Tanzbären
In Deutschland und in vielen Ländern ist das Vorführen von Tanzbären mittlerweile verboten.
Doch die Durchsetzung der Gesetze ist in einigen Ländern noch sehr schwierig.
Solange sich Touristen in Osteuropa mit Tanzbären fotografieren lassen, Geld aus
Mitleid, aber auch aus Begeisterung zahlen, wird es Tanzbären geben.
Tanzbären haben eine lange traurige Tradition. Aus Indien und der Türkei kommend,
verbreiteten sich die Vorführungen über weite Teile Europas. In der Regel töten
Bärenfänger Bärinnen in der Natur, um an die Jungen zu kommen.
Bei der „Ausbildung“ der Tanzbären geht es nicht ohne gewaltsame Methoden, denn
nicht Lust und Talent bringen die Bären zum Tanzen, sondern Schmerz und Angst.
Dem Bären wird ein Loch durch die Oberlippe oder die Nase gestochen, um daran
eine Kette zu befestigen, oder es wird ihnen der Gaumenknochen durchbohrt (die
Methoden sind gebietsabhängig), um daran eine Schlinge zu befestigen. Nur so
bekommen die Bärenhalter das Tier unter Kontrolle. Um dem Bären das so genannte
Tanzen beizubringen, wird er auf heiße Eisenplatten oder glühende Kohlen gestellt.
Weglaufen kann er nicht, er befindet sich an einer kurzen Kette bzw. einem reibenden
Seilen.
Um dem Schmerz zu entgehen, hebt er abwechselnd die Tatzen. Während dieser
Prozedur wird Musik gespielt. So bringt das Tier die Töne mit den Schmerzen in
Verbindung. Später reicht die Musik, um dem Bären Angst zu machen. Er hebt
sicherheitshalberdie Tatzen und „tanzt“ für die Touristen.
Nach den Auftritten eines Tages ist die Qual nicht zu Ende. Mit der Kette am Baum
oder Mauer angebunden, erwartet er den nächsten schrecklichen Arbeitstag. Die
Ernährung ist einseitig und schlecht.
