Alternativer Bärenpark ® Worbis

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Alternativer Bärenpark ®
Worbis
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Chronik

Geschichte
vom - Heimattiergarten Worbis -
zum - Alternativen Bärenpark Worbis -

1955 - In Kallmerode/Eichsfeld wird eine Tierstation eröffnet, die verletzte und gefundene elternlose Wildtiere aufnimmt. Um den Einzelexemplaren eine Kommunikation zu bieten, werden weitere Tiere angeschafft. So entsteht ein bescheidener „Tierpark“, der aufgrund von Raummangel, unzureichender Wasserversorgung, schlechter Verkehrsanbindung

1959 - an die damalige Kreisstadt Worbis übergeben wird.

1964 – 1990 nimmt der Tierpark Tiere verschiedenster Arten auf, obwohl die Voraussetzungen für Betreuung und Unterbringung sehr bescheiden sind. Auch Wölfe und immer wieder Bären werden im Tierpark gehalten, allerdings in den typischen zu kleinen Zwingern. Auch im Tierpark Worbis betreibt man Bärenzucht, um mit den Bärenbabys ein Besuchermagnet zu schaffen. So kommt es auch vor, dass Bären für den menschlichen Verzehr geschlachtet werden. Mit der politischen Wende 1989 in der DDR ändert sich das Reiseverhaltenverhalten der Bürger drastisch, Urlauber bleiben aus und

ab 1990 – verringern sich die Einnahmen aus Eintrittsgeldern für den Tierpark ebenso wie die finanziellen Unterstützungen der Stadt, die immer noch Träger des Tierparks ist. Es wird nach Lösungen gesucht, die aber alle zu kostenintensiv sind und dem Park keine Alternative bietet.

1995 - entscheidet sich die Stadt, den Tierpark öffentlich auszuschreiben, um einen neuen Träger zu finden. Da die im Park befindlichen Tiere aus wirtschaftlichen Gründen dezimiert werden sollen, wird der damalige Koordinator Tierschutz vom Deutschen Tierhilfswerk, Herr Rüdiger Schmiedel, nach Worbis geschickt. Noch am gleichen Tag stellt Schmiedel der Stadt die Projektidee eines Alternativen Bärenparks vor. Schon seit längerer Zeit war das DTHW auf der Suche nach einem geeigneten Areal, um die Idee eines Bärenparks für in Not geratene Braunbären in die Tat umsetzen zu können.

22.03.1996 – In einer nichtöffentlichen Sitzung des Stadtrates Worbis wird die Entscheidung getroffen, den Tierpark an einen neuen Träger zur Errichtung eines Alternativen Bärenparks zu übergeben.

15.04.1996 – Gründung der Aktion Bärenhilfswerk e. V. (ABW). Dieser Verein soll Träger des künftigen Bärenparks werden. Das DTHW unterstützt als Kooperationspartner und erster Förderer.

26.03.1997 – Spatenstich für den ersten Bereich der Bärenfreianlage.

31. Mai 1997 – Der erste Bereich der Freianlage und die Eingewöhnungsstation werden offiziell und im Rahmen des 1. Bärenfestes (5000 Besucher) ihrer Bestimmung übergeben. Drei Bären betreten ihr neues Zuhause, eine vorerst 7000 m² große Freianlage. Maika ist der letzte im Worbiser Tierpark gezüchtete Bär. Laura und Goliath wurden im September 1996 bei Seesen im Harz (Niedersachsen) als ausgesetzte Bären gefunden.

Juni 1997 – Bär Samson, ein ehemaliger Zirkusbär aus dem Zirkus Brumbach in Ingolstadt (Bayern), vegetiert über fünf Jahre auf 5 m² Fläche in einem Zirkuswagen. Von den Behörden beschlagnahmt, beginnt er ein neues, wenn auch kurzes Leben in Worbis. Am 27.02.2002 muss Samson wegen beidseitig schwerer Arthrose im Hüftgelenk eingeschläfert werden. Die Verschleißerscheinungen des Hüftgelenkes, die kaum noch Bewegungen zuließen, haben ihre Ursache im jahrelangen auf der Stelle Auf- und Abspringen in seinem kleinen Wagen. Samson ist der erste Bär, der aufgrund seiner Vorgeschichte und Krankheit in Worbis von seinen Leiden erlöst werden musste.

Juli 1998 – Die fast 22 Jahre alte Bärin Mischka, eine Überschussbärin aus jahrelang unkontrollierter Nachzucht, lebt seit ihrem 5. Lebensmonat auf 4 x 4 Meter Beton im thüringenschen Artern. Mit Unterstützung der Artener Bevölkerung wird sie nach Worbis umgesiedelt.

Außerdem wird im selben Monat ein achtköpfiges Wolfsrudel aus einer Privathaltung in Türkheim (Bayern) übernommen. Der Tierhalter war gestorben. Das Rudel teilt sich die Freianlage mit den nunmehr vier Bären.

August 1998 – Der zweite Bereich der Freianlage – 8000 m² – wird fertig gestellt und mit dem ersten Bereich verbunden. . Bären und Wölfe nutzen nun eine 15 000 m² große Waldanlage.

November 1999 – Das Thüringer Wirtschaftsministerium stimmt dem Antrag auf Fördermittel der ABW aus dem Jahr 1996 zu und übergibt 500 TDM Fördermittel mit der Bedingung, dass der Verein selbst 287 TDM Eigenmittelanteil einbringt. Mit diesen Mitteln ist es möglich, die Freianlage bis Juni 2000 auf über 40 000 m² zu erweitern und einen Bäreninformationspfad zu errichten.

April 2000 – Die Bären Emma und Max aus der Schweiz werden einen Tag vor ihrem offiziellen Tötungstermin nach Worbis geholt. Die Schweizer Tierschutzorganisation „Animal Trust“ und der Schweizer Tierschutz STS erreichen, dass die Betongrube, in der Emma und Max bisher leben mussten, geschlossen wird.

Juni 2000 – Am 11. Juni d. J. findet nicht nur das 4. Bärenfest statt, sondern der vierte und vorerst letzte Bereich der Freianlage kann den vierbeinigen Bewohnern übergeben werden. Somit haben die Tiere nunmehr eine der modernsten Freianlagen Europas von mehr als 40 000 m² mit Buchenwald, Wiese und zwei Teichen, die von einer Quelle gespeist werden.

August 2000 – Bärin Kathi vom Zirkus Julian (Bayern) wird vom Landratsamt München wegen fehlender CITES-Papiere beschlagnahmt und in den Bärenpark Worbis gebracht. Kathi wurde vermutlich 1973 geboren und hatte seit Jahren den Zirkuswagen nicht mehr verlassen, da sie als alte Bärin nicht mehr brauchbar für die Manege war.

2001 – Der Alternative Bärenpark Worbis erhält den Thüringer Tierschutzpreis.

Juli 2001 - Die ersten beiden Waschbären-Waisen von nunmehr insgesamt acht, deren Muttertiere von Menschen „entsorgt“ worden sind, dürfen auf einer 1000 m² großen Freianlage mit Teich ein sicheres Leben genießen.

2002 – Der Alternative Bärenpark wird mit dem Hasseröder Naturschutzpreis ausgezeichnet.

März 2002 – Drei Bären aus Grimma (Sachsen) – Mischa, Tina und Maike - können ihren seit Mitte der 80-er Jahre bewohnten 60 m² kleinen Käfig inmitten eines Stadtparks gegen die Freianlage in Worbis eintauschen. Die Bären sind zur Zeit der Aufnahme im Alter von 22 und 24 Jahren

Mai 2002 – Zwei Schwarzbären aus Wittmund (Niedersachsen) – Jimmy und Gonzo - werden von ihrem Tierhalter freiwillig in Worbis abgegeben. Bereits als Bärenbabys (1989 geboren) zu Artisten ausgebildet, ist ihre Zirkus“karriere“ Ende 2002 vorbei. Ihr Zuhause war ein 12 m² kleiner Zirkuswagen. Der Tierlehrer von Jimmy und Gonzo entschied, dass die Bären nach 13 Jahren endlich ein Leben in einer vernünftigen Freianlage verdient hätten.

11. und 12. Mai 2002 - Die Aktion Bärenhilfswerk e.V. lädt zur 1. Worbiser Bärenforum, einer Fachtagung zur bedürfnisgerechten Bärenhaltung, ein. Zoologen und Tierfreunde aus dem In- und Ausland nehmen daran teil

Juni bis November 2003 - Nach der Fertigstellung der Freianlagen für Bären und Wölfe beginnt nun der Umbau des gesamten Haustierbereichs. Wellensittiche, Meerschweinchen und Schildkröten sollen großzügige Freianlagen erhalten.

November 2003 – Unseren Agaporniden (Rosenköpfchen), Nymphensittichen und Wellensittichen steht nun eine für Besucher begehbare Voliere mit einer Gesamtfläche von 250 m² zur Verfügung.

Januar 2004 - Im Bärenpark Worbis wird erstmalig die "Nacht der Wölfe", eine informative Abendveranstaltung, angeboten. Einmal monatlich erfährt der Interessierte alles zum Mythos Wolf, über den Wolf in der Vergangenheit und in der Gegenwart und lernt das Wolfsrudel des Bärenparks kennen. Diese Veranstaltungsreihe ist so beliebt, dass die Termine Monate im voraus ausgebucht sind.

12. Mai 2004 - Der 500 000. Besucher, eine französische Touristin, wird im Bärenpark begrüßt.

Mai 2004 - Die Meerschweinchen beziehen ihre neue Anlage. Der Stall, im Fachwerkstil gebaut, bildet nun im Heimtierbereich mit der Voliere und der noch entstehenden Schildkrötenanlage eine Einheit. Die Meerschweinchen benutzen jetzt eine Außenfläche von 77 m² und können sich in ein Haus von 12 m² Fläche zurückziehen.

Juni 2004 - Nun haben auch endlich die Schildkröten ihr neues Gehege. 115 m² Außenanlage und 12 m² Innenfläche bilden nun ihr neues Zuhause. Die Gestaltung der Außenanlage erinnert an Griechenland, denn immerhin handelt es sich vorrangig um Griechische Landschildkröten.

31. Juli 2004 - Die Aktion Bärenhilfswerk e.V. beschließt auf ihrer Mitgliederversammlung die Gründung der Stiftung für Bären.

Oktober 2004 – Nachdem die Heimtiere neue, großzügige Behausungen erhalten haben, wird nun mit der Umgestaltung der Ställe für Hühner und Schafe begonnen. Auf dem Bauernhof entstehen neue Domizile im Fachwerkstil.

10. Oktober 2004 - Die Aktion Tausend-Tatzen-Taler wird am Bärin-Maika-Tag, der jährlich aus Anlass des Welttierschutztages durchgeführt wird, ins Leben gerufen. Ziel ist es, 1000 Spender zu finden, die sich mit einer jährlichen Spende an der geplanten Erweiterung des Bärenparks beteiligen.

1. Dezember 2004 - Das erste Büro im neuen Wirtschaftsgebäude wird bezogen.

2. Dezember 2004 - Die Rechtmäßigkeit der Stiftung für Bären wird urkundlich bestätigt. Die Stiftung übernimmt somit die Geschäfte der Aktion Bärenhilfswerk e.V. , die künftig als Förderverein arbeitet. Die Projekte Alternativer Bärenpark® Worbis und das künftige Projekt Alternativer Bärenpark® Schwarzwald werden unter dem Dach der Stiftung geführt. Der Förderverein Alternativer Bärenpark Schwarzwald (FABS) wird die Stiftung ebenfalls fördern, um das künftige Projekt zu realisieren.

Februar 2005 – Der Bau eines neuen Wirtschaftshofes beginnt, um künftig bessere Arbeitsbedingungen für den Bereich Tierversorgung (Futterküche, Futterlager) zu schaffen. Außerdem sollen einige Büroräume entstehen, denn bisher befinden sich die Büros im ehemaligen Wohnhaus des früheren Tierparkleiters bzw. in Abstellkammern.

6. April 2005 - Der Wolf "Der Alte" , das älteste Tier des Wolfsrudels, muss am aus gesundheitlichen Gründen eingeschläfert werden. Siehe dazu auch die Chronik unseres Wolfsrudels.

12. Juli 2005 - Der Wolf "Rex" wird tot in der Freianlage aufgefunden. Eine Untersuchung ergab Organversagen, vermutlich aufgrund einer Sepsis. Siehe dazu auch die Chronik unseres Wolfsrudels.

28. Juli 2005 - Drei Vertreter der Welttierschutzorganisation besuchen den Bärenpark in Worbis und laden die örtliche Presse zu einer Konferenz im Park ein. Sie stellen ihre eigenen Tierschutzprojekte vor und teilen den Medienvertretern ihre Begeisterung über das in Deutschland einmalige Tierschutzprojekt in Worbis mit.

29. Juli 2005 - Das Wolfsrudel hat sich mit dem Tod von Alphawolf "Markus" in diesem Jahr um drei Tiere dezimiert. Markus wird an diesem Tag ebenfalls tot in der Freianlage gefunden. Auch hier ergibt die Untersuchung Organversagen, das auch mit dem Alter des Tieres begründet werden kann. Siehe dazu auch die Chronik unserer Wolfsrudels.

5. August 2005 - Zum zweiten Mal müssen sich Tierarzt und Mitarbeiter des Bärenparks für die Euthanasie eines Bären entscheiden. Bärin Maike muss nach langer, unheilbarer Krankheit eingeschläfert werden.

9. Oktober 2005 - Eine junge Göttingerin, die mit ihren beiden Kindern und dem Ehemann den Bärin-Maika-Tag besucht, ist die 600 000. Besucherin seit Bestehen des Bärenparks.

Januar 2006 - Das Jubiläumsjahr hat begonnen. Der Alternative Bärenpark Worbis begeht in diesem Jahr sein 10-jähriges Bestehen und wird aus diesem Anlass eine Reihe von Veranstaltungen anbieten. Siehe dazu den Veranstaltungsplan auf News.

22.05.2006 – Die STIFTUNG FÜR BÄREN protestiert gegen den geplanten Abschuss von Bär Bruno, der sich seit wenigen Tagen in Deutschland befindet. Bayerns Umweltminister Schnappauf erhält das Protestschreiben, das auch auf der Homepage der Stiftung veröffentlicht wird. Zudem rufen wir Tierfreunde auf, ebenfalls zu protestieren.

23.05.2006 – Die STIFTUNG FÜR BÄREN unterbreitet Minister Schnappauf - gemeinsam mit VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz – das Angebot, Bruno lebend zu fangen und im Wildpark Poing unterzubringen. Dort war gerade eine Bärenfreianlage errichtet worden. Die STIFTUNG FÜR BÄREN nimmt Kontakt zum dortigen Betreiber auf, um die Aufnahme abzustimmen. Die Mitarbeiter des Bärenpark in Worbis stehen ab nun in Bereitschaft, um den Transport von Bruno nach Poing zu übernehmen, falls er gefangen werden sollte.

23.05.2006 – Die renommierte Spielzeug GmbH Kösen gibt aus Anlass des 10-jährigen Bestehens eine auf 300 Stück limitierte Auflage der Worbiser Bärin Maika raus. Maika wurde zuvor von einer Designerin vor Ort „Maß genommen“. Am 10. März 2007 werden wir erfahren, dass die besondere Maika restlos vergriffen ist.

02. Juni 2006 – Es gibt eine besondere Jubiläumsüberraschung: Wir haben vier Wolfswelpen. Zuvor wurden keine Paarungen beobachtet, also haben wir auch nicht mit Nachwuchs gerechnet. Da das Wolfsrudel im Jahr 2005 auf drei Tiere geschrumpft war, war die Freude über die beiden kleinen Mädchen und die beiden Buben besonders groß. Für Wölfin Shiara, die 2003 im Bärenpark geboren wurde, war es der erste Nachwuchs.

04.06.2006 – Der Alternative Bärenpark Worbis wird mit dem Hessischen Tierschutzpreis von hr3 ausgezeichnet. Nach dem Thüringer Tierschutzpreis und dem Hasseröder Naturschutzpreis ist das die dritte offizielle Würdigung.

07.07.2006 – Der Schweizer Bär Mario trifft in den Morgenstunden ein. VIER PFOTEN Schweiz hat den Bären nach 23-jähriger Leidenszeit befreit und bringt ihn gemeinsam mit Mitarbeitern des Bärenparks Worbis in sein neues Zuhause. Wenige Tage später wird er kastriert und muss sich einer Zahnbehandlung unterziehen.

12.08.2006 – Mario darf für immer die Eingewöhnungsstation verlassen und lebt fortan in der Freianlage mit Artgenossen und den Wölfen zusammen.

04. und 05.11.2006 – Die STIFTUNG FÜR BÄREN lädt zum zweiten Worbiser Bärenforum ein. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel übernimmt die Schirmherrschaft. Hauptthema dieses Forums ist die Umsetzung von Managementkonzepten zu den Wildtieren Bär, Wolf und Luchs. Wie bereitet sich Deutschland auf die Einwanderung heimischer Beutegreifer vor?

Januar 2007 - Auch im Alternativen Bärenpark richtet Orkan Kyrill Schäden an, die sich auf ca. 20 000 Euro beziffern. Die Sicherheit ist aber zu jeder Zeit gewährleistet, Tiere kommen nicht zu Schaden.

Januar 2007 – Bärin Mischka, bis zum 22. Lebensjahr gefangen in einem 16 m² kleinen Käfig in Artern (Thüringen), wird 30 Jahre alt. Seit 1998 lebt sie in Worbis

Mai 2007 – Die Alphawölfin „Die Schlanke“ ist tot. Sie wird am 10. Mai von „Shiara“, ihrer 2003 geborenen Tochter, lebensgefährlich verletzt und muss eingeschläfert werden. Es war ein Kampf um die künftige Alphaposition.

„Die Schlanke“ war ca. 13 bis 15 Jahre alt und wurde 1998 mit ihrem Rudel aus einer schlechten Privathaltung übernommen.

März 2007 - Ca. 100 000 Kahlrückige Waldameisen (Formica polyctena) leben nach einer Zwangsumsiedlung aus Niedersachsen nun im Alternativen Bärenpark Worbis.
Die Kolonie der unter Bundesartenschutz stehenden Ameise war an einen Siedlungsrand in Reinhausen gefährdet.

Juni 2007 – Erstmalig gibt es eine Bärensommernacht für Paten und Bärenlandpächter; eine Dankeschönveranstaltung für diese Förderer des Bärenprojekts.

Juni 2007 – Die Bauarbeiten für das Service- und Informationszentrum beginnen am 6. Juni.

August 2007 - Am Dienstag, dem 14. August 2007 gegen 13:30 Uhr, wird der 750 000. Besucher seit Bestehen des Alternativen Bärenparks begrüßt.
Frau Katrin Blumrodt aus Schlotheim besucht erstmalig mit ihrem Partner Sebastian Klingstein und Töchterchen Pia den Bärenpark in Worbis.

August 2007 – Von der 40 000 m² großen Freianlage für Bären und Wölfe wird der Bereich A – 13 000 m² - zur Seniorenresidenz für die alten Bären Mischka, Mischa und Tina. Die drei Bären wurden zuvor mehrfach von den Jungwölfen attackiert und können sich nun auf dem so genannten Altenteil ohne Stress bewegen. Die Schieber zum Altenteil werden hin und wieder für Besuche von anderen Bären geöffnet. Die Wölfe bleiben draußen.

November 2007- Die drei Rüden "Der Lahme", "Akela" und "Ais" werden sterilisiert. "Ais" überrascht uns als Kryptochid (im Bauchraum verbliebene Hoden).

Januar 2008 – Die Bärin Kathi wird in diesem Jahr 35 Jahre alt und ist somit der älteste Bär. Bis zum 27. Lebensjahr vegetiert sie in einem Zirkuswagen, im Jahr 2000 bezieht sie den Bärenpark. Bär Mischa, bis zum 25. Lebensjahr ebenfalls in einem viel zu kleinen Käfig gefangen, wird in diesem Jahr 30 und lebt seit 2002 in Worbis.

März 2008 – Nach Beendigung der Winterruhe macht Bär Mischa einen nicht so guten Eindruck. Trotz medizinischer Betreuung stirbt Mischa – dreißigjährig – am 8. März an Krebs. Im März 2002 war er mit Tina und Maike (gest. 2005) aus der Bärenburg in Grimma nach Worbis geholt worden. Nach jahrelanger tierquälerischer Haltung konnte Mischa wenigstens sechs Jahre in der Natur belassenen Freianlage wie ein Bär leben.

Mai 2008 – Nach einem Jahr Bauzeit ist das Service- und Informationszentrum direkt an der Bärenfreianlage fertig gestellt. Bauherr, die Stadt Leinefelde-Worbis, Leader+ als Fördermittelbereitsteller, Baufirmen, Spender, Besucher und Mitarbeiter feiern zum Bärenfest, am 11. Mai, die Eröffnung.

Juni 2008 - Während einer knapp einstündigen OP werden dem Bären Goliath am 4. Juni über 10 Einstichkanäle 12 g Gold im Hüft- und Rückenbereich implantiert. Gold wird zur Therapie arthritischer bzw. rheumatischer Erkrankungen bei Mensch und Tier eingesetzt. Die Therapie mit Gold bei Menschen ist schon viele tausend Jahre alt. Goliath hat wie viele Bären aus Gefangenschaft Arthrose. Bär Samson musste im Jahr 2002 aufgrund der sehr stark fortgeschrittenen Krankheit eingeschläfert werden. Auch Goliath hat sehr große Probleme und Schmerzen beim Laufen. Nach dem Eingriff wird Goliath weiterhin Arthrose haben, aber seine Schmerzen werden künftig durch den Einsatz „Medikament Gold“ hoffentlich kaum spürbar sein. Ob die Behandlung tatsächlich Besserung bringt, wird sich nach dem Winter, nach kaltem und feuchtem Wetter feststellen lassen.

Juni 2008 – Nach dem Tod von Bär Mischa ist in der Seniorenresidenz für alte und geschwächte Bären wieder Aufnahmekapazität vorhanden. Bär Mario, der taub ist und nur schlecht sehen kann, hat Probleme mit den Wölfen. Deshalb zieht er am 20. Juni in die Seniorenresidenz und lebt nun mit den Bärinnen Mischka und Tina in aller Ruhe und Gemütlichkeit.

Januar 2009 – Im verschneiten Bärenwald ist kaum mal ein Bär zu sehen. Fast alle Bären halten seit dem Spätherbst 08 Winterruhe. Bär Max, der sich wegen dringender medizinischer Untersuchungen im Spätherbst 2008 in der Eingewöhnungsstation aufhält, legt sich dort gleich zur Ruhe. Das Bett wird ihm von den Tierpflegern bereitet; aus viel Stroh. Tina und Mischka halten sich freiwillig in der Notstation auf, die sie jederzeit verlassen könnten. Die nicht mehr so flotte Tina zeigt keine Anstalten, eine Winterruhe zu halten. Sie wird aufgrund ihres desolaten Gesundheitszustand regelmäßig mit Vitaminbomben in der Notstation gefüttert. Mischka, die sich eigentlich schon zur Winterruhe zurückgezogen hatte, verlässt ihre Höhle und zieht freiwillig in die Notstation. Dort bekommt man die Leckerlis serviert. Alte Mädchen brauchen eben auch mal zwischendurch etwas zwischen die Zähne. Das gilt nicht für die älteste Bärin Kathi. Die zieht ihre Winterruhe durch.

Juli 2009 – Am 11.07. findet die dritte Bärensommernacht statt. Förderer wie Paten, Bärenlandpächter und Vereinsmitglieder genießen – trotz des absolut schlechten Wetter – den Bärenpark am Abend, bei Nacht, ein kulturelles und informatives Programm und den Dank des Mitarbeiterteams für die Unterstützung.

Juli 2009 - In den letzten Tagen macht die alte Mischka, sie ist immerhin 32 Jahre alt, einen etwas wackligen Eindruck. Sie kippt sogar sie ein paar Mal zur Seite. Schlaganfall? Am 29. Juli stellt der Tierarzt ein juckendes, schmerzendes Ekzem fest. Das wird behandelt, Mischka verwöhnt und wenige Tage später ist die Bärenwelt wieder in Ordnung.

Oktober 2009 – Max hat seit Jahren Fellprobleme. Mehrere Untersuchungen ergaben nichts. Keine Ursache, keine Besserung.
Am 28.10. muss Max erstmalig eine Biopsie über sich ergehen lassen. Es gibt endlich einen Befund, aber einen unspezifischen:
Max ist auf etwas allergisch, das bisher nicht gefunden werden konnte. Ein Bakterienbefall als Folge der Allergie ist vorhanden. Und durch das Jucken und Scheuern entzünden sich die betroffenen Stellen. Max muss nun jeden Tag 200 ml kaltgepresstes und vor allem gutes Rapsöl zu sich nehmen. Im Frühjahr 2010 wird Max von allen Seiten begutachtet. Gibt es keine Besserung gibt es Medikamente.

Oktober bis Dezember 2009 – Die ersten Bären treten die Winterruhe an. Kathi, Jimmy und Gonzo sind bereits Mitte Oktober verschwunden. Laura, Emma, Maika folgen bis Dezember, Goliath bekommt wegen seiner schlimmen Arthrose ein Heubett in der Krankenstation. Die drei Bären aus der Seniorenresidenz können sich bis Silvester nicht für eine Winterruhe entscheiden.

Januar 2010 – Erstmalig ist Max in einer echten Winterhöhle verschwunden. Der Winter ist gar zu grimmig. Die drei Senioren tapsen immer noch durch ihre Residenz und verschwinden höchstens mal für Stunden.