alle, ob groß oder klein, hatten fröhliche Gesichter. Ihre roten Bäckchen strahlten richtig hübsch durch den Wald. Also war alles gut. So manch Zaungucker steckte sich schmatzend feines Weihnachtsgebäck in den Mund, andere nippten und schlürften an dampfenden Bechern. Ach ja. Mir sind auch Zaungucker aufgefallen, die Holzstücke trugen. Bemalt und beklebt wie kleine Wichtel. Vogelfutter-Wichtel. Denn die Holzwichtel-Bäuche waren mit Nüssen und Körnern im Fettmantel gefüllt. Daran hätte ich auch meine Freude gehabt. 

Inzwischen ist wieder etwas Ruhe eingekehrt und die vorweihnachtlichen Düfte haben sich verzogen. Nun wird es Zeit für mich. Noch einmal richtig rekeln, herzhaft gähnen und dann fein einrollen, um gemütlich weiterzuschlummern. 

Bis bald,

Eure Laura

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